Die Hyperion-Gesänge

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Die Hyperion-Gesänge ist ein Sammelband und umfasst die zwei Romane Hyperion (erschienen 1989) und Der Sturz von Hyperion (erschienen 1990) von Dan Simmons (englische Originaltitel der Romane: Hyperion und The Fall of Hyperion) und wurde in Deutschland erstmals im Jahr 2002 veröffentlicht. Innerhalb der Science-Fiction-Literatur ordnet man ihn dem Genre der Space Opera zu. Die beiden Romane sind auch 1991 als Hyperion und 1993 als Das Ende von Hyperion einzeln im Wilhelm Heyne Verlag erschienen. Die Fortsetzung der Hyperion-Gesänge beinhaltet der Sammelband Endymion aus dem Jahre 2003, der aus den zwei Romanen Endymion – Pforten der Zeit und Endymion – Die Auferstehung besteht (einzeln auf Deutsch bei Goldmann 1997 und 1999).

Inhalt[Bearbeiten]

Themen[Bearbeiten]

Die Hyperion-Gesänge nimmt sich auf seinen über 1400 Seiten verschiedenster monumentaler Themen an: Götter und Religionen, Philosophie und Dichtung, Ethik und Moral, künstliche Intelligenzen, Ökologie und Zeitreisen im Rahmen einer interstellaren Gesellschaft. Zusammen mit Spannungselementen wie Weltraum- und Bodenschlachten und emotionalen Themen wie die Macht der Träume und der Liebe im Universum verknüpft Simmons diese unterschiedlichen Elemente zu einer epischen und aktionsreichen Vision einer High-Tech-Zukunft.

Ausführlich behandelt werden unter anderem die Opferung Isaaks, der Kampf mit den Göttern (Hyperion ist in der griechischen Sage einer der Titanen, siehe Hyperion (Mythologie)) und das Leben des englischen Dichters John Keats. Thematisiert wird außerdem der rückwärts verlaufende Alterungsprozess eines Menschen, der an die Kurzgeschichte The Curious Case of Benjamin Button von F. Scott Fitzgerald erinnert.

Handlung[Bearbeiten]

Die Erde wurde bei einem Unfall (der große Fehler von Kiew) durch ein künstlich erzeugtes schwarzes Loch vernichtet und die Menschheit ist in den Weltraum geflüchtet. Über die meisten der neu besiedelten Planeten herrscht die Regierung der Hegemonie mithilfe von KIs des sogenannten TechnoCore. Diese künstlichen Intelligenzen sind unter anderem die Erbauer und Betreiber des Farcasternetzes zwischen den Planeten (in das Raum-Zeit-Gefüge gestanzte Löcher für den Echtzeitpersonen- und Gütertransport) und Erfinder der Fatline (ein Übertragungsmedium, das den Daten-Transport über beliebige Distanzen in Echtzeit ermöglicht). Am Rand der Hegemonie und darüber hinaus bevölkern die Ousters, die von der Regierung der Hegemonie als Feinde angesehen werden, die leeren Räume zwischen den Planeten in sogenannten Schwärmen (Ansammlung hunderter bis tausender Raumschiffe unterschiedlicher Funktion und Bauart). Die Ousters sind Menschen, die schon vor dem großen Fehler die Erde verlassen hatten und sich mit Hilfe von Nanotechnologie den unwirtlichen Bedingungen eines Lebens in der Schwerelosigkeit zwischen den Sternen angepasst haben.

Die Ratgeber des TechnoCore gelten als unfehlbar, was Prognosen bezüglich zukünftiger Entwicklungen angeht. Sie haben innerhalb der Hegemonie alle unbekannten Variablen eliminiert. Doch eine Variable bleibt nicht bestimmbar, so sehr sich die KIs bemühen: Die Outbackwelt Hyperion außerhalb des Einflussbereiches der Hegemonie mit ihren geheimnisvollen Zeitgräbern und dem Wesen Shrike. Zur Eliminierung dieser Unbekannten werden vom All-Wesen und der Regierung der Hegemonie unter Zeitdruck sieben Pilger ausgewählt und nach Hyperion geschickt. Sie sollen dort das Tal der Zeitgräber betreten, dem Wesen Shrike gegenübertreten, und die Geheimnisse für die Hegemonie lüften, bevor die Ousters dies tun. Der Legende nach muss eine Pilgergruppe zum Shrike immer aus einer Primzahl bestehen. Alle bis auf einen werden getötet – dieser eine jedoch kann einen Wunsch aussprechen und das Shrike wird ihn erfüllen.

Im ersten Teil der Hyperion-Gesänge, Hyperion, erzählen sich die Pilger auf dem Weg zu den Zeitgräbern auf Hyperion gegenseitig Teile ihrer Lebensgeschichte und ihre persönlichen Gründe für die Teilnahme an dieser Pilgerfahrt. Das Ende des ersten Teils bildet die Ankunft der Pilger im Tal der Zeitgräber.

Der zweite Teil, Der Sturz von Hyperion, beginnt mit einer Feier anlässlich des Krieges der Hegemonie gegen die Ousters. Er schildert aus Sicht des Cybriden von John Keats während dessen Traumphasen die Geschehnisse um die Pilger auf Hyperion und anderswo, und während dessen Wachphasen die Tage des Konfliktes zwischen Ousters und Menschheit innerhalb der Hegemonie am Regierungssitz Tau Ceti Center und an anderen Schauplätzen.

Simmons reichert die Handlung seiner Space Opera mit religiös-esoterischen und philosophischen Elementen an: Der TechnoCore arbeitet an seinem Ziel, eine gottähnliche „höchste Intelligenz“ zu erschaffen – jedoch muss diese schließlich feststellen, dass sie mit der offenbar eher zufällig aus dem Kollektivbewusstsein der Menschheit in ferner Zukunft entstandenen dreifaltigen menschlichen Gottheit (hier knüpft Simmons an die Ideen Teilhard de Chardins an) konkurrieren muss. In der Folge versuchen beide Parteien, durch mehr oder weniger subtile Manipulationen der Vergangenheit ihrer Zeitlinie den Vorrang zu geben. So entpuppen sich insbesondere die Zeitgräber und das Shrike als Instrumente, mit der die zukünftigen Gottheiten die Oberhand gewinnen wollen.

Figuren[Bearbeiten]

Die Hauptfiguren sind zum einen die sieben Pilger:

  • Het Masteen, Tempelritter und Kapitän des Baumschiffs Yggdrasil
  • Martin Silenus, Dichter
  • Lenar Hoyt, Pater und Paul Duré, Pater
  • Sol Weintraub, ein Ethik-Gelehrter mit seiner Tochter Rachel
  • Der Konsul, ehemaliger planetarer Gouverneur des Planeten Hyperion
  • Fedmahn Kassad, Oberst von FORCE:Weltraum
  • Brawne Lamia, Privatdetektivin

Weitere wichtige Figuren:

  • das Shrike, im Buch von Anhängern der Herr der Schmerzen und von der Kirche des Shrike das Avatar genannt
  • Meina Gladstone, die Präsidentin der Hegemonie
  • die Cybriden Johnny und Joseph Severn, KI-Persönlichkeitsrekonstruktionen des Dichters John Keats

Preise[Bearbeiten]

Der Roman Hyperion gewann folgende Preise:

Literatur[Bearbeiten]

  • Dan Simmons: Hyperion (1989) und Der Sturz von Hyperion (1990). Sammelband: Die Hyperion-Gesänge, Körber, Joachim (Übers.), München, Heyne, 2013, ISBN 3-453-52978-2
  • Dan Simmons: Endymion – Pforten der Zeit und Endymion – Die Auferstehung, (englische Originaltitel: Endymion & The Rise of Endymion). Sammelband: Endymion, ISBN 3-442-24251-7 und EAN 978-3-442-24251-1
  • Wolfgang Neuhaus: Die Geschichte des Shrike. Der Hyperion-Zyklus von Dan Simmons als „gotische“ Space Opera, in: Das Science Fiction Jahr 2004, hrsg. von Sascha Mamczak und Wolfgang Jeschke, München 2004, ISBN 3-453-87896-5, S. 113–129.

Eine Hörbuchfassung vom Hyperion- sowie Endymionzyklus wurde von Detlef Bierstedt verfasst und erschien im Jahr 2008 exclusiv bei Audible.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Audible.de: Hyperion & Endymion – Hörbuch