Die Kaktusblüte

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Kaktusblüte
Originaltitel Cactus Flower
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1969
Länge 102 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Gene Saks
Drehbuch I.A.L. Diamond
Produktion M.J. Frankovich
Musik Quincy Jones
Kamera Charles Lang
Schnitt Maury Winetrobe
Besetzung

Die Kaktusblüte (engl. Cactus Flower) ist eine romantische Komödie aus dem Jahre 1969 nach dem Schauspiel Cactus Flower von Abe Burrows in einer Bearbeitung von Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy unter dem Titel Fleur de cactus.[1]

Das Drehbuch für den Film stammt vom Autor I. A. L. Diamond, einem langjähriger Freund der Hollywood-Legende Billy Wilder. Goldie Hawn gelang mit dieser Komödie der Durchbruch im Filmgeschäft. Sie erhielt für diesen Film mehrere Preise, u. a. den Oscar als beste Nebendarstellerin.

Handlung[Bearbeiten]

Julian Winston, ein Zahnarzt aus New York, ist mit der temperamentvollen und wesentlich jüngeren Toni Simmons liiert. Er kann sich nicht vorstellen, verheiratet zu sein. Deshalb erzählt er Toni, er sei seit zehn Jahren mit einer anderen Frau verheiratet und mittlerweile Vater dreier Kinder. Eines Nachts hält Toni den Druck nicht mehr aus und sie versucht, sich in ihrem Zimmer das Leben zu nehmen. Zuvor schreibt sie Julian noch einen Abschiedsbrief, um zu zeigen, wie sehr sie in ihn verliebt sei. Gerade noch rechtzeitig erscheint ihr Nachbar, Igor Sullivan, und rettet sie aus ihrem Zimmer. Igor ist Schriftsteller und wohnt erst seit einiger Zeit nebenan.

Sie bittet Igor um einen Gefallen. Igor soll am nächsten Morgen in der Zahnarztpraxis anrufen und Julian mitteilen, dass sie lebt. Doch der Anruf kommt zu spät, da Julian Tonis Brief schon gelesen hat und auf dem Weg zu ihr ist. Als er sie in ihrem Zimmer sieht, merkt er erst, wie wichtig ihm Toni ist. Er will sich von seiner – nicht existierenden – Ehefrau scheiden lassen und Toni heiraten. Toni will jedoch vor der Heirat noch unbedingt diese Ehefrau kennenlernen, um ihr ein paar Fragen zu stellen. Sie hat mit der Frau Mitleid, da sie doch während der Ehe eine Affäre mit Julian hatte und sich durch die anstehende Scheidung schlecht fühlt.

Julian muss nun schnell eine Frau finden, die sich für eine Stunde als seine Ehefrau ausgibt. Er überredet seine Sprechstundenhilfe Stephanie Dickinson, die Ehefrau zu spielen. Stephanie ist seit fast zehn Jahren seine Sprechstundenhilfe; sie liebt Julian, ohne dass er davon weiß. Stephanie lebt mit ihrer Familie (Schwester, zwei Neffen und ein Hund) in einer kleinen Wohnung. Am nächsten Morgen lernt Toni die angebliche Ehefrau im Plattenladen kennen. Sie unterhalten sich eine Weile über das zukünftige Leben von Stephanie. Als Toni sie nach ihren Gefühlen fragt, erkennt sie, dass Stephanie immer noch nicht die Trennung überwunden hat. Toni hat Mitleid mit Stephanie und schenkt ihr eine schwarze Nerzstola, die sie zuvor von Julian als Geschenk erhalten hatte. Toni will nun unbedingt den Freund von Stephanie kennenlernen, um zu erfahren, ob sie jemanden hat, der ihr bei der Trennung hilft.

Nun muss Julian einen Mann finden, der sich als Freund seiner Ehefrau ausgibt. Harvey Greenfield, ein langjähriger Freund von Julian, willigt ein, nachdem ihm Julian einen Vorschlag gemacht hat. Harvey und Stephanie versuchen, ihre Rolle als Liebespaar so gut wie möglich vorzuspielen. Sie unterhalten sich miteinander, bis Harvey als erstes den Club verlässt. Toni fand ihn auf den ersten Blick unsympathisch und ungeeignet für Stephanie.

Am Ende erfährt Toni die ganze Wahrheit über Julian und seine Lügen. Toni will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Sie verliebt sich in den Schriftsteller Igor, der ihr in der schweren Zeit sehr geholfen hat. Julian erkennt, dass Stephanie ihn liebt, und verliebt sich in sie.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Freches Boulevardstück, herrlich gespielt. (TV-Spielfilm)
  • Eine witzig-spritzige Komödie voller Gags und Wirbel, von Gene Saks mit Bravour und der Starbesetzung Ingrid Bergman, Walter Matthau und Goldie Hawn inszeniert. (TVTV.de)
  • „Die Kaktusblüte“ ist eine witzige Komödie mit guten Darstellern und einem intelligenten Drehbuch von Billy Wilders langjährigem Partner I.A.L.Diamond (Moviemaster.de)
  • Ingrid Bergman und Walter Matthau spielen ein hinreißendes Paar wider Willen in dieser „ausgefeilten Übertragung einer Boulevardkomödie mit hervorragenden schauspielerischen Leistungen“ (Lexikon des Internationalen Films)
  • Reizende Dialogkomödie um einen Schwindel aus Liebe [...]. Ein filmisch leicht aufgelockertes Boulevard-Bühnenstück, das dank einer vorzüglichen Besetzung der Hauptrollen qualitätvolle Schmunzelunterhaltung bietet. Ab 16 gern empfohlen. (Evangelischer Film-Beobachter, Kritik Nr. 551/1969)

Weiteres[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Kaktusblüte gewann im Jahr 1970 den Oscar für die beste Nebendarstellerin. Die Schauspielerin Raquel Welch nahm den Preis für die beste Nebendarstellerin entgegen, da Goldie Hawn nicht auf der Oscar-Verleihung erschien. Im selben Jahr war der Film in fünf Kategorien für den Golden Globe (u. a. für den hoffnungsvollsten Newcomer) nominiert. Der Film gewann in der Kategorie beste Nebendarstellerin (Goldie Hawn).

Oscarverleihung 1970[Bearbeiten]

Britischer Filmpreis 1971[Bearbeiten]

  • nominiert in der Kategorie beste Schauspielerin - Goldie Hawn

Golden Globe Awards 1970[Bearbeiten]

  • Beste Nebendarstellerin - Goldie Hawn

Nominiert in den Kategorien:

  • Bester Film (Musical/Komödie)
  • Beste Filmschauspielerin (Musical/Komödie)
  • Bester Song
  • Beste Nachwuchsdarstellerin

Weitere Auszeichnungen[Bearbeiten]

David di Donatello

  • Spezial-David für Goldie Hawn

Writers Guild of America

  • nominiert in der Kategorie bestes Drehbuch (Komödie) - I. A. L. Diamond

Literatur[Bearbeiten]

  • Lawrence J. Quirk: Ingrid Bergman und ihre Filme. Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Marie Margarete Giese. Goldmann, München 1982, S. 152−155, ISBN 3-442-10214-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lawrence J. Quirk: Ingrid Bergman und ihre Filme. Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Marie Margarete Giese. Goldmann, München 1982, S. 152.