Die Bürgschaft
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Die Bürgschaft ist eine Ballade von Friedrich Schiller aus dem Jahr 1798. Den Stoff dafür entnahm er der Erzählung Vom getreuen Halten eines Versprechens in der spätmittelalterlichen Exempelsammlung Gesta Romanorum, in der die Geschichte von Damon und Phintias erzählt wird.
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[Bearbeiten] Entstehung
Schiller schrieb am 4. September an Goethe:
„Ich bin neugierig, ob ich alle Hauptmotive, die in dem Stoffe lagen, glücklich herausgefunden habe. Denken Sie nach, ob Ihnen noch eins beyfällt, es ist dieß einer von den Fällen, wo man mit einer großen Deutlichkeit verfahren und beinahe nach Principien erfinden kann.[1]“
Als Schiller die Bürgschaft schrieb, waren seit dem Sturm auf die Bastille lediglich neun Jahre und seit der Enthauptung Ludwig XVI. fünf Jahre vergangen. Die Hinrichtung Georges Dantons und Maximilien de Robespierres lagen nur vier Jahre zurück.
Die Ballade beginnt mit einem gescheiterten Attentat auf einen Alleinherrscher, dessen Bösartigkeit Schiller betont. Schiller kannte übrigens die syrakusanischen Verhältnisse auch aus Platons Siebtem Brief und aus Christoph Martin Wielands 1767 veröffentlichten Roman Geschichte des Agathon.
[Bearbeiten] Versionen
In der ursprünglichen Version, die 1798 geschrieben und 1799 als Nationalausgabe veröffentlicht wurde, wird die Hauptperson als Möros bezeichnet. 1804 überarbeitete Schiller selbst sein Werk für die Prachtausgabe und ersetzte den Namen Möros durch Damon.
[Bearbeiten] Handlung
Die Ballade spielt in der Antike in der damals griechischen Polis Syrakus auf Sizilien (Magna Graecia). Nach einem fehlgeschlagenen Attentat des Möros (Nationalausgabe von 1799), respektive Damon (Prachtausgabe von 1804) wird dieser durch den Tyrannen Dionysios zum Tode verurteilt.
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- Zu Dionys dem Tyrannen schlich
Damon, den Dolch im Gewande,
Ihn schlugen die Häscher in Bande.
„Was wolltest du mit dem Dolche, sprich!“
Entgegnet ihm finster der Wüterich.
„Die Stadt vom Tyrannen befreien!“
„Das sollst du am Kreuze bereuen.“
- Zu Dionys dem Tyrannen schlich
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Ihm wird jedoch eine Frist zur Verheiratung seiner Schwester gewährt. Für seine pünktliche Rückkehr stellt er einen Freund zum Bürgen („Da lächelt der König mit arger List ...“).
Zur Überraschung des Tyrannen kehrt Damon nach einem dramatischen Weg tatsächlich in letzter Minute zurück, um den Freund auszulösen. Beschämt muss Dionysios den Wert der Treue anerkennen und bittet die Freunde darum, ihn in ihren Freundschaftsbund aufzunehmen.
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- Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn,
So nehmet auch mich zum Genossen an,
Ich sei, gewährt mir die Bitte,
In eurem Bunde der Dritte.
- Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn,
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[Bearbeiten] Vertonung
Franz Schubert vertonte die Bürgschaft zweimal, 1815 als Lied D 246 (das heißt im Deutschverzeichnis der Werke Schuberts die Nummer 246) mit einer Dauer von gut 16 Minuten und 1816 als Oper, doch aus unbekanntem Grund bricht das erhaltene Manuskript mitten im dritten Akt ab.
Die Bürgschaft wurde als „griechisches Heimatlied“ von dem niederbayrischen Musiker Fredl Fesl vertont.
Es gibt außerdem eine Version im Wienerischen, namens Der Guatsteher von Toni Krutisch.
Eine weitere Version ist im neuen Song der Wise Guys auf dem Album Frei! mit dem Titel Schiller erschienen. Ferenc Husta rezitiert dort die ersten beiden Strophen der Ballade.
[Bearbeiten] Literatur
- Karl Moritz: Deutsche Balladen. Analyse für den Deutschunterricht. Ferdinand Schöningh, Paderborn 1972, ISBN 3-506-72814-8.
- T. G. Waidelich: "August Mayers Bürgschaft im Verhältnis zu anderen musikdramatischen Adaptionen der Schiller-Ballade […]", in: Weber-Studien, Bd. 8, hrsg. von M. Gervink, F. Heidlberger u. F. Ziegler, Mainz, 2007, S. 15-36.
- Christine Martin: "Schuberts „Bürgschaften“. Epische und dramatische Tondichtung im Lied (D 245) und im Opernfragment (D 435)", in: Schubert-Jahrbuch 2003-2005 (= Bericht über das Schubert-Symposion Weimar 2005), hrsg. von Michael Kube, Duisburg 2007, S. 69-84.
- Vgl. auch die vier Endstrophen von Menno Aden (auf www.dresaden.de), die der Ballade erstmals ein realistisches Ende geben.
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Karl Hotz: „Gedichte aus sieben Jahrhunderten“
[Bearbeiten] Weblinks
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ZUM-Wiki: Die Bürgschaft – Ideen, Materialien und Informationen für Unterricht und Schule
Die Bürgschaft in gesprochener Form unter freier Lizenz?/i (4,36 MB, OGG)- Vertonung von Franz Schubert als MP3 unter freier Lizenz
- Der Text der Ballade mit Erläuterungen und Links
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