Die unteren Zehntausend

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Die unteren Zehntausend
Originaltitel Pocketful of Miracles
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1961
Länge 131 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Frank Capra
Drehbuch Hal Kanter
Harry Tugend
Jimmy Cannon
Produktion Frank Capra/United Artists
Musik Walter Scharf
Kamera Robert J. Bronner
Schnitt Frank P. Keller
Besetzung

Die unteren Zehntausend ist ein US-amerikanischer Spielfilm von 1961, in dem Bette Davis, Glenn Ford, Hope Lange und Peter Falk mitspielen. Der Film von Frank Capra ist eine Neuverfilmung von Lady für einen Tag (Lady for a day, 1933), der ebenfalls von Frank Capra stammt. Es wurde sein letzter Film. 1989 drehte Jackie Chan mit Miracles eine weitere Fassung. Die Filme basieren auf einer Erzählung von Damon Runyon. Ann-Margret gab hier ihr Filmdebüt.

Handlung[Bearbeiten]

New York, gegen Ende der Prohibition: Apfel-Annie ist eine alte Bettlerin, die auf dem Broadway Äpfel verkauft. Einer ihrer wichtigsten Kunden ist David der Lord, ein Unterweltboss der guten Sorte, der felsenfest daran glaubt, dass ihm die Äpfel von Apfel-Annie Glück bringen, weshalb er sich für wichtige Entscheidungen und Treffen immer einen frischen besorgt und ihr dementsprechend gutes Trinkgeld gibt. Ferner zieht Annie von den anderen Bettlern am Broadway einen Teil ihrer Einnahmen als Gebühr ein. Diese lassen das gerne mit sich geschehen, weil sie wissen, dass Annie eine junge Tochter, Louise, hat, der sie das Geld schickt. Louise lebt schon lange in Europa und kennt ihre Mutter nur über Briefkontakt. Diesen Kontakt stellt Annie über das vornehme und teure Marbery-Hotel in New York her. Denn ihrer Tochter hat Annie stets ihre wahren Lebensumstände verschwiegen und ihr vorgemacht, sie sei eine vornehme Dame, die stetig im Marbery wohnt. Über einen Freund unter dem Hotelpersonal tauscht Annie die Briefe und bekommt auch von ihm das Briefpapier mit dem Hotelaufdruck.

Doch dann kommt Annie eines Tages in die Bredouille, als Louise ihr schreibt, dass diese schon in den nächsten Tagen mit dem Schiff eintreffen wird, um sie zu besuchen, begleitet von ihrem Verlobten und dem zukünftigen Schwiegervater, Leute aus hohen Kreisen. Annies Bettler-Freunde haben Mitleid mit der verzweifelten Frau und bitten David den Lord, Annie durch seine Beziehungen im Marbery unterzubringen, damit diese ihrer Tochter die schöne Welt weiter vorspielen kann. Dem Lord kommt das im Augenblick sehr ungelegen, denn er will gerade mit dem üblen Gangster-Syndikats-Boss Darcie, der durch Davids Arrangement illegal und unerkannt in New York weilt, eine Partnerschaft abschließen, da sich durch das Ende der Prohibition die Situation für die Unterwelt verschlechtert hat. Doch da er dazu Annies Glücksäpfel benötigt, willigt er schließlich, wenn auch widerwillig, ein.

Mit Hilfe seiner Freundin Queenie schafft David Annie also in eine vornehme Suite im Marbery, lässt die alte heruntergekommene Frau mit Hilfe von Queenies Friseusen und Kosmetikerinnen in eine vornehme Dame verwandeln und macht aus einem abgehalfterten, aber in der vornehmen Etikette bewanderten Berufsbillardspieler einen passenden Ehemann für sie.

So gelingt es ihnen, die eintreffende überglückliche Louise und ihrem Anhang zu täuschen. Doch dann soll es am Abend in der Suite noch einen Empfang geben mit Personen der hohen New Yorker Gesellschaft. David sieht sich erneut unter Zugzwang, trommelt sämtliche Untergebenen aus der New Yorker Halb- und Unterwelt zusammen, stattet sie mit Smokings und Kleidern aus und versucht mit Queenie zusammen, diese in vornehmes Benehmen zu unterweisen, um das Theaterspiel entsprechend fortzusetzen.

Doch noch ehe die bunte Truppe zur Party im Hotel anrücken kann, schnappt die Polizei, die David seit jüngster Zeit wieder verschärft beobachtet und eine krumme Sache vermutet, zu und setzt sie fest. Verzweifelt, aber schließlich erfolgreich versucht David, dem Polizeichef die wahren Umstände klarzumachen. Dieser verständigt die anderen, diesmal wahren Honorationen der Stadt, und so wird Annie, die gerade, weil die Festgäste so lange ausbleiben, ansteht, ihrer Tochter die Wahrheit zu gestehen, dadurch überrascht, dass der wahre Polizeichef, der wahre Bürgermeister und viele andere hohe Persönlichkeiten, für die die Sache ein Heidenspaß ist, die Schwelle überschreiten und sich für Annies gute Freunde ausgeben.

Schließlich kann Louise und zukünftige Familie zur Abreise wieder zum Schiffsanleger geleitet werden. David der Lord verzichtet zur Freude Queenies auf die Partnerschaft mit Darcie und verspricht ihr eine bürgerliche und ehrliche Zukunft. Annie kehrt in ihr altes Leben am Broadway zurück.

Kritiken[Bearbeiten]

„Eine mit Turbulenz, Laune und Elan inszenierte amüsante Komödie im Hollywood Märchenstil, die Witz, Charme und Sentimentalität publikumsattraktiv verbindet. Grandios: zwei Alleingänge von Bette Davis.“

Lexikon des internationalen Films

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt drei Oscarnominierungen: Bester Nebendarsteller (Peter Falk), Beste Kostüme farbig (Edith Head und Walter Plunkett), Bester Song (Pocketful of Miracles). Glenn Ford erhielt einen Golden Globe Award als Bester Hauptdarsteller (Komödie oder Musical), Ann-Margret den Preis als Beste Nachwuchsdarstellerin.

Literatur[Bearbeiten]

  • Damon Runyon: Madame Hinkebein (OT: Madame La Gimp) in: Damon Runyon: Die Bluthunde des Broadway und andere Stories (OT: The Bloodhounds of Broadway and Other Stories). Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 1990, ISBN 3-404-28186-1
  • Victor Scherle und William Turner Levy: The Complete Films of Frank Capra. Citadel Press, New York und Secaucus 1992, ISBN 0-8065-1296-2

Weblinks[Bearbeiten]