Die Spitzenklöpplerin (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Spitzenklöpplerin
Originaltitel La dentellière
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französische Sprache
Erscheinungsjahr 1977
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
JMK k. A.Vorlage:Infobox Film/Wartung/JMK ohne JMKID
Stab
Regie Claude Goretta
Drehbuch Claude Goretta, Pascal Lainé
Produktion Lise Fayolle, Yves Gasser
Musik Pierre Jansen
Kamera Jean Boffety
Schnitt Joële Van Effenterre
Besetzung

Die Spitzenklöpplerin (Originaltitel: La dentellière) ist ein französisches Filmdrama des schweizerischen Regisseurs Claude Goretta und der Darstellerin Isabelle Huppert aus dem Jahre 1977.[1] Er basiert auf dem Roman Die Spitzenklöpplerin von Pascal Lainé, welcher den Prix Goncourt 1974 gewann.

Handlung[Bearbeiten]

Die unscheinbare und scheue Beatrice (Isabelle Huppert) ist 18 Jahre alt, hatte noch nie einen Freund und arbeitet als Auszubildende in einem Pariser Frisiersalon. Sie lebt bei ihrer Mutter (Annemarie Düringer), einer Verkäuferin in einem kleinen Lebensmittelladen. Der Vater hatte die Familie schon vor langem verlassen. Ihre einzige und ältere Freundin Marylène (Florence Giorgetti) ist ihre Kollegin und in vielem das genaue Gegenteil von Beatrice: extrovertiert, lebenshungrig und unterhält seit drei Jahren eine Beziehung zu einem verheirateten Mann, der ihr – in Gegenwart von Beatrice – am Telefon aber den Laufpass gibt, worauf diese sich aus dem Fenster zu stürzen versucht, von Beatrice aber davon abgehalten werden kann. Daraufhin beschließen die beiden, gemeinsam Ferien in dem zu dieser Zeit tristen Badeort Cabourg in der Normandie zu machen. In einer Disco lernt Marylène einen Amerikaner kennen und zieht zu ihm in dessen Ferienwohnung, lässt Beatrice allein zurück. Diese langweilt sich sichtlich, wird vor einem Eiscafe wenig später von dem gehemmten Pariser Philosophiestudenten François (Yves Beneyton) angesprochen, geht zunächst aber nicht auf seine Annäherungsversuche ein. François, der im Gegensatz zu Beatrice aus gutbürgerlichem Hause stammt, hält die weiteren Tage immer wieder Ausschau nach ihr, findet sie wieder und die beiden kommen sich zaghaft näher. Wenig später überredet er sie unbeholfen, mit ihm zu schlafen, sie willigt ein. Beim Besuch eines Soldatenfriedhofs begegnen sie Marylène und ihrem neuen Freund. Die Situation ist recht steif und man spürt, dass François Marylène, die einzige Freundin seiner Geliebten, nicht mag.

Nach den Ferien zieht sie zu ihm in sein Pariser Studentenappartement. Hier besuchen sie oft Freunde und Kommilitonen François’, die intellektuelle Gespräche führen, denen Beatrice nicht folgen kann: sie schweigt. François wird zunehmend unzufriedener mit dieser Situation, möchte Beatrice helfen, Kurse zu belegen, ihre „Persönlichkeit zu entwickeln“, da er sie für intelligent hält. Sie stimmt dem fast wortlos zu, versucht ihm aber zu vermitteln, dass sie nicht wirklich unzufrieden ist mit ihrer Situation, was er nicht akzeptieren kann. Er stellt sie zwar seiner Familie vor, verschweigt aber, dass sie als Friseuse arbeite, „alten Weibern den Kopf wasche“ (Beatrice: „Später kann ich ja Frisuren machen.“) Er schämt sich für sie. Sie fühlt sich sichtlich unwohl in dieser Situation. Nur François’ Vater scheint Beatrice zu gefallen, wie sie ist.

Wieder in Paris löst François schließlich die Beziehung: Er ist in seiner Borniertheit und dem Standesdünkel unfähig, sie wirklich zu verstehen und zu akzeptieren. Beatrice wird zu ihrer Mutter zurückgebracht, wo sie sich noch stärker in sich zurückzieht, nicht mehr isst und langsam an dieser gescheiterten Liebe zerbricht. Auch zu ihrer Freundin hat sie kaum noch Kontakt. Seinen Freunden erzählt François, dass das Trennungsgespräch gut verlaufen sei, sie sich nicht gewehrt oder sonst wie verteidigt hätte.

Nachdem Beatrice auf der Straße zusammenbricht, wird sie in ein Krankenhaus und anschließend in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. François erfährt durch Beatrice' Mutter von der Situation. Er besucht sie – begleitet von einem befreundeten Pärchen – in der psychiatrischen Klinik: Sie wirkt wie ein Gespenst, abgemagert und blass. Sie erzählt ihm auf seine diesbezügliche Frage, sie hätte wieder eine Beziehung und hätte mit diesem Mann auf Mykonos die weißen Windmühlen besucht. Nachdem er sich schon bald verabschiedet hat, setzt er sich in sein Auto und bricht in Tränen aus. Beatrice geht langsam in den Aufenthaltsraum, an dessen Wänden zwei Plakate mit dem Windmühlenmotiv aus Mykonos hängen. Ihr Kopf dreht sich langsam und sie blickt mit starrer Miene in die Kamera, dem Zuschauer ins Gesicht.

Der Film endet mit einem Zitat: „Er ist an ihr vorbeigegangen, ohne sie wahrzunehmen. Denn sie war eine von denen, die sich nicht bemerkbar machen, die erforscht werden wollen, bei denen man genau hinschauen muss. Früher hätte ein Maler sie in einem Genrebild verewigt, als Wäscherin, Wasserträgerin oder Spitzenklöpplerin.“

Auszeichnungen und Prämien[Bearbeiten]

  • César 1978 (Frankreich)
    • Nominiert: Beste Schauspielerin – Hauptrolle (Isabelle Huppert)
    • Nominiert: Beste Schauspielerin – Nebenrolle (Florence Giorgetti)
    • Nominiert: Bester Film

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. New York Times: The Lacemaker. In: NY Times. Abgerufen am 24. August 2008.
  2. Festival de Cannes: The Lacemaker. In: festival-cannes.com. Abgerufen am 10. Mai 2009.

Weblinks[Bearbeiten]