Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen

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Statue von Nils Holgersson in Karlskrona, ein Werk von Ralf Borselius

Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen ist der Titel eines Romans der schwedischen Schriftstellerin Selma Lagerlöf, zuerst erschienen 1906/1907. Der schwedische Originaltitel lautet Nils Holgerssons underbara resa genom Sverige („Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden“). Selma Lagerlöf schrieb das Buch als Lesebuch für die Schule, um den Schulkindern die Landeskunde Schwedens nahezubringen.

Inhalt[Bearbeiten]

Handlung[Bearbeiten]

Auf einem kleinen Bauernhof ganz im Süden von Schweden lebt der 14-jährige Nils Holgersson, der seinen Eltern nur Kummer macht, weil er faul und bösartig ist. Eines Tages Ende März wird Nils Holgersson zur Strafe für einen bösen Streich an einem Wichtelmann selbst in ein Wichtelmännchen verwandelt. Der zahme Gänserich Martin will sich den Wildgänsen anschließen, die in diesen Tagen über die Ostsee kommen und zu ihren Brutgebieten in Lappland fliegen wollen. Nils will den Gänserich daran hindern, aber es gelingt ihm nicht, weil er so klein ist: Der Gänserich hebt mit Nils auf dem Rücken einfach ab. Nachdem Nils Holgersson in den nächsten Tagen einigen Tieren in Not geholfen hat, erreicht die Anführerin der Gänse, die alte und ehrwürdige Akka von Kebnekaise, dass Nils Holgersson zu seinen Eltern zurückkehren darf und wieder ein Mensch werden kann. Aber Nils will lieber mit den Wildgänsen durch Schweden ziehen, als wieder ein Mensch zu werden. Nils reist nun mit den Wildgänsen (und teilweise mit einem Adler) durch ganz Schweden, wobei er die Landesnatur, die Geschichte, die Kultur und die Städte Schwedens kennenlernt. Zugleich erlebt er mancherlei gefährliches Abenteuer, muss sich oft in moralischen Fragen entscheiden und bewährt sich dabei.

Parallel wird die Geschichte von dem Bauernmädchen Åsa und ihrem kleinen Bruder Mats erzählt. Beide sind Freunde von Nils, die mit Nils zusammen oft Gänse gehütet haben. Plötzlich sterben kurz nacheinander die Mutter und alle Geschwister von Åsa und Mats. Alle glauben, dass dies an dem Fluch einer alten Zigeunerin liegt. Åsas und Mats’ Vater verlässt vor Kummer seine beiden überlebenden Kinder und nimmt Arbeit im Bergbau in Malmberget, im hohen Norden Schwedens, an. Eines Tages erfahren Åsa und Mats durch einen Vortrag, dass ihre Mutter und ihre Geschwister gar nicht an einem Fluch, sondern an der Tuberkulose gestorben sind. Sie machen sich nun auf, um zu Fuß zu ihrem Vater zu gehen und ihm zu erzählen, woran Mutter und Geschwister wirklich gestorben sind. Bei ihrem Marsch durch Schweden berichten sie immer wieder von ihrem Schicksal und klären dabei die Menschen über die Tuberkulose und deren Bekämpfung auf. Nach einer abenteuerlichen Wanderung kommen sie in Malmberget an, wo Mats bei einem Unglück stirbt. Nachdem Åsa ihm ein würdiges Begräbnis verschafft hat, findet sie ihren Vater: Nun hat sie ihren Vater wieder und kann endlich wieder Kind sein.

Im Herbst kehrt Nils mit den Wildgänsen aus Lappland zurück. Bevor sie über die Ostsee nach Pommern fliegen, schleichen sich Nils und der Gänserich Martin auf den Hof von Nils’ Eltern, die vom Kummer um ihren verschwundenen Sohn gezeichnet sind. Sie fangen den Gänserich und sind erleichtert, dass ihr Sohn bei seiner Flucht wenigstens nicht noch den Gänserich gestohlen hat, wie sie geglaubt hatten. Nun wollen sie ihn schlachten. Doch Nils will nicht zulassen, dass der Gänserich, zu dem er eine tiefe Freundschaft empfindet, getötet wird. Er besiegt seine Scham, dass er nur ein Wichtelmännchen ist, und tritt dazwischen und wird in diesem Augenblick wieder ein Mensch.

Kapitelübersicht und Reiseroute[Bearbeiten]

Kapitel-
nummer
Titel Beschriebene Orte etc. Landskap
(Historische Provinz)
1 Pojken („Der Junge“) Västra Vemmenhög, Söderslätt (südschonische Ebene) Schonen
2 Akka från Kebnekajse („Akka von Kebnekajse“) Vombsjön Schonen
3 Vildfågelsliv („Wildvogelleben“) Schloss Vittskövle, Schloss Övedskloster Schonen
4 Glimmingehus („Burg Glimminge“) Burg Glimminge Schonen
5 Den stora trandansen på Kullaberget
(„Der große Kranichtanz auf dem Kullaberg“)
Kullaberg Schonen
6 I regnväder („Im Regenwetter“)   Blekinge
7 Trappan med de tre trappstegen („Die Treppe mit den drei Treppenstufen“)   Blekinge
8 Vid Ronneby Å („Am Ronneby-Fluss“) Ronneby Blekinge
9 Karlskrona („Karlskrona“) Karlskrona Blekinge
10 Resa till Öland („Reise nach Öland“) Kalmarsund  
11 Ölands södra udde („Die Südspitze von Öland“) Südspitze von Öland Öland
12 Den stora fjärilen („Der große Schmetterling“) Öland Öland
13 Lilla Karlsö („Lilla Karlsö“) Lilla Karlsö Gotland
14 Två städer („Zwei Städte“) (Vineta), Visby Pommern, Gotland
15 Sagan om Småland („Die Sage von Småland“) Tjust Småland
16 Kråkorna („Die Krähen“) Sunnerbo Småland
17 Den gamla bondkvinnan („Die alte Bauersfrau“)   Småland
18 Från Taberg till Huskvarna („Vom Taberg bis Huskvarna“) Taberg, Jönköping, Huskvarna Småland
19 Den stora fågelsjön („Der große Vogelsee“) Tåkern Östergötland
20 Spådomen („Die Prophezeiung“)   Östergötland
21 Vadmalsvåden („Das Lodenstück“)   Östergötland
22 Karrs och Gråfälls saga („Die Geschichte von Karr und Graufell“) Kolmården Östergötland, Södermanland
23 Den stora lustgården („Der große Garten“)   Södermanland
24 I Närke („In Närke“) Örebro Närke
25 Islossningen („Eisgang“) Hjälmaren Närke
26 Arvskiftet („Das Erbe“)   Västmanland
27 I Bergslagarna („Im Bergbaugebiet“)   Västmanland
28 Järnverket („Das Eisenwerk“)   Västmanland
29 Dalälven („Der Dalälv“) Dalälv Dalarna
30 Brorslotten („Der Löwenanteil“) Falun Dalarna
31 Valborgsmässoafton („Walpurgisnacht“) Rättvik Dalarna
32 Vid kyrkorna („Bei den Kirchen“)   Dalarna
33 Översvämmningen („Die Überschwemmung“) Mälaren Uppland
34 Sagan om Uppland („Die Sage von Uppland“)   Uppland
35 I Uppsala („In Uppsala“) Uppsala Uppland
36 Dunfin („Daunenfein“) Stockholmer Schären Uppland
37 Stockholm („Stockholm“) Stockholm Uppland
38 Gorgo, örnen („Gorgo, der Adler“)    
39 Fram över Gästrikland („Vorwärts über Gästrikland“)   Gästrikland
40 En dag i Hälsingland („Ein Tag in Hälsingland“) Delsbo Hälsingland
41 I Medelpad („In Medelpad“) Sundsvall, Insel Alnö Medelpad
42 En morgon i Ångermanland („Ein Morgen in Ångermanland“)   Ångermanland
43 Västerbotten och Lappland („Västerbotten und Lappland“)   Västerbotten, Lappland
44 Åsa gåsapiga och lille Mats
(„Das Gänsemädchen Åsa und der kleine Mats“)
Malmberget Lappland
45 Hos lapparna („Bei den Lappen“)   Lappland
46 Mot söder! Mot söder! („Nach Süden! Nach Süden!)“ Östersund Jämtland
47 Sägner från Härjedalen („Geschichten aus Härjedalen“)   Härjedalen
48 Värmland och Dalsland („Värmland und Dalsland“)   Värmland, Dalsland
49 En liten herrgård („Ein kleiner Herrenhof“) Mårbacka Värmland
50 Skatten på skäret („Der Schatz auf der Schäre“) Schären von Bohuslän Bohuslän
51 Havsilver („Meeressilber“)   Bohuslän
52 En stor herrgård („Ein großer Herrenhof“) Schloss Nääs Västergötland
53 Resa till Vemmenhög („Die Reise nach Vemmenhög“)   Halland
54 Hos Holger Nilssons („Bei Holger Nilssons“) Västra Vemmenhög Schonen
55 Avsked från vildgässen („Abschied von den Wildgänsen“) Smygehuk Schonen

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Selma Lagerlöf 1909

Um 1900 gab der Verband der schwedischen Volksschullehrer eine Reihe neuer Lesebücher für die Schule in Auftrag. Mit dem Band über Land und Leute Schwedens wurde Selma Lagerlöf betraut, damals schon eine der bekanntesten und angesehensten Schriftstellerinnen des Landes. Selma Lagerlöf war über den Auftrag sehr erfreut und nahm ohne Zögern an: Der Auftrag sei eine Goldgrube, noch besser als ein Nobelpreis, schrieb sie an ihre Freundin Sophie Elkan. Um diesen Auftrag zu erfüllen, schrieb sie Nils Holgersson. Sie konnte sich allerdings nicht gleich ans Werk machen, da erst noch der zweite Band von Jerusalem geschrieben werden musste. Als dieser 1902 dann vorlag, begann sie aber mit großem Engagement mit der Arbeit zu Nils Holgersson.

Grundlegend für den Roman ist die Idee, Schweden aus der Vogelperspektive zu schildern. Hierdurch gelingt es der Autorin, ganz Schweden anschaulich darzustellen. Um dies zu erreichen, lässt sie die Hauptfigur in ein Wichtelmännchen verwandeln – das Wichtelmännchen (schwedisch tomte) gehört zum festverwurzelten Bestandteil schwedischen Volksglaubens – und auf dem Rücken eines Gänserichs durch Schweden fliegen. Parallel zu dem Flug von Nils Holgersson schildert Selma Lagerlöf später die Fußwanderung des Gänsemädchens Åsa (wichtig als Identifikationsfigur für die weiblichen Leser) und ihres Bruders Mats von Schonen bis nach Lappland.

Die Geschichte des zahmen Gänserichs, der sich den Wildgänsen anschließt, beruht auf einem tatsächlichen Ereignis. Im ersten Teil ihrer Autobiographie, dem 1922 erschienenen Mårbacka, berichtet Selma Lagerlöf, dass sich zur Zeit ihres Urgroßvaters väterlicherseits, Pastor Wennerwik, auf Mårbacka im Frühling ein zahmer weißer Gänserich den ziehenden Wildgänsen angeschlossen hatte und im Herbst mit Frau und sieben Kindern nach Mårbacka zurückgekehrt war. Alle neun Gänse wurden geschlachtet – diesen Ausgang der Geschichte veränderte Selma Lagerlöf freilich in Nils Holgersson.

Die Idee, sprechende Tiere auftreten zu lassen, übernahm die Autorin aus Rudyard Kiplings Dschungelbuch. Sie selbst unternahm, bevor sie das Buch schrieb, eine ausgedehnte Reise nach Nordschweden. Ihre Bewunderung für die Schönheit der nordschwedischen Landschaft hat in dem Roman ihren Niederschlag gefunden. Wiederholt las Selma Lagerlöf Kindern einzelne Kapitel vor, um die Wirkung zu überprüfen.

Passend zu seiner beabsichtigten Verwendung als Schulbuch, stellte Selma Lagerlöf zwei „erbauliche“ Texte an die Spitze des Buches: Das Kirchenlied Den kristna dagvisan („Das christliche Tageslied“) und das patriotische Gedicht Sveriges karta („Schwedens Karte“) von Carl Snoilsky. Beide Texte führen gleichsam in die Thematik des Buchs ein: Im „christlichen Tageslied“ heißt es, dass sich die Seele voller Herzensfreude zum Himmel erhebt wie der Vogel sich auf den Flügeln zur Höhe des Himmels schwingt. Hier wird gewissermaßen auf Nils Reise mit den Vögeln angespielt. Und wenn es in Snoilskys Gedicht heißt: Och prägla levande och varm / en Sveriges bild i barnets barm / som mannen skall bevara („Und präge lebendig und warm / ein Bild von Schweden in die Brust des Kindes / das es als Mann bewahren soll“), ist damit genau der Zweck beschrieben, den Nils Holgersson erfüllen soll.

Bedeutung[Bearbeiten]

Im Laufe des Romans werden alle schwedischen Landschaften und viele Städte vorgestellt, häufig in Form von Sagen und Märchen. Zahlreiche Charaktere treten (als Tiere) auf, immer wieder kommt es für den Jungen auch zu neuen sozialen Konstellationen.

Ihre typische Episodentechnik wendet Selma Lagerlöf auch hier an: Ein großes literarisches Werk wird aus einzelnen Kapiteln zusammengesetzt, die jeweils abgeschlossene Episoden bilden. Eine bedeutende Geschichte innerhalb des Romans ist beispielsweise die Geschichte eines von den Menschen gefürchteten Urwalds, der später fast untergeht, aber endlich von den Menschen wieder gerettet wird: des Kolmården; zugleich ist es die Chronik einer lebenslangen Rache und einer tiefen Freundschaft. Auch um 1900 aktuelle Themen wie Armut, Kinderarbeit, Auswanderung oder der damals ungeheuer wichtige Kampf für Volksgesundheit und Hygiene und gegen die Tuberkulose werden behandelt (das Thema Tuberkulose spielt später noch in Selma Lagerlöfs Roman Der Fuhrmann des Todes eine wichtige Rolle).

Schriftstellerisch kühn konzipiert, tritt Selma Lagerlöf in dem Roman auch selbst auf, als sie im Kapitel En liten herrgård („Ein kleiner Herrenhof“) Nils im Kampf gegen eine Eule von einer Besucherin retten lässt, die ein Buch über Schweden für Kinder schreiben soll, von dem sie noch gar nicht weiß, wie sie das anfangen soll. Aus dieser Not hilft Nils Holgersson ihr, ohne es zu wissen. In diesem Kapitel huldigt Lagerlöf zugleich dem elterlichen Gut Mårbacka als einem Idealbild eines Heimes, in dem Ordnung und Geborgenheit herrschen. (Die Bezeichnung liten herrgård verwendete Selma Lagerlöf bereits in Gösta Berling für das – dort Lövdala genannte – Gut Mårbacka.) Und sogar der schwedische König Oskar II. erhält seinen Auftritt: Der König selbst ist es, der anonym dem heimwehkranken Geiger Clement die Geschichte der Stadt Stockholm erzählt.

Trotz der großen Probleme Schwedens beurteilt Selma Lagerlöf, ganz im Sinne des optimistischen Fortschrittsglaubens der damaligen Zeit, die Chancen einer positiven Entwicklung günstig und setzt insbesondere Hoffnung auf die zunehmende Industrialisierung.

Lagerlöf greift vielfach ethische Themen auf. Während seiner Reise lernt Nils Holgersson in vielen, auf den ersten Blick aussichtslosen oder moralisch kontroversen Situationen, Verantwortung zu übernehmen und Achtung für seine Mitgeschöpfe, Menschen wie Tiere, zu hegen. Immer wieder trägt Nils Holgersson auch dazu bei, Versöhnungen zustande zu bringen.

In jugendgerechter Weise ist Nils Holgersson zunächst ein Abenteuerroman, der an die jugendliche Sehnsucht, auszubrechen und Abenteuer zu erleben, appelliert. Zugleich handelt das Buch von der Heimatverbundenheit: Nils Holgersson lernt Menschen, Städte und Landschaften seiner Heimat kennen. In der Kombination aus Heimatverbundenheit und abenteuerlichem Ausbruch aus der Heimat knüpft der Roman zugleich an Jerusalem an.

Nils Holgersson ist ein Entwicklungsroman. Für ein Kinderbuch ungewöhnlich, stirbt eine Hauptperson, der kleine Mats, und ein Kapitel lang geht es um seine Beerdigung. Nils Holgersson verwandelt sich im Laufe seiner Reise von einem widerspenstigen und bösartigen Nichtsnutz in einen verantwortungsbewussten, hilfsbereiten, selbstbewussten und höflichen Jugendlichen. Nils Holgersson lernt die Bedeutung von Freundschaft und Liebe. Die Verwandlung Nils Holgerssons in ein Wichtelmännchen symbolisiert letztlich Nils’ Identitätskrise in der Pubertät, seine Rückverwandlung in einen Menschen steht dafür, dass er einen Platz in der Welt gefunden hat.

Nils Holgerson (Steinkonsole des niederländischen Bildhauers Anton Geerlings) in Utrecht

Es war neuartig, dass für Kinder ohne einen offen moralisierenden und belehrenden Stil geschrieben wurde. Selma Lagerlöf baute einige sprachliche Neuheiten ein: Sie verwendete einfachere Sätze, als es bis dahin üblich war, und machte Nils Holgersson zum ersten literarischen Werk, in dem die modernisierte schwedische Rechtschreibung von 1906 verwendet wurde. Lagerlöf vereinfachte in Dialogen die Pluralformen der Verben und passte diese den Singularformen an. Dies setzte sich in der schwedischen Schriftsprache erst in der Mitte der 20. Jahrhunderts allgemein durch.

Rezeption[Bearbeiten]

Nils Holgersson war gleich nach Erscheinen des Buchs ein großer Erfolg. Bereits im ersten Jahr wurden 100.000 Exemplare verkauft – neben der für die Schule bestimmten Ausgabe. Kritik kam von der Schulbehörde, die sich daran störte, dass ein Schulbuch unterhaltsam sein und noch dazu märchenhafte Züge tragen solle, und von der Kirche, die das Fehlen von explizit christlichen Inhalten bemängelte. Warum Nils nie in die Kirche gehe, fragte ein Kirchenvertreter. Aber Selma Lagerlöf konterte souverän: Als Wichtelmännchen könne Nils nicht in eine Kirche gehen.

Zitat[Bearbeiten]

„Det är ett märkvärdigt land, som vi har. Vart jag kommer, alltid finns det något för människorna att leva av.“

„Das ist ein merkwürdiges Land, das wir haben. Wohin ich auch komme, überall gibt es etwas, wovon die Menschen leben können.“

Selma Lagerlöf: Nils Holgersson – aus dem Kapitel I Medelpad.

Oper[Bearbeiten]

Bjørn Howard Kruse komponierte 1986 eine Oper für Sänger, gemischten Chor und Kammerorchester nach dem Buch.

Verfilmungen[Bearbeiten]

Sowjetischer Zeichentrickfilm (1955)[Bearbeiten]

Ein Zeichentrickfilm unter dem Titel „Der verzauberte Junge“ The Enchanted Boy („Заколдо́ванный ма́льчик“, Zakoldovannyy Malchik) unter der Regie von Vladimir Polkovnikov und Aleksandra Snezhko-Blotskaya wurde 1955 von Sojusmultfilm in Moskau produziert.

Schwedische Realverfilmung (1962)[Bearbeiten]

„Nils Holgersson wunderbare Reise“ (Nils Holgerssons underbara resa) von Kenne Fant wurde hauptsächlich aus Hubschraubern gefilmt, die Handlung vereinfacht und heruntergespielt.

Japanische Zeichentrickserie (1980/81)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen (Zeichentrickserie)

Diese Anime-Bearbeitung (Originaltitel ニルスのふしぎな旅 Nirusu no Fushigi na Tabi), bestehend aus 52 25-Minuten-Episoden wurde vom NHK vom 8. Januar 1980 bis zum 17. März 1981 ausgestrahlt. Sie wurde auch in der arabischen Welt (als "مغامرات نيلز" Nils' Abenteuer), Kanada (auf Französisch), Frankreich, Deutschland, Österreich, Schweden, Finnland, Island (als "Nilli Hólmgeirsson") Belgien, Griechenland (als "Το θαυμαστό ταξίδι του Νίλς Χόλγκερσον"), den Niederlanden, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Slowenien (als "Nils Holgerson" mit einem s), Ungarn (als "Nils Holgersson csodálatos utazása a vadludakkal"), Israel, der Türkei (als "Uçan Kaz" ("Die fliegende Gans")), Italien, Hongkong (kantonesisch synchronisiert), Festlandchina, Südafrika (auf Afrikaans) und Albanien gesendet. In einigen dieser Länder wurde die Serie für Werbungen gekürzt. Der Film war die erste Produktion des Studio Pierrot, Mamoru Oshii war einer der Regisseure. Die Verfilmung war weitgehend originalgetreu, jedoch wurde Nils ein Hamster als Begleiter mitgegeben, den es im Roman nicht gibt und die Rolle des Fuchses Smirre wurde erweitert.

In Deutschland wurden die Episoden 1981 zu einem abendfüllenden Film kombiniert (etwa 1h 22min lang); diese Version wurde auch in Estland synchronisiert auf VHS und DVD veröffentlicht.

Deutsch-schwedische Realverfilmung (2011)[Bearbeiten]

Im Jahr 2011 wurde die Verfilmung zu Weihnachten als zweiteiliger Fernsehfilm ausgestrahlt. Ab Mitte April 2012 wurde die Verfilmung als vierteiliger Spielfilm wiederholt.

Anders als die originale Romanvorlage von Selma Lagerlöf, hat die Handlung der Verfilmung nur an ein paar Stellen gewisse Gemeinsamkeiten mit dem Roman, weil hier eine ganz neue Geschichte erzählt wird, die ansonsten nichts mit dem Roman gemeinsam hat. Anders als der Roman, spielt die Verfilmung chronologisch auch nicht zur Zeit der Industrialisierung von Schweden, in der das Land mit dem Bau von mit Dampfmaschinen betriebenen Fabriken erschlossen wird, sondern etwa 10 bis 20 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg.

Wissenswertes[Bearbeiten]

Denkmal für Akka in Smygehuk

Der Name der Leitgans Akka von Kebnekaise setzt sich aus den Namen zweier Berge in Lappland zusammen: Akka, manchmal auch „Königin Lapplands“ genannt, und Kebnekaise, dem höchsten Berg Schwedens. Akka bedeutet auf Samisch Mutter; auf Samisch und Finnisch Alte bzw. die Weise; der Begriff taucht sowohl in der samischen Mythologie wie auch der finnischen Mythologie auf. Die Namen der anderen Gänse (Yksi, Kaksi, Kolme, Neljä, Viisi, Kuusi) sind die der finnischen Zahlen von Eins bis Sechs.

Eine Abbildung von Nils Holgersson und den Wildgänsen findet sich auf der Rückseite des schwedischen 20-Kronen-Scheins.

In Smygehuk in der Gemeinde Trelleborg, am südlichsten Zipfel Schwedens, steht ein kleines Denkmal für Akka von Kebnekaise.

Der Pionier der Ethologie Konrad Lorenz nannte seine in der Fachwissenschaft wohlbekannte Versuchsgans Martina nach dem Gänserich des Lieblingsbuches seiner Kindheit.

Ein Fährschiff der Reederei TT-Line wird jeweils nach der Figur Nils Holgersson benannt, siehe z.B. die Nils Holgersson aus dem Jahr 2001.

Siehe auch[Bearbeiten]

Ausgaben[Bearbeiten]

  • Selma Lagerlöf: Nils Holgersson wunderbare Reise durch Schweden. Aus dem Schwedischen übersetzt von Gisela Perlet, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-15-020219-7.
  • Selma Lagerlöf: Nils Holgerssons wunderbare Reise mit den Wildgänsen. Anaconda Verlag, Köln 2011, ISBN 978-3-86647-615-8.

Literatur[Bearbeiten]

  • Vivi Edström: Selma Lagerlöf, Stockholm 1991 (auf Schwedisch)
  • Göran Hägg: Den svenska litteraturhistorien, Stockholm 1996 (auf Schwedisch)
  • Sabine Schwieder, Wolfram Schwieder: Wunderbare Reise durch Schweden, Auf den Spuren Nils Holgerssons, nymphenburger in der F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung, München 2006, ISBN 978-3-485-01072-6

Weblinks[Bearbeiten]