Die Wanderhure

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Dieser Artikel behandelt den Roman „Die Wanderhure“ von Iny Lorentz. Für den gleichnamigen deutsch-österreichischen Fernsehfilm siehe Die Wanderhure (Film).

Die Wanderhure ist der erste Band einer gleichnamigen Romanreihe. Unter dem Pseudonym Iny Lorentz veröffentlichte ein Autoren-Duo im Jahr 2004 diesen historischen Kriminalroman bei Knaur in München.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung spielt in Südwestdeutschland zu Anfang des 15. Jahrhunderts (1410): Die schöne junge Marie Schärer, Wanderhure wider Willen, Tochter des begüterten Handelsherrn Matthis Schärer aus Konstanz, bringt ihren heimtückischen Bräutigam/Verlobten, den Advokaten Magister Ruppertus Splendidus, auf den Scheiterhaufen. Zuvor verdient sie gezwungenermaßen ihren Lebensunterhalt als fahrende Prostituierte. In die Prostitution wurde sie durch ungerechtfertigte Beschuldigungen ihres ehemaligen Bräutigams/Verlobten gezwungen.

Figuren[Bearbeiten]

Eine Zahl in runden Klammern verweist auf die Seite in der Quelle oder in der Literaturstelle.

  • Marie Schärer ist die Protagonistin des Buches. Zu Beginn ist sie eine blonde, schöne Jungfrau, die den Magister Ruppertus Splendidus heiraten soll. Nach der Vertreibung aus Konstanz wird sie zur Wanderhure.
  • Matthis Schärer ist der Vater der Marie. Er hat sich vom Enkel eines unfreien Knechts (319) zum Handelsherren der Freien Reichsstadt Konstanz (490) hochgearbeitet. Er hat die Heirat von Marie und Magister Ruppertus Splendidus eingefädelt, um sein Ansehen zu mehren.
  • Mombert Flühi ist in Konstanz Böttchermeister und Maries Onkel. Er versucht durch drei Prozesse gegen Ruppertus Splendidus Marie von ihrer Schuld zu befreien, was ihn finanziell schwer belastet. Er hat eine Tochter namens Hedwig.
  • Michel Adler ist Maries Jugendfreund und Sohn des Konstanzer Schankwirts Guntram Adler. Er ist in Marie verliebt, kann sie aber auf Grund des Standesunterschiedes nicht heiraten. Später wird er Hauptmann einer Rotte Fußknechte des Pfalzgrafen bei Rhein (424).
  • Hiltrud ist eine Wanderhure, die Marie nach deren Vertreibung aus Konstanz das Leben rettet und zu ihrer besten Freundin wird (106, 249)
  • Ruppertus Splendidus ist illegitimer Sohn des Reichsgrafen Heinrich von Keilburg und einer leibeigenen Magd. Als Advokat und Magister eignet er sich durch allerlei Tricks immer mehr Ländereien und Vermögen an. Er hat mit Matthis Schärer einen Heiratsvertrag geschlossen und ist somit Bräutigam Maries. Er hat aber überhaupt nicht vor, sie zu heiraten.
  • Utz Käffli ist von Beruf eigentlich Fuhrmann. Er verdingt sich aber auch als Handlanger des Ruppertus Splendidus und bringt in dessen Auftrag mehrere Menschen um.
  • Dietmar ist Ritter von Arnstein und der Gatte von Mechthild (248). Sie kämpfen darum, dass sie ihren Besitz nicht an den Reichsgrafen Heinrich von Keilburg abgeben müssen. In ihrer Ehe ist Mechthild die Klügere und umsichtigere Person, die Dietmar Handlungen vorgibt.
  • Jodokus ist Mönch und Schreiber des Ritters Dietmar. Er verrät seinen Herren, da er wichtige Dokumente vernichtet. Später nennt er sich Ewald von Marburg (380) und will Ruppertus Splendidus erpressen.

Rezension[Bearbeiten]

Die Wanderhure wurde von Hilal Sezgin in der Zeit als negatives Beispiel für das Genre des historischen Romans angesehen, was sowohl die wenig akribische Darstellung des Hintergrundes als auch die Sprache betrifft.[1]

German Audio Book Award Gold[Bearbeiten]

Im November 2011 wurde das Hörbuch der Wanderhure vom Bundesverband Musikindustrie mit dem German Audio Book Award Gold, dem Pendant zur Goldenen Schallplatte, ausgezeichnet.[2][3]

Verfilmung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Die Wanderhure (Film)

Der Roman wurde als „Die Wanderhure“ von Regisseur Hansjörg Thurn verfilmt. Das Drehbuch schrieb Gabriele Kister. Am 5. Oktober 2010 wurde die Koproduktion von SAT.1 und dem ORF das erste Mal ausgestrahlt.

Bühnenfassung[Bearbeiten]

Am 25.06.2014 feiert die Bühnenfassung von Die Wanderhure bei den Bad Hersfelder Festspielen Premiere. Für die Stiftsruine hat Gerold Theobalt den Roman bearbeitet. Er legt den Schwerpunkt des Stückes auf die historische Entwicklung des ausgehenden Mittelalters. Regie der Bühnenpremiere führt Janusz Kica.

Fortsetzungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hilal Sezgin, Ohne Schweinereien geht es nicht, Die Zeit vom 27. November 2008, Nr. 49/2009.
  2. Dreimal Gold für Lübbe Audio. Buchmarkt.de. 23. November 2011. Abgerufen am 11. Dezember 2011.
  3. Dreimal Gold für Lübbe Audio. Luebbe.de. 23. November 2011. Abgerufen am 11. Dezember 2011.