Die Achse des Guten

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Die Achse des Guten
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www.achgut.com/dadgdx
Beschreibung Blog
Sprachen Deutsch
Eigentümer Henryk M. Broder, Dirk Maxeiner und Michael Miersch
Erschienen 2004

Die Achse des Guten ist ein von den Publizisten Henryk M. Broder, Dirk Maxeiner und Michael Miersch betriebenes politisches Weblog.

Autoren[Bearbeiten]

Die Hauptautoren des täglich mehrfach aktualisierten Online-Tagebuchs sind, neben den Betreibern, Cora Stephan, Burkhard Müller-Ullrich, Ulrike Ackermann, Richard Wagner, Gideon Böss sowie Vera Lengsfeld, seit Anfang 2007 auch David Harnasch, Oliver Marc Hartwich, Benny Peiser und Fred Viebahn. Häufigere Gastautoren sind Ivo Bozic, Walter Schmidt, Gerd Buurmann, Claudio Casula, Gunnar Heinsohn, Wolfgang Röhl, Jennifer Nathalie Pyka, Wolfram Weimer, Oliver Jeges und der Comedian Vince Ebert. Mittlerweile nicht mehr aktive Autoren sind Tobias Kaufmann, Hannes Stein, Matthias Horx, der bis Mitte 2005 gelegentlich dort bloggte, und der im November 2006 aufgenommene Michael Holmes, dessen letzter Beitrag vom November 2007 von den drei Hauptautoren gelöscht wurde; darin hatte Holmes die Antifabewegung kritisiert und sich gegen ein Bündnis von Liberalen mit diesen seines Erachtens „80-%-Kommunisten“ ausgesprochen. Im August 2008 war auch der deutsche Journalist Alan Posener als Autor beigetreten. Nach Streitigkeiten mit den drei Betreibern schied Posener im Sommer 2009 wieder aus.[1] In ihrem Weblog verweisen die Autoren auch auf fremde Artikel, Blogbeiträge, Fernsehsendungen oder YouTube-Videos.

Von 2012 bis 2013 war Akif Pirinçci regelmäßiger Autor.[2] 2013 kam es mit Achseautor Tobias Kaufmann zu einem nach außen getragenen Konflikt und einer erregten Debatte um einen polarisierenden Blog-Eintrag von Pirinçci.[3]

Inhalt und politische Positionen[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Achse des Guten ist eine Analogie zu der von dem US-Präsidenten George W. Bush verbreiteten Bezeichnung Achse des Bösen für die der Terrorunterstützung verdächtigten Länder Nordkorea, Iran und Irak. Die Betreiber stellen sich damit auf die Seite der US-Außenpolitik nach den Anschlägen vom 11. September 2001, um damit eine „deutsche und europäische Mentalität der Zurückhaltung“ anzuprangern, die sie als „Gutmenschentum“ oder „Appeasement“ bezeichnen. Im Vordergrund stehen Themen wie Islamisierung, Antisemitismus und Antizionismus sowie Skepsis gegenüber dem menschlichen Einfluss auf die globalen Erwärmung.

Nach eigener Darstellung ist die politische Ausrichtung des Weblogs „liberal und prowestlich“.

Rezeption[Bearbeiten]

Lorenz Jäger kommentierte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Autoren des Weblogs hätten sich „die Anliegen der amerikanischen Neocons“ auf die Fahnen geschrieben. „Ziemlich rabiater Antiislamismus“ stehe neben zahlreichen klimaskeptischen Einlassungen.[4]

In einem Aufsatz zum Thema Islamfeindlichkeit stufte Sabine Schiffer Die Achse des Guten als „antiislamische“ Website ein.[5]

Der spätere Mitautor Hannes Stein charakterisierte Die Achse des Guten als Hauptakteur eines „liberalen Paralleluniversums“, das dem US-amerikanischen Neokonservatismus nahe stehe.[6]

Jörg Lau kritisierte auf der Website der deutschen Wochenzeitung Die Zeit einen Artikel Broders, in dem er „ein Abdriften in eine Ressentiment-Rhetorik“ zu finden glaubte: „Der Gegner ist schwul und ‚parasitäres Pack‘ – das ist eine rechtsextreme Rhetorik, die der Broder, den ich einmal kannte, einfach nur widerlich gefunden hätte.“[7]

Jens Jessen schrieb in der Zeit, die Achse des Guten habe sich als „Achse des Bösen“ erwiesen und wolle „den Westen in eine dem Islamismus analoge Hassposition emporpeitschen“.[8]

Sabine Pamperrien beschreibt den Blog in der Berliner Zeitung als „einflussreichsten deutschen Autorenblog“, dessen Autoren sich gegen „USA-Bashing, Kapitalismus-Kritik, Klima-Hysterie und falsche Toleranz gegenüber dem Islam“ wendeten.[9]

Für Volker Panzer, den Leiter des ZDF-„Nachtstudios“, ist Die Achse des Guten durchaus eine Empfehlung „mit gutem Gewissen“: „Da kann man sich richtig schön ärgern und manchmal sogar freuen“[10]

Kooperation mit dem Schweizer Wochenmagazin Die Weltwoche[Bearbeiten]

Die Achse des Guten pflegt seit Jahren eine enge Kooperation mit dem Schweizer Wochenmagazin Die Weltwoche. Die Die-Achse-des-Guten-Gründer Henryk M. Broder, Dirk Maxeiner und Michael Miersch sind gleichzeitig auch Weltwoche-Autoren. Ihre Die-Achse-des-Guten-Artikel werden seit langem auf einer hierfür eingerichteten Internetseite der Weltwoche präsentiert.[11] Ebenso wird auf der Seite der Achse des Guten auf Artikel der Weltwoche verwiesen.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Alan Posener zum Streit mit der Achse des Guten. In: Hiram7 Review. 18. Juli 2009
  2. Die Achse des Guten: Autoren
  3. Erhitzte Debatte im Netz, Radio Bremen online, Jochen Grabler mit einer Zusammenfassung. April 2013
  4. Lorenz Jäger: Klimaskeptiker: Die letzten Fortschrittsgläubigen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. Dezember 2009
  5. Sabine Schiffer: Grenzenloser Hass im Internet. Wie „islamkritische“ Aktivisten in Weblogs argumentieren. In: Thorsten Gerald Schneiders (Hrsg.): Islamfeindlichkeit. Wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-16257-7, S. 355.
  6. Hannes Stein: Amerikas Freunde und das Internet. In: Die Welt. 21. Mai 2005
  7. Jörg Lau: Die „Achse des Guten“ gegen schwule Parasiten. In: blog.zeit.de vom 24. Januar 2012.
  8. Jens Jessen: Der Streit um den Islam. In: Die Zeit, 4. Februar 201, Nr. 6. Abgerufen am 5. Januar 2014.
  9. Sabine Pamperrien: Gegenseitige Vorwürfe. In: Berliner Zeitung, 24. August 2009. Abgerufen am 5. Januar 2014.
  10. In: Da hilft kein Piratengedöns!, Interview in: Der Tagesspiegel, 6. Mai 2012
  11. Die Weltwoche: Neuste Artikel von der Achse des Guten
  12. Die Achse des Guten: Aktuelle Artikel der Weltwoche