Diana Pinto

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Diana Pinto (* 1949) ist eine in Paris lebende Historikerin und Schriftstellerin. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehört die Entwicklung der jüdischen Gemeinschaft in Ost- und Westeuropa nach dem Wendejahr 1989.

Sie ist verheiratet mit dem französischen Politikwissenschaftler, Autor und Publizisten Dominique Moïsi und hat zwei Söhne.

Leben[Bearbeiten]

Diana Pinto entstammt einem italienisch-jüdischen Elternhaus. Sie studierte an der Harvard University und wurde dort zum PhD im Fach Europäische Zeitgeschichte (Contemporary European History) promoviert.

In den Neunzigerjahren beteiligte sie sich als Beraterin des Europarates an der Entwicklung von Programmen zur Förderung der Zivilgesellschaft in Ost- und Südosteuropa sowie auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion.

Diana Pinto war unter anderem Fulbright-Stipendiatin und Fellow am „American Council of Learned Societies“, am Collegium Budapest und am Einstein Forum in Potsdam. Sie gehört dem Vorstand des Londoner „Institute for Jewish Policy Research (JPR)“ an[1] und ist Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations.

Wissenschaftliches und schriftstellerisches Werk[Bearbeiten]

Das Werk von Diana Pinto umfasst zahlreiche Veröffentlichungen über transatlantische Themen, italienische und französische Politik sowie jüdisches Leben in Deutschland und Europa seit dem Ende des Kalten Krieges. In ihrem autobiographischen Buch Entre deux mondes (Zwischen zwei Welten) behandelt sie die Frage, wie individuelle Identität im Spannungsfeld unterschiedlicher Kulturen sich entfalten und gelebt werden kann.

International bekannt wurde sie mit der 1996 veröffentlichten[2], bis heute debattierten[3] These, durch das Zusammenwachsen Europas nach dem Ende des Kalten Krieges könne ein europäisches Judentum (wieder) erstehen, das neben dem israelischen und dem US-amerikanischen Judentum möglicherweise „the third pillar of a world Jewish identity“ (die dritte Säule einer globalen jüdischen Identität) bilden werde.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Contemporary Italian Sociology. A Reader. Cambridge University Press, Cambridge 1981, ISBN 0-521-23738-6
  • Entre deux mondes. Édition Odile Jacob, Paris 1991, ISBN 2-7381-0132-1
  • Israël a déménagé. Editions Stock, Paris 2012, ISBN 978-2-234-07321-0 (deutsch 2013 bei Suhrkamp: Israel ist umgezogen)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe Website JPR Board of Directors.
  2. A new Jewish identity for post-1989 Europe, JPR policy paper 1/1996.
  3. Siehe Judentum in Europa heute, Deutschlandradio Kultur, 7. Mai 2010. Ferner Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Deutsch-Jüdischer Dialog 1992-2002, Gütersloh 2003 (ISBN 3-89204-737-5), S. 26-31.