Dickröhrlingsverwandte

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Dickröhrlingsverwandte
Kiefern-Steinpilz (Boletus pinophilus)

Kiefern-Steinpilz (Boletus pinophilus)

Systematik
Unterabteilung: Agaricomycotina
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Dickröhrlingsartige (Boletales)
Unterordnung: Boletineae
Familie: Dickröhrlingsverwandte
Wissenschaftlicher Name
Boletaceae
Chevall.

Dickröhrlingsverwandte (Boletaceae), kurz Röhrlinge, sind eine Familie der Abteilung der Ständerpilze (Basidiomycota) aus dem Reich der Pilze (Fungi). In Mitteleuropa sind in 15 Gattungen etwa 50 Arten verzeichnet. Zu den Dickröhrlingsverwandten zählen begehrte Speisepilze (Steinpilze, Rotkappen) und seltene Großpilze (Ochsen-Röhrling, Weinroter Purpur-Röhrling).

Merkmale[Bearbeiten]

Röhren eines Gallenröhrlings

Röhrlinge besitzen meist große, fleischige Fruchtkörper mit den namensgebenden Röhren auf der Unterseite des Huts. In dieser leicht ablösbaren, schwammigen Röhrenschicht werden die Sporen gebildet. Röhrlinge leben mehrheitlich in Symbiose mit den Wurzeln Höherer Pflanzen (meist Bäumen) (Mykorrhiza).

Unter den Dickröhrlingsverwandten gibt es viele gute Speisepilze wie Steinpilze und Maronen-Röhrlinge und nur sehr wenige ungenießbare oder giftige wie Gallenröhrlinge und Satans-Röhrlinge. Sie sind deshalb bei Sammlern sehr beliebt. Charakteristisch bei vielen Arten sind kräftige grünblaue Verfärbungen des Fleisches und der Röhren bei Druck oder Verletzung, die meist durch Derivate der Pulvinsäure verursacht werden.

Nach Ansicht einiger Autoren stellen die Strubbelkopfröhrlinge eine eigene Familie (Strobilomycetaceae) dar und sind nah verwandt mit den Röhrlingen (Boletaceae).[1] Bon zählt sie dagegen noch zu den Röhrlingsverwandten und ordnet sie in eine Unterfamilie Strobilomycetoidae ein.

Wichtige Gattungen[Bearbeiten]

In Mitteleuropa kommen Arten aus folgenden Gattungen vor:

Die einzige europäische Art der Gattung Strobilomyces ist der Gemeine Strubbelkopfröhrling (S. strobilaceus).

Die Schmierröhrlinge (Suillus) werden inzwischen abgetrennt und in die Familie Schmierröhrlingsverwandte (Suillaceae) gestellt.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Meinhard Moser: Pilze - Die Röhrlinge und Blätterpilze. In: Kleine Kryptogamenflora. 5. Auflage. 2, Teil b, Spektrum Akademischer Verlag, 1993, ISBN 978-3827408983 (533 Seiten).
  •  Marcel Bon: Pareys Buch der Pilze. 1. Auflage. Kosmos, Stuttgart 2005 (Originaltitel: The mushrooms and toadstools of Britain and Northwestern Europe, übersetzt von Till R. Lohmeyer), ISBN 978-3-440-09970-4 (362 Seiten; über 1500 Pilze Europas).

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1.  R.F.R. McNabb: The Strobylomycetaceae of New Zealand. In: New Zealand Journal of Botany. 5, 1967, S. 532-547 (Weblink).

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Boletaceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien