Diamalt

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Diamalt
Rechtsform AG
Gründung 1902
Auflösung 1984
Sitz München, Augsburg
Branche Nahrungsmittelbranche

Diamalt ist die Bezeichnung des ersten im deutschsprachigen Raum entwickelten Backmalzextraktes und der für dessen Herstellung und Vertrieb gegründeten Diamalt AG mit Sitz in München und Augsburg.[1][2]

Die Schering AG übernahm 1979 ein Beteiligungspaket an der Diamalt AG von über 50 %.[3] Wenige Jahre später folgte ein Management-Buy-out. Heute ist Diamalt eine Marke der Firma BakeMark, In der Schweiz ist die Hefe AG Generalvertreter für die Marke Diamalt.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kesselhaus auf dem Diamaltgelände in Allach-Untermenzing wurde 1915/16 erbaut
Das Kesselhaus zu Beginn seiner Sanierung 2012
  • 1901 Diamalt, ein flüssiges diastatisches Backmittel für Hefeteige, wird von der Wiener Malzfabrik Hauser & Sobotka (heute: STAMAG Stadlauer Malzfabrik GesmbH) erfunden[5], die kurz darauf patentiert wird (DRP 148844).[1] Sie verkaufen am 24. September 1901 das erste Diamalt in einer Weithalsflasche aus Steingut.[6]
  • 1902 Gründung der Deutschen Diamalt GmbH[6]
  • 1905 Umwandlung der Deutschen Diamalt GmbH in die Diamalt AG[6]
  • 1905 Gründung der British Diamalt Comp.[6]
  • 1906 Gründung der American Diamalt Comp.[6]
  • 1909 Gründung der Diamalteria Italiana[6]
  • 1911 Gründung der Compagnie Francaise du Diamalt[6]
  • 1911 Fusion der Deutschen Diamalt GmbH und der Bayrischen Konservenfabrik Ludwig Graf GmbH zur Diamalt AG
  • 1979 Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung durch die Schering AG[3]
  • 1984 Eingliederung in die Schering AG
  • 1990 Schering gibt die Diamalt AG als Management-Buy-out ab. Zu dem Zeitpunkt hat Diamalt 600 Mitarbeiter und 175 Mio. DM Umsatz.[7][8]
  • 1993 Meistermarken übernimmt die Diamalt Backmittel GmbH & Co. KG[9]
  • 1996 Fusion mit der Ulmer Spatz zur Ulmer Spatz Diamalt Vertriebsgesellschaft für Backmittel mbH[9]

Produktpalette der Diamalt AG[Bearbeiten]

Reklamemarke der Diamalt AG

Zur Produktpalette der Diamalt AG zählten unter anderem Backhilfsmittel, Malzpäparate, Suppenwürze, Saucenpräparate, Zuckerwaren, Pralinen und Desserts.

Diamalt Werksgelände in Allach-Untermenzing[Bearbeiten]

Das ehemalige Diamalt Werksgelände im Münchner Stadtteil Allach-Untermenzing umfasst eine Fläche von über acht Hektar[10] und wurde bis ca. 1994 genutzt. Einige der heute noch existierenden Fabrikgebäude, wie z.B. der Diamalt-Turm oder das Kesselhaus, stehen unter Denkmalschutz. Bis heute sind das Gelände und die wenigen verbliebenen Gebäude ungenutzt.

Für die unbebauten Flächen des Werksgeländes war die Nutzung durch einen Baumarkt geplant. Der dazu bereits unterzeichnete Mietvertrag wurde jedoch 2005 aufgelöst, da sich die Ausarbeitung des Bebauungsplans durch das Planungsreferat verzögerte[11].

Der momentane Eigentümer des Geländes (Stand Juni 2009), die DCM Real Estate Management GmbH plant unter anderem die Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude für eine spätere Nutzung als Büro- und Gewerbeobjekte[12].

Seit Mitte 2002 wurde die Villa im Nordwesten des Geländes wieder bewohnbar gemacht. Sie steht ebenso wie der Brunnen in der Umgebungsmauer unter Denkmalschutz.[13] Seit Anfang 2010 ist das Kernstück des Diamalt Werksgeländes, das sogenannte Kesselhaus, verkauft. Dieses Gebäude wird nunmehr restauriert und der Nutzung durch ein Wohn- und Arbeitskonzept zugeführt. Das Gebäude befindet sich in Privatbesitz. Im August 2010 beginnen die Arbeiten mit der Sanierung des Schornsteins und der Entfernung der Altlasten.

Die Nutzung des restlichen Geländes ist immer noch ungeklärt. So fordern Politiker seit Längerem eine Änderung des Bebauungsplans, um auch Wohnbebauung zu ermöglichen.[14] Hierzu sind auch Anträge im Münchner Stadtrat eingegangen.[15] Ein Beschluss des Stadtrates zur Nutzung des Geländes auch zu wohnwirtschaftlichen Zwecken ist inzwischen gefasst worden.

Seit 2012 wurde das Gelände durch einen Privatinvestor umfangreich saniert und dient seit 2014 als Wohn- und Geschäftsgebäude.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Diamalt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Informationszentrale für Backmittel und Backgrundstoffe zur Herstellung von Brot und Feinen Backwaren e.V.: Die Geschichte der Backmittel, S. 4,
  2. Diamalt Infos auf Aktiensammler.de
  3. a b  Schering übernahm Diamalt-Mehrheit. In: Hamburger Abendblatt. 4. Januar 1979, S. 22 (Online).
  4. Hefe AG: Diamalt
  5. STAMAG: Die Firmengeschichte der STAMAG Stadlauer Malzfabrik GesmbH
  6. a b c d e f g Stadlauer Malzfabrik AG: Firmengeschichte
  7. The Alacra Store : Investor Group acquires Diamalt AG(Schering AG) from Bayer AG through a leveraged buyout, 31. Januar 1991
  8. ICIS: Schering sells Diamalt business, 31. Dezember 1990
  9. a b BakeMark Deutschland: Diamalt: Start mit diastatischem Malzextrakt
  10. Der städtische Plan für das Diamalt-Gelände
  11. Stadt lässt Vertrag mit Baumarkt platzen
  12. Dienstleistungscenter München-Allach (Version vom 26. März 2011 im Internet Archive)
  13. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege; Aktennummer D-1-62-000-2124
  14. Änderung des Bebauungsplans für das Diamaltgelände
  15. StR-Antrags-Nummer: 08-14 / A 00863

48.19598811.463616Koordinaten: 48° 11′ 46″ N, 11° 27′ 49″ O