Die letzte Verführung

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Filmdaten
Deutscher Titel Die letzte Verführung
Originaltitel The Last Seduction
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1994
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie John Dahl
Drehbuch Steve Barancik
Produktion Jonathan Shestack
Musik Joseph Vitarelli
Kamera Jeff Jur
Schnitt Eric L. Beason
Besetzung

Die letzte Verführung (Originaltitel: The Last Seduction) ist ein US-amerikanischer Thriller von John Dahl aus dem Jahr 1994.

Handlung[Bearbeiten]

Der Ehemann der eleganten Bridget Gregory kommt mit 700.000 US-Dollar aus einem Drogengeschäft nach Hause, mit denen die beiden eine Eigentumswohnung kaufen wollen. In der aufgeregt-erregten Situation schlägt der unbeherrschte Clay ihr ins Gesicht, nachdem Bridget ihm Vorwürfe gemacht hat, mit den Geldbündeln unter seinem Oberhemd durch die Stadt gegangen zu sein. Daraufhin verlässt sie die Wohnung mit dem Geld, während er in der Dusche ist. Sie hinterlässt ihm eine Nachricht in Spiegelschrift - eine Marotte von ihr.

Bridget verlässt New York und fährt mit dem Auto in Richtung Chicago. Unterwegs macht sie aus Treibstoffmangel einen Tankstopp in der Kleinstadt Beston. Dort will sie einen Drink in einer Bar nehmen, wird dort als allein reisende Frau vom Barkeeper Ray jedoch nicht bedient. Sie bekommt Beistand von dem gutmütigen aber etwas einfältigen Mike Swale, der gerade in seinen Heimatort zurückgekehrt ist und mit mehreren Freunden dort sitzt. Mutig versucht er die Situation zu nutzen und mit Bridget zu flirten. Sie weist ihn außerst schroff zurück, worauf er mit großspurigen Sprüchen kontert und mit seinen überdurchschnittlichen männlichen Qualitäten prahlt. Bridget erweist sich jedoch als sehr viel abgebrühter als erwartet, indem sie diese - vor allen Leuten - mit einem Griff überprüft. Sie nennt ihn Mister Ed und da sie keine Bleibe hat, lädt sie sich bei ihm für diese Nacht ein. Am nächsten Morgen verschwindet sie wortlos, nicht ohne vorher von Mikes Apparat aus zu telefonieren:

Bridget ruft ihren Anwalt Frank Griffith an, der ihr rät, das Geld nicht in legale Unternehmungen zu investieren, da ihr Ehemann, solange sie noch verheiratet sind, Anspruch auf die Hälfte des Geldes erheben würde. Sie solle das Bargeld bei sich behalten. Sie beauftragt den Anwalt, sofort die Scheidung für sie einzureichen. Das Verfahren würde allerdings mindestens zwei Jahre dauern. Sie nimmt deshalb eine Beschäftigung bei einem Versicherungsunternehmen in Beston an. Dort gibt Bridget sich als Wendy Kroy aus. Sie besitzt bessere Qualifikationen als der bisher vorgesehene Bewerber. Die Änderung ihres Namens kann sie dem ihrer Ausstrahlung sehr zugetanen „äußerst verständnisvollen“ Vorgesetzten mit ihrem eifersüchtigen Ehemann glaubhaft machen.

Bridget bekommt Arbeit, zufällig in demselben Unternehmen, in dem Mike beschäftigt ist. Sie geht nun doch eine Affäre mit Mike ein, der sich gerade von seiner Ehefrau Trish getrennt hat. Er ist sehr verliebt in Bridget, diese hält ihn jedoch auf Distanz und will es bei einer rein sexuellen Beziehung belassen. Den Arbeitskollegen gegenüber soll das Verhältnis verborgen bleiben. So sagt sie zu Mike, dass eine Frau 50 % des Respektes verliere, wenn bekannt sei, mit wem sie schlafe.

Der eigentliche Besitzer des Geldes übt Druck auf Clay aus, es zurückzugeben. Clay beauftragt den Privatdetektiv Harlan mit der Suche nach Bridget. Durch das Zurückverfolgen eines Anruf Bridgets bekommen die beiden ihren Aufenthaltsort heraus, den County um Buffalo. Clay tippt darauf, dass sie sich wohl Wendy Kroy nennen wird, was er aus der Rückwärtsschreibung von New York ableitet, der Stadt, die sie liebe. Ein an der Wohnungstür klingelnder „Kunde“ Clays zeigt, wie dieser sein Geld verdient: Er stellt Rezepte für illegale Medikamente aus.

Harlan fährt nach Beston. Der Detektiv überrascht Bridget in ihrem Auto. Mit vorgehaltener Waffe will er sie dazu bringen, ihm das Geld auszuhändigen. Sie versucht, ihn zu bestechen und macht ihm erotische Angebote. Es gelingt ihr, ihn dazu zu bringen, seine Hose zu öffnen. Sie fährt den Wagen gegen ein Hindernis und der nicht angeschnallte Harlan stirbt bei dem Unfall. Der Polizei gegenüber gelingt es ihr abermals, sich als Opfer der Verfolgung durch ihren eifersüchtigen prügelnden Ehemann und eines versuchten sexuellen Übergriffs darzustellen.

Anscheinend aus dem Grund, Mike enger an sich zu binden, erfindet Bridget eine Methode, viel Geld zu verdienen. Durch die Möglichkeiten des Zugriffs auf die Daten der Versicherung ermitteln sie die Telefonnummern von Ehefrauen, die offensichtlich von ihren Männern betrogen werden, von Männern, die eine Wohnung für eine Geliebte anmieten und deren Ehefrauen der Zugriff auf das Kreditkartenkonto entzogen wurde. Diesen Frauen wollen sie telefonisch vorschlagen, den Ehemann zu beseitigen. In Mikes Beisein führt Bridget solche Telefonate aus und sie erfahren, dass es interessierte Frauen gibt, die auf solche Angebote einzugehen bereit sind. Mike versucht zunächst, Bridget so etwas auszureden.

Mehrere Male versucht Bridget sich telefonisch mit Clay über die Aufteilung des Geldes oder eine mögliche Scheidung zu verständigen, was aber zu keinem Ergebnis führt. Immer wieder macht sie ihm den Vorwurf, gegangen zu sein, weil er sie geschlagen hatte. Sie wird inzwischen wieder überwacht. Diesmal von einem ortsansässigen Detektiv, der ohne jede Heimlichkeit Bridgets Haus vom Auto aus observiert. Durch Tricks schafft sie es jedoch mehrmals, diesen abzuschütteln. Einmal bringt sie ihm Kekse und platziert dabei ein Nagelbrett unter dem Reifen, ein anderes Mal schickt sie die Polizei, weil angeblich ein Mann im Auto Kinder angesprochen hat.

Bridget reist nach Buffalo und sucht Mikes Exfrau auf. Sie lässt Mike in dem Glauben, nach Miami geflogen zu sein. Sie kann Mike überzeugen, einen bestimmten Mordauftrag ausgeführt zu haben, als sie ihm den Koffer mit dem Geld zeigt. Mike ist entsetzt. Bridget bezeichnet ihn als kleinlich und als jemanden, der nicht zu ihr passen würde. Obwohl sie ihn immer hat spüren lassen, dass sie ihm überlegen sei, sagt er, dass er sie sehr liebt. Er hatte geglaubt, sie sei die Frau, die mit ihm Beston verlassen würde. Als Reaktion weist sie ihn aus dem Haus.

Durch Manipulation bei Mikes Freunden und einen fingierten Brief lässt Bridget ihn glauben, dass Trish vorhabe, nach Beston überzusiedeln. Daraufhin, und um sie nicht zu verlieren, stimmt er ihren Bedingungen für die gemeinsame Zukunft zu: als völlig gleichberechtigtes Paar. Damit sie sich gegenseitig als Zeugen einer begangenen Straftat in der Hand haben, verlangt sie, dass auch er einen Mordauftrag ausführt. Opfer soll ein gewisser Clay Gregory sein, ein Unternehmer, der in New York lebt und außerdem angeblich ein rücksichtsloser Geschäftsmann sei. Dafür bekämen sie von der Witwe 3 Millionen Dollar.

Gemeinsam fahren sie nach New York. Mike soll Gregory fesseln, knebeln und mit einem Messer töten, anschließend das Licht löschen und die Wohnung verlassen. Er wird misstrauisch bei der Anweisung, das Licht zu löschen, aber Bridget kann alle Zweifel zerstreuen. Es gelingt ihm zwar, Gregory zu überwältigen, aber bei dem Versuch, ihn schließlich zu töten, versagt er. Der die gesamte Zeit wie irr redende Gefesselte kann trotz Knebels den Namen Wendy hervorbringen. Es gelingt ihm, Mike ein Foto von sich und Bridget zu zeigen und Mike zu überzeugen, dass diese vorhatte, auch ihn hereinzulegen. Mike beginnt, den Verrat zu erkennen. Sie löschen das Licht und Bridget kommt in das Appartement. Nach anfänglichem Streit unter den dreien schafft Bridget vollendete Tatsachen, indem sie Clay kurzerhand mit einem direkt in die Kehle gesprühten Selbstverteidigungsspray tötet.

Sie konfrontiert Mike mit der unangenehmen und überaus peinlichen Wahrheit, dass sie herausgefunden hat, dass Trish, die Frau die er geheiratet hatte, ein Mann ist, was Mike bis zu seiner übereilten Hochzeit nicht aufgefallen war. Es gelingt ihr, Mike so sehr in Rage zu versetzen, dass er der Aufforderung „Los, vergewaltige mich!“ nachkommt und sie dabei vornübergebeugt gegen ein Sofa drückt. Dabei stößt sie unbeobachtet den Hörer des vor ihr stehenden Telefons von der Gabel und drückt 911. Die Telefonistin des Polizeinotrufes hört die offensichtliche Vergewaltigungsszene mit an, bei der Mike auch zugibt, den Mord an Bridgets Mann begangen zu haben, was schließlich zu seiner Festnahme führt.

Bei einem Gespräch mit Mike und seinem Anwalt, später in der Untersuchungshaft, scheint es keinen Ausweg vor einer folgenden Verurteilung zu geben. Bridget sitzt, offensichtlich zufrieden, in einem Taxi.

Kritiken[Bearbeiten]

James Berardinelli schrieb auf ReelViews, der Film sei ein zeitgenössischer Film noir. Es sei unmöglich, sich seiner „Anziehungskraft“ und dem Eindruck der erotischen, aber absolut gewissenlosen weiblichen Hauptfigur („influence of its sultry, completely conscienceless leading lady“) zu entziehen. Die Dialoge seien „glänzend“ („scintillating“).[1]

Das Lexikon des internationalen Films schrieb, der Film sei „klug erdacht“. Er wiederbelebe und modifiziere eigenständig die Elemente des Film noir. Außerdem weise er „spröden Witz“ sowie „in der Konstruktion angelegten Suspense“ auf.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Linda Fiorentino gewann im Jahr 1994 den New York Film Critics Circle Award sowie im Jahr 1995 den Independent Spirit Award und den London Critics Circle Film Award. Sie wurde 1995 für den BAFTA Award und den Chlotrudis Award nominiert.

John Dahl gewann 1994 den Kritikerpreis des Cognac Festival du Film Policier. Er wurde 1994 für einen Preis des Festival Internazionale del Giallo e del Mistro Cinema Televisione Letteratura nominiert und wurde 1995 für den Directors Guild of America Award nominiert. Steve Barancik wurde 1995 für den Edgar Allan Poe Award nominiert. Der Film gewann 1994 den National Board of Review Award.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden in Irvington (New York) und in New York City statt.[3] Die Produktionskosten betrugen schätzungsweise 2,5 Millionen US-Dollar. Der Film spielte in den Kinos der Vereinigten Staaten ca. 6,1 Millionen US-Dollar ein.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kritik von James Berardinelli
  2. Die letzte Verführung im Lexikon des Internationalen Films, abgerufen am 15. April 2012
  3. Filming locations für The Last Seduction
  4. Box office / business für The Last Seduction