Die Nacht des Jägers

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Nacht des Jägers
Originaltitel The Night of the Hunter
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1955
Länge 89 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Charles Laughton
Drehbuch James Agee (und Charles Laughton, ungenannt)
Produktion Paul Gregory
für United Artists
Musik Walter Schumann
Kamera Stanley Cortez
Schnitt Robert Golden
Besetzung
Synchronisation

Die Nacht des Jägers (Originaltitel: The Night of the Hunter) ist ein US-amerikanischer Spielfilm von 1955. Das Thrillerdrama basiert auf dem gleichnamigen Roman von Davis Grubb aus dem Jahr 1953. Der Film ist die einzige Regiearbeit des Schauspielers Charles Laughton.

Der Film spielt im Amerika der 1930er-Jahre und erzählt vom psychopathischen „Wanderprediger“ Harry Powell. Als er von einem zum Tode verurteilten Zellengenossen erfährt, dass dieser bei einem Raub 10.000 US-Dollar erbeutet und das geraubte Geld bei seiner Familie versteckt hat, macht er sich an die Witwe und deren Kinder heran, um an das Geld zu gelangen.

Nachdem Die Nacht des Jägers zunächst bei seiner Veröffentlichung von Kritikern und Publikum abgelehnt wurde, gilt er heute als stilistisch einzigartiges Meisterwerk. 1992 wurde der Film in das National Film Registry aufgenommen. Das französische Filmmagazin Cahiers du cinéma listete ihn 2008 hinter Orson WellesCitizen Kane auf dem zweiten Platz der besten Filme aller Zeiten.[1]

Handlung[Bearbeiten]

In den Südstaaten der USA, etwa Anfang der 1930er-Jahre während der Great Depression: Harry Powell, ein psychopathischer Frauenmörder zieht als vermeintlicher Wanderprediger mordend durch die Lande. Auf seine beiden Hände hat er die Worte „Love“ und „Hate“ tätowiert. Wegen eines vergleichsweise harmlosen Autodiebstahls kommt er für einige Wochen ins Gefängnis, wo er mit dem zum Tode verurteilten Mörder und Bankräuber Ben Harper die Zelle teilt. Dieser erbeutete bei einem Raub 10.000 Dollar (nach heutiger Inflation über 140.000 US-Dollar[2]) und brachte dabei zwei Menschen um. Nur seine Kinder John und die kleine Pearl wissen, dass er das Geld in Pearls Puppe versteckt hat. Sie mussten ihrem Vater kurz vor seiner Verhaftung schwören, dies niemandem zu verraten. Powell erfährt von dem Geld – nicht aber das Versteck – indem er Harper im Schlaf ausfragt. Nach Harpers Hinrichtung möchte Powell unbedingt die Beute an sich bringen. Er macht sich nach seiner Entlassung an Bens Witwe Willa Harper heran, indem er vortäuscht, Gefängnispriester gewesen zu sein und Ben Harpers Vertrauen genossen zu haben. Frömmelnd erschleicht er sich das Wohlwollen der übrigen Dorfbewohner, überzeugt schließlich auch Willa und heiratet sie.

Schon bald beginnt Powell zu ahnen, dass John das Versteck der Beute kennt und setzt ihn und Pearl zunehmend unter Druck. Willa gerät schnell in eine psychische Abhängigkeit von dem predigenden Psychopathen. Nur der verschrobene Onkel Birdie, mit dem John immer angelt, macht sich Sorgen. Powell wendet immer perfidere Methoden an, um das Versteck des Geldes von den Kindern zu erfahren. Auch sein Umgang mit Willa wird immer brutaler. Schließlich tötet er seine Frau und versenkt die Leiche nachts im Fluss. Den Kindern und Willas besorgter Arbeitgeberin Mrs. Spoon erzählt er, seine Frau habe ihn verlassen. Er macht ihnen vor, er sei ein gebrochener Mann. Zu Hause terrorisiert und quält er weiterhin die Kinder.

Zwar entdeckt Onkel Birdie Willas Leiche im Fluss, doch aus Furcht, selbst des Mordes beschuldigt zu werden, wagt er es nicht, zur Polizei zu gehen – stattdessen betrinkt er sich. Powell presst den Kindern das Geheimnis ab, doch im letzten Moment können sie mit dem Geld fliehen. Der völlig betrunkene Birdie Steptoe kann ihnen nicht helfen. So flüchten sie auf einem Boot den Fluss hinab, wo Powell ihnen bereits zu Pferd auf den Fersen ist, während er den Dorfbewohnern in einem Brief vorzutäuschen versucht, mit den Kindern verreist zu sein.

Schließlich finden John und Pearl bei Mrs. Cooper Unterschlupf. Die Frau unterhält eine Art Heim für obdachlose Kinder. Schnell fassen die Kinder Vertrauen zu ihr, doch sie verschweigen weiter ihre Geheimnisse. Als auch Powell den Ort erreicht, macht er sich an die pubertierende Ruby, einen Schützling von Mrs. Cooper, heran. Er versucht, die Kinder zurückzuholen, doch die resolute Mrs. Cooper vertreibt ihn vom Grundstück. Als Powell versucht, in das Haus einzudringen, schießt sie ihn an. Sie ruft die Polizei, die Powell festnimmt, denn inzwischen sind seine vorangegangen Untaten ans Tageslicht gekommen. Bei seiner Verhaftung bricht John zusammen und wirft Powell das Geld vor die Füße.

Im Verlaufe des folgenden aufreibenden Gerichtsprozesses erfahren die dem Verfahren beiwohnenden Zuschauer von Powells Verbrechen. Dem Pöbel gelingt es fast, den Mörder zu lynchen, wobei die Wortwahl der bis zur Raserei empörten Bürger an Powells eigene Predigten erinnert. Noch vor kurzem hatten die Bürger an Powells Gottesdiensten begeistert teilgenommen.

Die Kinder bleiben bei Mrs. Cooper, die ihnen mit ihrer ehrlichen, einfachen und frommen Art wie eine Mutter ist.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Serienmörder Powers (um 1920)

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Davis Grubb, der zwei Jahre zuvor erschienen war und zum Bestseller wurde. Grubbs historisches Vorbild für Harry Powell war der 1892 in den Niederlanden geborene Serienmörder Harry F. Powers, der Kontaktanzeigen an alleinstehende oder verwitwete Frauen veröffentlichte und darin schrieb, dass er auf der Suche nach Liebe und einer Frau sei. Anschließend wurden die darauf eingehenden Frauen von ihm beraubt und manchmal auch ermordet. Powers wurde nach seiner Verhaftung zum Tode verurteilt und am 18. März 1932 gehängt. Der Theater- und Fernsehproduzent Paul Gregory[3] war vom Buch so fasziniert, dass er beschloss, die Rechte zu kaufen und es beim Filmstudio United Artists zu verfilmen. United Artists war dafür bekannt, seinen Filmschaffenden weitgehende künstlerische Freiheit zu gewähren.[4] Gregory besetzte seinen Freund Charles Laughton als Regisseur. Beide hatten bereits am Broadway in ihren jeweiligen Funktionen als Regisseur bzw. Produzent drei Stücke gemeinsam aufgeführt.[5]

Charles Laughton (1940), Fotografie: Carl van Vechten

Charles Laughton war Mitte der 1950er-Jahre bereits seit über zwei Jahrzehnten ein beim Publikum und Kritikern beliebter Filmstar sowie Charakterdarsteller. Zwar hatte er auch bei einigen Theaterstücken – etwa am Broadway – Regie geführt, doch Die Nacht des Jägers wurde zu seinem ersten (und zugleich letzten) Film als Regisseur. Dass er keine weitere Regiearbeit mehr übernahm, lag wohl auch am Misserfolg des Filmes. Den ersten Entwurf des Drehbuchs verfasste der renommierte Autor James Agee, der mit dem Thema der Weltwirtschaftskrise im Film vertraut war, weil er 1941 den bedeutenden Band Preisen will ich die großen Männer über die Weltwirtschaftskrise in Amerika herausgebracht hatte. Agees Entwurf stellte sich jedoch mit fast 300 Seiten als deutlich zu lang heraus. Daher kürzten Agee und Laughton gemeinsam das Drehbuch auf normale Länge.[6] Laughton und Agee fügten der Handlung im besonderen Maße Elemente eines gothicartigen Albtraumes sowie einer Märchengeschichte hinzu.[7]

Dreharbeiten[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten dauerten von August bis Oktober 1954, Uraufführung war im September 1955. Das Budget des Filmes betrug rund 800.000 US-Dollar, was damals ein durchschnittlicher Wert war. Um die Arbeitsmoral der Mitarbeiter zu stärken, versprachen Produzent Gregory und Laughton wichtigen Mitgliedern der Filmcrew wie Kameramann Stanley Cortez zusätzlich zu ihrem normalen Gehalt ein Prozent Anteil am möglichen Gewinn des Filmes. Regisseur Charles Laughton soll seine Darsteller, ganz besonders Robert Mitchum, zu Höchstleistungen angetrieben haben. Für Mitchum waren die Dreharbeiten nach eigenen Aussagen ein Horrortrip: Er identifizierte sich so sehr mit der Rolle des Verbrechers Harry Powell und war davon derart über sich selbst schockiert, dass er erst Jahre später in der Lage war, über den Film zu sprechen. Später bezeichnete er Die Nacht des Jägers jedoch als seinen Lieblingsfilm von allen Filmen, an denen er mitgewirkt habe.[6]

Shelley Winters, die in den 1950er-Jahren eigentlich eine Hauptdarstellerin war, akzeptierte für die relativ kleine Rolle der Mutter. Später nannte sie ihren Auftritt im Film wohl den nachdenklichsten und zurückhaltendsten, den sie je in ihrer Karriere gemacht hätte.[8] Während Stummfilmlegende Lillian Gish als Rachel besetzt wurde, spielte zunächst Emmett Lynn die Rolle des Birdie Steptoe. Mehrere Szenen mit Lynn waren bereits gedreht worden, ehe er durch den wesentlich bekannteren James Gleason ersetzt wurde.[9] Während Nebendarsteller Peter Graves später als „Jim Phelps“ in der Krimiserie Unmöglicher Auftrag (auch: Kobra, übernehmen Sie) berühmt werden sollte, gelang den Kinderdarstellern Billy Chapin und Sally Jane Bruce anschließend keine größere Filmkarriere mehr. Lange gab es Gerüchte, dass Laughton die Schauspielanweisungen an die Kinder Robert Mitchum übergab, weil er angeblich nicht mit den Kindern zurechtkam. Zahlreiche Bücher behaupteten dies, darunter auch Mitchums Autobiografie. Mittlerweile sind aber Aufnahmen aufgetaucht, in denen Laughton bei den Kindern Regie führt und das widerlegt.[10]

Neuverfilmung[Bearbeiten]

1991 wurde ein Fernseh-Remake mit Richard Chamberlain in der Rolle des Harry Powell produziert, das allerdings eher negativ aufgenommen wurde.[11]

Inhalt und Stil[Bearbeiten]

Der Film gilt als einzigartiges Kuriosum verschiedener Stilelemente, auf die der Zuschauer seinerzeit nicht vorbereitet waren: Mit seiner bedrohlich-beunruhigenden Grundstimmung wird er zwar häufig zum Film noir zugerechnet, besitzt aber im Gegensatz zu den allermeisten Film noirs auch märchenhafte und biblische Elemente. So bezieht sich die Geschichte mehrmals auf Moses und Jesus, wie sie ihren Feinden entkamen. Die Flucht und Situation der Kinder erinnert an Grimm-Märchen wie Hänsel und Gretel oder Rotkäppchen. Laughton selbst soll es als „albtraumhaftes Mother Goose[12] bezeichnet haben, wobei die Figur der mütterlichen Rachel speziell an die im englischen Sprachraum beliebte Figur der Mother Goose erinnert. Das Ende von Die Nacht des Jägers fällt ungewöhnlich positiv und versöhnlich aus, was ein weiterer Widerspruch zu den meisten Film Noirs ist.

Ein zentrales Thema des Filmes sind Gegensätze, etwa die zwischen den Kindern und Erwachsenen, aber vor allem der ewige Kampf zwischen Gut und Böse. Während Rachel dabei für das Gute und eine positive Religiosität steht, verkörpert Powell das Böse und eine strafende, verirrte Religiosität.[13] Dargestellt wird das auch durch die tätowierten Finger von Harry Powell, auf denen LOVE und HATE geschrieben steht. Eindrucksvoll demonstrierte er in einer Filmszene damit den Kampf zwischen Gut (rechte Hand = LOVE) und Böse (linke Hand = HATE). Das Motiv wurde und wird bis heute in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen zitiert. Gleichzeitig übt der Film aber auch Kritik an der Leichtgläubigkeit und Bigotterie der amerikanischen Bevölkerung: Speziell die weibliche Landbevölkerung – verkörpert von der frömmelnden Mrs. Spoon – ist beeindruckt von Powells anschaulich-plakativen Predigten und drängt die Mutter der Kinder zur tödlichen Heirat. Später ist Mrs. Spoon als eine der herumschreienden Anführerinnen der versuchten Lynchjustiz gegen Powell zu sehen.

Die traumhafte Bildsprache, die ungewöhnlichen Kameraperspektiven, die kontrastreiche Beleuchtung und die teilweise grotesken Kulissen vom Szenenbildner Hilyard M. Brown erinnern an den expressionistischen Film aus dem Deutschland der 1920er-Jahre, speziell an die Scherenschnittfilme von Lotte Reiniger.[14] Insbesondere die teilweise auffallende Filmmusik ist an die Begleitmusik zu Stummfilmen angelehnt. Im Film kommen verschiedene Kinderlieder zum Einsatz, außerdem singt Mitchum im Film mehrmals das religiöse Lied Leaning on the Everlasting Arms aus dem Jahre 1887. Auffallend ist auch die laute und auffallende Themenmusik, die ständig beim Erscheinen von Harry Powell gespielt wird. Dieses Thema wird schon im Vorspann beim Namen Robert Mitchum gespielt. Auch Anleihen an die filmische Poesie von David Wark Griffiths Stummfilmen lassen sich erkennen.[15] Das Versteck der beiden Kinder im Keller vor Powell wird dem Zuschauer beispielsweise durch eine Irisblende „gezeigt“, die den sichtbaren Bildausschnitt verkleinert, sodass man das Kellerversteck erkennt. Die Irisblende war eine insbesondere in Stummfilmen angewandte Technik, für den Tonfilm war sie dagegen völlig unüblich.[16] Ein Rückgriff auf die Stummfilmära wird nicht zuletzt durch die Besetzung von Stummfilmlegende Lillian Gish als Rachel deutlich, deren Name in der amerikanischen Öffentlichkeit bis heute unmittelbar mit dem Hollywood-Stummfilm und besonders Griffiths Filmen assoziiert wird.

Andererseits verweisen einige der Thriller- und Horror-Elemente sowie die von Laughton teilweise grotesk gezeigten Situationen stilistisch und inhaltlich bereits auf spätere Filme, beispielsweise die von David Lynch. Rückblickend kann Die Nacht des Jägers als Vorreiter späterer, erfolgreicher Filmgenres verstanden werden. Auffallend sind auch kleine, wenig mit dem Hauptinhalt zusammenhängende Nebengeschichten wie die des Witwers „Birdie“ Steptoe, der noch immer seiner Frau nachhängt und in der Vergangenheit lebt, oder des Henkers Bart, der am liebsten keine Hinrichtungen mehr vollziehen würde.

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronfassung entstand vermutlich zur deutschen Erstaufführung im März 1956.[17]

Rolle Darsteller Dt. Synchronstimme[18]
Reverend Harry Powell Robert Mitchum Curt Ackermann
Willa Harper Shelley Winters Tilly Lauenstein
Rachel Cooper Lillian Gish Ursula Krieg
Onkel Birdie Steptoe James Gleason Carl Heinz Carrell
Mrs. Icey Spoon Evelyn Varden Agnes Windeck
Mr. Walt Spoon Don Beddoe Hans Hessling
Ben Harper Peter Graves Gert Günther Hoffmann

Rezeption[Bearbeiten]

Rezeption bei Veröffentlichung[Bearbeiten]

Kommerziell war der Film seinerzeit ein Misserfolg, während zahlreicher Kinovorstellungen soll er sogar ausgebuht worden sein. Viele Zuschauer sollen vorzeitig den Kinosaal verlassen haben. Grund dafür sind nach Meinung von Filmhistorikern diverse Tabubrüche sowie die damals ungewohnten Stilelemente des Filmes. Auch die Kritiker sahen den Thriller meist gemischt bis ablehnend.

„Der unbarmherzige Terror von David Grubbs Roman verschwindet bei Paul Gregory und Charles Laughton in ihrer Adaption von Night of the Hunter. Das Debüt von Gregory als Produzent und Laughton als Regisseur ist vielversprechend, aber das komplette Produkt, manchmal fazinierend, verliert seinen wichtigen Antrieb durch zu viele Seitengeschichten, die einen dunstigen Effekt haben.“

Variety, 31. Dezember 1954[19]

Spätere Rezeption[Bearbeiten]

In den folgenden Jahrzehnten veränderte sich die Rezeption des Filmes grundlegend. Bei vielen Filmkritikern wird er mittlerweile als einer der besten Filme aller Zeiten gesehen. Auf dem Kritikerportal Rotten Tomatoes besitzt Die Nacht des Jägers basierend 61 Kritiken eine positive Wertung von 98%, wobei die einzige negative der 61 Kritiken zum Film aus dem Entstehungsjahr des Filmes kommt.[20]

„Vom deutschen Expressionismus beeinflußt, arbeitet der Film mit suggestiven Licht- und Toneffekten und erzeugt so eine irreale, beklemmende, manchmal schockierende Atmosphäre. Laughton bezeichnete seine einzige Regiearbeit als „albtraumhaftes Märchen“. Der Film fand zunächst wenig Resonanz, wurde aber später als Werk mit originärer Filmsprache wiederentdeckt.“

Lexikon des internationalen Films[21]

„[…] ein eigenwilliger, manchmal monströser, aber immer faszinierender Film. Laughton bedient sich mancher Stilmittel der Stummfilmzeit, setzt weniger auf vordergründige Aktion, sondern kostet Gefühle und Stimmungen aus. Dabei gelingen ihm Bilder von naiver Schönheit und düsterer Kraft.“

Reclams Filmführer[22]

„Charles Laughtons The Night of the Hunter ist einer der größten amerikanischen Filme, hat aber nie die Bedeutung erhalten, die er verdient […] Die Menschen können ihn nicht kategorisieren, deshalb lassen sie ihn aus. Dennoch: Was für ein unwiederstehlicher, angsteinflößender und wunderschöner Film er ist! Und wie gut er seine Zeit überstanden hat. […] Mit seinem ersten Film machte Laughton einen Film, wie es ihn nie zuvor und nie danach gegeben hat, und mit einem solchen Selbstvertrauen, als würde er aus einem Lebensalter von Arbeit an ihm bestehen. (Wertung: Vier/Vier Sternen)“

Roger Ebert, 1996[23]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Zwar wurde Die Nacht des Järgers bei seiner Veröffentlichung mit keinerlei Auszeichnungen bedacht, allerdings folgten in späteren Jahren zahlreiche Ehrungen durch Kritiker: 1992 erfolgte die Aufnahme des Filmes in das National Film Registry als „kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsam“. Das American Film Institute wählte ihn 2001 auf Platz 34 der besten amerikanischen Thriller aller Zeiten, zwei Jahre später wählte das Film Institute außerdem die Figur des Harry Powell auf Platz 34 der größten Filmschurken. Das französische Filmmagazin Cahiers du cinéma listete Die Nacht des Jägers im Jahre 2008 hinter Orson WellesCitizen Kane auf dem zweiten Platz der besten Filme aller Zeiten. 2009 wurde der Film vom britischen Kulturmagazin The Spectator auf Platz 1 der 50 „essenziellsten Filme aller Zeiten“ gewählt (vor Apocalypse Now und Sunrise).[24]

Medien[Bearbeiten]

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Die Nacht des Jägers. MGM Home Entertainment 2001.
  • Die Nacht des Jägers. Süddeutsche Zeitung Cinemathek, Sony Pictures 2006, ISBN 3866152957.

Blu-Ray-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Die Nacht des Jägers. (inkl. DVD), Masterpieces Of Cinema Collection, Koch Media GmbH 2013.

Soundtrack[Bearbeiten]

  • The Night of the Hunter. An Original Soundtrack Recording with Narration. Music by Walter Schumann. BMG/RCA 74321720532, 1999.

Adaptionen[Bearbeiten]

Minutentexte Hörspiel von Volker Pantenburg und Michael Baute, Produktion Hessischer Rundfunk/Deutschlandfunk 2008, 93 Autoren interpretieren die 93 Minuten des Films.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cahiers du cinéma
  2. US Inflation Calculator
  3. IMDb: Paul Gregory
  4. Paul Gregory im Interview
  5. Paul Gregory in der IBDB. Die drei Zusammenarbeiten waren Don Juan in Hell, John Brown's Body und The Caine Mutiny Court-Martial
  6. a b IMDb Trivia
  7. "Night of the Hunter" bei der Film Noir Foundation
  8. Shelley Winters, zitiert bei IMDb Trivia
  9. Emmett Lynn bei der Internet Movie Database, siehe Anmerkung Scenes Deleted
  10. Aufnahmen, wie Laughton bei den Kindern Regie führt (YouTube)
  11. Die Nacht des Jägers (1991) auf der Internet Movie Database
  12. Simmon Callow: Charles Laughton: A Difficult Actor
  13. Bible and Cinema: Fifty Key Films, Adele Reinhartz (Hg.)
  14. Expressionismus aus Hollywood - Deutsche Welle
  15. Besprechung der Los Angeles Times
  16. Analyse "The Night of the Hunter", S. 11
  17. IMDb Release Dates
  18. Die Nacht des Jägers in der Deutschen Synchronkartei
  19. Rezension bei Variety
  20. Rotten Tomatoes: Night of the Hunter
  21. Die Nacht des Jägers im Lexikon des internationalen Films
  22. Reclams Filmführer, 2.A. 1973, ISBN 3-15-010205-7.
  23. Roger Ebert: Great Movie – The Night of the Hunter
  24. The Spectator’s 50 Essential Films: Part Two, abgerufen am 26. April 2015.