Die Konsequenz

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Konsequenz
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1977
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Wolfgang Petersen
Drehbuch Wolfgang Petersen, Alexander Ziegler
Produktion Bernd Eichinger
Musik Nils Sustrate
Kamera Jörg-Michael Baldenius
Schnitt Johannes Nikel
Besetzung

Die Konsequenz ist die Verfilmung des gleichnamigen autobiografischen Romans von Alexander Ziegler unter der Regie von Wolfgang Petersen.

Handlung[Bearbeiten]

Der homosexuelle Schauspieler Martin Kurath lernt im Gefängnis den erst 16-jährigen Sohn des Gefängnisaufsehers, Thomas Manzoni, kennen. Die beiden verlieben sich und ziehen nach der Entlassung Kuraths zusammen. Dies löst heftige Empörung in ihrer Umgebung aus. Thomas’ Vater setzt die Einweisung des Jungen in eine Erziehungsanstalt durch, um die Beziehung zu unterbinden. Doch der sensible Junge verkraftet die Unterbringung dort nicht. Durch die Folgen des Aufenthaltes dort sind seine psychischen Probleme für eine zufriedenstellende Fortsetzung der Beziehung zu groß geworden. Thomas begeht später einen Suizidversuch und wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, aus der er ausbricht.

Literarische Vorlage[Bearbeiten]

Der aus der Perspektive Martin Kuraths tagebuchartig gestaltete Roman Die Konsequenz spielt im Jahr 1974. Der Schweizer Alexander Ziegler verarbeitet in dem Buch seine persönlichen Erfahrungen. Er selbst war wegen „Verführung Unmündiger zu widernatürlicher Unzucht“ zweieinhalb Jahre lang inhaftiert.

Hintergrund[Bearbeiten]

Bei der von Bernd Eichinger im Jahr 1977 produzierten Verfilmung der Romanvorlage unter der Regie von Wolfgang Petersen arbeitete Alexander Ziegler persönlich mit. Die Dreharbeiten fanden im März und April 1977 in Zürich und Umgebung, München, am Starnberger See, sowie in der Justizvollzugsanstalt Vechta und am Rhein statt. Für die Filmmusik zeichnete Nils Sustrate verantwortlich.

Die Konsequenz hatte seine Premiere am 29. Oktober 1977 im Rahmen der Hofer Filmtage. Der Film wurde mit dem Prädikat „wertvoll“ ausgezeichnet und dennoch in seiner ursprünglichen Fassung zensiert und aufgrund seines als brisant empfundenen Inhaltes bei seiner Erstausstrahlung in der ARD am 8. November 1977 vom Bayerischen Rundfunk boykottiert, indem dieser sich weigerte, ihn zu senden. Kinostart war am 2. Dezember 1977.

Im März 2008 wurde der Film auf DVD veröffentlicht, als Bestandteil einer Gesamt-Werkschau des Regisseurs Wolfgang Petersen (Umfang: 22 DVDs).

Kritiken[Bearbeiten]

Der emotional stark überlastete Film versteht sich als Plädoyer für Toleranz und Achtung gegenüber Homophilen.

Lexikon des Internationalen Films[2]

Trotz einigermaßen dramatischen Beiwerks […] ist sie [die Geschichte] vor allem eine natürliche Liebesgeschichte in Schwarzweiß – eine der privatesten und glaubwürdigsten, die seit langem über den Bildschirm gingen.

Der Spiegel[3]

[…] manchmal, in der Zeichnung einiger negativer Kontrastfiguren, zu grobschlächtig didaktisch […]. Doch über diese Schwächen helfen die nuancierte Schwarzweiß-Photographie und das unglaublich intensive Zusammenspiel von Jürgen Prochnow und dem 17jährigen Laien Ernst Hannawald hinweg. Dieser Junge […] spielt seine Rolle mit einer Authentizität und emotionalen Betroffenheit, wie es sie im Fernsehen kaum je zu sehen gibt.

Hans-Christoph Blumenberg in Die Zeit[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexander Ziegler: Die Konsequenz. Fischer-TB 3407, Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-596-23407-7.
  • Wolfgang Petersen und Ulrich Greiwe (Hrsg.): Die Resonanz. Briefe und Dokumente zum Film „Die Konsequenz“. Fischer-TB 3423, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-596-23423-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 80 kB) der FSK
  2. Die Konsequenz im Lexikon des Internationalen Films
  3. Schock beim Trampel Der Spiegel, 46/1977, vgl. dazu auch: Hans Scheugl: Sexualität und Neurose im Film. Die Kinomythen von Griffith bis Warhol. Genehmigte, ungekürzte Taschenbuchausgabe. Heyne, München 1978 (Heyne-Buch; 7074), ISBN 3-453-00899-5, S. 211.
  4. Unter Männern Die Zeit, Nr. 46, 11. November 1977