Die Prinzessin auf der Erbse

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Die Prinzessin auf der Erbse (Begriffsklärung) aufgeführt.
Figur Prinzessin auf der Erbse im Freizeitpark Jesperhus

Die Prinzessin auf der Erbse ist ein bekanntes Märchen des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen, das im dänischen Original den Titel Prinsessen på ærten trägt. Es erschien am 7. April 1837 in einer Ausgabe der Reihe „Märchen, für Kinder erzählt“ (dänisch Eventyr fortalte for Børn). Durch mündliche Weitergabe gelangte es zwischenzeitlich auch als Die Erbsenprobe in Grimms Märchen (nur 5. Auflage von 1843, Nr. 182).

Inhalt[Bearbeiten]

Das Märchen handelt von einem Prinzen, der lange vergeblich eine wahrhaftige Prinzessin zum Heiraten sucht. Während sein Vater bemüht ist, die richtige Frau für ihn zu finden, ist es seiner Mutter gerade recht, dass ihr Sohn keine davon heiraten möchte. Ein Unwetter verschlägt eines Abends ein regennasses Fräulein, das von sich behauptet, eine echte Prinzessin zu sein, an das Schloss seiner Eltern. Der König ist begeistert von dieser Dame und auch der Prinz hat sich auf Anhieb in dieses zauberhafte Wesen verliebt. Nur die Königin ist sich nicht sicher, ob es wirklich eine echte Prinzessin ist. Um ihre Zweifel auszuräumen, bedient sich die alte Königin und Mutter des Prinzen heimlich folgender List: Sie legt eine Erbse auf den Boden der Bettstelle, worauf sie zwanzig Matratzen und zwanzig Eiderdaunendecken legt. Als sich am nächsten Morgen die zarte Prinzessin darüber beklagt, schlecht – weil auf etwas Hartem – geschlafen zu haben, ist der Beweis erbracht. Denn so feinfühlig kann nur eine wahre Prinzessin sein; einer Heirat steht daher nichts mehr im Weg.

Rezeption[Bearbeiten]

Oper[Bearbeiten]

  • Ernst Toch: Die Prinzessin auf der Erbse op.43 - Kinderoper; von 1927

Musical[Bearbeiten]

  • Jay Thompson, Marshall Barer und Dean Fuller (Buch), Mary Rodgers (Musik) und Marshall Barer (Liedertexte): Once Upon a Mattress von 1959

Märchenfilm[Bearbeiten]

Theaterfassung[Bearbeiten]

Die Prinzessin auf der Erbse. Ein Kindermärchenlustspiel in 3 Bildern von Robert Bürkner

Sprachgebrauch[Bearbeiten]

Der Ausdruck Prinzessin auf der Erbse kann als Metapher mit leicht kritischem Unterton für eine besonders empfindliche Person, insbesondere für eine Person des öffentlichen Lebens, verwendet werden. [1]

Bilder[Bearbeiten]

Wichtige Illustrationen zu Andersens Erbsenprinzessin sind von Edmund Dulac[2][3], Paul Hey, Heinrich Lefler[4] und Kay Nielsen.[5] Dulac zeigt die Situation, in der die Prinzessin in unglaublicher Höhe auf vielen Matratzen von der Erbse gepeinigt erwacht, Kay Nielsen entrückt das überzarte Prinzesschen in den Bildhintergrund – sie liegt auf dem Erbsenbett wie auf einer weltenthobenen Bühne, gerahmt von zwei überlängten Rundbogenfenstern. Paul Hey gibt der Szenerie eine Rokoko-Atmosphäre – hier wird die Irritation der schlafgestörten Prinzessin im Gesichtsausdruck interessant eingefangen. Heinrich Lefler interpretiert das Andersenmärchen in einem Andersenkalender: Die Prinzessin auf der Erbse erscheint hier als Mai-Monatsbild. Mit poinitistischen bunten Farbtupfern sitzt hier die Prinzessin im Federbettenmeer.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Die Prinzessin auf der Erbse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Die Erbsenprobe – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Spiegel 21/1997, 19. Mai 1997: Personalien Céline Dion, aufgerufen 9. Juli 2012
  2. Princess and the Pea. Illustration by Edmund Dulac. surlalunefairytales.com, 10. März 2007, abgerufen am 7. Dezember 2010 (englisch).
  3. Die Prinzessin auf der Erbse von Edmund Dulac auf Wikimedia Commons
  4. Andersen-Kalender von Lefler: Maibild
  5. Bild der Erbsenprinzessin von Kay Nielsen