Dezember 2006

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Dieser Artikel behandelt aktuelle Nachrichten und Ereignisse im Dezember 2006.

Tagesgeschehen[Bearbeiten]

Freitag, 1. Dezember[Bearbeiten]

Vulkan Mayon
  • Manila/Philippinen: Am Vulkan Mayon löst der heftige Taifun «Durian» eine riesige Schlammlawine aus. Sie tötet in 8 Dörfern bei Padang (330 km südlich der Hauptstadt) nach Angaben des Roten Kreuzes mindestens 380 Menschen.[2]
  • Paris: Die französische Schauspielerin Claude Jade, vor allem bekannt aus Filmen von François Truffaut, stirbt in Paris im Hospital Ambroise-Paré de Boulogne-Billancourt im Alter von 58 Jahren. Die Schauspielerin war an Augenkrebs erkrankt, der inzwischen auch auf die Leber übergegangen war.[3]

Samstag, 2. Dezember[Bearbeiten]

Sonntag, 3. Dezember[Bearbeiten]

Gloria Macapagal Arroyo
  • Philippinen: Präsidentin Gloria Arroyo ruft nach den verheerenden Muren vom Freitag den Notstand aus, ersucht um internationale Hilfe und gibt 20 Mill.$ für Sofortmaßnahmen frei. Das Rote Kreuz befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer auf über 1000 ansteigt. Nach Berichten von Überlebenden riss die Schlammlawine Baumstämme und Felsblöcke mit sich und kam so schnell, dass man sich kaum mehr in höhere Stockwerke retten konnte. Über 100.000 Häuser wurden völlig zerstört und fast 1 Million Menschen obdachlos. Neben der Provinz Albay rund um den Vulkan hat der Taifun, der über 200 km/h hatte, auch in anderen Provinzen gewütet und zieht nun nach Vietnam weiter, wo etwa 50.000 Evakuierungen anlaufen.
  • Venezuela: Präsident Hugo Chavez wird bei den Präsidentschaftswahlen mit 63 % in seinem Amt bestätigt.

Montag, 4. Dezember[Bearbeiten]

Mond und Plejaden im Größenvergleich
  • Astronomie: In den Morgenstunden kommt es zu einer der seltenen Plejaden-Bedeckungen durch den Mond. Die letzte war 1991 und im September 2006 (Quelle: SB 11/2006)
  • Brasilien: Für den Amazonas-Regenwald wird das weltweit größte Urwaldschutzgebiet beschlossen. Simao Jatene, der Gouverneur der Nordprovinz Pará gibt den Zusammenschluss von 7 Nationalparks bekannt, die 160.000 km² umfassen und auch in die Bundesstaaten Amapa und Amazonas hineinreichen. Damit stünden 42 Prozent des Amazonas unter Schutz. Die Region ist von zahllosen Landkonflikten, illegaler Abholzung und der sklavenähnlichen Ausbeutung von Indios betroffen; laut Imazon (Institut für Umweltforschung im Amazonasgebiet) und soll nun ein Modell für nachhaltige Entwicklung werden.[5]
  • London: 10 Tage nach dem Tod des russischen Ex-Spions Alexander Litwinenko reisen britische Kriminalbeamte nach Russland, um mehrere Zeugen des Giftmordes zu vernehmen. Zu ihnen gehören der frühere Geheimdienstler Andrej Lugowoj und zwei Russen, mit dem sich Litwinenko am 1. November in einer Londoner Hotelbar getroffen hatte. Vertraute Litwinenkos fordern, auch den früheren FSB-Offizier Michail Trepaschkin zu befragen. Er ist wegen Geheimnisverrats inhaftiert und hatte am 1. Dezember von einer speziellen Agentengruppe gesprochen, die Litwinenko und andere Kritiker Putins töten solle.
Auch der am 1. November anwesende, in einer Londoner Klinik liegende Italiener Mario Scaramella kündigt Enthüllungen an. In seinem Urin fand sich ebenfalls das radioaktive Gift Polonium 210.
  • Moskau: In diesem Zusammenhang warnt der russische Außenminister Sergei Lawrow, die Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien zu schädigen, falls der Fall weiter „politisiert“ werde. Die „Kampagne“ über eine angebliche Verwicklung russischer Behörden in den Tod des Ex-Spions sei inakzeptabel. In der Montagausgabe der Zeitung „Kommersant“ erhebt der Vater Litwinenkos schwere Vorwürfe gegen die Regierung: „Es gab einen Befehl direkt von oben, meinen Sohn zu töten“.[6]

Dienstag, 5. Dezember[Bearbeiten]

  • Assen/Niederlande: In Assen wurde von Verteidigungsminister Kamp, trotz schärfster Proteste von Massaker-Überlebenden, die niederländische Srebrenica-Schutzeinheit mit einem Ehrenzeichen ausgezeichnet. Die Blauhelm-Soldaten waren im Jahre 1995 als UN-Schutzeinheit „Dutchbat“ für die Stadt Srebrenica zuständig, als in dieser von Serbischen Einheiten über 8.000 Personen massakriert wurden.[7]
  • Fidschi: Das Militär kündigt an, die Macht im Südpazifik-Inselstaat zu übernehmen, und umstellt die Residenz von Ministerpräsident Laisenia Qarase in der Hauptstadt Suva. In den letzten Tagen musste die Polizei ihre Waffen abgeben, um Kämpfen vorzubeugen. Fidschis Militärchef Frank Bainimarama, ein Unterstützer der indischen Minderheit, wirft der Regierung Korruption und das Schüren ethnischer Spannungen vor, und dass sie nicht ausreichend gegen die Putschisten des Jahres 2000 vorgehe. Qarase wurde im Mai 2006 zu einer zweiten fünfjährigen Amtszeit gewählt und verweigert den Rücktritt. Australien entsenden drei Marineschiffe in die Region, um notfalls Urlauber heimzuholen. UNO, USA und Großbritannien warnen Bainimarama, dass ein weiterer Staatsstreich die schwache Wirtschaft schädigen würde.[8]
  • Irak, Washington, D. C.: Bei einem Treffen mit US-Präsident George W. Bush fordert Abdul Asis al-Hakim, Parteichef der größten irakischen Regierungspartei Sciri ein schärferes Vorgehen der USA gegen Aufständische im Irak, um einen Bürgerkrieg zu verhindern. Der Schiiten-Führer bestreitet, die Gewalt gegen Sunniten zu schüren, und die Existenz schiitischer Todesschwadronen. Er wird von Bush für seine „starke Position gegen den Mord an Unschuldigen“ gelobt. Politologen werten Hakims Besuch als Signal, dass Bush eine direktere Rolle in der Bekämpfung der Gewalt im Irak übernehmen will. In Kürze werden die Vorschläge einer unabhängigen Irak-Kommission unter dem Ex-Außenminister James Baker zu einem möglichen Strategiewechsel erwartet.
  • Deutschland: In Deutschland sind einer Studie zufolge 10,6 Millionen Menschen und damit 13 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht.[9]
  • Peking/Volksrepublik China: China will die DVD vom Markt drängen, um mit der EVD seinen Gewinn maximieren zu können.[10]
  • Moskau/Russland: In Russland ist der Chef der unabhängigen Gasfirma Itera-Samara, Alexander Samoilenko, von Killern erschossen worden.[11]

Mittwoch, 6. Dezember[Bearbeiten]

  • Fidschi: Wie seit Tagen angekündigt, übernimmt das Militär die Regierung und der Armeechef Voreqe Bainimarama die Befugnisse des Staatspräsidenten. Er entlässt Ministerpräsident Laisenia Qarase und ernennt den pensionierten Arzt Jona Senilagakali zum Nachfolger. Nach Bildung einer Übergangsregierung zur Einleitung von Parlamentswahlen soll Präsident Ratu Josefa Iloilo in sein Amt zurückkehren. Qarase wird vorgeworfen, die ethnischen Spannungen zwischen der Mehrheit der Ureinwohner Fidschis und der indischen Minderheit durch verfassungswidrige Gesetze zu schüren. International wird der Putsch verurteilt und die Rückkehr zur gewählten Regierung gefordert. Auch könne der Ausnahmezustand die Wirtschaft ernsthaft gefährden, die vor allem auf Zucker-Exporten und Winter-Tourismus beruht.[12]
Robert Gates
  • USA: Der neue Verteidigungsminister Robert Gates meint, die US-Truppen könnten im Irak gegen die Aufständischen kaum mehr siegen. Die paritätische Irak-Kommission unter James Baker empfiehlt lt.CNN eine grundlegende Neuausrichtung der Irak-Politik. Das US-Militär solle sich statt Kampfeinsätzen auf die Unterstützung der irakischen Sicherheitskräfte konzentrieren. Angeblich schlagen die Experten eine Halbierung der Truppen bis Ende 2007 vor sowie die Einbindung der Nachbarländer Syrien und Iran in politische Gespräche.[13]
  • USA: Die NASA plant, bis 2020 eine ständig bemannte Mondstation zu errichten. Sie soll Ausgangspunkt zur weiteren Weltraumforschung, für Rohstoffgewinnung und für den bemannten Marsflug sein. Erste Testflüge sollen 2009 stattfinden.[14] Anfang 2010 wird man mit einer Rückkehr zum Mond innerhalb von 10 JahrenVorlage:Zukunft/In 5 Jahren rechnen sowie einer Mondstation ab 2025.Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren[15]
  • Washington, D. C.: Gleichzeitig gibt die NASA bekannt, dass auf dem Mars Wasser in flüssiger Form und nicht nur als Eis existiere. Bilder des Global Surveyor zeigen junge Sedimente am Fuß zweier steiler Erdrinnen. Die bisher nachgewiesenen Marskanäle sind demgegenüber viele Jahrmillionen alt und werden auf plötzliche Schmelzwässer zurückgeführt.[16]
  • Wiesbaden/Deutschland: Die Studie „Leben in Europa“ des statistischen Bundesamtes ergibt, dass 13 % der Deutschen von Armut bedroht sind. Ohne Sozialleistungen wäre es fast ein Viertel. Damit liegt die BRD etwa im Mittelfeld der EU, deren aufwendiges Projekt international vergleichbare Daten zur Armutsbekämpfung erstellen soll. Sie beruhen auf 25.000 Befragungen 2004, also noch vor der von Hartz IV-Arbeitsmarktreform. Insbesondere Alleinerzieher sind zu 30 % armutsgefährdet, doch auch bei Elternpaaren mit 1-2 Kindern beträgt sie 7-10 %. Viele kinderreiche Familien liegen nur knapp über der Armutsgrenze.[17]
  • Wien: Die Regierungsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP stocken wegen der Finanzierung mehrerer Vorschläge. Nun soll eine Finanzgruppe mit Christoph Matznetter und Finanzminister Karl-Heinz Grasser alle Vorschläge prüfen und neue Staatsschulden vermeiden. In den letzten Tagen hatte man sich u. a. auf eine bedarfsorientierte Grundsicherung von 725 Euro geeinigt, wie sie Linksparteien und Katholische Soziallehre seit langem fordern, für deren Mehrkosten aber mit den 9 Bundesländern zu verhandeln wäre.[18]

Donnerstag, 7. Dezember[Bearbeiten]

  • Paris: der neue Nachrichtenkanal France24 geht auf Sendung. Das von Präsident Chirac unterstützte Projekt soll „Frankreichs Blick auf die Welt“ verbreiten und der Übermacht angelsächsischer Marktführer wie CNN und BBC entgegenwirken. Zunächst nur auf Internet und ab Samstag über Astra-Satelliten und Kabelnetze, soll das zweisprachige Programm (englisch und französisch) in 90 Ländern und über 75 Millionen Haushalten empfangbar sein und in 6 Monaten auf arabisch ergänzt werden.[19]

Freitag, 8. Dezember[Bearbeiten]

  • Hamburg/Deutschland: Der Fall des mit Polonium vergifteten ehemaligen KGB-Agenten Alexander Litwinenko hat nun auch deutschen Boden erreicht. In Hamburg-Ottensen finden Ermittler ebenfalls Spuren des hochgradig radioaktiven Poloniums 210 in dem Mehrfamilienwohnhaus seines Kontaktmannes Dmitri Kowtun. Kowton hatte Litwinenko am 1. November, dem vermuteten Zeitpunkt der Vergiftung, in London getroffen. Der 41-jährige Kowton befindet sich aufgrund seiner eigenen Strahlenkrankheit in einem Moskauer Krankenhaus. Scotland Yard unterstützt die Ermittlungen der deutschen Staatsanwaltschaft.[20]
  • Stuttgart: Der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch plant für 2007 mit einem Stellenabbau, da aufgrund des Preisdrucks der Automobilhersteller die Gewinnspanne immer mehr verkürzt werde. Die Hersteller verlangen im Moment jährliche Preissenkungen um drei bis vier Prozent statt vorher zwei bis drei Prozent. Neben dem Anstieg der Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt sei auch die Krise des Automobilbaus in den USA für die Misere verantwortlich. In Deutschland arbeiten rund 110.000 Menschen für Bosch.[21]

Samstag, 9. Dezember[Bearbeiten]

  • Türkei und EU: 2 Tage vor Ablauf des Ultimatums der Union, die Türkei müsse ihre Flug- und Seehäfen für (Süd)-Zypern öffnen, bietet Ankara mündlich einen Kompromiss an, der einen Hafen und den Flughafen Ercan betreffen soll. Trotz Urgenz unterbleibt eine schriftliche Äußerung, sodass die teilweise Aussetzung der Beitrittsverhandlungen wirksam bleibt. Auch ein Treffen des nordzyprischen Präsidenten Mehmet Ali Talat mit EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn löst die Unklarheiten nicht. Der finnische EU-Ratsvorsitz schlägt vor, beim Außenministertreffen am Montag die Beitrittsverhandlungen in einigen Kapiteln auszusetzen.[22]
  • Ukraine: Der österreichische Jesuit Georg Sporschill eröffnet in der Stadt Zhytomir, 120 km westlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew, ein Concordia-Haus für 72 verlassene Straßenkinder; der spätere Ausbau auf drei Häuser ist geplant. Sie Kinder sollen in sechs Großfamilien betreut werden und eine Ausbildung erhalten. 1991 hatte Sporschill mit drei ehrenamtlichen Mitarbeitern ein erstes Projekt in Bukarest begonnen und wegen des großen Bedarfs bald ausgebaut. Es wurde 2003 auf Moldawien erweitert, wo zehntausende Kinder auf der Straße leben.[23]

Sonntag, 10. Dezember[Bearbeiten]

Montag, 11. Dezember[Bearbeiten]

  • Brüssel/Ankara: Die Beitrittsverhandlungen der Türkei zur Europäischen Union werden nach dem Beschluss der EU-Außenminister in acht von 35 Bereichen „auf Eis gelegt“. Nach zehnstündigen Verhandlungen finden die 25 Minister einen Kompromiss, der das vorherige Ultimatum zur Öffnung aller türkischen Häfen und Flugplätze für Zypern ablöst. Die Verhandlungen in diesen Teil-Bereichen sollen erst dann fortgesetzt werden, wenn sich die Türkei nicht mehr weigert, ihre Häfen und Flughäfen für das EU-Mitgliedsland Zypern zu öffnen, und damit das Ankara-Protokoll über die Zollunion umsetzt. Damit setzt sich allerdings auch der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier gegenüber dem härteren Kurs der Bundeskanzlerin Angela Merkel durch, die eine ständige Revision mit festen Fristen gefordert hatte. Zypern sichert seinerseits im Gegenzug zu, den direkten Handel zwischen dem türkischen Nordzypern und der EU nicht länger zu blockieren.[24]

Mittwoch, 13. Dezember[Bearbeiten]

  • USA: Präsident George W. Bush, der seit der Studie der Baker-Kommission über die Irakpolitik unter diesbezüglichem Handlungdruck steht, lässt verlauten, dass die weitere Vorgangsweise erst im Januar 2007 bekannt gegeben würde. Dies deutet auf Differenzen innerhalb der US-Regierung und möglicherweise mit dem neuen Verteidigungsminister Robert Gates hin. Militärstrategen warnten Bush eindringlich vor der von Bakers Irak-Kommission empfohlenen substantiellen Rückholung von Soldaten bis Anfang 2008.
  • Palästina: Der Machtkampf zwischen Hamas und Fatah im Gaza-Streifen verschärft sich nach einem intermediären Waffenstillstand wieder. Fast täglich kommen Politiker oder Angehörige ums Leben, zuletzt ein Richter. (dpa)
  • Österreich: Die seit 2 Monaten laufenden Regierungsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP, die seit 1. Oktober im Parlament fast gleich stark sind, werden bis 11. Januar 2007 terminisiert. Falls sich bis dahin die 50:50-Chancen auf eine Große Koalition zerschlagen, wird es ein SP-Minderheitskabinett oder Neuwahlen geben. (SN, Ö1)

Donnerstag, 14. Dezember[Bearbeiten]

  • Houston, Internationale Raumstation: Nach dem erfolgreichen Außenbordeinsatz (EVA) der Discovery (Raumfähre)-Astronauten zum Ersatz eines 30 Meter großen Sonnensegels durch ein neues (von der Raumfähre „Atlantis“ im September angeliefert) wird ein zusätzlicher EVU zu den 3 geplanten vorgenommen, wobei die 7-stündige Arbeit nur teilweise gelingt. Um die alten Sonnenkollektoren ausreichend zusammenzufalten, seien weitere manuelle Arbeiten nötig. Der zusätzliche Einsatz solle jedoch zuletzt nach Erfolg bei den übrigen stattfinden. Die Rückkehr der „Discovery“ ist für 21. Dezember geplant. Der erste Außenbordeinsatz war am Mittwoch reibungslos verlaufen. Dabei hatten zwei Astronauten einen zwei Tonnen schweren Aluminium-Ausleger installiert.[25]
  • Gazastreifen, Ägypten: Radikale Anhänger der islamistischen Palästinenser-Organisation Hamas stürmen den Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten und bringen ihn unter ihre Kontrolle. Er war bis zu einer israelischen Militäroperation vor einigen Wochen der Hauptumschlagplatz für illegale Waffentransporte für die gegen Israel gerichteten Angriffe von Hamas-Kämpfern.[26]

Freitag. 15. Dezember[Bearbeiten]

  • Bhutan: Überraschend dankt König Wangchuck zu Gunsten seines ältesten Sohnes ab. Der Thronfolger ist 26 Jahre alt. Wann genau er den Thron besteigen soll, wurde nicht mitgeteilt.[27]
  • UNO: Der neugewählte Generalsekretär, der Koreaner Ban Ki Moon wird in sein Amt vereidigt. Der 62-jährige ehemalige Außenminister Südkoreas löst zum Jahreswechsel Kofi Annan an der Spitze der Vereinten Nationen ab.[28]
  • Iran: Im schiitischen „Gottesstaat“ werden die neuen Mitglieder des 84-köpfigen „Expertenrates“ gewählt. Für die Abgeordneten ist die Wahl allerdings nicht frei - die Kandidaten wurden vom ultra-konservativen Wächterrat ausgewählt. Dennoch gilt sie als erster Test über die Beliebtheit von Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad; gegen diesen wurde gestern in der Hauptstadt Teheran erstmals von Studenten demonstriert. (SN)
  • USA, Iran: Der scheidende US-Botschafter bei der UNO Bolten fordert die Weltorganisation auf, den persischen Präsidenten Ahmadinedschad wegen Anstiftung zum Völkermord zu verurteilen. Der vor zwei Jahren gewählte islamistische Politiker spricht immer wieder davon, Israel „von der Landkarte zu tilgen“. Seit kurzem leugnet er sogar den Holocaust an den Juden. [ORF.at]
  • Finnland: Der letzte EU-Gipfel unter finnischem Vorsitz befasst sich mit der Frage, wie die Kriterien für künftige EU-Beitrittsländer aussehen sollen. Kommentatoren meinen, man werde die seit dem negativen Verfassungsvotum Frankreichs wachsende Skepsis der Bürger berücksichtigen und keine Abkürzungen mehr zulassen, wie speziell bei der großen Beitrittsrunde 2004 kritisiert wurde. [ORF.at]
  • Österreich: Die Gewerkschaftsbank BAWAG P.S.K., die im Vorjahr durch Karibik-Geschäfte in Schwierigkeiten gekommen war, wird vom ÖGB an die US-Finanzgruppe Cerberus verkauft, die seit einer Nachbesserung Anfang Dezember bei den 4 besten Angeboten lag. Die Gruppe, an der sich die österr.Post-AG und Wüstenrot beteiligen, wurde noch im Vorjahr von Gewerkschaftern und der SPD zu den rücksichtslosen „Heuschrecken“ gezählt. Sie und wird 3,2 Milliarden Euro zahlen, wovon 2,6 Mrd. an den ÖGB und 0,6 an die Bank selbst gehen. Die BAWAG P.S.K. wird zur Europazentrale des Finanzkonzerns ausgebaut.[29]

Samstag, 16. Dezember[Bearbeiten]

  • Palästina: Der Präsident der Autonomiegebiete Mahmud Abbas macht die regierende Hamas für die Eskalation der Krise verantwortlich und strebt Neuwahlen an. Der scheidende UNO-Generalsekretär Kofi Annan hatte dringend eine „Regierung der nationalen Einheit“ gefordert, wozu weder Hamas noch die früher regierende Fatah bereit sind. Bei Neuwahlen hätte die Fatah gute Chancen auf die Wiedererringung der Mehrheit.[30],
  • USA: Das Time-Magazin erwählt „Du“ als Person of the Year 2006. Damit sind benutzer-erstellte Inhalte wie Wikipedia, YouTube oder Facebook gemeint. Zur Auswahl standen angeblich auch Chinas Hu Jintao und erklärte Amerika-Gegner wie Hugo Chavez (Venezuela), Mahmud Ahmadinedschad (Iran), Kim Jong-il (Korea) oder Hassan Nasrallah (Hisbollah).[31]

Montag, 18. Dezember[Bearbeiten]

Blick auf die Karwendelhauptkette
  • Alpen: Das Wegener-Forschungsinstitut in Graz hat erstmals das Wetter der Ostalpen über 6 Jahrzehnte (beginnend mit den 1980er Jahren) im 10 km-Raster simuliert. Bis 2040 sei laut Andreas Gobiet ein Temperaturanstieg bis zu 2,5° zu erwarten, womit eine ZAMG-Studie bestätigt wird - „mehr als das Doppelte, was wir im globalen Durchschnitt erwarten“. Bis jetzt beträgt die Erwärmung seit der vorindustriellen Zeit etwa 0,7°, im Alpenraum 1,5 - 1,6 Grad“. Zwischen Alpen und Mittelmeerraum würde im Sommer und Herbst die Trockenheit zunehmen, im Norden die Niederschläge (-30 % bzw. + 20 %). Durchschnittlich gehe es um 1 Regentag weniger/Mehr pro Monat, doch seien Extremereignisse noch kaum untersucht.[32]
  • Iran: Die Kommunalwahlen bringen der radikalen Partei des seit 2005 amtierenden Präsidenten Ahmadinedschad herbe Verluste. Teilergebnissen zufolge errangen die gemäßigten Konservativen in den meisten Stadt- und Gemeinderäten die Mehrheit. Auch die Reformer um den früheren Staatspräsidenten Rafsandschani, der seinen ultrakonservativen Gegenkandidaten zum Expertenrat Ayatollah Yasdi weit überflügelte, legen zu. Im Stadtrat von Tehran erhält der gemäßigte Bürgermeister Mohammed Bagher Kalibaf voraussichtlich 7 der 15 Sitze, die Reformer 4, Ahmadinejads Anhänger nur 3. Auch in der zweitgrößten Stadt Isfahan lief es ähnlich, im südpersischen Bandar Abbas kam keiner der Radikalen in das Stadtparlament.
Beobachter werten den Wahlausgang als Zeichen für einen Wandel innerhalb der politischen Führungsschicht. Es bilde sich «eine neue Koalition zwischen Reformern und gemäßigten Konservativen auf Kosten der extremen Hardliner, die Ahmadinedschad unterstützen», sagt der Politologe Mostafa Mirsaeian. Der Präsident werde innerhalb der Konservativen kritisiert, weil er zu sehr die Konfrontation zum Westen suche und die sozio-ökonomischen Verhältnisse in Iran vernachlässige.[33]

Dienstag, 19. Dezember[Bearbeiten]

  • Ipswich/Vereinigtes Königreich: Die britische Polizei verhaftet einen vermutlichen Serienmörder in seiner Wohnung in Felixstowe südöstlich von Ipswich, der fünf Prostituierte ermordet haben soll. Der 37-jährige Angestellte eines Supermarktes hatte sich zunehmend verdächtig gemacht, indem er der Zeitung Sunday Mirror in einem Interview gegenüber geäußert hatte, alle ermordeten Frauen gekannt und für die Tatzeit über kein ausreichendes Alibi zu haben. Die Leichen waren innerhalb von elf Tagen in der Umgebung von Ipswich gefunden worden und hatten Erinnerungen an Jack the Ripper in der britischen Öffentlichkeit geweckt. Dennoch wird ein weiterer Tatverdächtiger, ein 49-Jähriger, verhaftet, da man aufgrund des exhibitionistischen Charakter der Interviews des ersten Tatverdächtigen entweder bei diesem von einem Trittbrettfahrer oder einem Komplizen ausgehen kann.[34]

Mittwoch, 20. Dezember[Bearbeiten]

Donnerstag, 21. Dezember[Bearbeiten]

Heathrow Airport Tower
  • London/Großbritannien: Anhaltender Nebel blockiert stundenlang den Betrieb des Flughafens Heathrows.[41] Mehr als 300 innereuropäische Flüge müssen abgesagt werden, hunderte von Menschen müssen die Nacht auf dem Flughafen verbringen, alle Hotels der Umgebung sind ausgebucht. Alleine British Airways sagte 170 Flüge ab. Die Behinderung des Flugverkehrs reichen bis in die europäischen Nachbarstaaten, da auch die benachbarten britischen Flughäfen Gatwick, Norwich, Southampton und Coventry vom Nebelchaos betroffen sind. Im Regelfall fertigt Heathrow jeden Tag 200.000 Flugpassagiere ab.[42]

Samstag, 23. Dezember[Bearbeiten]

In der Vorwoche hatten die gemäßigten Politiker unter Expräsident Rafsandschani einen beachtlichen Wahlsieg über die Radikalen Islamisten von Staatspräsident Ahmadinedschad errungen.

Montag, 25. Dezember[Bearbeiten]

Dienstag, 26. Dezember[Bearbeiten]

  • Republik China, Philippinen: Genau zwei Jahre nach dem verheerenden Tsunami im Indischen Ozean ereignen sich in Südostasien weitere starke Seebeben. Das erste mit Magnitude M=7,1 hat sein Epizentrum unweit der Insel Taiwan, 22 km unter dem Meer. Acht Minuten später folgen weitere Erdstöße mit M=7,0. Japans Amt für Meteorologie empfiehlt für Süd-Taiwan und die Philippinen eine Tsunami- Warnung eine Tsunami-Warnung aus, die philippinischen Behörden verzichteten jedoch darauf, weil die befürchteten bis 1 m hohen Wellen nicht auftreten.[45]
  • Indonesien, Indien, Sri Lanka und Thailand: Millionen Menschen gedenken der Tsunami-Katastrophe vom 26. Dezember 2004, die an den Küsten Süd- und Südostasiens 230 000 Todesopfer forderte, mit Gedenkfeiern, Schweigeminuten und dem Besuch von Massengräbern. Der Wiederaufbau verläuft nicht überall zufriedenstellen, doch in einigen Ferienregionen boomt der Tourismus wieder, z. B. am Patong-Strand und den Tauchzentren von Phuket.
  • Thailand: In der Provinz Phang Nga wird eine Gedenkstätte für anonyme Opfer der Flutwellen eingeweiht. Im ehemaligen Fischerdorf Bang Muang bei Ban Nam Khem wird ein Waisenhaus und eine Schule für Kinder eröffnet, deren Eltern damals ums Leben kamen. Es wurde vom Schweizer Hotelier Lothar Schudt und seinen Freunden gebaut, der seit 12 Jahren auf Phuket lebt. Rotjana Phraesrithong, die Leiterin: „Früher brauchten wir keine Waisenhäuser, Kinder ohne Eltern wurden wie selbstverständlich von der Familie aufgenommen. Doch so viele sind einfach nicht mehr da.“ Das völlig zerstörte Ban Nam Khem, wo ein Drittel der 4.000 Einwohner umkam, ist inzwischen großteils wieder aufgebaut.[46]
  • Aceh (Indonesien): Im 2004 am stärksten getroffenen Norden von Sumatra werden nach heftigen Regenfällen etwa 500 Dörfer überschwemmt. Über 80 Menschen sterben, 200.000 flüchten in Notunterkünfte.[47] Auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali wird das Gedenken mit einer Tsunami-Übung kombiniert, bei der sich 15.000 Menschen von den Stränden aus in Sicherheit bringen.
  • EU, Russland: In Westeuropa wächst die Sorge über die Energieversorgung und den Streit um das Erdgas zwischen Russ- und Weißrussland, der auch die Gas-Fernleitungen betrifft. Der Gazprom-Konzern will Weißrussland den Gashahn abstellen, falls es bis 1. Januar nicht einem Vertrag mit höheren Preisen zustimmt. Am 4. Januar soll die Gaskoordinationsgruppe in Brüssel über mögliche Konsequenzen beraten. Der Gruppe gehören Energiekonzerne und Verbraucherverbände der EU an; sie wurde letzten Winter bei einem ähnlichen Gasstreit Russland-Ukraine gegründet. Die Ukraine bietet an, mit Transit-Lieferungen über ihr Territorium auszuhelfen.[48]

Donnerstag, 28. Dezember[Bearbeiten]

  • Russland, Weißrussland, EU: Der „Gasstreit“ zwischen dem russischen Energiekonzern Gazprom und Weißrussland löst in Europa zunehmende Sorge vor Unsicherheiten bei der Brennstoff-Versorgung aus. EU-Energiekommissar Andris Piebalgs appelliert an die Konfliktparteien, zu einer schnellen Lösung zu gelangen, um die Gaslieferungen nach Europa nicht zu gefährden, wofür sich auch der deutsche Wirtschaftsminister Michael Glos einsetzt. Der ukrainische Energieminister Jurij Bojko bietet bei eventuellen Engpässen Lieferungen im Transitwege an.[48]
  • Ukraines neue Regierung unter dem prorussischen Ministerpräsidenten Wiktor Janukowytsch wich einem neuerlichen Erdgas-Streit aus und einigte sich diesmal schon früh mit Gazprom über die Basispreise für 2007: 130 Dollar (rund 100 Euro) für 1.000 m³ Gas sind zwar 40 % mehr als 2006, aber nur die Hälfte des Gaspreises, den Russland von anderen ehemaligen Sowjetrepubliken verlangt.
  • Minsk und Duschanbe: Weißrussland soll für russisches Erdgas hingegen 105 $ zahlen (mehr als verdoppelter Preis) und überdies 50 % der Anteile am Pipeline-Verteilsystem an den Gazprom-Konzern abtreten. Indessen stimmt Tadschikistans Energiefirma Tajikgaz den ebenfalls verdoppelten Preisen für Erdgas aus Usbekistan zu; 2007 sind Lieferungen von 700 Mill. Kubikmeter Gas für 70 Mill. Dollar vorgesehen. Das zentralasiatische Usbekistan ist nach Russland und Turkmenistan der drittgrößte Erdgaslieferant der früheren Sowjetunion.
  • Deutschland, Österreich, EU: Das Jahr 2006 wird inzwischen als Hochkonjunktur gewertet. Nach fünf mageren Jahren, ausgelöst 2000 durch das Platzen der Internet-Spekulations- und Investitionsblase, nahm in Westeuropa erstmals auch die Binnennachfrage zu. Lange hatten lediglich die Exporte für ein geringfügiges Wirtschaftswachstum gesorgt. Die nunmehrige Konjunktur ließ in einigen EU-Ländern die Arbeitslosigkeit zurückgehen - so in Deutschland von über 5 auf unter 4 Millionen. Auch Österreichs relativ niedrige Arbeitslosenrate ging etwas zurück; erstmals gab es mehr als 4 Millionen Beschäftigte.
In Asien boomt die Wirtschaft hingegen schon ein Jahrzehnt, und in den USA seit 2000. Die gesamte Weltwirtschaft scheint ihre stärkste Dekade seit Menschengedenken zu erleben - und dies trotz des hohen Ölpreises. Er hat sich in 10 Jahren versiebenfacht - auf das heurige Rekordhoch von 78 Dollar pro Fass. Beim Ölschock der 1980er Jahre genügte eine Verdoppelung, um eine weltweite Rezession auszulösen. Die geringere Empfindlichkeit hängt u. a. mit gesteigerter Effizienz bei der Produktion zusammen. Dämpfend auf die Konjunktur wirken das seit Jahresmitte abgeschwächte Wachstum in den USA, die Überbewertung ihres Immobilienmarktes und die stark negative US-Leistungsbilanz. Das Defizit wird heuer mit 6,6 Prozent den höchsten je verbuchten Wert erreichen.[49]

Freitag, 29. Dezember[Bearbeiten]

  • Somalia: Im Kampf zwischen der Übergangsregierung und den Rebellentruppen der Islamisten greift die Armee Äthiopiens ein und erobert nach einigen Bombardierungen die somalische Hauptstadt Mogadischu. Die Rebellen - zu denen laut westlichen Berichten auch Kämpfer der Al-Qaida und anderer Terrorgruppen gehören - ziehen sich in den Süden zurück, während die international v. a. von den USA gestützte Übergangsregierung ihren Sitz wieder in die Hauptstadt verlegt. Sie kontrolliert formal wieder über die Hälfte der Landesfläche, während die nordöstlich gelegenen sezessionistischen Gebiete der Ogaden und in den Händen der anderen Bürgerkriegsparteien bleiben. In Mogadischu versuchen allerdings einige Clanchefs, sich wieder ihre früheren Machtbereiche zu sichern (siehe auch Siad Barre; dpa, orf).
  • Jemen: Somalische Bootsflüchtlinge werden von der Küstenwache des südarabischen Staates zum Abdrehen gezwungen. Einige stark überladene Boote werden sogar beschossen oder kentern bei den erzwungenen Manövern, etwa 200 Somalis kommen ums Leben. (Ö1/Reuter)
  • Bagdad: Im Irak verdichten sich Gerüchte, wonach das Todesurteil am früheren Diktator Saddam Hussein demnächst vollstreckt werden soll. Das Berufungsgericht hat am Dienstag das im November gefällte Urteil formal und inhaltlich bestätigt.
  • USA: Präsident George W. Bush soll von der baldigen Hinrichtung Saddams informiert sein. Er widerspricht der Erwartung, dass dadurch die Bombenanschläge im Irak bald zurückgehen, sieht sie aber als ersten Schritt zur demokratischen Normalisierung. Die wegen des irakischen Bürgerkriegs künftig geänderte US-Strategie wird er jedoch erst im Januar 2007 der Öffentlichkeit darlegen.
  • Weißrussland: Im Zuge des an Heftigkeit zunehmenden Gasstreits mit dem russischen Energiekonzern Gazprom erhöht Russland seine Preisforderung auf 200 Dollar pro 1000 m³ Erdgas und droht ab 2. Januar einen Lieferboykott an. Die weißrussische Regierung lässt verlauten, sie würde bei einem solchen Lieferstopp den Gastransit nach Westeuropa unterbrechen.
  • Washington, D.C.: Der am 27. Dezember verstorbene frühere US-Präsident Gerald Ford wird im Kapitol aufgebahrt. Die Regierung erklärt den 2. Januar zum nationalen Trauertag.[50]
  • Großbritannien: In verschiedenen Landesteilen werden vier mutmaßliche Kriegsverbrecher aus den Zeiten des Bürgerkriegs in Ruanda (1994) festgenommen, deren Auslieferung Ruanda beantragt hatte. Weitere Festnahmen dürften bevorstehen.[51]
  • Österreich, Schweiz: Das Rote Kreuz meldet, dass in den Alpenländern zurzeit zahlreiche Skiunfälle schwerer ausfallen als in den Vorjahren. Schuld sei u. a. der Schneemangel in den Sturzräumen seitlich der Skipisten, außerdem sei der vielfach aufgebrachte Kunstschnee härter als seine natürliche Form.

Samstag, 30. Dezember[Bearbeiten]

  • Bagdad: Saddam Hussein wird in Bagdad kurz nach 4 Uhr MEZ exekutiert. In einem Prozess um das Massaker von Dudschail war der irakische Ex-Diktator am 5. November 2006 zum Tode durch den Strang verurteilt worden. US-Präsident George W. Bush feiert die Nachricht von der Hinrichtung als Meilenstein der Demokratie im Irak, während die Staaten der EU fast ausnahmslos die Vollstreckung als ebenso barbarische Menschenrechtsverletzung beurteilen wie die von Saddam zu verantwortenden Massaker.[52][53]
  • Madrid/Spanien: In einem mehrstöckigen Parkhaus des Flughafens von Madrid bringt die spanische Polizei nach Hinweisen der ETA eine größere Autobombe zur Explosion. 25 Menschen werden verletzt, zwei Menschen werden vermisst. Die ETA beendet damit die vereinbarte Waffenruhe.

Sonntag, 31. Dezember[Bearbeiten]

  • Paris/Frankreich: Nach einer Bilanz der Hilfsorganisation Reporter ohne Grenzen ist das Jahr 2006 insgesamt eines der gefährlichsten Jahre für Journalisten seit Beginn ihrer Erhebung: In 21 Ländern wurden 81 Medienvertreter in Ausübung ihres Berufes getötet. Außerdem wurden 56 Reporter Opfer von Entführungen, in erster Linie im Irak und im Gazastreifen. Darüber hinaus kamen 32 Mitarbeiter von Medienvertretern (Fahrer, Übersetzer und Techniker) bei ihrer unterstützenden Arbeit ums Leben. Dabei war der Irak erwartungsgemäß zum vierten Mal hintereinander das gefährlichste Land für Journalisten mit 64 Opfern, gefolgt von Mexiko mit neun und den Philippinen mit sechs Toten.[54]
  • Udscha: Der einen Tag zuvor gehängte Saddam Hussein wird in seiner Heimatstadt im engsten Familienkreis beigesetzt. Währenddessen mehren sich die internationalen Stimmen, welche die Hinrichtung verurteilen, da sie Unrecht mit Unrecht vergelten würde und Saddam in der islamischen Welt nur zum Märtyrer verkläre. Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden Aufstand der Sunniten bestätigten bis dato nicht.[55]
José Luis Rodríguez Zapatero
  • Madrid/Spanien: In Spanien demonstrieren Tausende gegen die ETA und die Politik der Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero nach dem Bombenanschlag vom Vortag. Bei den zwei vermissten Männern handelt es sich um zwei Ecuadorianer, die in ihren Wagen geschlafen hatten und somit von der Detonation überrascht wurden. Die Regierung bricht die Gespräche mit der ETA ab.[56]
  • Brüssel/Europäische Union: Mit dem Beitritt von Bulgarien und Rumänien um 23 Uhr MEZ wird die Europäische Union auf 27 Mitgliedsstaaten erweitert.[57]
  • Sankt Pölten/Österreich: Innenministerin Liese Prokop stirbt überraschend an den Folgen eines Risses der Aorta während des Transports von ihrem Heimatort Annaberg zum Krankenhaus Lilienfeld. Als die Politikerin das Bewusstsein verliert, die notärztlichen Sofortmaßnahmen keine Wirkung zeigen, wird der Transport nach St. Pölten umgeleitet, wo nur noch ihr Tod festgestellt werden kann. Der Tod Prokops löste in Österreich allgemeine Betroffenheit aus. Die Politiker aller Parteien würdigen die Verstorbene als „sozial, warmherzig und menschlich“.[58]

Belege[Bearbeiten]

  1. www.welt.de - Die Welt
  2. www.netzeitung.de, www.tagesschau.de (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  3. permanent.nouvelobs.com und www.avmaroc.com
  4. www.dw-world.de
  5. www.orf.at
  6. www.dw-world.de
  7. Die Welt: Niederländische Srebrenica- Einheit ausgezeichnet
  8. US Condemns Fiji Coup, Suspends Military Aid
  9. www.an-online.de
  10. www.heise.de
  11. www.verivox.de
  12. Ausnahmezustand auf den Fidschi-Inseln u. www.20min.ch
  13. Recommendations of the Iraq Study Group u. derstandard.at
  14. www.dw-world.de
    Rainer Kayser: Rückkehr zum Mond. US–Weltraumbehörde plant bemannte Station. In: Der Tagesspiegel. 6. Dezember 2006, abgerufen am 18. Februar 2011.
  15. A. Passenheim und D. Donnebaum: Raumfahrt: Lava-Tunnel als Basis für künftige Mond-Stationen, welt.de, 28. Januar 2010, Zugriff am 17. April 2012
  16. www.nachrichten.ch
  17. Wenn das Heizen zum Luxus wird
  18. news.orf.at u. AK will Grundsicherung, die Armut beseitigt.
  19. www.spiegel.de
  20. www.dw-world.de
  21. www.manager-magazin.de
  22. TÜRKEI-BEITRITT „Reicht nicht“, Offener Streit um die Türkei – Kauder weist Steinmeiers Ratschläge an die Kanzlerin zurück / Auch EU in Zypernfrage uneins (Version vom 11. Dezember 2006 im Internet Archive) auf www.tagesspiegel.de
  23. wien.orf.at u. www.concordia.co.at (Version vom 3. Mai 2007 im Internet Archive)
  24. www.dw-world.de
  25. www.rp-online.de
  26. derstandard.at
  27. www.nzz.ch
  28. Ban Ki-Moon Sworn in as UN Secretary-General
  29. BAWAG being sold to Cerberus for $3.4 billion
  30. www.volksblatt.at u. [3] derstandard.at
  31. www.msnbc.msn.com
  32. www.vol.at
  33. www.baz.ch (Version vom 27. September 2007 im Internet Archive)
  34. Chronology of Suffolk prostitute killings u. www.n-tv.de
  35. www.abendblatt.de
  36. tagesschau.de (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[4] [5] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  37. www.pr-inside.com
  38. Krankenkassen erhöhen reihenweise Beiträge handelsblatt.com
  39. Red Bull TV startet in Salzburg – Red-Bull-Boss steigt via Satellit europaweit in Fernseh-Markt ein
  40. Villepin subit le contrecoup de l'affaire Clearstream
  41. www.zeit.de
  42. www.netzeitung.de
  43. www.netzeitung.de
  44. www.dw-world.de
  45. 2 schwere Erdbeben vor der Südküste Taiwans
  46. www.focus.de (Version vom 23. Januar 2007 im Internet Archive)
  47. www.rp-online.de
  48. a b www.dieneueepoche.com
  49. www.wienerzeitung.at
  50. www.dw-world.de
  51. derstandard.at
  52. Saddam Hussein read, gardened, fed birds in custody today.reuters.com
  53. www.dw-world.de
  54. www.zeit.de Die Zeit
  55. www.nzz.ch
  56. www.welt.de
  57. www.tagesschau.de (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[6] [7] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  58. www.tirol.com (Version vom 28. September 2007 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dezember 2006 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien