Die Bremer Stadtmusikanten
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Die Bremer Stadtmusikanten ist das 27. Märchen der Brüder Grimm. Es spielt im niedersächsischen Umland von Bremen.
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[Bearbeiten] Zusammenfassung
Das Märchen Die Bremer Stadtmusikanten erzählt von vier Tieren (Hahn, Katze, Hund und Esel), die ihren Besitzern infolge ihres Alters nicht mehr nützlich sind, und daher getötet werden sollen. Es gelingt den Tieren zu entkommen, worauf sie sich zufällig treffen. Alle folgen dem Vorschlag des Esels, in Bremen Stadtmusikanten zu werden und brechen nach Bremen auf. Da sie die Stadt nicht an einem Tag erreichen, müssen sie im Wald übernachten. Sie entdecken dort ein Räuberhaus. Sie erschrecken die Räuber, vertreiben sie mit lautem Geschrei und übernehmen das Haus als Nachtlager. Ein Räuber, der später in der Nacht erkundet, ob das Haus wieder betreten werden kann, wird von den Tieren nochmals und damit endgültig verjagt. Den Bremer Stadtmusikanten gefällt das Haus so gut, dass sie nicht wieder hinaus wollen und dort bleiben.
[Bearbeiten] Grimms Anmerkungen
Das Märchen ist in den Kinder- und Hausmärchen seit der Zweitauflage an Stelle 27 enthalten, laut Anmerkung Nach zwei Erzählungen aus dem Paderbörnischen (von Familie von Haxthausen). In einer dritten aus Zwehrn (von Dorothea Viehmann) machen die Tiere den Räubern Musik und werden gespeist. Als die Räuber mitternachts vom Raubzug heimkehren, schicken sie einen vor, das Haus zu erleuchten, ihm geht es wie dem Kundschafter in den anderen Fassungen. Sie geben noch eine lange gedichtete Fassung Der Ochs und der Esel stürmen mit ihrer Gesellschaft ein Waldhaus aus Rollenhagens Froschmeuseler (Buch 3, Kap. 8) und verweisen auf eine Fabel im lateinischen Reinhart Fuchs und Haltrich Nr. 4. Sie bemerken, dass hier die Schwachen die Starken täuschen, wie in Meier Nr. 3, KHM 10 Das Lumpengesindel, KHM 41 Herr Korbes, KHM 102 Der Zaunkönig und der Bär.
[Bearbeiten] Wissenswertes zum Märchen
Auf das Zitat „… etwas Besseres als den Tod findest du überall …“ greift Carl Zuckmayer in seinem Werk Der Hauptmann von Köpenick zurück, denn nichts schien ihm geeigneter als dieser Satz aus den Bremer Stadtmusikanten, um zu verdeutlichen, dass aus jeder schier aussichtslosen Lage Kraft für einen Neuanfang geschöpft werden kann.
Der Titel des Märchens scheint irreführend, denn die Tiere sind niemals Bremer Stadtmusikanten geworden, auch wird in der Urfassung des Märchens die Stadt Bremen nicht erwähnt. Der Gedanke der Tiere, man könne immer noch Bremer Stadtmusikant werden, auch wenn man zu sonst nichts tauge, wirft kein gutes Licht auf die damalige Qualität der Bremer Kultur aus der Sicht der Bevölkerung des Umlandes. Dennoch erfreut sich das Märchen in Bremen großer Beliebtheit.
An der linken Seite des Bremer Rathauses steht eine Bronzestatue (zwei Meter) von Gerhard Marcks, aufgestellt 1953. Eine ähnliche Statue steht in Bremens Partnerstadt Riga (Lettland) sowie in der westfälischen Gemeinde Ense-Bremen.
Viele Menschen glauben, dass ein Wunsch in Erfüllung geht, wenn man die Vorderbeine des Esels umfasst und sich etwas wünscht. An dieser Stelle ist die Statue glänzend. Neben dem Bremer Roland sind die Bremer Stadtmusikanten ein Wahrzeichen der Stadt.
Etliche verschiedene Orte nehmen für sich in Anspruch, der Handlungsort des Märchens zu sein. Im Märchen wird jedoch kein Ort namentlich erwähnt:
- In Syke, im Bremer Vorland, soll sich das Räuberhaus in den umliegenden Wäldern befunden haben. Bronzetafeln am ältesten Haus in Syke weisen darauf hin.
- In Brakel soll das Märchen den Gebr. Grimm übergeben worden sein, die dort Teile ihres Sommers auf Einladung des Baron von Haxthausen auf dem Bökerhof verbrachten. Im Stadtarchiv existiert ein Foto von dem Kotten, wo die Bremer Stadtmusikanten die Räuber vertrieben haben sollen. An seiner Stelle steht heute ein Steindenkmal der Bremer Stadtmusikanten.
[Bearbeiten] Literatur
- Grimm, Brüder. Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm. Mit einem Anhang sämtlicher, nicht in allen Auflagen veröffentlichter Märchen und Herkunftsnachweisen herausgegeben von Heinz Rölleke. Band 3: Originalanmerkungen, Herkunftsnachweise, Nachwort. S. 59-66, 454. Durchgesehene und bibliographisch ergänzte Ausgabe, Stuttgart 1994. (Reclam-Verlag; ISBN 3-15-003193-1)
[Bearbeiten] Film
- Bremenskie muzykanty (Бре́менские музыка́нты), sowjetisches Zeichentrick-Musical, Sojusmultfilm 1969, Regie: Wassili Liwanow
- Die Bremer Stadtmusikanten (DEFA-Trickfilm, DDR 1987, Regie: Peter Pohler, ca. 25 min.)
- Gurimu Meisaku Gekijō, japanische Zeichentrickserie 1987, Folge 1: Die Bremer Stadtmusikanten
- SimsalaGrimm, deutsche Zeichentrickserie 1999, Staffel 2, Folge 1: Die Bremer Stadtmusikanten
[Bearbeiten] Weblinks
Koordinaten: 53° 4' 34" N, 8° 48' 26" O

