Die schreckliche Wahrheit

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Filmdaten
Deutscher Titel Die schreckliche Wahrheit
Originaltitel The Awful Truth
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1937
Länge 87 Minuten
Stab
Regie Leo McCarey
Drehbuch Viña Delmar
Produktion Leo McCarey für Columbia Pictures
Musik Ben Oakland
Kamera Joseph Walker
Schnitt Al Clark
Besetzung

Die schreckliche Wahrheit (Original: The Awful Truth) ist eine US-amerikanische Screwball-Komödie mit Irene Dunne und Cary Grant aus dem Jahr 1937. Der Film beruht auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Arthur Richman.

Handlung[Bearbeiten]

Jerry und Lucy Warriner sind ein wohlhabendes Ehepaar, das sich mit den Jahren etwas auseinander gelebt hat. Nachdem sich beide gegenseitig verdächtigen, Affären zu haben, landen sie eher ungewollt vor dem Scheidungsrichter. Alles wird einvernehmlich geregelt, bis auf das Sorgerecht für den gemeinsamen Foxterrier Mr. Smith, der Lucy, die eine List anwendet, zugesprochen wird. Der Richter, der gewisse Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Scheidungsabsicht hegt, gewährt den Warriners eine Bedenkzeit von 90 Tagen, erst danach wird das Urteil rechtskräftig. Während Jerry damit hadert, nur ein Besuchsrecht für Mr. Smith eingeräumt bekommen zu haben, ist Lucy unzufrieden mit der eigenen Gesamtsituation, da sie wegen Mr. Smith jeden Abend allein in der Wohnung bleiben muss. Es ist ihre Tante Patsy, die Lucy mit dem Ölmillionär Daniel Leeson bekannt macht. Beide fangen an, sich mehr als nur sympathisch zu finden, was wiederum Jerry wurmt, den die Eifersucht packt. Er lässt die nächsten Wochen nichts unversucht, die beiden Liebenden zu trennen, erreicht damit jedoch das Gegenteil. Als jedoch Daniels herrische Mutter, die gegen die Verbindung von Dan und Lucy ist, anfängt, den Leumund von Lucy in Zweifel zu ziehen, ist Jerry der erste, der sie verteidigt. Parallel hat er eine Beziehung mit Barbara Vance, einem überspannten Mitglied der Oberen Zehntausend von New York, begonnen. Jerry und Barbara sind bald das Stadtgespräch, was allerdings Lucy nicht so ungerührt lässt, wie sie eigentlich hofft.

Am letzten Tag der 90-Tages-Frist treffen sich Lucy und Jerry in dessen Wohnung, wo es zu allerlei Verwicklungen kommt. Die beiden Noch-Eheleute entdecken, wie sehr sie sich immer noch lieben und schaffen es, 2 Minuten vor Mitternacht doch wieder zusammenzukommen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Irene Dunne war nach zahllosen Auftritten in Melodramen zu einem hochbezahlten Star geworden, als sie Mitte 1936 durch den Auftritt in Theodora Goes Wild einen erfolgreichen Wechsel in Richtung Komödiantin schaffte. Sie erhielt für den Film ihre zweite Oscarnominierung und es war ausgemacht, dass auch ihre nächste Produktion für Columbia Pictures ein Lustspiel sein sollte. Die Schauspielerin wählte schließlich als Projekt eine Adaption des Theaterstücks The Awful Truth von Arthur Richman, das bereits zweimal verfilmt worden war: 1925 mit Agnes Ayres und Warner Baxter, sowie 1929 als Tonfilm mit Ina Claire und Henry Daniell in den Hauptrollen unter der Regie von Marshall Neilan. Als männlichen Partner wählte Dunne den aufstrebenden Cary Grant, der im Vorjahr durch seine Auftritte neben Jean Harlow in Suzy und Joan Bennett in Big Brown Eyes sein Talent für Komödien bewiesen hatte.

Regisseur Leo McCarey drehte den Film ohne fertiges Skript und ließ die Schauspier so oft wie möglich improvisieren. Während Dunne damit wenig Probleme hatte, war Cary Grant, der für seinen Auftritt eine Gage von $ 50.000 erhielt, am Anfang wenig von dieser Methode der Schauspielerführung begeistert. Er wollte sich zu einem Zeitpunkt sogar aus dem laufenden Vertrag herauskaufen, doch Studioboss Harry Cohn verweigerte seine Zustimmung. Die Zusammenarbeit mit Irene Dunne, mit der er noch zwei weitere Filme drehen sollte, war nicht einfach. Grant mangelte es noch an der nötigen Erfahrung und er war stets unzufrieden, egal was Leo McCarey auch versuchte.

Irene Dunne meinte dazu in einem späteren Interview zu den massiven Problemen des Schauspielers:

„Cary reagierte sehr empfindlich wegen jeder Kleinigkeit damals. Er war so empfindlich, dass er beinahe krank wurde. Wenn ihm etwas am Skript, an der Regie, an einem Schauspieler oder an der Szene nicht gefiel, reagierte er sehr emotional.“[1]

Am Ende profitierten alle Beteiligten von dem fertigen Ergebnis: Irene Dunne erhielt ihre dritte Oscarnominierung, Cary Grant etablierte sich als Spezialist für romantische Komödien und das Studio hatte einen enormen finanziellen Erfolg. Der Foxterrier Skippy, der Mr. Smith spielte, hatte bereits als Asta das Ehepaar Nick und Nora Charles alias William Powell und Myrna Loy in der Der dünne Mann-Reihe erfreut. Im Folgejahr war er als George in Leoparden küßt man nicht neben Katharine Hepburn und einem Leoparden zu sehen.

Das Studio verfilmte den Stoff ein viertes Mal 1953 unter dem Titel Let’s Do It Again mit Jane Wyman und Ray Milland.

Deutsche Fassung[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand erst 1981 im Auftrag der ARD für Fernsehausstrahlungen.[2]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Lucy Warriner Irene Dunne Almut Eggert
Jerry Warriner Cary Grant Norbert Langer
Daniel Leeson Ralph Bellamy Manfred Lehmann
Armand Duvalle Alexander D’Arcy Thomas Frey
Tante Patsy Cecil Cunningham Tilly Lauenstein
Barbara Vance Molly Lamont Alexandra Lange

Kritiken[Bearbeiten]

„Eine ‚screwball comedy‘ in Perfektion, die vom Wortwitz der Dialoge und vom Spielwitz der Hauptdarsteller lebt. Auch die Nebenfiguren warten mit einigen komischen Überraschungen auf.“

Lexikon des Internationalen Films[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film ging mit insgesamt sechs Nominierungen in die Oscarverleihung 1938, gewann jedoch nur eine der begeherten Trophäen:

  • Bester Film – Nominierung
  • Beste Regie – Gewonnen – Leo McCarey
  • Beste Hauptdarstellerin – Nominierung – Irene Dunne
  • Bester Nebendarsteller – Nominierung – Ralph Bellamy
  • Bestes Drehbuch – Nominierung – Viña Delmar
  • Bester Schnitt – Nominierung – Al Clark

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cary used to be very apprehensive about nearly everything in those days. So apprehensive, in fact, he would almost get physically sick. If the script, the director, an actor or a particular scene displeased him, he would be greatly upset.
  2. Thomas Bräutigam: Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation. Mehr als 2000 Filme und Serien mit ihren deutschen Synchronsprechern etc.. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-289-X, S. 321.
  3. Die schreckliche Wahrheit im Lexikon des Internationalen Films