Die schöne Hochzeit

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Filmdaten
Deutscher Titel Die schöne Hochzeit
Originaltitel Le beau mariage
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1982
Länge 97 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Éric Rohmer
Drehbuch Éric Rohmer
Produktion Margaret Ménégoz
Musik Ronan Girre
Simon des Innocents
Kamera Bernard Lutic
Schnitt Cécile Decugis
Besetzung
Synchronisation

Die schöne Hochzeit ist ein französisches Beziehungsdrama von Éric Rohmer aus dem Jahr 1982.

Handlung[Bearbeiten]

Sabine steht kurz vor ihrem Universitätsabschluss in Kunstgeschichte und beschließt, ihr Leben umzukrempeln. Sie hat keine Lust mehr auf Beziehungen mit verheirateten Männern und beendet ihre Affäre mit Maler Simon. Sie entschließt, zu heiraten und vom Geld des Ehemannes abhängig sein zu wollen, auch wenn sie nicht weiß, wer dieser Ehemann sein wird. Dennoch teilt sie ihren Plan mit ihrer besten Freundin Clarisse und mit ihrem früheren Freund Claude. Neben ihrem Privatleben stellt sie zunehmend auch ihren Beruf infrage, mag sie ihre Stelle als Mitarbeiterin im Antiquitätenladen von Maryse nicht sonderlich. Sie sieht sich eher als künstlerischen Typ und bewundert Clarisse, die sich ihren Lebensunterhalt unter anderem mit dem Bemalen von Lampenschirmen verdient.

Nur widerwillig kommt Sabine als Gast zur Hochzeit von Clarisses Bruder. Hier stellt Clarisse ihr ihren Cousin Edmond vor, der als Rechtsanwalt in Paris arbeitet. Beide sind voneinander angetan, doch wird Edmond zu einem Termin gerufen und verlässt die Feier daher schon nach wenigen Minuten. Sabine glaubt dennoch, in Edmond den Mann gefunden zu haben, den sie eines Tages heiraten wird. Je länger sie ihn nicht wiedersieht, desto sicherer wird sie sich, was ihre Gefühle für Edmond angeht.

Sie weiß, dass er eine bestimmte Vasenart sucht, und vermittelt ihm einen solchen Kauf, den eigentlich ihre Chefin tätigen wollte. Beim anschließenden Essen redet Sabine zu viel, was Edmond zunächst so amüsiert wie irritiert. Die nächste Zeit wehrt er ihre Versuche, ihn in Paris zu treffen, telefonisch ab. Sie wiederum kündigt ihre Arbeit, als Maryse sie wegen des Vasenverkaufs zur Rede stellt. Sabine lädt Edmond zu ihrem Geburtstag ein und erleidet fast einen Zusammenbruch, als es so scheint, als komme er nicht vorbei. Als er verspätet eintrifft, zieht Sabine ihn nach kurzer Zeit in ihr Zimmer und überrumpelt ihn mit ihrer direkten und vorschnellen Art. Er verlässt überstürzt die Feier und lässt sich die nächste Zeit von seiner Sekretärin telefonisch verleugnen. Sabine sucht ihn schließlich in Paris auf und beide sprechen sich aus. Edmond erklärt, dass er sie zwar attraktiv finde, aber nicht liebe. Zudem wolle er in einer Beziehung eher vorangehen oder zumindest gleichauf mit den Ansichten seiner Partnerin sein. Sabine verlässt seine Praxis wütend, hat sich jedoch schon kurze Zeit später beruhigt. Vor Clarisse stellt sie fest, dass es noch mehr Männer gebe. Schon auf ihrer nächsten Zugfahrt nach Paris beginnt sie schließlich, mit einem Fahrgast zu flirten.

Produktion[Bearbeiten]

Die schöne Hochzeit entstand als zweiter Teil von Rohmers Reihe Komödien und Sprichwörter (Comédies et Proverbes). Die Dreharbeiten fanden in Paris, Le Mans und Ballon statt. Der Film kam am 19. Mai 1982 in die französischen Kinos und lief am 5. Juli 1985 auch in den deutschen Kinos an. Im deutschen Fernsehen war der Film erstmals am 14. September 1988 im ZDF zu sehen, wobei er unter dem Titel Die schöne Ehe lief. Im Jahr 2006 erschien er auf DVD.

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronsprecher[1]
Sabine Béatrice Romand Marion Martienzen
Edmond André Dussollier Volkert Kraeft
Simon Féodor Atkine Holger Mahlich
Clarisse Arielle Dombasle Heidi Berndt
Claude Vincent Gauthier Gernot Endemann
Maryse Huguette Faget Verena Wiet
Sabines Mutter Thamila Mezbah Renate Pichler

Kritik[Bearbeiten]

Der film-dienst nannte Die schöne Hochzeit eine „feinsinnige und hintergründige Komödie über die verzweifelte Glückssuche des Menschen, über das Problem vorgefertigter Geschlechterrollen und die Unwägbarkeit und Inkonsequenz menschlicher Gefühle.“[2] Für Cinema war der Film ein „fein analysiertes Chaos der Gefühle“.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 1982 gewann Béatrice Romand den Goldenen Phönix als Beste Schauspielerin. Éric Rohmer wurde 1983 für einen César für das Beste Originaldrehbuch nominiert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die schöne Hochzeit in der Deutschen Synchronkartei
  2. Die schöne Hochzeit im Lexikon des Internationalen Films
  3. Vgl. cinema.de