Die Kunst des Krieges (Machiavelli)

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Über die Kunst des Krieges oder Dell’Arte della Guerra von Niccolò Machiavelli, entstanden zwischen 1519 und 1520 ist eine Abhandlung über Taktik, Strategie, Politik und hauptsächlich das Militärwesen.

Im Gegensatz zu Werken wie Der Fürst oder Discorsi ist die Kunst des Krieges eines der weniger gelesenen Werke des bekannten Staatsmannes und Philosophen der Renaissance. Machiavelli selbst meinte, sie sei seine wichtigste Arbeit.

Inhalt[Bearbeiten]

Machiavellis Kunst des Krieges entstand in einer Zeit, zu der Italien von Krieg, Intrigen und ausländischen Besetzern geprägt war. Machiavelli führte Italiens Lage hauptsächlich auf Fehler der politischen und militärischen Führung zurück. Die Arte kann groß in zwei inhaltlich unterschiedliche Hälften geteilt werden: Eine militärisch-taktische Abhandlung und eine politische.

In ersterer beschreibt er unter anderem die verschiedenen Möglichkeiten der Verwendung des Heers in Zeiten des Krieges und des Friedens. So meint er beispielsweise, dass eine Armee gleichermaßen als Mittel zur Eroberung, zum Schutz, zur Beruhigung und zur Unterstützung des Fürsten und der Gesetze verwendet werden kann.

Anhand eines Dialoges zwischen Machiavellis Freunden, berichtet er mit Fabrizio Colonna über den Verfall italienischer Tugenden, besonders in den Reihen der Fürsten. Machiavelli bringt zahlreiche Gründe vor, weshalb eine Nachahmung römischer Sitten, Militärdisziplin, Taktik und Strategie für das Italien der Renaissance von Vorteil wäre.

Eine Besonderheit in der Kriegsliteratur ist die fingierte Schlacht, in der einer von Machiavellis Freunden eine bis ins Detail aufgestellte Armee sukzessive den Feind besiegen lässt. Der darauf folgenden Diskussion ist gewiss eine beträchtliche Bedeutung für die Taktik der damaligen Zeit beizumessen. Obgleich Kritiker immer wieder meinten, Machiavellis Vorschläge, besonders die Nachahmung altrömischer Taktiken, seien im Zeitalter der aufkommenden Schusswaffen und Artillerien obsolet, so haben sie doch nachweislich berühmten Oberhäuptern wie Moritz von Oranien und Gustav Adolph von Schweden als Inspiration gedient.

Machiavelli bespricht außerdem Vorgehensweisen von Fürsten und militärischen Oberhäuptern zur Motivation und Übung der Soldaten. Auch das Problem der Aushebung wird besprochen.

Ähnlich wie auch in seinen anderen Werken übernimmt er viele Gedanken von antiken Autoren des Genres. Bekannte Kriegsphilosophen wie Polybius, Frontinus und Vegetius spielen eine große Rolle in der Zusammensetzung des Werkes.

Die politischen Ideen, die in der inhaltlichen zweiten Hälfte des Buches hervorgebracht werden, sind im Großen und Ganzen ähnlich zu denen der Discorsi und des Fürsten.

Trotz der Gleichheit des Namens unterscheidet sich die Arte della Guerra grundlegend von Sunzis bekanntem Werk "Die Kunst des Krieges".

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Deutsche Übersetzungen existieren im Rahmen von Gesamtausgaben der Werke Machiavellis, beispielsweise:

  • Gesammelte Werke: Vom Staate, Vom Fürsten, Geschichte von Florenz, Die Kunst des Krieges, Kleine Schriften, Komödien, Dialog über die Sprache, Die Belfagor-Novelle. Zweitausendeins, 2. Auflage 2006. ISBN 3861507749 / Dörfler, Eggolsheim 2011, ISBN 3895557021