Die Verdammten

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Dieser Artikel beschreibt den 1969 entstandenen Film von Luchino Visconti; für die Victor Hugo-Verfilmung siehe Die Verdammten (1934).
Filmdaten
Deutscher Titel Die Verdammten (Götterdämmerung)
Originaltitel La caduta degli dei
Produktionsland Italien, Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1969
Länge 155 Minuten
Altersfreigabe FSK 18
Stab
Regie Luchino Visconti
Drehbuch Nicola Badalucco
Enrico Medioli
Luchino Visconti
Produktion Alfredo Levy
Ever Haggiag
Musik Maurice Jarre
Kamera Armando Nannuzzi, Pasquale De Santis
Schnitt Ruggero Mastroianni
Besetzung

Die Verdammten ist ein deutsch-italienischer Spielfilm aus dem Jahre 1969. Der italienische Originaltitel La caduta degli dei ist in Anlehnung an die in Italien übliche Übersetzung des Titels des vierten Teils („Dritter Tag“) von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen, Götterdämmerung, gewählt.

In diesem opulent ausgestatteten Historienfilm von Luchino Visconti versucht die Industriellenfamilie von Essenbeck sich durch die Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten zu sanieren und treibt stattdessen ihren eigenen Zerfall voran.

Inhalt[Bearbeiten]

Beim Eintreffen der Nachricht vom Reichstagsbrand im Februar 1933 werden die unterschiedlichen politischen Meinungen der deutschen Industriellenfamilie von Essenbeck sichtbar. Als der Seniorchef in der folgenden Nacht ermordet wird, muss der liberale Herbert Thallmann fliehen. Der wirkliche Täter Friedrich Bruckmann steigt zum Generalbevollmächtigten auf. Er ist gleichzeitig der Geliebte von Sophie von Essenbeck, der Tochter des Seniorchefs. Konstantin von Essenbeck, der einzige Sohn des Seniorchefs, wird anlässlich der Röhm-Aktion 1934 von der SS ausgeschaltet.

Der SS-Offizier Aschenbach möchte nun den bisherigen Helfer Bruckmann loswerden. Er nutzt die bekannte pädophile Veranlagung von Sophies einzigem Sohn Martin von Essenbeck aus, um diesen für den Nationalsozialismus einzuspannen. In seinem blinden Hass vergewaltigt er seine Mutter, um sie zu demütigen und zu zerstören. Daraufhin zwingt er Sophie und Bruckmann zur gemeinsamen Eheschließung mit der anschließenden unverhohlenen Aufforderung zum gemeinsamen Selbstmord, der auch stattfindet. Am Ende ist Martin der Alleinherrscher der Essenbeck-Stahlwerke, aber auch rettungslos in der Hand der Nationalsozialisten verloren.

Wertung[Bearbeiten]

Kaum ein anderer Film Viscontis war so umstritten wie Die Verdammten. Kritiker warfen dem Regisseur vor, ein so ernstes Thema wie den deutschen Nationalsozialismus unpassenderweise ins melodramatisch-opernhafte zu übersetzen. Der Film ist voller Anspielungen auf die deutsche Krupp-Dynastie. Helmut Berger spielte in der Rolle als Martin von Essenbeck das erste Mal unter Viscontis Regie eine große Rolle und avancierte zum internationalen Star.

Nebendarsteller[Bearbeiten]

Karl Hass, der ehemalige SS-Sturmbannführer und Täter beim Massaker in den Ardeatinischen Höhlen, spielte als Komparse mit[1]. Weitere deutsche Nebendarsteller waren der Schauspieler Klaus Höhne und der Politikersohn Peter Brandt.

Kritiken[Bearbeiten]

„Viscontis erster Teil seiner "Deutschen Trilogie" ist der Versuch, im Gewand eines opernhaften Melodrams Verbindungen zwischen moralischer Dekadenz, sexueller Neurose, schöngeistiger Todessehnsucht, narzißtischer Selbstbezogenheit und politischem Opportunismus aufzuzeigen. Stellenweise gelingt die Analyse faschistoiden Bewußtseins eindrucksvoll, insgesamt aber schwächt die Inszenierung allzuoft die historische Brisanz des Stoffes durch ihre dekorative Weitschweifigkeit und artifizielle Stilisierung.“

Lexikon des internationalen Films[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt 1970 eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bestes Originaldrehbuch. Helmut Berger wurde bei den Golden Globe Awards 1970 als Bester Nachwuchsdarsteller nominiert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. profil, Heft 33/2008. In einer Rolle als SA-Mann ?
  2. Die Verdammten im Lexikon des Internationalen Films