Die purpurnen Flüsse (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Die purpurnen Flüsse
Originaltitel Les Rivières pourpres
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Mathieu Kassovitz
Drehbuch Jean-Christophe Grangé
Mathieu Kassovitz
Produktion Alain Goldman
Musik Bruno Coulais
Kamera Thierry Arbogast
Schnitt Maryline Monthieux
Besetzung

Die purpurnen Flüsse (Originaltitel: Les Rivières pourpres) ist ein Thriller von Jean-Christophe Grangé aus dem Jahr 1997. 2000 wurde dieser Roman von Regisseur Mathieu Kassovitz, der zusammen mit dem Autor des Romanes auch das Drehbuch schrieb, verfilmt.

Handlung[Bearbeiten]

Der für die Pariser Kriminalpolizei arbeitende Pierre Niémans wird in die in den französischen Alpen befindliche, abgelegene Universitätsstadt Guernon beordert, wo sich ein Mord ereignet hat. Dort findet er die misshandelte Leiche von Rémy Caillois vor, einem Bibliothekar der Universität.

Im 200 km entfernten Sarzac ermittelt gleichzeitig Inspektor Max Kerkerian wegen der Schändung eines Grabes: Das Grab der damals 10-jährigen Judith Hérault, die 18 Jahre zuvor, 1982, von einem Lkw überfahren wurde, ist mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Zudem sind nach einem Einbruch in die örtliche Grundschule in der gleichen Nacht alle Akten und Bilder über dieses Mädchen verschwunden.

Niémans trifft bei seinen Nachforschungen auf die Glaziologin und Bergsteigerin Fanny Ferreira, die die Leiche von Rémy Caillois entdeckt hat. Mit dieser begibt er sich in die Gletscher oberhalb von Guernon, wo sie eine weitere Leiche finden.

Währenddessen befragt Kerkerian in Sarzac die Mutter des toten Mädchens, die in einem Kloster in einem dunklen Zimmer lebt. Von der verstörten Frau erfährt er, dass der tödliche Vorfall passierte, als sie gerade auf dem Weg ins Krankenhaus von Guernon waren, wo das Mädchen geboren worden war. Bei weiteren Ermittlungen erfährt er, dass eine Person mit einem weißen Lada auf dem Friedhof gesehen wurde. Es gibt nur einen Besitzer dieses Autotyps in der Umgebung, Philippe Sertys, und er macht sich auf dem Weg zu ihm.

In Guernon kann Niémans inzwischen die Identität der zweiten Leiche herausfinden, Philippe Sertys, der auf der Entbindungsstation des Universitäts-Krankenhauses gearbeitet hatte. Vor dem Haus des verstorbenen Philippe Sertys treffen Kommissar Niémans und Inspektor Kerkerian bei ihren Ermittlungen aufeinander. Widerwillig arbeiten die beiden nun gemeinsam an der Aufklärung der Fälle.

Als man herausfindet, dass der zweiten Leiche Glasaugen eingesetzt wurden, besuchen beide den Augenarzt Dr. Bernard Chernezé. Diesen finden sie tot vor und mit Blut an die Wand geschrieben den Satz „Ich kehre zu der Quelle der purpurnen Flüsse zurück“. Am Tatort entwischt ihnen nur knapp eine Gestalt, deren hinterlassene Fingerabdrücke mit denen des 18 Jahre zuvor verstorbenen Mädchens Judith Hérault fast identisch sind. Die Abweichungen entstanden nur durch den Altersunterschied.

Die Spuren führen schließlich in die abgeschiedene Eliteuniversität von Guernon. Niémans lässt in der Doktorarbeit von Rémy Caillois nach Antworten suchen. Diese beschreibt unter anderem die Athleten der Antike, welche den Geist mit dem Körper verbanden, und erklärt die Bezeichnung purpurne Flüsse als das Blut in den Adern von perfekten Menschen. Die Arbeit beschreibt zudem, wie man den „vollkommenen Menschen“ schaffen könnte, nämlich indem man gesunde, kräftige Kinder mit denen der Intellektuellen kreuzt.

Diese Art von Eugenik wurde auch an der Universität betrieben, da durch die Abgeschiedenheit und die Heirat untereinander die Professoren durch Inzucht degenerierte Kinder zeugten und sie neues Blut brauchten. Hierzu wurden in der Entbindungsstation der Universitätsklinik Kinder der Bergbewohner mit denen der Professoren vertauscht. Über strenge Sitzordnungen in der Universitätsbibliothek wurden die Kinder der Bergbewohner und die der Professoren einander nahegebracht.

So wurden in der Universitätsklinik die Zwillingsschwestern Fanny Ferreira und Judith Hérault nach ihrer Geburt getrennt. Die gegen ein Professorenkind ausgetauschte Fanny besuchte die Universität in Guernon. Judiths Tod wurde bei dem Lkw-Unfall vorgetäuscht, bei dem ein anderes Mädchen starb, das aufgrund eines von Judith abgeschnittenen Fingers fälschlicherweise als Judith identifiziert wurde. 18 Jahre nach ihrem vorgetäuschten Tod nahm sie Rache an den Universitätsangehörigen. Ihre Zwillingsschwester Fanny ist Judith hörig, möchte das Morden aber beenden und versuchte, Kommissar Niémans Hinweise zu geben.

Fanny und Judith werden schließlich von Niémans und Kerkerian dabei überrascht, als sie gerade versuchen, auf dem Gletscher über Guernon mit Granaten eine Lawine auszulösen, um so die gesamte Universität und deren Angehörige zu vernichten. Bei einem Schusswechsel schießt Fanny auf Judith und Fanny wird von Kerkerian angeschossen. Eine durch die Schüsse ausgelöste Lawine über ihnen begräbt Judith, die anderen können wieder aus den Schneemassen befreit werden.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Regisseur Mathieu Kassovitz entschied sich absichtlich, im Film nicht alle Zusammenhänge und Hintergründe der Geschichte eindeutig aufzulösen und den Zuschauer im Ungewissen zu lassen. Auf der zweiten DVD der 2-Disc-Version erklärt Autor Jean-Christophe Grangé die Zusammenhänge folgendermaßen: Drei Mitarbeiter der Universität (die drei späteren Mordopfer) entschieden sich, frisches Blut in ihre abgeschlossene Gesellschaft zu bringen, indem sie Babys von den Bewohnern der Bergdörfer mit denen der Professoren vertauschten. Eines Tages werden in der Universitätsklinik Zwillingsschwestern geboren, also erklärt man den Eltern lediglich, dass ein Baby gestorben wäre und schickt sie mit dem zweiten Baby nach Hause in ihr Bergdorf. Der zweite Zwilling wächst als vermeintliche Professorentochter in Guernon auf. Nach 11 Jahren kommt die Mutter allerdings mit dem ersten Zwilling nach Guernon zurück, und die beiden Mädchen von verschiedenen Eltern mit dem gleichen Aussehen treffen sich in der Schule. Als die drei davon erfahren, wollen sie das zurückgekommene Mädchen töten, da sonst ihre Machenschaften ans Licht kommen würden. Die Mutter versteckt deshalb ihr Kind in Sarzac und lässt ein kurz zuvor verstorbenes Kind exhumieren und von einem Lkw bis zur Unkenntlichkeit überfahren. Um das überfahrene Kind als ihre Tochter auszugeben, schneidet sie dieser einen Finger ab und kann den Leichnam somit als ihre Tochter identifizieren lassen.
  • Die Handlung des Films findet in einem Zeitraum von 24 Stunden statt.
  • Die Dreharbeiten fanden von Oktober 1999 bis März 2000 in Frankreich statt. Der Film spielte in den Kinos rund 60 Millionen US-Dollar ein.[1][2]
  • Kinostart in Frankreich war am 27. September 2000, in Deutschland am 19. April 2001.[3]

Kritiken[Bearbeiten]

„Ein atemlos inszenierter Thriller, der von der Konfrontation zweier grundverschiedener Ordnungshüter lebt, es in seiner Hektik aber versäumt, die fiebrige Grundstimmung der Romanvorlage zu übertragen. Ein Film ohne Zwischentöne, bei dem auch die eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen im Feuerwerk der Effekte untergehen.“

Lexikon des Internationalen Films[4]

„Mit beeindruckenden Bildern und einem überaus harten Beginn schildert Mathieu Kassovitz die packende Jagd nach einem Serienkiller in der französischen Provinz. Dabei hat der Film die Handlung des gleichnamigen Buches von Jean-Christoph Grangé teilweise stark verändert. So ist etwa der junge Provinzpolizist im Film leider kein Araber mit Rasta-Locken, dafür wurde aber das etwas halbgare Ende des Buches im Film bereinigt. Fazit: Kassovitz liefert mit seiner vierten Regie-Arbeit einen spannenden Thriller mit hervorragenden Darstellern.“

Prisma[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Fortsetzung[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die purpurnen Flüsse (2000) - Einspielergebnisse
  2. Les Rivieres Pourpres (The Crimson Rivers) (2001) - Box Office Mojo
  3. Die purpurnen Flüsse (2000) - Premierendaten
  4. Die purpurnen Flüsse (Film) im Lexikon des Internationalen Films
  5. Die purpurnen Flüsse, prisma.de

Weblinks[Bearbeiten]