Die Herren Dracula

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Die Herren Dracula
Originaltitel Dracula père et fils
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1976
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Édouard Molinaro
Drehbuch Alain Godard
Jean-Marie Poiré
Édouard Molinaro
Produktion Alain Poiré
Musik Vladimir Cosma
Kamera Alain Levent
Schnitt Monique Isnardon
Robert Isnardon
Besetzung

Die Herren Dracula ist eine französische Horrorkomödie aus dem Jahr 1976. Als literarische Vorlage zum Film diente das Buch Der Vampir von Paris von Claude Klotz, das außer Motiven nichts mit Bram Stokers Dracula zu tun hat.

Handlung[Bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Ein Vampirgraf zeugt mit der Sterblichen Hermine auf höchst menschliche Art ein Kind. Nach der Geburt ihres Sohnes beißt der Graf seine Gespielin und macht diese ebenfalls zu einem Vampir. Doch Hermine kann sich mit ihrem neuen Schicksal nicht abfinden und fällt schließlich dem Sonnenlicht zum Opfer. Ferdinand, der gemeinsame Sohn, spielt seiner Familie gerne Streiche. So schickt er mit einem Trick sein Kindermädchen ins tödliche Sonnenlicht oder kegelt mit der Urne seiner Mutter.

Vater und Sohn[Bearbeiten]

Im Laufe der nächsten 200 Jahre entpuppt sich der Nachwuchs, sehr zum Leidwesen seines Vaters, als äußerst ungeschickter, gutmütiger und aus der Art geschlagener Vampir: So trägt er einer alten Frau ihre Sachen nach Hause, anstatt diese zu beißen. Alle Mühen des Vaters, aus seinen Sohn zu einem rechtschaffenen Vampir zu machen, schlagen fehl. So trinkt Ferdinand noch als Erwachsener sein Blut aus der Babyflasche.

Die Zeiten gehen ins Land. Nun, im 20. Jahrhundert, wird es in der Heimat unruhig: Die Kommunisten haben im Lande die Macht ergriffen und erklären die Vampire für enteignet und das alte Familienschloss zum Volkseigentum.

Auszug in die Fremde[Bearbeiten]

Die Vampire beschließen, das Land über den Seeweg zu verlassen. Um vor dem Tageslicht sicher zu sein, töten die Vampire auf dem Schiff zwei Matrosen und nehmen im Anschluss daran deren Plätze in den Särgen ein. Sie ahnen nicht, dass die Matrosen auf dem Meer eine Seebestattung erfahren werden. So werden die Särge schließlich über Bord geworfen und die Vampire getrennt.

Der Vater wird in England und der Sohn in Frankreich an Land gespült. Mit seinem Auftreten und der geisterhaften Erscheinung wird der Vater als Vampir-Darsteller zum Horrorstar und berühmt. So beißt dieser alle Filmsternchen und setzt sie im Anschluss der Sonne aus, damit sein wahres Ich gewahrt bleibt. Der Sohn, Ferdinand, hat weniger Glück. Dieser verdingt sich auf einem Schlachthof und ernährt sich widerstrebend von Ochsenblut. Doch er wird erwischt und entlassen. So bricht Ferdinand in eine Blutbank ein, um dort Blutkonserven zu stehlen. Doch auch hier ist im das Glück nicht hold. Erneut wird er erwischt und ein Gericht verurteilt ihn zur Blutspende. Ferdinand arbeitet schließlich als Nachtwächter und ernährt sich nun von Katzenblut. In Khaleb, einem Marokkaner, findet er seinen besten Freund. Diesen klärt er als einzigen seiner Arbeitskollegen über seine Herkunft auf.

Familientreffen und Entzweiung[Bearbeiten]

Im Zuge einer Filmaufführung fährt der Vater mit seinem Filmteam nach Frankreich, wo ihn Ferdinand im Fernsehen sieht. So sucht ihn Ferdinand auf und trifft dort auf die junge Nicole. Diese ist Reporterin und mit dem Werbefachmann Jean liiert. Vater und Sohn verlieben sich gleichzeitig in sie. Zusammen mit dem Vater nimmt Nicole eine Werbung für Zahnpasta auf und dieser erklärt seinem Sohn, Nicole zu einer der ihren machen zu wollen. Ferdinand wendet sich enttäuscht von seinem Vater ab und geht wieder seinem Dienst als Nachtwächter nach.

Nicole und Ferdinand[Bearbeiten]

Die junge Nicole hat sich zwischenzeitlich in den gutmütigen Ferdinand verliebt. Ferdinand klärt Nadine über seine Herkunft auf, doch diese glaubt ihm nicht. Aber beide gehen ein paar Mal aus und schließlich übernachtet Ferdinand bei ihr, nachdem sich Nadine von Jean getrennt hat. Zu seinem Entsetzen bemerkt er nach dem Aufwachen, dass es heller Tag ist. Nicole betritt das Schlafzimmer und zieht die Vorhänge auf. Doch zu Ferdinands Erstaunen kann ihm das Sonnenlicht nichts mehr anhaben. Nicoles Liebe hat ihn wieder zu einem Sterblichen gemacht. Als der diese Tatsache seinem Vater erzählt, will dieser es nicht hören und bezichtigt seinen Sohn einer Lüge.

Schluss[Bearbeiten]

Ferdinand bricht mit seinem Vater und zieht mit Nicole zusammen. Der Vater, immer noch davon besessen aus Nicole einen Vampir zu machen, taucht eines Abends in der Wohnung seines Sohnes auf. Vater und Sohn geraten in einen heftigen Streit, der sich über Stunden hinwegzieht. Dadurch verpasst Ferdinands Vater unvorsichtigerweise den Sonnenaufgang. Denn als Nicole nun wütend die Vorhänge zurückzieht, trifft den Vater ein Sonnenstrahl und dieser zerfällt zu Staub. Da erkennt Nicole, dass ihr Ferdinand seinerzeit die Wahrheit erzählt hatte. Jahre später sind beide verheiratet und leben in Paris. Beide haben zwei Kinder, einen Jungen und ein Mädchen. Während das Mädchen sterblich ist, zeigen sich beim Sohn Merkmale der väterlichen Seite. So besitzt dieser bereits Vampir-Zähne und lacht verzückt, wenn sich seine kleine Schwester das Knie aufschlägt und blutet.

Kritik[Bearbeiten]

„Eine mit elegant-leichter Hand inszenierte Parodie, die die Topoi des Horrorfilms amüsant zu persiflieren weiß“, schreibt das Lexikon des Internationalen Films.[1]

Hintergrund[Bearbeiten]

Christopher Lee, der in etlichen Hammer-Filmen den Vampir gespielt hat, hatte sich 1974 (nach Dracula braucht frisches Blut) vorgenommen, nie wieder den Dracula spielen zu wollen. Da die Rolle in Die Herren Dracula ursprünglich nicht als die des Dracula angelegt war, spielte er eine Parodie seiner einstigen Paraderolle. In der Tat wird der von Lee dargestellte Charakter im Film stets nur als „der Graf“ bezeichnet; erst der Filmtitel suggeriert eine Kontinuität zu Lees Rolle in den Hammer-Filmen.

In Großbritannien wurde der Film unter dem Titel Dracula and Son veröffentlicht.

Christopher Lee zum Film[Bearbeiten]

In einem Gespräch im Februar 1989 äußerte Lee sich dahingehend, dass dieser Film trotz des irreführenden Titels nicht als Dracula-Film gedacht war und auch seine Rolle nicht als die des Dracula angelegt war:

„Alles war anders: Das Kostüm war anders, die Perücke war anders, und meine Rolle nannte sich nicht einmal Dracula. Der Name fällt im Film kein einziges Mal, ich heiße dort einfach nur Le Baron. Die Leute von Gaumond haben den Draculanamen dann später einfach draufgesetzt, um den Film besser zu verkaufen.“

– Christopher Lee im Gespräch mit Gerd J. Pohl am 10. Februar 1989 in Duisburg; Tonbandaufnahme im Archiv der Piccolo Puppenspiele

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Herren Dracula im Lexikon des Internationalen Films

Weblinks[Bearbeiten]