Diddl

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Diddl ist eine Cartoonfigur des Zeichners Thomas Goletz, die von der Depesche Vertrieb GmbH & Co. KG aus Geesthacht vertrieben wird.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten]

Am 24. August 1990 fertigte Goletz die erste Skizze von „Diddl“ an, damals noch als Känguru. Aus dem Känguru entwickelte sich in späteren Skizzen dann eine Springmaus. Die Diddl-Maus ist keine Comicfigur im engeren Sinne, da sie ihre ersten Auftritte nicht in Comics, Büchern oder Trickfilmen hatte, sondern ein Produkt, das ausschließlich für den Verkauf von Gebrauchsgegenständen erfunden wurde. Erstmals war sie 1991 auf einer 48-teiligen Postkartenserie zu sehen.[3] Später folgten weitere Produkte wie Blöcke, deren Blätter von Kindern, Jugendlichen und teils auch Erwachsenen gesammelt werden. Heute gibt es etwa tausend Produkte wie Plüschtiere, Sammelbilder, Kalender, Schulranzen, PC-Spiele, Bettwäsche, Buntstifte, Badeschaum, Hörspiele, Süßigkeiten, Lippenbalsam usw, die in 26 Länder exportiert werden.[4][5][6]

Die 1985 mit drei Mitarbeitern gegründete Depesche Vertriebsgesellschaft zog von Hamburg nach Geesthacht, beschäftigt heute rund 350 Angestellte, davon 220 in Geesthacht, und hat einen Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe. Zudem wird begleitend eine monatlich erscheinende Zeitschrift (Diddls Käseblatt) mit einer Auflage von 340.000 Exemplaren in drei Sprachen (deutsch, französisch und niederländisch) veröffentlicht, die von 2004 bis 2009 nur im Abonnement bei Depesche oder über die Händler von Diddl-Produkten beziehbar war. Seit 2009 ist sie wieder im Zeitschriftenhandel erhältlich.[7][2] Die Diddl-Produkte sind in 16 Sprachen erhältlich.[8]

Die Namen der weiteren im Laufe der Jahre von Thomas Goletz erfundenen Figuren, wie etwa die Maus Diddlina, Diddls Freundin, den Teddy Pimboli, den Hasen Mimihopps, die Schafe Wollywell und Vanillivi, den Raben Ackaturbo, das Pferd Galupy, Merksmir, Bibombl, Professor Diddldaddl Blubberpeng, Hampfdiddl Bogart, Milimits,Tiplitaps, Frog-Brothers, Simsaly, Diddluigi, Dimmdann, Lalunaly und Lolli Lovebear sollen vor allem eine jugendlichen Zielgruppe ansprechen.[3][9][10] Limitierte Auflagen machten die Produkte zudem zu einem beliebten Sammel- und Tauschobjekt.

2014 gab die Depesche Vertriebsgesellschaft bekannt, dass sie die Herstellung von Diddl-Produkten beendet.[11] Die Rechte gehen zurück an den Urheber Thomas Goletz. Von der Einstellung nicht betroffen ist die Zeitschrift Diddls Käseblatt, die vom Verlag Blue Ocean Entertainment verlegt wird.[12]

Erfolg[Bearbeiten]

Der weltweite Umsatz mit Diddl-Produkten betrug 2000 127 Mio. Euro, 2001 103 Mio. Euro und 2003 150  Mio. Euro.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diddl-Maus-Hersteller besucht La Novita in: Allgemeine Zeitung vom 9. März 2011
  2. a b Typisch Mädchen: Topmodels statt Diddl-Mäuse in: Bergedorfer Zeitung vom 13. April 2010
  3. a b Happy Birthday - Diddl ist 20 in: Kleine Zeitung vom 31. August 2010
  4. Unglaublich diddlig auf: Zeit Online von 1999
  5. Hungern für die Diddl-Maus in: Tagesspiegel vom 24. Mai 2003
  6. Die Diddl-Maus wird 20 Ein funkelfamoses Fest in: Süddeutsche Zeitung vom 24. August 2010
  7. Kinderzeitschriften: „Diddl“-Zeitschrift „Käseblatt“ wieder am Kiosk auf dwdl.de
  8. Happy Birthday, Diddl! in: Bergedorfer Zeitung vom 6. September 2010
  9. a b SPIELWAREN: Konkurrenz für Mickey in: Der Spiegel 2/2005 vom 10. Januar 2005
  10. Die Maus verjagen in: Tagesspiegel vom 27. November 2006
  11. Die Diddl-Maus aus Geesthacht ist Geschichte
  12. Diese Maus ist nicht zu fassen in [Allgemeine Sonntagszeitung] vom 22. Juni 2014