Die Kirche

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Die Kirche
Beschreibung Evangelische Wochenzeitung
Verlag Wichern-Verlag, Berlin
Erstausgabe 1945
Erscheinungsweise wöchentlich am Sonntag
Verkaufte Auflage
(Verlagsangaben,[1] 2012 IV)
7296 Exemplare
Verbreitete Auflage (Verlagsangaben,[1] 2012 IV) 8048 Exemplare
Chefredakteur Sibylle Sterzik
Herausgeber Bischof Markus Dröge, Mitherausgeber Johanna Haberer, Susanne Kahl-Passoth und Wolf Krötke[1]
Weblink die-kirche.de
ZDB 748897-x

Die Kirche (in Eigenschreibweise auch: „dieKirche“), ist eine wöchentlich erscheinende evangelische Kirchenzeitung. Gegründet 1945 in und für Groß-Berlin, unterlag diese Wochenzeitung nach der Teilung der Stadt ebenfalls einer Aufspaltung sowie einer Namensänderung für die Ausgaben in West-Berlin. Erst seit 2003 erscheint sie wieder unter dem gemeinsamen Namen Die Kirche als offizielles evangelisches Kirchenblatt für Berlin-Brandenburg und die schlesische Oberlausitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kirche erschien erstmals am ersten Advent nach Ende des Zweiten Weltkriegs, also am 2. Dezember 1945. Erster Chefredakteur („Schriftleiter“) war Kurt Böhme. Die erforderliche Presselizenz durch eine Besatzungsmacht stammte von der amerikanischen Militärregierung, als Verbreitungsgebiet war Groß-Berlin vorgesehen. Mit dem Zusammenbruch der Viermächte-Verwaltung Berlins im Zeichen des beginnenden Kalten Krieges musste die Ostausgabe der Kirche abgespalten und neu lizenziert werden.[2] In West-Berlin firmierte die Die Kirche dann als „Berliner Sonntagsblatt“, dessen Herausgeberin und Eigentümerin bis 1994 der „Westbereich“ der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg war.

In der DDR erschienen fünf evangelische Wochenzeitungen, drei davon für die lutherischen Kirchen (Mecklenburgische Kirchenzeitung, Der Sonntag in Sachsen und Glaube & Heimat in Thüringen), Die Kirche für die Kirchen der Union und die Potsdamer Kirche für die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg.[3] 1988 wurde Die Kirche genau wie die anderen evangelischen Kirchenzeitungen in der DDR mehrmals durch das Presseamt zensiert. Die Nr. 16 und 17 des Jahres 1988 erschienen überhaupt nicht, da die Berlin-Brandenburger Kirchenleitung die Zensur nicht hinnehmen wollte.[4]

Nach der Wende kam es Anfang der 1990er zum Zusammenschluss von Berliner Sonntagsblatt und Potsdamer Kirche, die die Umbenennung in „Berlin-Brandenburgisches Sonntagsblatt“ zur Folge hatte. Weitere Fusionen bzw. Kooperationen für die gemeinsame Nutzung des Mantels folgten, die zum Teil aber später wieder aufgegeben wurden. 1995[1] ging sie in das Eigentum des Wichern-Verlags über, um- bzw. rückbenannt in Die Kirche - Evangelische Wochenzeitung wurde sie 2003.

Ihr Verbreitungsgebiet umfasst nun das vollständige Gebiet der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die Angaben zur Auflagenhöhe sind in den aktuellen IVW-Listen einsehbar. Ansonsten sind die Angaben zur Auflagenhöhe widersprüchlich; so ist auf der verlagseigenen Preisliste von unter 10.000 Exemplaren die Rede,[1] während eine andere Seite des Verlags die Zahl 12.500 nennt.[5]

Inhalt und Gestaltung[Bearbeiten]

Die Kirche enthält wöchentlich auf 16 Seiten aktuelle Berichte, Reportagen und Interviews aus dem Kirchenleben Berlins, Brandenburgs und der schlesischen Oberlausitz. Darüber hinaus berichtet sie über die Evangelische Kirche in Deutschland, andere Landeskirchen und die weltweite Ökumene. Regelmäßige Rubriken sind daneben Veranstaltungshinweise, Gottesdienstplan, Personalien und Nachrufe.

Die Zeitung erscheint heute im Zeitungsformat 315 x 417 mm, und wird farbig im Rollenoffset gedruckt.[1] Zu DDR-Zeiten erschien die Zeitung schwarz-weiß.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jens Bulisch: Evangelische Presse in der DDR : „Die Zeichen der Zeit“ (1947–1990). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 3-525-55744-2.
  • Marlis Mühlegger-Reisenauer, Tabea Böcking: Kampfplatz Kirchenpresse : Zensurmaßnahmen an kirchlicher Publizistik in der DDR. In: Communicatio Socialis. Jg. 37 (2004), Nr. 4, S. 348–368. (Auf Basis einer Magisterarbeit von Marlis Reisenauer)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Verlagsangaben und Titelporträt die Kirche (PDF; 124 kB), Anzeigenpreisliste Nr. 23 vom 1. Januar 2011.
  2. Jens Bulisch: Evangelische Presse in der DDR. Göttingen 2006, S. 52.
  3. Jens Bulisch: Evangelische Presse in der DDR. Göttingen 2006, S. 30.
  4. Jens Bulisch: Evangelische Presse in der DDR. Göttingen 2006, S. 382–383.
  5. die-kirche.de Die Geschichte letzter Absatz: Zeitschriften und "die Kirche"