Die Frau in Schwarz

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Frau in Schwarz
Originaltitel The Woman in Black
Produktionsland Vereinigtes Königreich, Schweden, Kanada
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2012
Länge 95 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1](Kinofassung)
FSK 16[2] (ungekürzte Fassung)
JMK 14[3]Vorlage:Infobox Film/Wartung/JMK ohne JMKID
Stab
Regie James Watkins
Drehbuch Jane Goldman
Produktion Simon Oakes,
Richard Jackson,
Brian Oliver
Musik Marco Beltrami
Kamera Tim Maurice-Jones
Schnitt Jon Harris
Besetzung
Synchronisation

Die Frau in Schwarz (Originaltitel The Woman in Black) ist ein 2012 veröffentlichter Horrorfilm des Studios Hammer Film Productions unter der Regie von James Watkins. Das Drehbuch stammt von Jane Goldman und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Susan Hill aus dem Jahre 1983. Der nordamerikanische Kinostart war am 3. Februar 2012 und eine Woche später war er in Großbritannien zu sehen. Der Kinostart in Deutschland und Österreich erfolgte am 29. März 2012.

Handlung[Bearbeiten]

Großbritannien im Zeitalter Eduards VII.: Der junge Anwalt Arthur Kipps ist seit dem Tod seiner Frau, die bei der Geburt des gemeinsamen Sohnes starb, von Trauer zerfressen. Er wird von seiner Kanzlei beauftragt, den Nachlass der verstorbenen Alice Drablow zu regeln. Hierzu muss er die Papiere in deren verlassenem Herrenhaus, dem Eel Marsh House, bearbeiten. Da der Witwer in seiner Kanzlei inzwischen als verzichtbar gilt, nimmt er diesen unbeliebten Auftrag an und begibt sich auf den Weg. Sein inzwischen vierjähriger Sohn und dessen Kindermädchen sollen vier Tage später nachreisen.

Er reist in das abgelegene Küstendorf Crythin Gifford, wo sich die Dorfbewohner ihm gegenüber jedoch ablehnend und feindselig verhalten und ihn zur raschen Abreise bewegen wollen. Nur wenige Bürger, wie der wohlhabende Sam Daily, verhalten sich ihm gegenüber freundlich. Die zu besuchende Villa befindet sich auf einer Anhöhe im Watt und ist nur bei Ebbe erreichbar. Während Kipps die Papiere im Eel Marsh House durchgeht, erblickt er mehrmals die Frau in Schwarz und wird Zeuge weiterer bedrückender Ereignisse. Als er dies im örtlichen Polizeirevier, vor einem sichtlich verzweifelten Beamten, berichtet, bringen zwei aufgebrachte Jungen ihre Schwester in das Revier. Diese hat Lauge getrunken und stirbt schließlich daran.

Bei weiteren Nachforschungen kommt Kipps allmählich hinter das dunkle Geheimnis der Familie Drablow. Alice hatte ihre psychisch labile Schwester Jennet entmündigen lassen, deren Sohn Nathaniel adoptiert und jeden weiteren Kontakt unterbunden. Der Junge kam dann bei einem Unfall in den Marschen ums Leben, wobei dessen Leiche nie gefunden wurde. Jennet schwor in einem Abschiedsbrief, niemals zu vergeben, dass man ihr Kind hat sterben lassen. Darauf beging sie Selbstmord durch Erhängen und spukt seitdem als Frau in Schwarz im Eel Marsh House. Als Kipps mitansehen muss, wie sich ein Mädchen selbst verbrennt und dabei die Frau in Schwarz im Raum steht, wird ihm bewusst, dass schon viele Kinder des Dorfes so Opfer der Rache des Geistes wurden. Jedes Mal, wenn sie erblickt wird, sei es in der Villa oder auch flüchtig in den Marschen oder auf der Straße, verleitet sie Kinder des Dorfes dazu, sich auf grausame Weise selbst umzubringen. Auch der Sohn von Sam Daily starb, als die Frau in Schwarz ihn dazu zwang, sich selbst im Meer zu ertränken. Doch anders als die Dorfbewohner hält Daily die Frau in Schwarz zunächst für Aberglaube und unterstützt Kipps weiterhin.

Kipps und Daily bergen die Leiche des Kindes aus den Marschen und begraben es bei seiner Mutter, in der Hoffnung, dies würde ihrem Geist Ruhe geben. Doch als Kipps am Bahnhof seinen Sohn in Empfang nimmt, der ihn über das Wochenende besuchen sollte, zeigt sich, dass die Frau in Schwarz nicht besänftigt worden ist. Sie verleitet Kipps’ Sohn Joseph dazu, vor dem einfahrenden Zug auf die Gleise zu springen. Beim Versuch, ihn zu retten, kommt auch sein Vater ums Leben, jedoch werden die beiden dadurch mit ihrer verstorbenen Frau/Mutter wieder vereint. Voller Entsetzen starrt Daily dabei durch die Fenster des Zuges und erblickt die Geister der unerlösten Kinder sowie die Frau in Schwarz.

Daniel Radcliffe bei der französischen Filmpremiere

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation führte die Firma Christa Kistner Synchronproduktion GmbH. Dialogregie führte Stefan Fredrich, der auch das Dialogbuch schrieb.[4]

Schauspieler
Synchronsprecher
Rolle
Daniel Radcliffe Nico Sablik Arthur Kipps
Ciarán Hinds Bernd Rumpf Samuel Daily
Janet McTeer Elizabeth Daily
Sophie Stuckey Stella Kipps
Misha Handley Joseph Kipps
Liz White Debora Weigert Jennet Humfrye
Shaun Dooley Olaf Reichmann Mr. Fisher
Mary Stockley Christin Marquitan Mrs. Fisher
Jessica Raine Anja Rybiczka Nanny
David Burke Rüdiger Evers Constable Collins
Roger Allam Helmut Gauß Mr. Bentley
Tim McMullan Peter Reinhardt Mr. Jerome

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film basiert auf Susan Hills 1983 erschienener Novelle The Woman in Black. Das Werk ist bereits 1989 für das Fernsehen verfilmt worden. Es wurde auch für das Theater adaptiert und als Hörspiel ausgestrahlt.

Der Kinofilm wurde erstmals 2009 angekündigt, mit Jane Goldman als Drehbuchautorin und James Watkins als Regisseur, der bereits mit Eden Lake Erfahrung im Genre sammelte. Ursprünglich als 3D-Film beabsichtigt, wurde dieser Plan später wieder aufgegeben.[5] Daniel Radcliffe als Hauptdarsteller wurde im Juli 2010 bekannt gegeben. Um sich besser in die Rolle als Vater einfühlen zu können, spielt sein Patenkind Misha Handley seinen Sohn im Film. In einem Gespräch mit der deutschen Horrorzeitschrift VIRUS in München nennt Radcliffe seine Vorliebe für den Schauspieler Peter Cushing als einen der Gründe für die Wahl dieser Rolle.[6]

Die Dreharbeiten begannen schließlich im September 2010 und dauerten bis Dezember an, bis sich der Film anschließend, bis Juni 2011, in Nachproduktion befand. Die Aufnahmen für das Dorf Crythin Gifford fanden dabei im Yorkshire-Dales-Nationalpark, im Dorf Halton Gill statt. Für die Dreharbeiten wurden dort Straßenschilder und Satellitenschüsseln entfernt. Die real existierende Villa wurde dabei nur für Außenaufnahmen genutzt. Innenaufnahmen entstanden im Studio und teilweise im Layer Marney Tower.

Das Budget des Filmes lag bei rund 15 Millionen US-Dollar,[7] wobei die Einspielergebnisse bis zum 3. Mai 2012 rund 126 Millionen US-Dollar betrugen.[8] Damit ist Die Frau in Schwarz bereits der erfolgreichste britische Horrorfilm der letzten 20 Jahre.[9]

Kritik[Bearbeiten]

Der Film erhielt mehrheitlich positive Kritiken. Auf der Filmkritik Seite Rotten Tomatoes liegt der Anteil der positiven Kritiken bei 65 Prozent.[10]

„Der Film ist effektvoll, weil Regisseur James Watkins weiß, dass es sich bei ihm nicht um eine Charakterstudie handelt. Das Geisterhaus ist der Star.“

Roger Ebert[11]

„Behäbig, aber böse. Alte Haunted House-Schule trifft auf ein stimmungsvolles Setting, gekonnte Schocks und einen sich frei spielenden Daniel Radcliffe. Hier wird alte Schule zelebriert, mit langen Kamerafahrten über das triste, neblige und perfekt ausgesuchte Marschland, mit knarzenden Dielen, dunklen Korridoren, surrealen Selbstmorden und immer wieder mit einem schwarz gekleideten, aschhäutigen Rachegeist, dank dem Watkins einige wirklich markerschütternde Momente kreiert.“

Daniel Schröckert: VIRUS[12]

„“Die Frau in Schwarz” beugt sich nicht dem Druck, ständig Hochspannung erzeugen zu müssen. Und das macht schon deshalb nichts, weil der Film auch als düsteres Melodram über den Verlust eines geliebten Menschen funktioniert. Arthur wird durch seinen Schmerz mit der schwarzen Frau verbunden, aber auch im Dorf sterben so viele Kinder, dass sich die Eltern erst gar nicht richtig an sie gewöhnen wollen. Wirklich keine Figur bleibt von diesen Verlustängsten verschont. Und am Ende gibt es nicht einmal mehr einen Unterschied zwischen den Lebenden und den Toten.“

Michael Kienzl: Critic.de[13]

Filmfassungen[Bearbeiten]

Für die Kinoveröffentlichung in Großbritannien wurde der Film, um eine niedrigere Altersfreigabe erreichen zu können, um sechs Sekunden gekürzt. Zusätzlich wurden einige Klangeffekte in der Lautstärke reduziert.[14] In den deutschen Kinos lief der Film auch in dieser gekürzten Fassung mit einer Freigabe ab 12 Jahren. Die Veröffentlichung auf DVD und Blu-Ray erfolgte jedoch in einer ungekürzten Fassung ab 16 Jahren.[15]

Fortsetzung[Bearbeiten]

Im April 2012 wurde bekannt gegeben, dass das Produktionsstudio Hammer Films schon seit einiger Zeit Pläne zu einer Fortsetzung des Gruselfilms verfolgt. Jon Croker, der bisher als Autorenredakteur tätig war, soll das Drehbuch schreiben, wobei er von Susan Hill beraten wird. Wie später bekannt wurde, arbeitet Hill selbst gerade an einer literarischen Fortsetzung ihres Romans, was auch die Grundlage zum zweiten Kinofilm über die Frau in Schwarz bilden soll. Seit Mitte Oktober 2012 steht Tom Harper als Regisseur des Films fest. Über die Darsteller ist momentan noch nichts bekannt. Der Titel des Projektes lautet The Woman In Black: Angel Of Death (deutsch: Die Frau in Schwarz: Der Engel des Todes).

Zwischenzeitlich wurde auch die erste offizielle Synopsis zu The Woman In Black: Angel Of Death veröffentlicht. Demnach ist die Handlung mehrere Jahrzehnte nach dem ersten Teil angesiedelt und spielt während des Zweiten Weltkrieges. Die britische Regierung hat das Eel Marsh House zu einer militärischen Nervenheilanstalt umfunktioniert. Die traumatisierten Soldaten beleben den tödlichen Spuk der Frau in Schwarz aufs Neue und fallen ihr zum Opfer. Die junge Krankenschwester Eve versucht verzweifelt, ihre Patienten zu schützen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 34 kB) der FSK, abgerufen am 25. März 2012
  2. Freigabebescheinigung (PDF; 34 kB) der FSK, abgerufen am 10. August 2012
  3. Freigabe der Jugendmedienkommission
  4. Die Frau in Schwarz in der deutschen Synchronkartei
  5. http://www.dreadcentral.com/news/34390/3d-version-the-woman-black-coming-hammer
  6. VIRUS, Ausgabe 46, 03/2012, Seite 28
  7. http://www.variety.com/article/VR1118051846?refCatId=13
  8. http://www.boxofficemojo.com/movies/?id=womaninblack.htm
  9. http://www.fusedfilm.com/2012/04/the-woman-in-black-sequel-moving-forward/
  10. Bewertung bei Rotten Tomatoes
  11. Roger Ebert: The Woman in Black. In: rogerebert.com. 1. Februar 2012, abgerufen am 25. Februar 2012 (englisch): „The movie [...] is effective, because director James Watkins knows it isn't a character study. His haunted house is the star.“
  12. VIRUS, Ausgabe 46, 03/2012, Seite 27
  13. Michael Kienzl: Die Frau in Schwarz. 19. März 2013, abgerufen am 6. April 2012.
  14. Freigabe der BBFC
  15. http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=3721