Diaspor
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| Diaspor | |
| Diaspor aus Slowenien | |
| Chemische Formel | AlO(OH) |
| Mineralklasse | Hydroxide und oxidische Hydrate 4.FD.10 (8. Aufl. IV/F.6-10) (nach Strunz) 6.1.1.1 (nach Dana) |
| Kristallsystem | orthorhombisch |
| Kristallklasse | dipyramidal ![]() |
| Farbe | farblos, weiß, weingelb, rosa, rötlich, violett, grau |
| Strichfarbe | weiß |
| Mohshärte | 6,5 bis 7 |
| Dichte (g/cm³) | 3,3 bis 3,5 |
| Glanz | Glasglanz, Perlmuttglanz |
| Transparenz | durchsichtig bis durchscheinend |
| Bruch | muschelig, sehr spröde |
| Spaltbarkeit | vollkommen |
| Habitus | tafelige Kristalle; blättrige, körnige oder massige Aggregate |
| Häufige Kristallflächen | |
| Zwillingsbildung | nach {021} |
| Kristalloptik | |
| Brechzahl | α = 1,682 bis 1,706 ; β = 1,705 bis 1,725 ; γ = 1,730 bis 1.752 [1] |
| Doppelbrechung (optische Orientierung) |
δ = 0,048 [1] ; zweiachsig positiv [2] |
| Winkel/Dispersion der optischen Achsen |
2vz ~ 84° bis 86° |
| Pleochroismus | deutlich: farblos - farblos oder schwach rot - schwach blau oder rotbraun |
| Weitere Eigenschaften | |
| Radioaktivität | nicht radioaktiv |
| Magnetismus | nicht magnetisch |
Diaspor (auch Diasporit) ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide und Hydroxide und darin zur Abteilung der Hydroxide und oxidischen Hydrate. Hierin ist es das namensgebende Mineral einer Gruppe von Mineralen mit gleicher Struktur aber unterschiedlicher Zusammensetzung (Diaspor-Gruppe). Zu dieser Gruppe gehören neben Diaspor noch Bracewellit, Goethit, Groutit, Guyanait, Montroseit und Tsumgallit.
Diaspor kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung AlO(OH) und entwickelt meist blättrige, körnige oder massige Aggregate, aber auch kleine, fein gestreifte Kristalle bis etwa 12 cm Größe in breiten Säulen mit vorherrschend entwickelter Längsfläche. Diaspor ist dimorph mit Böhmit [3].
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Besondere Eigenschaften
Reiner Diaspor ist farblos. Er kann aber durch Fremdbeimengungen weiß bis grau, gelb, rosa, grün, rötlich bis violett oder bräunlich gefärbt sein. Seine Mohshärte beträgt 6,5 bis 7 und seine Dichte 3,3 bis 3,5 g/cm³. Diaspor zeigt deutlichen Pleochroismus, das heißt er erscheint farblos in Richtung x-Achse, farblos oder schwach rot in Richtung y-Achse und schwach blau oder schwach rot in Richtung z-Achse.
Chemisch besteht Diaspor wesentlich aus Aluminiumhydroxid Al2O2(OH)2 oder AlO(OH), mit 85,02 % Tonerde und 14,98 % Wasser und Beimengungen von etwas Eisenoxid. Er wird mit Cobaltlösung blau, Säuren lösen in nicht und erst nach starkem Glühen wird er in Schwefelsäure löslich.
[Bearbeiten] Etymologie und Geschichte
Der Name Diaspor ist abgeleitet aus dem Griechischen διασπείρειυ und spielt auf die Eigenschaft des Minerals, beim Erhitzen vor dem Lötrohr sprühende Funken zu bilden.
Erstmals entdeckt und beschrieben wurde Dispor 1801 von René-Just Haüy.
[Bearbeiten] Bildung und Fundorte
Dispor bildet sich entweder hydrothermal oder metamorph aus aluminiumreichen Mineralen bzw. in aluminiumreichen Gesteinen. Begleitminerale sind unter anderem Pyrophyllit und Korund. Diaspor ist zudem ein Gemengeanteil von Bauxit.
Fundorte sind unter anderem Naxos und Ephesus (mit Schmirgel) in Griechenland, Schemnitz in Ungarn, Kossobrodskaja am Ural, Campolungo bei Faido (im Dolomit mit Korund) in der Schweiz, Greiner in Tirol (mit Cyanit), Menderess in der Türkei, Unionville , Chester/Massachusetts und Pennsylvania in den USA.
[Bearbeiten] Struktur
Diaspor kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem in der Raumgruppe Pbnm, den Gitterparametern a = 4,40 Å, b = 9,43 Å und c = 2,85 Å sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.
Sauerstoff und Hydroxylgruppe bilden eine hexagonal dichteste Kugelpackung mit Lücken auf den Oktaeder-Plätzen, die vom Aluminium ausgefüllt werden. In Richtung der c-Achse entstehen auf diese Weise lange Doppelketten aus AlO6-Oktaedern, die von Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden.
[Bearbeiten] Verwendung
Diaspor findet als Schleifmittel und Poliermittel Verwendung.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b MinDat - Diaspore (engl.)
- ↑ Webmineral - Diaspore (engl.)
- ↑ Mineraldatenblatt - Diaspore (PDF, engl.)
[Bearbeiten] Literatur
- Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0
- Martin Okrusch, Siegfried Matthes: Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. 7. Auflage. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 2005, ISBN 3-540-23812-3
- Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag 1978, ISBN 3-432-82986-8
[Bearbeiten] Weblinks
- Mineralienatlas:Diaspor (Wiki)


