Die Hunde

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Hunde
Originaltitel Les Chiens
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1979
Länge 100 Minuten
Stab
Regie Alain Jessua
Drehbuch Alain Jessua
André Ruellan
Produktion Laurent Meyniel
Musik René Koering
Michel Portal
Kamera Étienne Becker
Schnitt Hélène Plemiannikov
Besetzung

Die Hunde (Originaltitel: Les Chiens) ist ein französisches Filmdrama mit Gérard Depardieu aus dem Jahr 1979.

Handlung[Bearbeiten]

Doktor Henri Ferret zieht in eine Arbeiterstadt in der französischen Provinz. Ihm fällt schnell auf, dass sich mehr und mehr Menschen der Gegend aus Angst vor Übergriffen und Kriminalität aggressive Wachhunde anschaffen. Die Zahl an Patienten mit Bisswunden ist daher zum Entsetzen Ferrets überdurchschnittlich hoch. Als der Bürgermeister der Stadt gegen den Hundezüchter Morel und dessen Dressurmethoden vorgehen will, wird er von einem Hund angegriffen und getötet.

Während die örtliche Polizei an einen Unfall glaubt, ist sich Dr. Ferret sicher, dass mehr hinter der Attacke steckt. Es zeigt sich, dass Morel mit gezielter Dressur Kampfhunde ausbildet, um in der Stadt die Macht zu übernehmen. Er initiiert zudem Hetzjagden auf Mitglieder der schwarzen Minderheit, bei denen es auch zu Todesfällen kommt. Bei der Ausbildung der Hunde werden auch ihre Halter zunehmend aggressiv. So auch Elisabeth, eine Lehrerin und Ferrets Freundin, die sich einen Hund zugelegt hat, nachdem sie auf dem Nachhauseweg vergewaltigt worden war. Als sie ihren Vergewaltiger wiedererkennt und er sie in ihrer Wohnung umbringen will, rettet ihr ihr Hund das Leben und die Medien feiern Morel als Helden.

Daraufhin zünden zwei Jugendliche, Franck und Jacques, die bereits mehrfach von den Hunden der Stadt attackiert wurden, Feuerwerkskörper in Morels Hundezwinger, um die Tiere zu erschrecken. Bei der folgenden Hetzjagd von Morel und seinen Hunden stürzt Franck von einer Klippe und stirbt. Elisabeth, die Zeugin des Unglücks wurde, will die Polizei verständigen und Morel anzeigen. Dessen Leute zwingen sie und Ferret jedoch die Stadt zu verlassen. Jacques will sich indes für den Tod seines Freundes rächen. Eines Nachts lauert er Morel auf. Er ersticht ihn und steckt sein Haus und seinen Hundezwinger in Brand. Mit letzter Kraft läuft Morel Hilfe suchend durch die Straßen. Im Viertel der Schwarzen bricht er schließlich zusammen und stirbt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Hunde wurde am 7. März 1979 in Frankreich uraufgeführt und lief daraufhin beim Internationalen Filmfestival von Moskau, wo Regisseur Alain Jessua eine Nominierung für einen Preis erhielt. In Deutschland wurde der Film erstmals am 9. August 1985 im Fernsehen gezeigt.

Der Film war der erste von bisher insgesamt neun gemeinsamen Filmen der französischen Stars Gérard Depardieu und Fanny Ardant. Zwei Jahre später erlangten sie Berühmtheit als tragisches Liebespaar in François Truffauts Filmdrama Die Frau nebenan (La Femme d’à côté, 1981).

Kritiken[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films sah im Film eine „sehr suggestiv angelegte, niederdrückende Parabel um Selbstverteidigung, die in ihr Gegenteil umschlägt“. Gleichzeitig handle es sich um „eine politische Reflexion über die Verwandlung demokratischer Prinzipien in autoritär-diktatoriale Verhaltensweisen und faschistoide Führerstaaten“. Die im Film veranschaulichte politische Botschaft werde jedoch „durch die etwas vordergründige Inszenierung sowie einige soziologische Allgemeinplätze abgeschwächt“.[1] Cinema bewertete das Gesehene als „[d]üsteres Spiel mit Angst und Allmachtsfantasien“, das zugleich als „[s]uggestives Plädoyer gegen Selbstjustiz“ konzipiert sei.[2] TimeOut London sprach von einem „sehenswerten, bedächtigen Film, der mit seinen großen Themen überraschend komplex umgeht“.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Hunde im Lexikon des Internationalen Films
  2. vgl. cinema.de
  3. “A worthwhile, thoughtful film which deals with its large themes with surprising complexity.” Vgl. Les Chiens auf timeout.com