Die Bibel – Josef

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Bibel – Josef
Originaltitel Joseph
Produktionsland USA,
Italien,
Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1995
Länge 178 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Roger Young
Drehbuch Lionel Chetwynd,
James Carrington (Vorlage)
Produktion Lorenzo Minoli,
Gerald Rafshoon
Musik Marco Frisina,
Ennio Morricone
Kamera Raffaele Mertes, A.I.C.
Schnitt Benjamin A. Weissman, A.C.E.
Besetzung

Die zweiteilige Bibelverfilmung Die Bibel – Josef ist der fünfte Teil der Reihe Die Bibel und nach „Die Bibel – Abraham“ der zweite Zweiteiler.

Handlung[Bearbeiten]

Teil 1[Bearbeiten]

Auf dem Sklavenmarkt von Auaris wird ein junger Mann an Potifar verkauft, den Oberaufseher der Leibwache Pharaos. Der neue Sklave wird auf dem Gut Potifars durch dessen Verwalter Ednan gedemütigt und erniedrigt. Dennoch kann er geschickt arbeiten, und – dies ist für Sklaven besonders – er kann lesen. Selbst die Frau Potifars beginnt sich für den jungen gutaussehenden Mann zu interessieren. Es stellt sich heraus, dass er Josef heißt, und aus dem Land Kanaan kommt. Was Josef jedoch in Potifars Augen auszeichnet, ist der Wille, nur einen Gott anzuerkennen, und sich nicht vor Ra zu verbeugen. Darum ernennt Potifar Josef zum Gutsverwalter und Ednans Assistenten.

Eines Tages – Josef ist gerade beim Baden – betritt Potifars Frau sein Zimmer. Diese hat sich in Josef verliebt, und möchte mit Josef Geschlechtsverkehr. Doch er weigert sich, Potifar zu verraten und entzieht sich den Avancen seiner Herrin. Als diese es einige Tage später erneut versucht, und Josef ebenfalls ablehnt, mit ihr zu schlafen, lässt sie noch am selben Tag Potifar rufen und bezichtigt Josef, sie vergewaltigt zu haben.

Doch Potifar, von Josefs Unschuld überzeugt, gewährt diesem die Möglichkeit, sich zu verteidigen. Josef beginnt, von seiner Vergangenheit zu erzählen.

Als Kind lagert der Stamm seines Vaters Jakob bei Sichem und wird von dessen König Hamor zu einem Fest eingeladen. Auf diesem Fest vergewaltigt der nach der Stadt benannte Fürst – Sichem – Josefs Halbschwester Dina. Jakob überlegt daraufhin eine Allianz mit den Sichemitern, und verlangt – auf Verlangen seiner Söhne, die schon ihre Rache planen – als Zeichen des guten Willens eine Beschneidung. Seine Söhne Simeon und Levi überfallen die Stadt und töten die Einwohner, die vom Wundfieber geschwächt sind. Jakobs Stamm wird darauf gezwungen, weiter zu ziehen. Auf der Straße nach Betlehem gebiert Rahel, Josefs Mutter, seinen Bruder Benjamin, stirbt jedoch nach dessen Geburt.

Neun Jahre später – Josef ist inzwischen Jugendlicher und muss mit seinen 10 ältesten Brüdern das Vieh hüten. Er beobachtet, wie seine Brüder Vieh schlachten, etwas, was ihr Vater verboten hat. Als Josef es Jakob erzählt, beginnt die Wut seiner Brüder zu keimen. Josef erhält von Jakob einen Rock, und das Versprechen, später Anführer des Stammes zu werden. Doch dies ist nur der Auftakt. Als er Träume hat, in denen nicht nur seine Brüder, sondern auch seine Eltern sich vor ihm verneigten, beginnt die Wut der Brüder in Hass auszuarten.

Einige Wochen später muss Josef zu seinen Brüdern aufs Feld. Nach Tagen der Sucherei findet er sie in der Nähe von Dothan. Diese haben längst den Plan gefasst, Josef zu ermorden. Bei seiner Ankunft packen sie ihn, stoßen ihn in eine Zisterne und überlassen den 17-Jährigen sich selbst. Am nächsten Tag passiert eine Karawane Ismael den Weideplatz. Die Brüder verkaufen Josef daraufhin an die Fremden. Jakob täuschen sie Josefs Tod vor.

Potifar hat genug gehört. Er lässt nicht, wie von seiner Frau gewünscht, Josef töten, sondern nur ins Gefängnis werfen.

Teil 2[Bearbeiten]

Sieben Jahre sind vergangen, seit Josef von Potifar ins Gefängnis geworfen wurde. Er hat sich, dank seines Talents, zum Gefängnisaufseher emporgearbeitet. Eines Tages werden zwei Gefangene, der Mundschenk und der Bäcker des Pharaos, in das Gefängnis gebracht. Potifar, bestrebt, Josef eines Tages wieder frei zu sehen, rät diesem, sich um die beiden zu kümmern, da nur einer den Armreif des Pharao gestohlen haben kann und der andere unschuldig ist. Dieser soll für Josef Fürsprache einlegen. Während der Mundschenk Josef wohlgesinnt ist, beginnt der Bäcker, Verachtung für Josef zu zeigen. Er hasst den Hebräer und demütigt ihn. Auch peitscht er Josef sogar aus, um sich so vor seinen Vorgesetzten zu profilieren.

In Kanaan hat Juda einen eigenen Stamm gegründet. Ihn, der einst den Vorschlag gemacht hat, Josef zu verkaufen, plagen Schuldgefühle. Doch muss er sich mit Problemen ganz anderer Natur beschäftigen. Seine Schwiegertochter Tamar ist schwanger, obwohl seine beiden älteren Söhne tot sind und sein jüngerer auch nicht mit ihr geschlafen hat. Er muss dem Gesetz Wort verleihen und plant, Tamar töten zu lassen. In der Nacht vor der Urteilsvollstreckung erscheint Tamar in Judas Zelt und zeigt ihr seinen Stab und sein Siegel. Nun fällt es ihm wie Schuppen von den Augen. In einer kanaanitischen Stadt hat er einst mit einer Prostituierten geschlafen und ihr als Entgelt ein Schaf versprochen. Als Pfand hat er ihr seinen Stab und sein Siegel überlassen. Die Frau kam jedoch nicht zum vereinbarten Treffpunkt. Diese Hure ist Tamar, die ein Kind wollte. Juda revidiert sein Vorhaben, Tamar zu töten, und schenkt ihr das Leben.

In Ägypten plagen den Mundschenk und den Bäcker Träume, die Josef auf Potifars Drängen hin deuten soll. Der Traum des Mundschenks bedeutet, dass er wieder bei Pharaos Hof eingesetzt wird, der Traum des Bäckers, dass er hingerichtet werden wird. Wie Josef es vorausgesagt hat, so geschieht es.

Der Pharao selbst hat auch Träume, die jedoch keiner seiner Priester und Astrologen deuten kann. Der Mundschenk erzählt dem Herrscher Ägyptens von Josef, den der Pharao holen lässt. Josef prophezeit Ägypten eine siebenjährige Hochkonjunktur, dem eine ebenfalls sieben Jahre dauernde Hungersnot folgen wird. Josef rät dem Pharao, einen weisen Mann auszuwählen und ihn als Verwalter über Ägypten zu setzen, der in den Jahren des Wohlstands Nahrungsvorräte anlegt. Der Pharao ernennt daraufhin Josef zu diesem Verwalter und nennt ihn „Zafenat-Paneach“. Er gibt ihm Asenath zur Frau, eine junge Ägypterin, in die sich Josef auch verliebt.

Sieben Jahre später, Asenath hat Josef zwei Söhne, Efraim und Manasse, geboren, bricht die Hungersnot aus. Auch Josefs Brüder werden gezwungen, nach Ägypten zu reisen, und stehen vor Zafenat-Paneach. Während er sie erkennt, ist ihr tot geglaubter Bruder für sie ein Fremder. Josef gibt sich sehr erbost und verlangt als Bestätigung, dass sie wirklich zehn Söhne eines Mannes namens Jakob sind, ihren jüngsten Bruder zu sehen. Er behält Simeon als Geisel zurück.

In Kanaan weigert sich Jakob Benjamin ziehen zu lassen. Doch als die Hungersnot immer größer wird, muss der greise Mann nachgeben.

Zum zweiten Mal in Ägypten sieht Josef Benjamin nach 20 Jahren wieder. Er behandelt ihn großzügig, wie auch seine anderen Brüder.

Am nächsten Tag jedoch lässt er Ednan, der Josefs Hausverwalter geworden ist, seine Brüder verfolgen. Er bezichtigt sie des Diebstahls von Josefs goldenem Becher. Im Sack von Benjamin wird Ednan fündig. Josef will Benjamin darauf hin versklaven, doch seine Brüder setzen sich für ihren jüngsten Bruder ein. Nun erkennt er, dass sie sich gebessert haben, und gibt sich ihnen zu erkennen.

Josef fordert seine Brüder auf, nach Kanaan zurückzukehren, und seinen Vater zu holen. In Gosen soll der Stamm von der Hungersnot verschont werden. Einige Tage später fährt Josef dem Stamm entgegen, und trifft nach 20 Jahren wieder mit seinem Vater Jakob zusammen.

Trivia[Bearbeiten]

Mit Ben Kingsley und Martin Landau sowie Lesley Ann Warren wirkten zwei Academy-Award-Preisträger und eine Oscar-nominierte Schauspielerin mit.

Gedreht im marokkanischen Ouarzazate und dessen Umgebung. Die Kostüme und die Sets wirken, im Gegensatz zu vielen anderen Genre-Verfilmungen, authentisch und glaubhaft.

Die biblische Geschichte wurde dabei zum größten Teil detailliert wiedergegeben, obwohl im 1. Buch Mose der Charakter des Potifar ab dem Zeitpunkt, in dem Josef ins Gefängnis geworfen wird, nicht mehr erwähnt wird. In Teil 2 greift Potifar auch später noch sehr aktiv in Josefs Werdegang ein. Auch den Bäcker als Bösewicht darzustellen, verleiht der Verfilmung zwar Dramatik, jedoch nicht Bibeltreue.

Sind die drei Fortsetzungen und auch die nachfolgenden Filme Projekte, in denen auch deutsche Hauptdarsteller mitwirkten, so ist hier mit Arthur Brauss nur ein bekanntes deutsches Gesicht präsent. Kritiker bemängeln daher nur zu Recht die Amerikanisierung des Films, obgleich es sich um eine Coproduktion handelt.

Einige Synchronsprecher[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

„Die Bibel: Josef“ gewann 1995 einen Emmy in der Kategorie

  • Bester Film

und wurde mit folgenden vier Nominierungen bedacht

  • Beste Ausstattung
  • Bestes Casting
  • Bester Tonschnitt
  • Bester Männlicher Nebendarsteller: Ben Kingsley

Kritik[Bearbeiten]

„Eine episch breit angelegte Bibel-Verfilmung, die sich in einem langsamen Rhythmus entwickelt. Bei aller Werktreue, die der solide inszenierte Film anstrebt, bleibt die Hauptperson eindimensional, ein ungebrochener, als Heilsbringer und kaum als Mensch gezeichneter Charakter.“

Lexikon des Internationalen Films

Weblinks[Bearbeiten]