Die letzte Vorstellung

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Filmdaten
Deutscher Titel Die letzte Vorstellung
Originaltitel The Last Picture Show
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1971
Länge 118 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Peter Bogdanovich
Drehbuch Larry McMurtry
Peter Bogdanovich
Produktion Stephen J. Friedman
Musik Hank Williams
Kamera Robert Surtees
Schnitt Peter Bogdanovich
Besetzung

Die letzte Vorstellung von Peter Bogdanovich gilt als einer der wichtigsten und einflussreichsten Filme des amerikanischen Kinos. 1971 gedreht, stellte er einen der Höhepunkte des New Hollywood-Kinos dar. Die Filmhandlung beruht auf Larry McMurtrys gleichnamigem semi-autobiografischen Roman von 1966. Der Schriftsteller schrieb zusammen mit Bogdanovich auch das der Vorlage nicht immer folgende Drehbuch.[1]

Handlung[Bearbeiten]

Die Kleinstadt Anarene in Nordtexas, November 1951: Da die Football-Mannschaft der örtlichen Highschool am Vorabend eine deftige Niederlage kassiert hatte, bekommt Mitspieler Sonny Crawford beim morgendlichen Besuch im Billard-Saloon allerlei Kritik zu hören. Den Jugendlichen stört das wenig; er kümmert sich wie gewohnt um den geistig zurückgebliebenen, darüber hinaus stummen Billy, dessen Lieblingsbeschäftigung das Fegen der durch regelmäßige Sandstürme verdreckten Hauptstraße ist. Beim Treff mit seinem besten Kumpel Duane Jackson wird in ebenso traditioneller Routine die abendliche Pickup-Nutzung abgesprochen, denn dank dieses Gefährts können beide ihre jeweiligen Freundinnen während oder nach dem Kino-Besuch zu sexuellen Annäherungsversuchen an das nahegelegene Wasserbecken kutschieren. Billard-Raum und „Picture show“, dazu noch ein Café, gehören dem kränkelnden Sam, der den Beinamen „der Löwe“ trägt und für die Jugendlichen des eintönigen Ortes eine Art Vater-Figur abgibt. Einst als Cowboy in Anarene hängengeblieben, scheint er die einzige einigermaßen zufriedene Person der 1131-Seelen-Kommune zu sein. Duane darf auch an diesem Abend, wie so oft, als Erster den fahrbaren Untersatz nutzen, da Sonny sein Taschengeld noch mit ein paar Auslieferungsjobs aufbessert. Als dieser im Lichtspielhaus - worin Vincente Minnellis Vater der Braut gezeigt wird - eintrifft, motzt Freundin Charlene Duggs, zumal Sonny das einjährige Jubiläum ihres Zusammenseins und ein damit verbundenes Geschenk vergessen hat. Da sie später im Pickup seine zwischen ihren Schenkeln forschende Hand zurückweist, nutzt Sonny die Gelegenheit, gänzlich mit der Klassenkameradin Schluss zu machen. Er und Duane absolvieren das letzte Schuljahr der Anarene Highschool, wobei ihr Lerneifer faktisch gen Null tendiert: Sie haben nur ihre Flirts und die damit verbundenen Kinobesuche im Kopf. Duane mehr noch als der zurückhaltende Sonny - er geht mit Klassen-Schönheit Jacy Farrow, die obendrein einer der ganz wenigen wohlhabenden, weil an einem kurzen Öl-Boom profitiert habenden Familien Anarenes entstammt, und ist fest überzeugt, sie später zu heiraten. Jacys Mutter Lois will das naturgemäß verhindern, zumal Duane trotz seines feschen Auftretens aus recht ärmlichen Verhältnissen kommt. Sie selbst leistet sich ein außereheliches Verhältnis mit dem Ölarbeiter Abilene, einem Angestellten ihres Mannes Gene, und kümmert sich sonst wenig um die Belange ihrer eigensinnigen Tochter, fädelt aber für das anstehende Weihnachts-Tanzvergnügen eine kleine Intrige ein, bei der Jacy mit dem Snob Bobby Sheen aus der benachbarten Stadt Wichita Falls verkuppelt werden soll; als „Vermittler“ fungiert Lester Marlow, der das Mädchen zu einer Pool-Party Sheens lockt.

Auf besagtem Weihnachts-Tanz kommt es auch zur ersten Annäherung Sonnys mit Ruth Popper, der spröde wirkenden Gattin des Highschool-Sportlehrers. Beide hatten sich kennengelernt, als Sonny auf Bitte seines Trainers dessen Gattin zu einer ärztlichen Untersuchung chauffiert hatte. Da ihr Mann wegen seiner vielen Football- und Basketball-Aktivitäten selten zu Hause ist, fühlte sich die deprimiert anmutende Vierzigerin rasch zu dem selbst kaum draufgängerisch wirkenden Schüler hingezogen. Mit dem Kuss am Rande des „Christmas dance“ beginnt eine - vom offenkundig homosexuellen Sportlehrer unbemerkte - Affäre, die etliche Monate andauert. Derweil ist der um Jacy ausgeheckte Plan aufgegangen: Sie lässt sich - zum großen Unmut Duanes - von Lester zu Bobbys Anwesen kutschieren, wo sie im Kreis der um ein Schwimmbecken versammelten Nackten nur aufgenommen wird, wenn sie sich vor den Augen aller selber entblößt. Leicht verschämt gelingt ihr das auch; dass die ihr gerade von Duane geschenkte Armbanduhr beim Sprung ins Nass kaputtgeht, nimmt sie billigend in Kauf. Der Gehörnte ertrinkt seinen Kummer derweil im Alkohol. Im Kreis der ihn bemitleidenden Kumpels wird die Idee geschmiedet, dem schwachsinnigen Billy ein Sexerlebnis mit der gelegentlich als Hure herhaltenden Imbiss-Betreiberin Jimmie Sue zu verschaffen. Weil sich der Bursche erwartungsgemäß sehr ungeschickt anstellt, schlägt ihn die beleibte Weiblichkeit. Als die Clique den noch immer leicht aus der Nase blutenden Jungen danach im Billard-Saloon abliefert, erteilt der entstetzte Sam allen an der Schandtat Beteiligten umgehend Hausverbot für seine Einrichtungen, was besonders in Bezug auf das Kino schmerzt (ausgenommen davon ist Duane, der sich feige hinter dem Rücksitz des benutzten Wagens versteckt hatte).

Sonny verbringt nun noch mehr Zeit bei Ruth, deren quietschendes Bett freilich den Sexgenuss erheblich einschränkt. Als er eines Tages trotz Verbot von der freundlichen Café-Bedienung Genevieve zum Verweilen und einem Cheeseburger-Frühstück eingeladen wird, kommt es zur Versöhnung mit Sam, der ihn und Billy wenig später zum Fischen an ein Wasserbecken außerhalb der Stadt mitnimmt, wo er Sonny mit allerlei Jugenderinnerungen überrascht, zu denen auch eine 22-Jährige gehört, in die er unsterblich verliebt war. Derweil vergnügt sich Jacy erneut in Wichita Falls. Dem ungeschickt fummelnden Lester entkommend, wird sie vom weitaus attraktiveren Bobby zurückgewiesen, weil sie noch Jungfrau ist. Wiederum einige Zeit später beschließen Sonny und Duane, der Langeweile in Anarene durch ein Wochenende in Mexiko zu entrinnen. Bei der Abfahrt steckt ihnen Sam neben wohlgemeinten Ratschlägen noch ein paar Dollar zu - die Szene wirkt wie eine böse Vorahnung, und in der Tat erfahren die völlig verkaterten Heimkehrer am Montag vom alten Andy Fanner, dass Sam, „der Löwe“, tags zuvor an einem Herzschlag verstorben ist. Der Ex-Cowboy hat ein paar überraschende Regelungen für sein Erbe getroffen: Das Kino hat er seiner Kassiererin Miss Mosey überlassen, der Billard-Raum geht an Sonny, und sogar der oftmals gehänselte Pfarrers-Sohn Joe Bob Blanton erhält einen nicht unerheblichen Geldbetrag.

Dann nähert sich das Ende des Schuljahres, eingeläutet mit einem Autokorso. Jacy will möglichst schnell die Entjungferung hinter sich bringen und fährt deshalb mit Duane in ein Motel bei Wichita Falls, doch ihr Freund versagt beim Beischlaf (offensichtlich Nachwehen des Mexiko-Ausflugs). Erst ein zweiter Anlauf im selben „Cactus Motel“ ist von Erfolg gekrönt. Kurz darauf beendet die schnippische Blondine ihre Beziehung zum perplexen Duane, nur um zu erfahren, dass der für sie deutlich interessantere Bobby inzwischen verheiratet ist. Daraufhin packt Duane seine Koffer und will sich Arbeit im viel weiter westlich gelegenen Odessa suchen. Jacy wiederum lässt sich auf ein Sexabenteuer mit dem samstagabends eigentlich ihre Mutter beehren wollenden Abilene ein. Nach dem auf einem Billardtisch vollzogenen Geschlechtsakt weist der Ölarbeiter weitere Zärtlichkeiten zurück. Dann gerät Anarene in Aufruhr, weil Deputy Sheriff Monroe die Nachricht von einer vermeintlichen Entführung der kleinen Molly Clarg durch Joe Bob Blanton überbringt. Die Angelegenheit erweist sich nach kurzer Inhaftierung des Klassenkameraden von Sonny und Duane als relativ harmlos. Vor dem lokalen Gefängnis lädt Jacy Sony urplötzlich zu einer Ausfahrt ein. In ihrer gehässigen Verzweiflung sucht sie nun die Nähe des rasch dafür empfänglichen Kumpels ihres ehemaligen Liebhabers. Quasi als Gegenleistung bekommt er nun auch einen Job bei der Farrowschen Öl-Company, um die vom Spielsaloon verursachten finanziellen Engpässe auszugleichen. Bei einem Besuch des von der Liaison durch einen vormaligen Mitschüler informierten Duane - inzwischen stolzer Besitzer eines eigenen Autos - kommt es zur offenen Konfrontation, weil er Jacy trotz unzweifelhaft vollzogener Trennung nicht aufzugeben gedenkt; auf dem Höhepunkt des Streits schlägt Duane den Freund nieder und verletzt ihn am Auge.

Sonny lässt die ihn im Krankenhaus aufsuchende Ruth abblitzen und willigt stattdessen nach seiner Entlassung in eine Blitzheirat Jacys im unweiten Oklahoma ein. Weil diese aber ihre Eltern vom angedachten Durchbrennen in Kenntnis gesetzt hatte, wird das junge Paar auf dem Weg in die Flitterwochen von einem Highway-Polizisten gestoppt und vom erzürnten Gene Farrow nach Anarene zurückbeordert. Auf der Rückfahrt kommt es zu einem kleinen Gedankenaustausch zwischen Sonny und „Kurzzeit-Schwiegermutter“ Lois, die ihm verrät, jene 22-Jährige gewesen zu sein, in die Sam, „der Löwe“, einst vernarrt gewesen sei (was auf Gegenseitigkeit beruhte). Duane, der sich nach der Auseinandersetzung mit Sonny zur Armee gemeldet hatte, besucht kurz vor seiner Versetzung nach Korea noch einmal seine Mutter. Der nicht nachtragende Sonny lädt ihn bei dieser Gelegenheit zum Besuch der letzten Vorstellung des Kinos ein. Die geschäftlich unerfahrene Miss Mosey ist nicht zuletzt wegen des auch in der texanischen Provinz spürbaren Vorrückens der TV-Bequemlichkeit zur Schließung gezwungen - gezeigt wird der berühmte Howard Hawks-Western Red River. Von Sonny erfährt Duane bei der Verabschiedung am Bus, dass Jacy ihr Glück mittlerweile in der Großstadt Dallas sucht. Als Anarene wieder von einem Sandsturm heimgesucht wird, überfährt ein Rinder transportierender Truck den einmal mehr die Straße kehrenden, inzwischen allerdings auch von Sonny vernachlässigten Billy. Von seelischem Schmerz geplagt, will der nun völlig allein dastehende Bursche die Kommune verlassen, kehrt aber nach Passieren des Ortseingangs-Schildes um und sucht Ruth auf. Diese schreit ihn in ihrer Wut über sein Jacy-Verhältnis böse an, doch da auch sie nach wie vor unter der grausamen Einsamkeit einer faktisch nicht vorhandenen Ehe leidet, reicht sie Sonny abschließend doch die wiedervereinende Hand.

Schnitt[Bearbeiten]

Peter Bogdanovich montierte den Film in ca. sechs Monaten. Er wollte aber als Editor nicht genannt werden, da er schon als Regisseur und mit Larry McMurtry als Drehbuchautor in den Credits erwähnt wurde. Laut Filmgewerkschaft muss ein Cutter aber genannt werden. Donn Cambern arbeitete im Schneideraum nebenan gerade am Film Drive, he said und so entschloss sich Bogdanovich ihn als Editor in den Credits zu erwähnen.

Produktion[Bearbeiten]

Die Filmaufnahmen entstanden in Archer City in Texas sowie in der Nähe von Wichita Falls, der Heimatstadt des Schriftstellers McMurtry.[1] Die Dreharbeiten begannen am 19. Oktober 1970.[2] Der Film wurde erstmals am 28. September 1971 beim New York Film Festival Screening gezeigt, bevor er am 3. Oktober 1971 in New York Premiere feierte. Es handelt sich um eine BBS Produktion der Columbia Pictures.[3] In der Bundesrepublik Deutschland kam der Film erstmals am 25. Mai 1973 in die Kinos, in der DDR am 1. Oktober 1976. Am 6. August 1977 lief Die letzte Vorstellung erstmals im Programm des DFF[4]

DVD[Bearbeiten]

Am 6. November 2001 erschien bei Sony Pictures Home Entertainment eine DVD des Films Die letzte Vorstellung (Special Editon), Spieldauer 121 Minuten.[5]

Hintergrund[Bearbeiten]

Ben Johnson, der für seine Nebenrolle einen Oscar erhielt, sträubte sich ursprünglich gegen die Mitarbeit an diesem Film. Angeblich widerstrebten ihm die Nacktszenen und die dargestellte Moral; mehr noch freilich war der geübte Reitexperte - bis dahin (und auch später) mit nur ganz seltenen Hauptrollen betraut - vom Umfang des ihm zugedachten Textes schockiert. Regisseur Bogdanovich bat schließlich seinen berühmten Kollegen John Ford um entsprechende Fürsprache beim von ihm vehement gewünschten Darsteller. Johnson, der sich bei den Dreharbeiten zu dem Kavallerie-Western Rio Grande mit Ford angeblich wegen einer indianerfeindlichen Äußerung (in Wirklichkeit jedoch eher aufgrund einer Forderung nach mehr Gage und ganz sicher wegen des finanziellen Misserfolgs des vorausgegangenen Westerns Wagon Master mit Johnson als Protagonist) überworfen hatte, war erst 1964 mit einem Mini-Part in Cheyenne von Ford faktisch „begnadigt“ worden, hatte aber inzwischen durch seine Auftritte in den beiden Peckinpah-Klassikern Sierra Chariba und The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz seine Befähigung zum Charakter-Akteur unter Beweis gestellt. Wie dem Begleitmaterial der deutschen DVD-Ausgabe zu entnehmen ist, soll Johnson erst nach einem Anruf Fords sowie einer weiteren Rücksprache mit Bogdanovich den Part des Sam übernommen haben. Ursprünglich war dafür auch der renommierte Countrysänger Tex Ritter im Gespräch, weil dessen schauspielernder Sohn John einen der beiden jugendlichen Helden verkörpern sollte. Dass Bogdanovich so sehr an Johnson festhielt, hängt mit der Gesamtidee von The Last Picture Show zusammen: Der filmhistorisch bewanderte Regisseur sah in dem fürs Kino ohnehin arg veränderten McMurtry-Roman eine ideale Vorlage, seinem Faible für das Westerngenre (mit Johnson als prägnantem Vertreter) ebenso zu huldigen wie seinen cineastischen Vorbildern, wozu neben Ford eben Howard Hawks, Orson Welles, Allan Dwan u.a. gehörten. Ein bemerkenswerter Fakt ist, dass die im Anarene-Kino gezeigten Streifen - zu erkennen an Plakaten oder der Reklame über dem Eingang - allesamt älteren Erscheinungsdatums sind: Vater der Braut, Wagon Master und Winchester 73 sind von 1950, Dwan's Sands of Iwo Jima von 1949, und Red River von 1948 (gedreht gar 1946). Ob dies Bogdanovichs eigenen Vorlieben entsprang oder es in der amerikanischen Provinz tatsächlich zu solchen (eher unglaubwürdigen) Verzögerungen kam, ist nicht genau festzustellen. Definitiv dem Willen Bogdanovichs entsprang Red River als Film der letzten Vorstellung; im Roman war dafür der niveauärmere Audie Murphy-Western The Cimarron Kid auserkoren worden. Bei Weitem nicht die einzige Veränderung zur literarischen Vorlage: So taufte Bogdanovich u.a. den Namen des Handlungsortes um, der bei McMurtry noch Thalia hieß; Anarene (eine Ortschaft, die es wirklich gab, jedoch nie mehr als 100 Einwohner hatte und inzwischen als Geisterstadt gilt) sollte angeblich eine gedankliche Brücke zu Abilene herstellen, dem Schauplatz des Finals von Red River.[1]

Für Randy Quaid war der Film sein Schauspieldebüt, ebenso wie für Sam Bottoms, den jüngeren Bruder des Schauspielers Timothy Bottoms. Auch für das damals zwanzigjährige Model Cybill Shepherd stellte der Film ihr Debüt dar. Shepherd begann während der Produktion ein Verhältnis mit dem seinerzeit einunddreißigjährigen Bogdanovich, der sich daraufhin von seiner Frau Polly Platt trennte. Die Verbindung dauerte bis Mitte 1978. Zwei weitere gemeinsame Filme entstanden während dieser Zeit.[1]

Kritik[Bearbeiten]

Der Film, der von seiner Handlung Fellinis Müßiggänger ähnelt, erhielt sehr gute Kritiken und wurde hoch gelobt. Mit seiner Reflexion des Innenlebens der Personen und der realistischen Beschreibung ihres Verhaltens und ihrer Umgebung, ihrer Gefühle der Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit gilt er als ein Klassiker des New Hollywood. So schrieb Newsweek: Es ist nicht nur der beste amerikanische Film in einem eher tristen Kinojahr, sondern die eindrucksvollste Arbeit eines jungen amerikanischen Regisseurs seit „Citizen Kane“. Viele Kritiker erkannten in Bogdanovichs Arbeit auch ein intensives Studium gleichbedeutend mit der Bewunderung für klassische amerikanische Regisseure wie John Ford, Orson Welles und Howard Hawks.[1]

In schlichtem Schwarzweiß, mit unbekannten Darstellern […] hat [Bogdanovich] ein Spiel voll Weltschmerz und Resignation inszeniert.“ – Der Spiegel, Hamburg, 1973[6]

Die Topographie einer Zeit, eines Alters, einer Gegend und einer Hollywood-Ära wird beschworen, Howard Hawks nachdrücklich geehrt, die Atmosphäre der beginnenden fünfziger Jahre realistisch und unsentimental rekonstruiert. Ein schöner, sensibler, melancholischer Film.“ – Die Zeit, Hamburg, 1973[7]

Bogdanovich rekonstruiert sorgfältig die Atmosphäre jener Jahre, wobei er stilistisch auch die filmischen Erzählformen jener Epoche nachempfindet. Ohne äußere Dramatik, aber mit starker innerer Spannung vermittelt sein Film trotz nostalgischer Verklärungen auch etwas vom Selbstverständnis der frühen 70er Jahre in den USA.“ – Lexikon des internationalen Films (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Academy Awards[Bearbeiten]

Oscargewinner
  • Bester Nebendarsteller: Ben Johnson – Beste Nebendarstellerin: Cloris Leachman
Oscarnominierungen
  • Bester Nebendarsteller: Jeff Bridges – Beste Nebendarstellerin: Ellen Burstyn
  • Bester Film: Stephen J. Friedman – Beste Regie: Peter Bogdanovich
  • Bestes adaptiertes Drehbuch – Larry McMurtry und Peter Bogdanovich
  • Beste Kamera – Robert L. Surtees

Weiteres[Bearbeiten]

Der Film ist seit 1998 in dem National Film Registry der Vereinigten Staaten von Amerika als erhaltenswertes Kulturgut verzeichnet. In der aktualisierten Ausgabe einer vom American Film Institute veröffentlichen Liste der „100 besten amerikanischen Filme aller Zeiten“ steht er 2007 als Neuzugang auf Platz 95.[8]

Fortsetzung[Bearbeiten]

1990 drehte Peter Bogdanovich mit Texasville eine späte Fortsetzung. Erneut kam die Vorlage von Larry McMurtry. Bis auf Ellen Burstyn und den in seiner Filmrolle gestorbenen Ben Johnson schlüpften alle oben genannten Akteure in ihre alten Rollen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e The Last Picture Show (1971) Hinweise bei TCM – Turner Classic Movies
  2. The Last Picture Show (1971) Informationen bei TCM – Turner Classic Movies
  3. The Last Picture Show (1971) Überblick bei TCM – Turner Classic Movies
  4. Die letzte Vorstellung bei zweitausendeins.de. Abgerufen am 5. September 2014.
  5. Die letzte Vorstellung bei heise.de (DVD)
  6.  Glück im Kino. In: Der Spiegel. Nr. 25, 1973 (online).
  7. Filmtips. In: Die Zeit, Nr. 24/1973
  8. The Last Picture Show (1971) Sonstige Hinweise bei TCM – Turner Classic Movies