Die Outsider (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Die Outsider
Originaltitel The Outsiders
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1983
Länge 87 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Francis Ford Coppola
Drehbuch Kathleen Rowell
Produktion Gray Frederickson, Fred Roos
Musik Carmine Coppola
Kamera Stephen H. Burum
Schnitt Anne Goursaud
Besetzung

Die Outsider ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 1983. Die Handlung beruht auf dem gleichnamigen Roman Die Outsider von S. E. Hinton aus dem Jahr 1967.

Handlung[Bearbeiten]

In Tulsa im Jahr 1966 rivalisiert die Gang der Jugendlichen „The Greasers“ mit den anderen Gangs, dazu gehören „The Socs“ (ausgesprochen: [soshus]).

Dallas „Dally“ Winston spricht in einem Autokino zwei Mädchen an: Cherry und Marcia, die ihn abweisen. Ponyboy Curtis und Johnny Cade flirten mit einem der beiden Mädchen. Die Mädchen treffen dann ihre Dauerfreunde, Socs, die sie wütend mit einem Auto heimbringen. Ponyboy und Johnny werden später in einem Park von diesen provoziert. Pony wird fast ertränkt, und unter diesen Umständen ersticht Johnny Bob Sheldon, den Anführer der „Socs“. Daraufhin entschließen sich Ponyboy und Johnny auf Dallas’ Anraten hin, in eine Kirche nahe Windrixville zu fliehen und sich dort versteckt zu halten. Als sie von einem kurzen Abstecher zurückkehren, sehen Dallas, Johnny und Ponyboy Feuer in der Kirchenruine, in der sie zuvor Zigaretten geraucht haben. Sie retten die dort spielenden Kinder. Johnny wird unglücklicherweise von einem herabfallenden Holzbalken getroffen und erst in letzter Sekunde von Dallas Winston gerettet. Johnny kommt schwerverletzt in ein Krankenhaus, Ponyboy und Dallas kommen mit Rauchvergiftungen und leichten Verbrennungen davon. Zwischen den Gangs kommt es zu einer Schlägerei ohne Waffen, die die „Greasers“ gewinnen.

Dallas und Ponyboy erzählen dies sofort Johnny im Krankenhaus, der dort das Buch „Vom Winde verweht“ gelesen hat, und Johnny stirbt. Dallas ist verzweifelt, da Johnny der einzige Mensch war, den er wirklich ins Herz geschlossen hatte. Er dreht schließlich durch, bedroht den Besitzer eines Zeitschriftenladens mit einer nicht geladenen Pistole, flieht und will Ponyboy und seine Brüder im Park treffen, wird dort aber von der Polizei gestellt. Er legt mit seiner ungeladenen Pistole auf Polizisten an, da er nicht lebend in die Hände der Polizei fallen will und wird vor den Augen seiner Freunde erschossen. Er plante seinen Tod, weil er den Tod von Johnny nicht verkraftete.

Hintergründe[Bearbeiten]

Die Produktionskosten betrugen schätzungsweise 10 Millionen US-Dollar. Im Jahr 2005 wurde eine neue Version mit dem Untertitel The Complete Novel veröffentlicht, die gemeinsam von Francis Ford Coppola und Kim Aubry produziert wurde. Eine wesentlicher Grund für die Herausgabe der neu geschnittenen Version bestand für Coppola darin, den Film an die Buchvorlage von Susan Eloise Hinton anzupassen und die Geschichte somit zu vervollständigen. Der Verleiher des Films, Warner Bros., hatte den Film ursprünglich kürzen lassen, weil man der Meinung war, dass er sonst für die relativ junge Zielgruppe zu lang werden würde. Die neue Version ist mit 113 Minuten 22 Minuten länger als die Version von 1983. Auch am Soundtrack wurden Veränderungen vorgenommen. Er umfasst nun auch Stücke von Elvis Presley, die Coppola in der alten Version ebenfalls nicht unterbringen konnte. Die neue Version ist im November 2011 nun auch in Deutschland erschienen (DVD und Blu-Ray, jeweils als 2-Disc Edition). Eingefügte bzw. verlängerte Szenen sind in englischer Originalsprache mit deutschen Untertiteln belassen. Am 12. August 2012 zeigte der deutsch-französische Kulturkanal Arte erstmals eine komplett neu synchronisierte Fassung. Die alte, kürzere Version ist in Spanien unter dem Titel Rebeldes auf DVD erschienen und umfasst neben der spanischen auch die englische Tonspur.

Kritiken[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films befindet: Unverkennbar an den James-Dean-Mythos anknüpfend, beschwört der Film die Erinnerung an Vergangenes, wobei Coppola ebenso routiniert wie virtuos lyrische Szenen entwirft, die gelegentlich bewußt die Nähe zu nostalgischem Kitsch suchen. Dabei entsteht eine ungewöhnliche Atmosphäre von großer Intensität und Dichte, die zu einer distanzierenden Haltung zwingt und für eine reflektierende, die Gegensätze überwindende Vernunft plädiert.[1]

Anlässlich der Präsentation der Neufassung schrieb Manohla Dargis 2005 in der New York Times, der Film hätte bei seiner Veröffentlichung im Jahr 1983 neutrale und sogar negative Kritiken gehabt.[2] So nannte etwa New York Times-Filmkritiker Vincent Canby Die Outsiderein goldüberglänztes Melodram um Akne und Angst.“[3] Coppola selbst habe den Film als „ein "Vom Winde verweht" für 14jährige Mädchen“ bezeichnet.[2]

Roger Ebert kritisiert in der Chicago Sun-Times, der Regisseur sei so fixiert auf seine Vorstellungen eines bestimmten Film-"Looks" der 1950er Jahre („some sort of fixation on the contrived Hollywood sound stage look of the 1950s“), dass die Figuren auf der Leinwand wie in gerahmten Gemälden erscheinen („seems so hung up with his notions of a particular movie "look", with his perfectionistic lighting and framing and composition, that the characters wind up like pictures, framed and hanging on the screen“). Für Matt Dillon etwa, der in der Verfilmung des Hinton-Romans Tex überzeugend einen dreidimensionalen Charakter verkörperte, bleibe wenig mehr zu tun als das übliche … denn sie wissen nicht, was sie tun-Gebaren („In "Tex" he played a three-dimensional character, complicated and convincing. In "The Outsiders", he's required to do little more than standard "Rebel Without a Cause" behavior.“). Ebert bezeichnet den Film als Stilübung, der es an Leben und Spontanität fehle („There's not much life in this movie, or spontaneity. It's a stylistic exercise.“).[4]

Auch der Spiegel moniert: „Hat nun auch der beharrlichste Avantgardist Hollywoods auf das gesetzt, was die Branche als Selbstgänger erkannt hat: den Teenie-Film? Aber Coppola wäre nicht, der er ist, wenn er nicht versuchte, das Genre zu überhöhen, ein Epos zu schaffen, wo eine Novelle angebrachter wäre. Ständig auf der Suche nach amerikanischen Mythen“ werden hier sämtliche „Klassiker der Jugendnostalgie hemmungslos zitiert“, von … denn sie wissen nicht, was sie tun und West Side Story, über American Graffiti und The Last Picture Show, allerdings, so die Rezensentin, auch „witz- und wirkungslos“. Coppola inszeniere den Jugendbuch-Bestseller von 1967 „wie in die eigene verlorene Jugend verliebt, voll kalkulierter Sentimentalität und ungeachtet der Tatsache, daß inzwischen die Arbeitslosigkeit im Leben junger Leute breiteren Raum einnimmt als Bandenromantik.“ An der sozialen Dimension, die der Geschichte innewohne, sei Coppola nicht interessiert, konstatiert Barbara von Jhering, ihm ginge es „um das Mythologisieren eines längst besser behandelten Themas.“[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Francis Ford Coppola wurde im Jahr 1983 für einen Preis des Moskauer Internationalen Filmfestivals nominiert. C. Thomas Howell gewann 1984 den Young Artist Award, der Film als bester Familienfilm und Diane Lane wurden für den Young Artist Award nominiert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Outsider im Lexikon des Internationalen Films
  2. a b Coppola Pays a Return Visit to His "Gone with the Wind" for Teenagers, The New York Times, 9. September 2005
  3. a b Tod und Träume, Der Spiegel 26/1983, 27. Juni 1983
  4. The Outsiders, Chicago Sun-Times, 25. März 1983