Die Gruft mit dem Rätselschloss

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Filmdaten
Originaltitel Die Gruft mit dem Rätselschloss
Die Gruft mit dem Raetselschloss Logo 001.svg
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1964
Länge 87 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Franz Josef Gottlieb
Drehbuch Robert A. Stemmle
Franz Josef Gottlieb
Produktion Horst Wendlandt
Musik Peter Thomas
Kamera Richard Angst
Schnitt Jutta Hering
Besetzung

Die Gruft mit dem Rätselschloss[1] ist ein deutscher Kriminalfilm des Regisseurs Franz Josef Gottlieb und der 19. deutschsprachige Edgar-Wallace-Film der Nachkriegszeit. Die Verfilmung des Romans „Der Safe mit dem Rätselschloß“ von Edgar Wallace (Originaltitel: Angel Esquire) wurde von Rialto Film produziert und vom 18. Februar bis 26. März 1964 in West-Berlin und London gedreht. Die Uraufführung des in Ultrascope aufgenommenen Films fand am 30. April 1964 im Gloria-Palast in Berlin statt.

Handlung[Bearbeiten]

Mr. Kent verlor einst durch die Bande des skrupellosen Spielhöllenbesitzers Real Vermögen und Ansehen. Jetzt, nach Kents Tod, will Real Kents Tochter Kathleen aus Reue seine ergaunerten Reichtümer vermachen. Diese verbirgt er in einer für Unwissende nicht zu öffnenden Gruft. Als Kathleen Kent mit dem Juristen Ferry Westlake in London eintrifft, wird sie von Reals ehemaligem Croupier Connor und dessen Bande entführt, da auch sie sich von Real hintergangen fühlen und ebenfalls in den Besitz der Reichtümer kommen wollen. Jimmy Flynn, ebenfalls ein ehemaliger Mitarbeiter Reals, möchte Kathleen befreien. Aber Inspektor Angel misstraut ihm.

Kritiken[Bearbeiten]

„Man muß dem als Wallace-Experten oft bewährten Regisseur Gottlieb und seinem Kameramann Richard Angst bescheinigen, daß sie ein Höchstmaß kriminalistischer Spannung und makabren Nervenkitzels aus der Vorlage herausgeholt haben.“

Hannoversche Allgemeine Zeitung, 6. Juni 1964

„Flotte Sache, diese deutsche Edgar-Wallace-Serie. Man weiß immer, was man hat. Nämlich genügend Leichen, um damit ein Zimmer zu tapezieren.“

Hamburger Echo, 14. Juli 1964

„Denkwürdiges Ensemble in einer merkwürdigen Inszenierung.“

Joachim Kramp in „Das Edgar Wallace Lexikon“, 2004

„[...] Aber wen wundern die Klischees? Regie führte der „fürchterliche Gottlieb“, der in dreißig Berufsjahren Berge von Filmschrott anhäufte.“

TV Spielfilm

„Edgar-Wallace-Verfilmung mit handfesten Gruseleffekten und Ansätzen zur Parodie.“

Lexikon des Internationalen Films

„Der Film hatte die eindeutig niedrigsten Besucherzahlen im Kino und gilt als einer der wenigen Misserfolge der Kinoreihe. Zurecht, schließlich ist in diesem Krimi weit und breit kein charismatischer und tragender Inspektor […] in Sicht, der zu einer erfolgreichen Verfilmung beigetragen hätte. Auch Eddi Arent hat nur unlustige Monologe zu sprechen und nervt mit seinem Juristengequatsche doch mitunter sehr.“

Moviesection.de [2]

„Zweifelsohne stereotyp inszeniert, aber auch von der Vorlage nicht sonderlich aufregend ist diese Edgar Wallace-Verfilmung.“

moviemaster.de [3]

Sonstiges[Bearbeiten]

Einige Szenen dieses Films entstanden in der Victoria Station in London.
  • Im Herbst 1962 schrieb Robert A. Stemmle ein Treatment nach dem Edgar-Wallace-Roman „Der Safe mit dem Rätselschloß“. Das Anfang 1963 von Stemmle verfasste Drehbuch trug den Titel „Die Mühle des Grauens“. Nach der Bearbeitung durch Regisseur Franz Josef Gottlieb erhielt der Film seinen endgültigen Titel.
  • Franz Josef Gottlieb führte hiermit zum dritten und letzten Mal bei einem Edgar-Wallace-Film Regie. Er inszenierte im gleichen Jahr noch den Bryan-Edgar-Wallace-FilmDas 7. Opfer“ und 1986 den auf Motiven von Edgar Wallace basierenden Fernsehfilm „Das Geheimnis von Lismore Castle“.
  • Die Außenaufnahmen dieses Films entstanden in West-Berlin und in der Victoria Station in London. Die Innenaufnahmen drehte man in den Ufa-Filmstudios in Berlin-Tempelhof und in den Studios der CCC-Film im Berliner Bezirk Spandau.
  • Zunächst waren zum Teil andere Darsteller vorgesehen: Dietmar Schönherr statt Harald Leipnitz, Heidelinde Weis statt Judith Dornys, René Deltgen statt Ernst Fritz Fürbringer, Ilse Pagé statt Vera Tschechowa, Berta Drews statt Ilse Steppat und Heinz Engelmann statt Herbert Knippenberg. Harald Leipnitz, der erstmals die Hauptrolle in einem Edgar-Wallace-Film übernahm, war ursprünglich für die Rolle des Inspektor Angel vorgesehen. Auch Kurt Waitzmann und Ilse Steppat gaben innerhalb der Serie ihr Debüt und sollten noch in weiteren Filmen der Serie mitwirken. Judith Dornys, Vera Tschechowa, Harry Meyen und nicht zuletzt Rudolf Forster waren in wichtigen Gastrollen zu sehen. Ernst Fritz Fürbringer, der in den ersten drei Wallace-Verfilmungen der Rialto Film den Scotland-Yard-Chef Sir Archibald spielte, nahm mit der Rolle des Ganoven Connor Abschied von der Filmreihe.
  • Der Film wurde nach zwei Kürzungen von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Im Fernsehen lief der Film zunächst in einer noch kürzeren Fassung im falschen Format. Der im Original farbige Vorspann wurde in Schwarzweiß ausgestrahlt. 1991 folgte die Freigabe dieser Fernsehfassung ab 12 Jahren. Inzwischen wurde der Film in Originallänge, jedoch noch immer mit Schwarzweißvorspann veröffentlicht und ist weiterhin ab 12 Jahren freigegeben.
  • Der Film hatte die bis dahin niedrigsten Besucherzahlen der Edgar-Wallace-Reihe und gilt als einer der wenigen Misserfolge der Serie.

Literatur[Bearbeiten]

  • Edgar Wallace: Das geheimnisvolle Haus / Der Safe mit dem Rätselschloß / Die Abenteuerin. Drei Romane in einem Band. Deutsche Übersetzung. Goldmann Verlag, München 2007, ISBN 978-3-442-55507-9.
  • Joachim Kramp, Jürgen Wehnert: Das Edgar Wallace Lexikon. Leben, Werk, Filme. Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu sein! Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-508-2.
  • Joachim Kramp: Hallo! Hier spricht Edgar Wallace. Die Geschichte der legendären deutschen Kriminalfilmserie von 1959–1972. 3. Auflage. Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Berlin 2005, ISBN 3-89602-645-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sowohl der Originalvorspann als auch die damaligen Kino-Werbeplakate benutzen die Schreibweise mit "-ss", obwohl das damals orthografisch in Deutschland falsch war (in der Schweiz aber korrekt). Bei der Schreibweise mit "-ß" handelt es sich um eine Verballhornung des Herausgebers des Lexikons des internationalen Films.
  2. Filmkritik von Thomas Ays bei moviesection.de
  3. Filmkritik von Frank Ehrlacher bei moviemaster.de