Die Früchte der Leidenschaft

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Früchte der Leidenschaft
Originaltitel Les Fruits de la passion (FR)
Shanghai Ijin Shōkan / China Doll (JP)
Produktionsland Frankreich
Japan
Originalsprache Japanisch
Französisch
Englisch
Erscheinungsjahr 1981
Länge 79 Minuten
Altersfreigabe FSK 18 (indiziert)[1]
Stab
Regie Shūji Terayama
Drehbuch Shūji Terayama
Rio Kishida
Dominique Aury (Romanvorlage)
Produktion Anatole Dauman
Hiroko Govars
Eiko Kujo
Musik J. A. Seazer
Kamera Tatsuo Suzuki
Schnitt Henri Colpi
Besetzung

Die Früchte der Leidenschaft (frz. Les Fruits de la Passion, jap. 上海異人娼館/チャイナ・ドール Shanghai Ijin Shōkan / China Doll, zu Deutsch sinngemäß „Ausländerbordell in Shanghai / Porzellanpuppe“) ist ein französisch-japanischer Erotikfilm des Regisseurs Shūji Terayama aus dem Jahr 1981. Die Koproduktion basiert auf Motiven des sadomasochistischen Romans Geschichte der O (bzw. deren Fortführung Rückkehr nach Roissy) von Dominique Aury und schildert die Geschichte einer weiblichen Unterwerfung. Klaus Kinski spielt in einer Hauptrolle mit. Der Film verlegt die Handlung in das Shanghai der 1920er Jahre und bedient sich zum Teil der Symbolsprache der Vorlage.

Handlung[Bearbeiten]

Die junge, submissive O wird von ihrem älteren Freund Sir Stephen darum gebeten, als Beweis ihrer Liebe in einem Bordell in Shanghai zu arbeiten. Sie willigt ein. Im Rahmen ihres dortigen Aufenthaltes stellt sie sich Fremden zur Verfügung, während sie von Sir Stephen dabei beobachtet wird. Dieser lernt schließlich selbst eine Domina kennen. Als O einen jüngeren Fahrer kennenlernt, weckt dies Sir Stephens Eifersucht. Am Ende des Films wird O in Form des personifizierten Tods mitgeteilt, dass der Fahrer von Sir Stephen ermordet wurde, bevor er sich selbst richtete. Sie sei nun frei und könne gehen, wohin sie wolle, aber sie könne auch bleiben.

« Tu es libre. Tu peux aller où tu le désire. Mais si tu veux, tu peux rester, O. »

Der Film schildert in verschiedenen Rückblenden Erlebnisse Os und einiger der anderen Prostituierten.

Hintergründe[Bearbeiten]

Klaus Kinski beschreibt den Dreh des Films in seiner Autobiographie Ich brauche Liebe. Gedreht wurde in den Shōchiku-Studios in Ofuna.[2] Dem in weiten Teilen sehr surrealistisch umgesetzten Film war bei Publikum und Kritik kein Erfolg beschieden.

Ebenso wie Ōshimas kontroverser Film Im Reich der Sinne wurde Die Früchte der Leidenschaft in Frankreich durch Argos Films produziert.[3] Grund war wohl auch hier die Umgehung der japanischen Zensur, da Geschlechtsorgane nicht gezeigt werden dürfen und daher in Japan in pornographischen Medien meist geblurrt oder verpixelt werden.

Kritiken[Bearbeiten]

„‚Die Früchte der Leidenschaft’ ist deshalb sehenswert, weil er Bilder von unerklärlicher Schönheit, von faszinierendem Stil und surrealer Kraft erschafft. Und nicht weil uns die Charaktere berühren. Als Drama scheitert der Streifen, als Bilderorgie eines der ganz großen Symbolisten des Kinos dürfte es als Erfolg angesehen werden.“

Mitternachtskino[4]

„Das Schicksal der jungen Frau, die in der sklavischen Unterwerfung unter männliche Sexphantasien ihre Liebe zu verwirklichen versucht, ist auch diesmal kaum mehr als ein Aufhänger für geschmäcklerisch inszenierte Nacktszenen im Stil eines kommerziellen Softpornos – auch wenn hier der japanische Avantgardist Shūji Terayama für die Regie verantwortlich zeichnet.“

Lexikon des Internationalen Films

Bühnenfassung[Bearbeiten]

Im November 2012 wurde in Tokyo im Metropolitan Art Space eine Bühnenfassung durch das Project Nyx, an dem auch Aquirax Uno, der sehr häufig mit Terayama und dessen Truppe Tenjō Sajiki zusammenarbeitete (Bühnenbild, Posterdesigns usw.), beteiligt ist, aufgeführt.[5] Im Juli 2009 fand bereits zuvor eine Aufführung des Stücks durch das Komaba Agora Theater statt.[6] Es waren bei den Aufführungen jeweils nur Japaner beteiligt, im Gegensatz zum Film, in welchem die meisten Hauptrollen von Nichtjapanern verkörpert wurden.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Schnittberichte.com
  2. Abspann des Films
  3. Filmographie von Argos Films
  4. vgl. die ausführliche Kritik auf mitternachtskino.de
  5. Shanghai Ijin Shōkan / China Doll (2012) bei theaterguide.co.jp
  6. Shanghai Ijin Shōkan / China Doll (2009) bei theaterguide.co.jp

Weblinks[Bearbeiten]