Die Beute (Zola)

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Titelseite der Erstausgabe

Die Beute (franz. La Curée) ist Émile Zolas zweiter Roman aus dem Rougon-Macquart-Zyklus. Er entstand 1871 - 1872 und stellt die neureiche Gesellschaft im 2. Kaiserreich dar.

Handlung[Bearbeiten]

Das Buch wird mit einer Szene erstaunlicher Opulenz eröffnet, die das luxuriöse Leben von Renée und Maxim darstellt. Im zweiten Kapitel setzt die Handlung vierzehn Jahre zuvor ein, an dem Punkt, an dem der Vorgängerroman Das Glück der Familie Rougon endet. Nach dem politischen Aufstieg von Eugene Rougon will sein jüngerer Bruder Aristide dessen Beispiel folgen. In "Das Glück der Familie Rougon" wird er als komisch wirkender Charakter dargestellt, der als ursprünglich republikanisch gesinnter Journalist, nach langem Schwanken, sich letztlich auf die Seite des Siegers stellt. Eugene erklärt sich bereit, seinen Bruder zu unterstützen, unter der Bedingung, dass dieser den durch seine frühere Tätigkeit belasteten Namen ablegt. Er nennt sich fortan Aristide Saccard. Eugene verschafft Aristide eine Anstellung im Stadtplanungsbüro im Hotel de Ville. Durch seine Arbeit erhält Aristide Zugang zu den Planungsunterlagen für den Umbau der Stadt, aus denen hervorgeht, welche Grundstücke gegen Entschädigung enteignet und welche im Wert steigen werden. Ihm fehlt jedoch das nötige Startkapital. Nach dem Tod seiner Frau heiratet Aristide die reiche Renée, die zu einer schnellen Heirat gezwungen ist, weil sie unverheiratet schwanger ist. Seinen älteren Sohn Maxime schickt Aristide auf ein Pariser Internat. Einige Jahre später verlässt Maxime die Schule und lernt seine Stiefmutter Renée kennen, die nur wenig älter ist als er. Im weiteren Handlungsverlauf werden politische und sexuelle Intrigen beschrieben. Aristide hat sein Glück gemacht, indem er Abrisshäuser vor der Enteignung erworben und mit fingierten Mietverträgen und mit Hilfe einiger Verbündeter die Abfindungen in die Höhe getrieben hat. Renée und Maxime beginnen eine Liebesbeziehung miteinander, die Aristide zunächst beargwöhnt, letztlich aber toleriert, weil seine Beziehung zu Renée hauptsächlich auf materieller Grundlage beruht. Saccard versucht, durch Betrug in den Besitz von Renées Elternhaus zu gelangen, das eine Wert von mehreren Millionen Franc hat. Der Roman endet mit einer Reihe bitterer Betrachtungen über die Heuchelei und Unmoral der neureichen Gesellschaft.

Ausgaben[Bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten]