Diedrich Uhlhorn

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Diedrich Uhlhorn (* 3. Juni 1764 in Bockhorn; † 5. Oktober 1837 in Grevenbroich) war ein deutscher Erfinder und Konstrukteur. Er ist Erfinder der Kniehebelpresse zum Prägen von Münzen und Medaillen, die er 1817 in Grevenbroich baute und deren Prägeverfahren für Münzen bis heute das gängige Verfahren ist.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Am 3. Juni 1764 wurde Diedrich als erster Sohn von Christian Gerhard Uhlhorn und Wübke Katharine von Lindern in Bockhorn geboren. Diedrich war ein gelehriger Schüler und interessierte sich früh für Physik und Mathematik. Aus diesem Grunde war sein Interesse anscheinend größer für die Fertigung von technischen Gebrauchsgegenständen als für den väterlichen Tischlereibetrieb. Zwangsläufig musste es zu Streitigkeiten zwischen ihm und seinem Vater kommen, so dass Diedrich seine eigenen Wege gehen musste und eine kleine Werkstatt zur Herstellung physikalischer und mathematischer Instrumente in Bockhorn betrieb.

1797 baute Uhlhorn ein Fernrohr für den Herzog von Oldenburg, Peter Friedrich Ludwig, der sich mit einer Jahrespension von 150 Reichstalern bedankte und Uhlhorn noch im gleichen Jahr zum Herzoglich-Holstein-Oldenburgischen Hofmechanikus ernannte.

1800 unternahm Diedrich seine erste Reise in das Rheinische Industriegebiet, um in Hückeswagen die nach Uhlhorn erste Tuchschermaschine für den Kaufmann J. W. Thomas aufzustellen.

1801 verlegte er seinen Wohnsitz von Bockhorn in die Nähe der Landeshauptstadt Oldenburg, um die Vielfalt der Handwerker für Teilarbeiten seiner Apparate und Bildungseinrichtungen für wissenschaftliche Studien besser nutzen zu können.

1810 siedelte er mit seiner Familie nach Grevenbroich um und wurde technischer Leiter der Spinnerei von Friedrich Koch. Nebenbei betrieb Uhlhorn noch eine Werkstatt für Textilmaschinen „Uhlhorn & Thomas“. 1812 gründete Diedrich Uhlhorn die Kratzenfabrik „Dch. Uhlhorn“, die vorwiegend mit selbst konstruierten Maschinen arbeitete.

In 1817 erfand Herr Uhlhorn Tachometer, welcher auf dem Prinzip von Drehzahlmessung mittels Zentrifugalkraft beruhte. Später im Jahre 1844 wurde der Tachometer in Lokomotiven eingesetzt

In 1817 erfand Diedrich Uhlhorn die Kniehebelpresse. 1818 wurde seine Erfindung in Düsseldorf vorgestellt und bereits 1820 an der Berliner Münzstätte eingesetzt. Die Gelenke der Kniehebelpresse fanden auch in seinem Fliehkrafttachometer anwendung.

1822 verlieh ihm der preußische König Friedrich Wilhelm III. für seine Verdienste das allgemeine Ehrenzeichen Roter-Adler-Orden.

1824 übertrug er die Kratzenfabrik seinen beiden noch lebenden Söhnen aus erster Ehe, Christian und Gerhard, und widmete sich mit seinem jüngsten Sohn Johann Heinrich der Herstellung von Münzprägemaschinen. Die „Werkstätte für Münzprägemaschinen“ wurde nach Uhlhorns Tod von Johann Heinrich vollständig übernommen.

Diedrich Uhlhorn starb im Alter von 73 Jahren am 5. Oktober 1837 in Grevenbroich.

Familie[Bearbeiten]

Am 31. August 1794 heiratete er Gesche Margarete Schwoon. Aus dieser Verbindung gingen vier Söhne (Christian 1795, Gerhard 1797, Diedrich 1800, Heinrich 1801) und eine Tochter (Gesche Katharina 1803) hervor. Nach dem Tod seiner ersten Frau am 8. Juli 1803 ging er am 13. Januar 1805 eine zweite Ehe mit Johanna Katharina Klaener ein. Aus dieser Verbindung ging am 25. November 1805 als einziger Sohn der spätere Kommerzienrat Johann Heinrich Uhlhorn hervor.

Werke[Bearbeiten]

  • Entdeckungen in der höheren Geometrie. Oldenburg 1809 (books.google.com)
  • Theoretische und praktische Abhandlung über einen neu erfundenen Tachometer zunächst für Mechaniker, Fabrikanten, Baumeister und andere. Verlag der Hermannschen Buchhandlung, Frankfurt am Main 1817

Literatur[Bearbeiten]

  • Volker Benard-Wagenhoff, Konrad Schneider: Dieser unerschöpfliche, seltene Mann – Diedrich Uhlhorn und die moderne Münztechnik. Grevenbroich 2009.
  • Otto Albert Bormann: Dietrich Uhlhorn (1764–1837). In: Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsbiographien, Band I. Aschendorff, Münster 1931, S. 177–195.
  • Egbert Ritter von Hoyer: Uhlhorn, Diedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 166–168.
  • Artikel „Dietrich Uhlhorn“. In: Neuer Nekrolog der Deutschen, Band 30, S. 879–886 (Digitalisat).