Diego de Deza

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Diego Deza (* 1444 in Toro; † 9. Juni 1523) war ein spanischer Theologe und Inquisitor. Er war eine der wichtigeren Figuren der Spanische Inquisition und Nachfolger des berüchtigten Tomás de Torquemada im Amte des Großinquisitors.

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Deza trat bereits in jungen Jahren dem Dominikanerorden bei. Er unterrichtete Prinz Johann von Aragón und Kastilien, einziger überlebender Sohn von König Ferdinand und Königin Isabella.

Deza war es auch, der Christoph Columbus Zugang zum Königspaar verschaffte.

Er diente als Bischof von Zamora (1487–1494), Bischof von Salamanca (1494–1498), Bischof von Jaén (1498–1500), Bischof von Palencia (Februar 1500–1504) und wurde schließlich 1505 Erzbischof von Sevilla.

Die Inquisition[Bearbeiten]

Am 24. November 1498 wurde Deza zum Großinquisitor für Kastilien, León und Granada ernannt. Am 1. September des darauf folgenden Jahres wurde seine Zuständigkeit auf ganz Spanien ausgedehnt.

Wie sein Amtsvorgänger Torquemada hatte auch Deza eine ausgeprägte Abneigung gegen KonvertitenJuden oder Muslime, die zum Christentum konvertiert sind, denen aber oft vorgeworfen wurde, heimlich ihren ursprünglichen Glauben beizubehalten.

Auch ihm wurde Übereifer und übermäßige Grausamkeit vorgeworfen; 1507 rief ihn der Papst öffentlich zu Mäßigung auf. In einer Beschwerde an den Sekretär des Königs schrieb Kapitän Gonzalo de Ayora (Valencia): Deza und seine Leutnants „respektieren weder Gott noch Gesetz; sie töten, stehlen und entehren Mädchen und Frauen zur Schande der christlichen Religion“.

Abstieg und Tod[Bearbeiten]

Deza selbst wurde beschuldigt, heimlich Judentum zu praktizieren – ein Vorwurf, der vor allem darauf basierte, dass seine Mutter jüdischer Abstammung war. Nachdem König Ferdinand erneut geheiratet hatte, betrachtete er Deza als Risiko und zwang ihn 1507 zum Rücktritt.

1517 gründete Diego de Deza in Sevilla das Colegio de Santo Tomás. Er wurde zum Bischof von Toledo ernannt, konnte das Amt wegen Krankheit jedoch nicht mehr antreten und starb 1523.

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Weblinks[Bearbeiten]