Die unendliche Geschichte (Film)

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Filmdaten
Originaltitel Die unendliche Geschichte,
The NeverEnding Story
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1984
Länge 97[1] Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Wolfgang Petersen
Drehbuch Wolfgang Petersen
Herman Weigel
Produktion Bernd Eichinger
Dieter Geissler
Bernd Schaefers
Musik Klaus Doldinger
Giorgio Moroder (US-Version)
Kamera Jost Vacano
Schnitt Jane Seitz
Besetzung

Die unendliche Geschichte ist ein deutsch-US-amerikanischer Fantasyfilm aus dem Jahr 1984. Regie führte Wolfgang Petersen, der auch zu den Drehbuchautoren gehört. Vorlage ist der gleichnamige Roman von Michael Ende. Der Film behandelt nur die erste Hälfte des Romans. Ende war mit dem Film nicht zufrieden und ließ seinen Namen aus dem Vorspann streichen; im Abspann wird er jedoch weiterhin aufgeführt.

Produzent Bernd Eichinger sagte später über den Film:

„Ich habe damals mit Anfang 30 einen der teuersten Filme der Filmgeschichte weltweit gemacht – 33 Millionen Dollar hat er gekostet. Die Finanzierung stand noch nicht, und trotzdem haben wir angefangen zu drehen.“

Bernd Eichinger[2]

Das Titellied The NeverEnding Story von Limahl wurde zunächst nur in der US-amerikanischen Filmfassung verwendet. Nachdem sich Limahls Version auch in Europa in den Hitparaden platzieren konnte, wurde der Film in Deutschland mit dem US-Soundtrack erneut veröffentlicht.

Handlung[Bearbeiten]

Auryn, das Zeichen der Kindlichen Kaiserin

Der kleine Bastian wird regelmäßig von seinen Klassenkameraden schikaniert. Auf der Flucht vor ihnen rettet er sich eines Tages in ein Antiquariat, wo er einem alten Buchhändler begegnet, der ihn vor einem geheimnisvollen Buch warnt. Bastian kann nicht widerstehen und „leiht“ sich das Buch mit dem seltsamen Titel Die unendliche Geschichte aus, um es auf dem Dachboden seiner Schule zu lesen. Das Buch handelt von Atréju, der das Leben der „Kindlichen Kaiserin“ Phantásiens und somit auch Phantásien retten will. Denn das geheimnisvolle „Nichts“ lässt Phantásien und alle darin lebenden Wesen langsam verschwinden.

Bastian bemerkt, dass er sich trotz seiner Bemühungen der Geschichte nicht mehr entziehen kann, und verfolgt Atréjus abenteuerliche Reise durch Phantásiens Welt der Winzlinge, Rennschnecken, Felsenbeißer und Glücksdrachen, die vom Untergang bedroht ist und verzweifelt nach einem Retter sucht. Mit jedem neuen Abenteuer lässt er sich weiter in die neue Welt ziehen.

Alles scheint verloren und der Untergang Phantásiens besiegelt, als Bastian schließlich begreift, dass er das „Kind aus der anderen Welt“ und somit der Retter Phantásiens ist und nicht Atréju, auf den Bastian alle seine Hoffnungen gesetzt hatte. Um die Kindliche Kaiserin und damit auch Phantásien zu retten, gibt er ihr endlich den verzweifelt geforderten Namen: „Mondenkind“. Damit begegnet er ihr nun selber. Indem er der Kindlichen Kaiserin gegenüber, die das zu einem Korn zusammengeschmolzene Phantásien in Händen hält, einen eigenen Wunsch für eine neue Welt der Vorstellungen äußert, erblüht Phantásien neu.

Tricktechnik[Bearbeiten]

Besonders aufwendig gestalteten sich damals die Spezialeffekte, denn 1984 steckten computergenerierte Effekte noch in den Anfängen ihrer Entwicklung und wurden kaum praktiziert. Also mussten alle Fantasiewesen des Films wirklich gebaut werden. Nachdem kleine Tonmodelle von Wesen wie dem Felsenbeißer entworfen waren, mussten diese in endgültiger Größe aus Gips modelliert werden. Anhand dieser Formen wurden nun Schaumstofffiguren gefertigt, die ein mechanisches Innenleben erhielten. Es waren schließlich bis zu 15 Puppenspieler nötig, um eine einzige Figur zu bewegen. Diese Konstruktionen sind heute noch teilweise in der Bavaria Filmstadt in Geiselgasteig bei München zu sehen: Eine der bekanntesten Besucherattraktionen dort ist der vor allem bei Kindern beliebte Ritt auf dem Glücksdrachen Fuchur vor einer Blue-Screen-Wand. Kleinere Spezialeffekte wurden in den Filmpark Babelsberg in Potsdam ausgelagert.[3]

Fortsetzungen und Neuverfilmung[Bearbeiten]

Sechs Jahre später folgte Die unendliche Geschichte II – Auf der Suche nach Phantásien, in dem die zweite Hälfte des Buches in stark geänderter Version präsentiert wurde – mit anderen Darstellern und neuem Regisseur. Der von der Buchvorlage komplett unabhängige dritte Teil der Reihe heißt Die unendliche Geschichte 3 – Rettung aus Phantasien und gilt als schlechtester Film der Reihe – auch aufgrund seines erneuten Wechsels des Produktionsteams und nicht zuletzt wegen nahezu vollständiger Überarbeitung des ursprünglichen Puppendesigns. 2003 erschien eine vierteilige kanadische Neuverfilmung auf DVD, die nur sehr lose auf Motiven des Buches basiert.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt folgende Auszeichnungen und Nominierungen:

Drehorte[Bearbeiten]

Gedreht wurde an folgenden Orten:[5]

Kritiken[Bearbeiten]

„Aufwendige Verfilmung der ersten Hälfte des Romans von Michael Ende im Stil eines perfekten modernen Märchens, die zwar dem Anspruch der Vorlage nicht gerecht wird, aber bis auf den missglückten Schluss als spannende und anrührende Unterhaltung Sympathie verdient.“

film-dienst[6]

„Er beinhaltet einige der erfindungsreichsten Spezialeffekte in einer Zeit, in der Kämpfe im Weltraum zur Routine geworden sind.“

Roger Ebert für Chicago Sun-Times

„Ein vergnüglicher Weggang von Das Boot und Kajagoogoo.“

Gregory Weinkauf für New Times

„Klassischer Fantasyfilm, voller wundervoller Kreaturen und Charaktere.“

Fred Topel für about.com

„Ein anständiger Fantasyfilm, aber jeder, der das Buch gelesen hat, wird enttäuscht sein […].“

Chuck Rudolph für Matinee Magazine

„Eines der wenigen wahren Fantasy-Meisterwerke.“

Joshua Tyler für cinemablend.com

US-Version[Bearbeiten]

In der US-Version des Films wurde der Vorspann stilistisch geändert (Wolkenbilder statt schwarzer Hintergrund). Außerdem wurde der Film durch zahlreiche kurze Schnitte um insgesamt 6:42 Minuten gekürzt, um die Handlung zu straffen. Die Filmmusik von Klaus Doldinger wurde teilweise durch Filmmusik von Giorgio Moroder und Limahl ersetzt. Auf der deutschen DVD sind beide Fassungen enthalten.

Restaurierung[Bearbeiten]

2012 wurde die deutsche Langversion im Auftrag der Constantin Film von der CinePostproduction GmbH aufwendig restauriert. Gescannt wurden zwei verschiedene Materialversionen des Films – die internationale Version mit einer Länge von 90 Minuten und die deutsche Version mit knapp 97 Minuten Länge. Die deutsche Langversion lag lediglich als Dup-Positiv vor. Von der internationalen Fassung stand das Originalnegativ zur Verfügung. Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, wurde das Originalnegativ als Restaurierungsgrundlage verwendet und das Dup-Positiv nur für diejenigen Sequenzen herangezogen, die in der internationalen Fassung fehlen. Der Scan und die Bearbeitung erfolgten in 3K-Auflösung.

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Ulli Pfau: Phantásien in Halle 4/5 – Michael Endes „Unendliche Geschichte“ und ihre Verfilmung. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1984 ISBN 3-423-10260-8

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Comparison: US Version – German Version movie-censorship.com
  2. Interview mit Bernd Eichinger, In: Louis Lewitan: Die Kunst, gelassen zu bleiben. München 2009, ISBN 978-3-453-16402-4, Seite 93
  3. studiobabelsberg.com
  4. Die unendliche Geschichte – Der Kampf um Phantasien (Episode IV)
  5. Drehorte in der Internet Movie Database (englisch)
  6. Die unendliche Geschichte im Lexikon des Internationalen Films