Die Wächter

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Dieser Artikel behandelt den Roman „Die Wächter“. Der Artikel zum gleichnamigen Comic befindet sich unter Watchmen.

Der dystopische Roman Die Wächter (Originaltitel: The Guardians) ist ein Werk des englischen Autors John Christopher. Er schildert das Schicksal Rob Randalls, eines in einer in zwei Klassen geteilten Gesellschaft lebenden Jungen.

Der 1970 erschienene Roman erhielt 1976 den Deutschen Jugendliteraturpreis

1985 wurde „Die Wächter“ von der Bavaria Atelier GmbH in sechs Teilen zu je 45 Minuten verfilmt. Die Rolle des Rob Randall wurde von Martin Tempest gespielt. Die Serie zeigte die ARD von Februar bis März 1986.

Handlung[Bearbeiten]

England ist im 21. Jahrhundert in zwei Regionen geteilt: In die hektische, fortschrittliche Konurba und den Landkreis, in dem die Menschen wie in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg leben. Da die beiden Gebiete durch einen Zaun voneinander getrennt sind, kennen die Einwohner der Konurba und des Landkreises einander nicht. Deshalb misstraut eine Gruppe der anderen. Rob Randall, ein Junge aus der Konurba, lebt seit dem Tod seiner Mutter alleine mit seinem Vater. Nachdem dieser bei einem Unfall stirbt, wird Rob in ein staatliches Internat geschickt. Wegen der dort herrschenden brutalen Sitten entscheidet sich Rob, aus dem Internat davonzulaufen. Er beschließt, in den Landkreis zu flüchten, da er erfahren hat, dass seine Mutter dort aufgewachsen ist. Im Landkreis trifft er auf Mike Gifford, den Sohn von Landadeligen, welcher sich bereiterklärt, Rob in einer Höhle zu verstecken. Als Mikes Mutter den versteckten Jungen entdeckt, bietet sie Rob nach anfänglichem Zögern an, als ein angeblicher „Neffe aus Nepal“ bei der Familie zu leben. Schnell lebt Rob sich in der Welt des Landadels ein und ab September gehen die beiden Buben gemeinsam zur Schule. Dort lernen sie Daniel Penfold kennen, einen älteren Schüler, welcher mit der gesellschaftlichen Ordnung nicht zufrieden ist. Während sich Mike für Penfolds Ideen zu interessieren beginnt, steht Rob ihnen sehr skeptisch gegenüber.

Während der Weihnachtsferien verbringen Mike und Rob einige Tage bei den Penfolds, wo sie Daniels älteren Bruder Roger kennenlernen. Dieser war Soldat im Chinakrieg (in der ARD-Serie: "Transatlantische Kriege") und kritisiert ebenfalls die Gesellschaftsordnung. Schließlich bricht ein Aufstand los, an dem auch Mike und die Penfold-Brüder beteiligt sind. Als die Revolution niedergeschlagen wird, flieht Mike. Eines Nachts besucht er Rob und erklärt ihm, dass er in die Konurba gehen möchte, um die Revolution von dort aus mit konurbanischen Verbündeten von Neuem zu beginnen. Am darauffolgenden Tag wird Rob von einer Reiterpatrouille zum Gouverneur gebracht. Letzterer eröffnet ihm, man habe von Anfang an gewusst, dass Rob aus der Konurba stammt. Nun soll Rob ein sogenannter Wächter werden, einer derjenigen, die den Weiterbestand der Gesellschaft garantieren sollen. Er soll es auch melden, wenn Mike sich mit ihm in Verbindung setzt. Dieser werde dann einer Gehirnoperation unterzogen, die dafür sorgen soll, dass er keine revolutionären Gedanken mehr hat. Anfangs stimmt Rob zu, doch zum Schluss wird ihm die Verlogenheit dieser Gesellschaft klar. Er erkennt, dass auch sein Vater diese Revolution unterstützt hat, und beschließt, in die Konurba zurückzukehren, um Mike zu helfen.

Deutung des Romans[Bearbeiten]

Mit diesem Roman zeichnet der Autor das Portrait einer in zwei unterschiedliche Klassen gespaltenen Gesellschaft. Das gesamte System beruht auf Vorurteilen, die eine Gruppe gegenüber der jeweils anderen hegt. Weiter wird gezeigt, was passiert, wenn man eine Sache als perfekt erachtet und somit blind für ihre Fehler wird. Dieses Leugnen der Realität führt gemeinsam mit den Vorurteilen zu einer Gesellschaftsordnung, in der jeder sich mit dem Seinen zufriedengibt und an nichts Anderem Interesse zeigt. Der Autor möchte die Leser auffordern, anscheinend perfekte Zustände nicht gedankenlos hinzunehmen, sondern zu hinterfragen.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]