Die Passion der Jungfrau von Orléans

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Passion der Jungfrau von Orléans (Die Passion der Jeanne d’Arc)
Originaltitel La Passion de Jeanne d’Arc
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1928
Länge 110 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Carl Theodor Dreyer
Drehbuch Carl Theodor Dreyer, Joseph Delteil
Kamera Rudolph Maté
Schnitt Carl Theodor Dreyer
Marguerite Beaugé
Besetzung

Die Passion der Jungfrau von Orléans ist ein Historienfilm aus dem Jahre 1928. Er behandelt die letzten Stunden der Jeanne d’Arc, ein 1431 hingerichtetes Bauernmädchen. Regie führte Carl Theodor Dreyer, die Titelrolle spielte Renée Falconetti, die unter dem Namen Maria Falconetti geführt wurde. Der Film wird als Meilenstein der Filmgeschichte gesehen.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film zeigt zu Beginn die Akten des Prozesses gegen Johanna, wie sie im Archiv überliefert sind, und behauptet mit diesem Verweis auf eine angeblich genaue Wiedergabe der Geschehnisse seine eigene historische Verbürgtheit. Danach setzt der Film unvermittelt mit dem Beginn der Gerichtsverhandlung ein.

Johanna behauptet, ihre Mission habe sie vom Erzengel Michael, der ihr erschienen sei. Das Ziel sei die Befreiung Frankreichs. Sie weigert sich, die Erscheinung als Trugbild des Teufels zu deuten und ein entsprechendes Geständnis zu unterschreiben. Das Zeigen der Folterwerkzeuge beantwortet sie mit der Aussage, etwaige Geständnisse würde sie später widerrufen. Da sie in Ohnmacht fällt, bleibt ihr die Folter erspart.

Sie wird ein erstes Mal auf den Scheiterhaufen gebracht und unterschreibt schließlich das Geständnis (bzw. der Richter führt mit ihrer stillen Genehmigung ihre Hand). So wird sie zu lebenslangem Kerker begnadigt, was dem englischen Hauptmann offensichtlich missfällt. Vor der Einkerkerung aber bereut sie das Geständnis und lässt die Richter rufen, um es zurückzunehmen. Daher wird Johanna am Ende doch noch auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Englische Soldaten schlagen einen Volksaufstand nieder, nachdem ein alter Mann gerufen hatte, es werde eine Heilige verbrannt.

Bereits bei der Befragung durch die Richter am Anfang der Handlung hält einer der Anwesenden Johanna für eine Heilige und wirft sich ihr zu Füßen, woraufhin er entfernt wird. Einige weitere Geistliche sympathisieren mit ihr und wünschen sich den Großen Sieg (Frankreichs), aber es ist undeutlich, ob sie an Johannas göttlichen Auftrag glauben. Als Johanna zum ersten Mal auf dem Scheiterhaufen steht, ermuntern sie sie zum Geständnis, als Johanna selbst noch ihrer Mission treu bleiben will.

Johanna ist fromm und sehnt sich nach den Sakramenten; die Richter wollen sie sogar mit Messe und Kommunion erpressen, damit sie gestehe. Ihr Leiden wird teilweise der Passion Jesu Christi nachempfunden, so wird sie von groben Gesellen verspottet und erhält sogar eine geflochtene Krone.

Ton und Musik[Bearbeiten]

Der Film sollte ursprünglich mit Ton gedreht werden, doch dazu fehlten die finanziellen Mittel. Der Stummfilm hatte, entsprechend der Absicht des Regisseurs, keine Originalmusik. Später entstanden mehrere Musiken für den Film, so von Ole Schmid (1982), Jo van den Booren (1985), Peter Kiefer (Komponist) (2000) mit einer Aufführung in der Cathédrale Notre-Dame in Luxembourg, Jesper Kyd (2007) und In the Nursery (2008) und während der Sendung dieses Filmes im Rahmen eines Themenabends auf ARTE zum Thema Jean d'Arc live zum Film improvisiert auf einem Erard-Flügel von Prof. Gottfried Böttger, initiiert vom NDR.

Rezeption und späteres Schicksal des Filmes[Bearbeiten]

Die französische Fassung musste auf Betreiben der Kirche um 15 Minuten gekürzt werden. In Großbritannien wurde der Film verboten, da die englischen Soldaten sehr negativ dargestellt werden.[1]

Die unzensierte Originalfassung war in den Ufa-Studios in Berlin gelagert und verbrannte dort im Dezember 1928. Dreyer schuf danach aus Reststücken eine neue Version, die dem Original recht ähnlich gewesen sein soll, aber auch diese Version fiel 1929 einem Brand zum Opfer. 1951 wurde bei Gaumont eine Kopie dieser zweiten Fassung entdeckt. 1981 wurde dann in einer Nervenheilanstalt nahe der norwegischen Hauptstadt Oslo eine dänische Version (d. h. mit dänischen Untertiteln) der ersten unzensierten Filmfassung gefunden, die gut erhalten war und restauriert werden konnte.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Rezension von Manfred Polak: http://www.filmzentrale.com/rezis/jeannemp.pdf

Weblinks[Bearbeiten]