Dich hab’ ich geliebt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel Dich hab’ ich geliebt
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1929
Länge 74 Minuten
Stab
Regie Rudolf Walther-Fein
Drehbuch Walter Reisch
Produktion Gabriel Levy für die Aafa-Film A.G. Berlin
Musik Werner Schmidt-Boelcke
Eduard May
Kamera Frederik Fuglsang
Paul Holzki[1]
Schnitt Hans Conradi
Besetzung

Dich hab’ ich geliebt ist ein früher deutscher Tonfilm aus dem Jahre 1929. Unter der Regie von Rudolf Walther-Fein übernahm Mady Christians die weibliche Hauptrolle.

Handlung[Bearbeiten]

Die Sängerin Inge Lund feiert bei einer Galapremiere einer neuen Operette einen großen Triumph. Überwältigt von diesem Erfolg, drängt sich Inges Bühnenpartner Otto Radney auf und wird nach einigen Gläschen Alkohol ihr neuer Geliebter. Doch als sie wenig später den Arzt Dr. Hubert Baumgart kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf in ihn. Beide heiraten, und die Sängerin gibt ihm zuliebe ihre Bühnenkarriere auf. Doch ihr frisch angetrauter Gatte hat bald nur noch wenig Zeit für sie, und so widmet sich Inge bald mit Hingebung ihrer kleinen Tochter Marie, genannt Mariechen.

Inge vermisst ihr altes Leben sehr, die Bühne, den Applaus und das Rampenlicht. Und so kommt eins zum anderen, als eines Tages Otto Radney in ihrer Stadt gastiert. Durch eine Indiskretion einer eifersüchtigen Kollegin entsteht das Gerücht, dass Inge die erloschene Beziehung zu ihrem ehemaligen Liebhaber wieder aufgefrischt habe. Als ihr Ehemann davon erfährt, verlangt er die Scheidung. Mariechen wird der vermeintlich ehebrecherischen Mutter entzogen und dem Vater zugesprochen.

Um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen, muss Inge wieder arbeiten und versucht, in ihrem alten Beruf erneut Fuß zu fassen. Doch ein neues Engagement zu finden, erweist sich als überaus schwierig. Und sie kann auch nicht mehr an die alten Erfolge von einst anschließen. Inges Rollen werden immer kleiner, und bald verschwindet sie als Ensemblemitglied im Chor. Als sie in der Stadt ihres Ex-Mannes gastiert, besucht Inge heimlich das ihr entzogene Kind Mariechen. Als Baumgart eine ergreifende Szene zwischen Mutter und Kind miterlebt, wird sein Herz erweicht, und er sucht die Versöhnung mit seiner Ex-Frau.

Produktion[Bearbeiten]

Der Film ist einzig aus einem Grund von filmhistorischer Bedeutung: Er gilt als der erste einhundertprozentige in Deutschland gedrehte, abendfüllende Tonspielfilm. Er ist somit, anders als alle zuvor in Deutschland gedrehten und aufgeführten abendfüllenden, deutschen Tonspielfilme, der erste Film, in dem sämtliche Dialoge zu hören sind.

Dich hab’ ich geliebt wurde am 22. November 1929 in zwei Berliner Kinos uraufgeführt

Die Überwachung des Tri-Ergon-Tonverfahrens der Tobis übernahm der Tonspezialist Dr. Guido Bagier.

Die Texte zu der Musik Werner Schmidt-Boelckes schrieb Bruno Balz. Die Filmbauten schufen Botho Höfer, Hans Minzloff und Erich Czerwonski.

Von dem Film wurde parallel auch eine französische Fassung unter dem Titel Mon amour hergestellt.

Dich hab’ ich geliebt war ein beachtlicher Kassenerfolg und wurde daher auch für den US-amerikanischen Markt interessant. Dort, in New York, lief er am 24. Januar 1930 unter dem Titel Because I Loved You an. Weitere Aufführungen gab es noch im selben Jahr in den Niederlanden, in Bulgarien und in Finnland.

Kritik[Bearbeiten]

Die zeitgenössische Kritik ging mit dem Film nicht eben gnädig um („…wenn auch die Tagespresse mit ihrem Lob mehr als zurückhaltend ist, weil sie auch hier immer noch die Eigengesetzlichkeit des Tonfilms und eine gute Klangtechnik vermißt“), wie Oskar Kalbus in Vom Werden deutscher Filmkunst zu berichten wusste.[2]

So urteilte beispielsweise der Berliner Börsen-Courier: „Erster Eindruck der Tonreproduktion: einfach scheußlich, aber dann allmählich gewöhnt man sich daran und zum Schluß hat einen die Handlung so in den Bann gezogen, dass man das Ganze sogar ganz nett findet. Störend ist es freilich, dass die Tonregie auf eine diskrete Musikuntermalung der Dialogszenen nicht glaubte verzichten zu dürfen. Des Weiteren fällt einem unangenehm auf, dass eine Reihe von Gesangseinlagen allzu deutlich ad hoc eingefügt sind, eben weil der Film jetzt auch singen kann. Man merkt die Absicht und man wird verstimmt... .“[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ulrich J. Klaus: Deutsche Tonfilme. 1. Band 1929/1930, S. 44, Berlin u. Berchtesgaden 1988, benennt Edoardo Lamberti als zweiten Kameramann
  2. Oskar Kalbus: Vom Werden deutscher Filmkunst. 2. Teil: Der Tonfilm, S. 12, Berlin 1935
  3. Berliner Börsen-Courier vom 24. November 1929

Weblinks[Bearbeiten]