Dichlordifluormethan

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Strukturformel
Struktur von Dichlordifluormethan
Allgemeines
Name Dichlordifluormethan
Andere Namen
  • Difluordichlormethan
  • R12
  • Freon-12
  • Frigen 12
  • CFC-12
Summenformel CCl2F2
CAS-Nummer 75-71-8
Kurzbeschreibung

farbloses, unbrennbares Gas mit ätherischem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 120,91 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Dichte

5,54 kg·m−3 (0 °C)[1]

Schmelzpunkt

−157,8 °C[1]

Siedepunkt

−29,8 °C[1]

Dampfdruck

570 kPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

schlecht in Wasser (300 mg·l−1)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
04 – Gasflasche 07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 280​‐​420
P: ?
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]
Umweltgefährlich
Umwelt-
gefährlich
(N)
R- und S-Sätze R: 59
S: 59​‐​9​‐​23
MAK

1000 ml·m−3[1]

Treibhauspotential

10900 (bezogen auf 100 Jahre) [3]

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−477,4 kJ/mol[4]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Dichlordifluormethan, auch R12, Freon-12, ist ein ungiftiges, farbloses, unbrennbares, reaktionsträges und verflüssigbares Gas. Es ist schwerer als Luft, in hohen Konzentrationen wirkt es erstickend.

Es wurde als Kältemittel und Treibgas in Sprühdosen eingesetzt, bis es durch die FCKW-Halon-Verbots-Verordnung verboten wurde. Chemisch gehört es zur Gruppe der FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) oder Freone. Es schädigt die Ozonschicht, falls es in die höhere Atmosphäre gelangt. Es hat ein Ozonabbaupotential (ODP) von 1 und wurde als Bezugssubstanz für das ODP festgelegt.[5]

Bei sehr hohen Temperaturen kann es mit bestimmten Materialien mit großer Oberfläche (wie Aluminiumspänen, Kalium, Zink oder Magnesium) auch zur Explosion kommen.

Herstellung und Verwendung[Bearbeiten]

Die Herstellung und Verwendung von FCKWs, wie auch R12, wurde 1987 im Montreal-Protokoll verboten, da diese Stoffe die schützende Ozonschicht zerstören. Lediglich Schwellenländern (z. B. auch China) wurde der Einsatz für den Eigenbedarf bis 2010 gestattet. Die Produktionsmengen von R12 in China übertrafen den Eigenbedarf deutlich, und R12 wurde auch in die EU importiert. Einfuhrverbote wurden dabei durch falsche Deklarationen umgangen.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Eintrag zu Dichlordifluormethan in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 14. September 2012 (JavaScript erforderlich)
  2. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  3. P. Forster, P., V. Ramaswamy et al.: Changes in Atmospheric Constituents and in Radiative Forcing. In: Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Cambridge University Press, Cambridge und New York 2007, S. 212, (PDF)
  4. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-19.
  5. Ozon-Abbaupotential. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 20. April 2011.
  6. Eco-Crimes – Verbrechen gegen die Natur, ARD, 2008.