Die neun Leben des Tomas Katz

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Filmdaten
Deutscher Titel Die neun Leben des Tomas Katz
Originaltitel The Nine Lives of Tomas Katz
Produktionsland Vereinigtes Königreich, Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 88 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Ben Hopkins
Drehbuch Ben Hopkins,
Thomas Browne
Produktion Hans W. Geissendörfer,
Caroline Hewitt
Musik Dominik Scherrer
Kamera Julian Court
Schnitt Alan Levy
Besetzung

Die neun Leben des Tomas Katz (Originaltitel: The Nine Lives of Tomas Katz) ist ein deutsch-britischer Film von Regisseur Ben Hopkins aus dem Jahr 2000.

Handlung[Bearbeiten]

Merkwürdiges geschieht am Tage einer Sonnenfinsternis in London: Ein geheimnisvoller Fremder entsteigt der Kanalisation und schlüpft nacheinander in die Gestalt verschiedener Menschen, die er trifft, sei es ein Taxifahrer oder zum Beispiel der Fischereiminister. Vermittels seiner hypnotischen Fähigkeiten spielt er den Menschen und den staatlichen Institutionen kleinere und größere Streiche, und stürzt so die Stadt unaufhaltsam immer weiter ins Chaos. Sein Gegenspieler ist ein blinder Polizeiinspektor mit ungewöhnlichen Methoden, der statt in der physischen Realität vorzugsweise auf der Astralebene ermittelt. Ihm wird die übernatürliche Qualität der Vorgänge schnell klar, und gemeinsam mit seinem Assistenten Cuthbert versucht er sich der Entwicklung entgegenzustellen. Er kann sie jedoch nicht aufhalten, denn die Aktivitäten des Fremden sind von ganz Oben angeordnet: Es ist das Ende der Welt, die Realität wird Schritt für Schritt abgeschaltet, und die Bewohner Londons (mit zweckentfremdeten U-Bahn-Zügen) ins Jenseits überführt. Der Film endet mit einer beklemmenden Jenseitsvision und lässt den Zuschauer ratlos zurück.

Charakteristik[Bearbeiten]

Der Film ist in der Hauptsache in Schwarz-Weiß gehalten, mit wenigen farbigen und Sepia-Einsprengseln. Er benutzt eine Montage aus realistischen Spielszenen und solchen, die mit einfachen Ausstattungsmitteln surreale Effekte erzielen, sowie aus Bildern des Londoner Alltags, die durch die Art der Text- und Musikunterlegung und den Handlungszusammenhang, in dem sie erscheinen, zunehmend verfremdet und umgedeutet werden. Die surrealen Elemente des Films sind Zeichen für den Zerfall der bekannten Realität im Zuge der sich entfaltenden Apokalypse. Neben der unverkennbar mystischen Zielrichtung ist der Film im Einzelnen jedoch auch geprägt von der Satire auf Alltagsgegebenheiten (wie etwa U-Bahn-Ausfällen, dem Fernsehprogramm als solchem oder der allgegenwärtigen Videoüberwachung).

Kritik[Bearbeiten]

„Ein die Geschichte des Kinos und die Filmstile vom Stummfilm bis zum Videoclip zitierender experimenteller Spielfilm, dessen improvisiert wirkende Inszenierung hohe Anforderungen an die Aufmerksamkeit des Zuschauers stellt. Dieser wird dafür aber mit einem bemerkenswerten innovativen Filmerlebnis belohnt.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Evening Standard British Film Award
  • 2002: Preis für die „Vielversprechendste Nachwuchsleistung“ für Ben Hopkins
Fantasporto
Sitges Festival Internacional de Cinema de Catalunya
  • 2001: Nominierung in der Kategorie „Beste Regie“ für Ben Hopkins

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die neun Leben des Tomas Katz im Lexikon des Internationalen Films