Die Harke

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Die Harke
Logo DIE HARKE.jpg
Beschreibung lokale Tageszeitung
Verlag J. Hoffmann GmbH und Co. KG
Erstausgabe 1. Oktober 1871
Erscheinungsweise Montag bis Samstag
Verkaufte Auflage
(IVW 1/2014, Mo–Sa)
18.525 Exemplare
Chefredakteurin Martina Thielking-Rumpeltin
Herausgeberin Renate Rumpeltin
Geschäftsführer Christian Rumpeltin
Weblink www.dieharke.de

Die Harke ist eine lokale Tageszeitung in Niedersachsen mit Sitz in Nienburg/Weser.

Ihr Verbreitungsgebiet umfasst den Landkreis Nienburg/Weser. In den Gemeinden, die bis zur Gebietsreform zum Landkreis Grafschaft Hoya gehörten, ist jedoch die Kreiszeitung die vorherrschende Tageszeitung.

Die Harke erscheint von Montag bis Samstags im Berliner Zeitungsformat.

Die verkaufte Auflage liegt bei 18.525 Exemplaren.[1] Der Zeitungsmantel wird von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung bezogen, enthält jedoch aufgrund des kleineren Formats lediglich eine Auswahl von Artikeln.

Die Harke wurde 1871 gegründet und wird heute von der J. Hoffmann GmbH & Co. KG herausgegeben, an der die Verlagsgesellschaft Madsack mit zehn Prozent beteiligt ist. Seit dem 1. Juli 2013 wird Die Harke von Druckhaus Bruns, in dem auch das Mindener Tageblatt erscheint, im ostwestfälischen Minden gedruckt.[2]

Sonntags erscheint das kostenlose Anzeigenblatt Harke am Sonntag mit fast ausschließlich lokalen Berichten, die zum Teil aus der Harke übernommen werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Als eine der wenigen Tageszeitungen Deutschlands ist Die Harke seit fünf Generationen im Familienbesitz der Verleger-Familie Hoffmann / Rumpeltin. Die Wurzeln der Zeitung reichen bis ins Jahr 1871 zurück. Damals wurde auch der in der deutschen Zeitungslandschaft einmalige Name geprägt: "Unsere Harke soll den geliebten Boden unserer Heimat reinigen helfen vom Unkraute der geistigen Trägheit und des Unglaubens. Die Harke, ein Werkzeug, welches jeder gebraucht, der ein Stück mütterliche Erde bebaut. Auch unsere Harke ist für jedermann bestimmt, deren Inhalt und seinem Gesichtskreis und Gedankengang angepaßt ist.", hieß es in der Einladung zum Abonnement anno 1871.[3]

Teil der Edathy-Affäre[Bearbeiten]

Im Februar 2014 berichtete Die Harke über eine behördliche Hausdurchsuchung der Wohnung des ehemaligen MdB Sebastian Edathy. Dazu veröffentlichte sie online ein Foto, das während der Durchsuchung von außen durch ein Fenster gemacht wurde und Details eines Zimmers zeigte. Dieses Bild wurde kontrovers beurteilt. Der Bundesverband des Deutschen Journalisten-Verbandes meinte: "Insgesamt erscheint die Veröffentlichung der Wohnungsfotos daher als (noch) vertretbar, auch wenn die deutsche Gerichtsbarkeit in solchen Fragen immer wieder für Überraschungen sorgen kann."[4] Der Beschwerdeausschuss des Deutschen Presserates hingegen sah in der Veröffentlichung des Bildes "einen schweren Verstoß gegen den Schutz der Persönlichkeit" (Richtlinie 8.8 des Pressekodex) und sprach eine öffentliche Rüge, die härteste seiner Sanktionsmöglichkeiten, gegen das Blatt aus.[5] Hierzu vertrat der DJV die Ansicht: "Die Entscheidung des Presserats ist als berufsethisches Korrektiv zu verstehen, mit dem die Mitarbeiter der Presse dazu aufgefordert werden, ihre redaktionellen Entscheidungen zu korrigieren bzw. in Zukunft anders auszuüben. Die Frage, ob die Bildverwendung rein rechtlich zulässig war, ist daher davon getrennt zu behandeln."[6]

Grundsätzlich löste die exklusive Berichterstattung aber die Edathy-Affäre aus. In einem Spiegel-Interview am 17. März 2014 sagte Edathy: "Meine Hoffnung war, dass mögliche Ermittlungen mit geringerer Wahrscheinlichkeit öffentlich werden würden, wenn ich nicht mehr Abgeordneter bin. Das hat, muss man wohl feststellen, nicht funktioniert."[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. laut IVW, erstes Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. Mindener Tageblatt: Die Harke wird jetzt in Minden gedruckt Ausgabe vom 2. Juli 2013, abgerufen am 2. Juli 2013
  3. "Zur Geschichte von Die Harke"
  4. "Foto in die Wohnung hinein: Persönlichkeitsrechte?", DJV.de vom 14. Februar 2014
  5. Pressemitteilung Deutscher Presserat Beschwerdeausschuss, 13. März 2014
  6. "Presserat hält Harke-Bild für einen Verstoß", DJV vom 14. März 2014
  7. Der Spiegel, H. 12/2014

Weblinks[Bearbeiten]