Diamond Aircraft
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Diamond Aircraft ist der einzige österreichische Flugzeughersteller. Der Firmensitz ist in der niederösterreichischen Stadt Wiener Neustadt.
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[Bearbeiten] Geschichtliches
Die Firma wurde 1981 von Wolf Hoffmann als Hoffmann Flugzeugbau in Friesach, Kärnten gegründet. Sie produzierte zuerst den Reisemotorsegler H36 Dimona.
1987 erfolgte der Umzug nach Wiener Neustadt und die Weiterentwicklung des Motorseglers zur HK36 "Super Dimona".
Nach mehreren Änderungen der Besitzverhältnisse ist die Firma seit 1991 im Besitz des gebürtigen Deutschen Christian Dries. Aufbauend auf den Motorsegler wurden nun immer größere Motorflugzeuge gebaut: zuerst die zweiplätzige DA20 Katana, dann die vierplätzige DA40, dann die zweimotorige DA42, und zur Zeit (2008) ist ein einstrahliger Kleinjet in der Entwicklung. Bis 2005 wurden insgesamt mehr als 3.500 Flugzeuge hergestellt. Es sind mehr als 1200 Mitarbeiter weltweit beschäftigt, davon 580 im Produktionswerk in Wiener Neustadt in Österreich, 350 in London (Ontario), Kanada, weitere in den Vertretungen/Wartungswerften Egelsbach, Deutschland; Gamston, England und seit 2006 im Zweigwerk China. Sie ist damit die drittgrößte Firma der Welt, die sich auf die Produktion einmotoriger Leichtflugzeuge spezialisiert hat.
Diamond Aircraft ist außerdem Betreiber des Flugplatzes Wiener Neustadt/Ost
[Bearbeiten] Aktuelle Schwierigkeiten
Die Firma Diamond geriet durch die Insolvenz[1] des einzigen Motorenlieferanten für Dieselmotoren, Thielert, in starke Schwierigkeiten. Die Zulassung der neuen Eigenentwicklung AE300 dürfte für Diamond ein wichtiges Ereignis für das zukünftige Bestehen sein. Dennoch werden in diesem Jahr (2009) wohl nur 130 Flugzeuge das Werk verlassen (im Gegensatz zu 370 in den Vorjahren). Insgesamt stehen gerade 180 Arbeitsplätze (140 bei Diamond, 40 bei Austro Air) auf wackeligen Beinen[2].
[Bearbeiten] Modellpalette
Diamond Aircraft stellt ein- und zweimotorige Kleinflugzeuge mit 2 bis 5 Sitzplätzen her.
Derzeit (2007) sind fünf verschiedene Modelle in Produktion:
- Diamond HK36 "Super Dimona" als Hochleistungs-Motorsegler
- Diamond DA20 "Katana" als zweisitziges Kleinflugzeug
- Diamond DA40 "Diamond Star" als viersitziges Kleinflugzeug
- Diamond DA42 "Twin Star" als zweimotoriges Flugzeug mit vier Sitzplätzen.
- Diamond DA50 "Super Star" als fünfsitziges Kleinflugzeug (Erstflug 4. April 2007[3])
Am Beginn der Serienfertigung befindet sich der D-JET, ein einstrahliger Geschäftsreise-Jet (erfolgreicher Erstflug am 18. April 2006), der mit einem angestrebeten Verkaufspreis von etwa einer Million Dollar der mit großem Abstand billigste verfügbare Jet werden soll.
[Bearbeiten] Besondere Merkmale
[Bearbeiten] Faserverstärkter Kunststoff
Das Besondere der Flugzeuge von Diamond Aircraft ist die Verwendung von faserverstärktem Kunststoff zum Bau der Struktur. Dieser Werkstoff besitzt gegenüber den klassischen Flugzeugbaustoffen (Holz, Metall) die Vorteile höchster Oberflächengüte und hoher Festigkeit bei gleichzeitig geringem Gewicht.
[Bearbeiten] Dieselmotoren
Eine weitere Besonderheit der Flugzeuge von Diamond Aircraft ist die Verfügbarkeit von Dieselmotoren der Thielert AG anstatt herkömmlichen Flugmotoren. Durch geringen Verbrauch des günstigeren Diesel- oder Jet-A1-Kraftstoffes ermöglichen diese Motoren niedrigere Betriebskosten der damit ausgestatteten Flugzeuge. Mittlerweile entwickelt Diamond unter dem Namen 'Austro Engine' eigene Dieseltriebwerke, die zukünftig anstelle der Thielert-Diesel eingesetzt werden sollen. Der erste Motor AE300 wurde im Januar durch die EASA zugelassen[4].
[Bearbeiten] Diamond Engines Wankelmotoren
Diamond Engines ehemals Midwest Engines stellt Wankelmotoren für Klapptriebwerke und zum Antrieb des Schiebel Camcopter S-100 her. Außerdem befindet sich ein Zweischeiben-Wankelmotor für die Katana DA20 in der Erprobung.
[Bearbeiten] Handling durch Piloten
Die Diamond-Flugzeugpalette gilt unter Privatfliegern, insbesondere unter Flugschülern, als besonders bedienungs- und landefreundlich. So erfordert die "Einhebel-Bedienung" bei Dieselmotoren weniger Arbeitsschritte für Piloten und lässt daher mehr Konzentration auf das eigentliche Fluggeschehen zu. Weiterhin sind in der DA40 (optional) und DA42 (Standard) innovative Glascockpits neuester Generation (Garmin G1000) erhältlich, die den Funktionsumfang eines Airliner-Cockpits in den Bereich der Kleinflugzeuge übertragen.
[Bearbeiten] Rekordflug
Um die Wirtschaftlichkeit ihrer Flugzeuge zu demonstrieren, hat die Firma Diamond am 16. August 2004 eine zweimotorige DA42 Twin Star einen Nonstop-Transatlantikflug absolvieren lassen.
Dieser Flug war weltweit der erste Nonstop-Transatlantikflug eines mit Dieselmotoren angetriebenen Flugzeugs in der Allgemeinen Luftfahrt.
Die Gesamtdistanz von St. John’s, Neufundland nach Porto in Portugal betrug dabei 1.900 nm (3.518 km). Der Pilot Gerard Guillaumaud flog mit einer Motorleistung von 42% und erzielte eine durchschnittliche Geschwindigkeit über Grund von 152 kts (281,5 km/h); der gesamte Flug dauerte 12 Stunden und 30 Minuten, es wurden 272 Liter Dieselkraftstoff verbraucht.
[Bearbeiten] Eine Dimona als erstes Flugzeug mit einer Brennstoffzelle als Kraftquelle
Am 3. März 2008 betrieb Boeing zum ersten mal ein kleines Flugzeug eine Dimona von Diamond Aircraft aus Österreich mit einem Hybridantrieb Elektromotor mit Lithium-Ionen-Batterie und Brennstoffzelle. Nach dem Aufstieg mit beiden Energiequellen auf 1000 Meter Höhe, wurde die Batterie abgetrennt und der Pilot flog die ersten 20 Minuten der Fluggeschichte mit Brennstoffzelle. Entwickelt wurde der Antrieb von Boeing Research & Technology Europe (BR&TE) in Madrid mit europäischen Industriepartnern.[5]
[Bearbeiten] Diamond Airborne Sensing
Ein Tochterunternehmen von Diamond Aircraft beschäftigt sich mit dem Einsatz von Diamond-Flugzeugen zu Überwachungs- Beobachtungs oder Laserscanningzwecken. Diamond Airborne Sensing ist genauso wie der Mutterkonzern in Wiener Neustadt am LOAN Flugplatz angesiedelt.
Diamond Airborne Sensing rüstet beispielsweise die Diamond DA42 mit Kameras aus. Bilder können über Satelliten an die entsprechenden Bodenstationen übertragen werden. Dieses System wird beispielsweise zur Waldbrandbeobachtung eingesetzt und kann den Einsatz von Löschflugzeugen effektiver gestalten. Die DA42 MPP kann Flugzeiten von bis zu 13 Stunden ohne Tanken erreichen.
[Bearbeiten] Einzelnachweis
- ↑ Reuters Meldung: Thielert insolvent
- ↑ Land Niederösterreich hilft Diamond Aircraft
- ↑ http://www.diamond-air.at/news_detail+M52dbb48a876.html
- ↑ Aerokurier Bericht
- ↑ http://www.boeing.com/news/releases/2008/q2/080403a_nr.html

