Dielheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dielheim
Dielheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dielheim hervorgehoben
49.28258.7347222222222138Koordinaten: 49° 17′ N, 8° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rhein-Neckar-Kreis
Höhe: 138 m ü. NHN
Fläche: 22,67 km²
Einwohner: 8831 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 390 Einwohner je km²
Postleitzahl: 69234
Vorwahl: 06222
Kfz-Kennzeichen: HD
Gemeindeschlüssel: 08 2 26 010
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 37
69234 Dielheim
Webpräsenz: www.dielheim.de
Bürgermeister: Hans-Dieter Weis
Lage der Gemeinde Dielheim im Rhein-Neckar-Kreis
Bayern Hessen Rheinland-Pfalz Heidelberg Heilbronn Landkreis Heilbronn Landkreis Karlsruhe Mannheim Neckar-Odenwald-Kreis Eberbach Altlußheim Angelbachtal Bammental Brühl (Baden) Dielheim Dossenheim Eberbach Eberbach Eberbach Edingen-Neckarhausen Edingen-Neckarhausen Epfenbach Eppelheim Eschelbronn Gaiberg Heddesbach Heddesheim Heiligkreuzsteinach Helmstadt-Bargen Hemsbach Hirschberg an der Bergstraße Hockenheim Ilvesheim Ketsch Ladenburg Laudenbach (Bergstraße) Leimen (Baden) Leimen (Baden) Lobbach Malsch (bei Wiesloch) Mauer (Baden) Meckesheim Mühlhausen (Kraichgau) Neckarbischofsheim Neckargemünd Neidenstein Neulußheim Nußloch Oftersheim Plankstadt Rauenberg Reichartshausen Reilingen Sandhausen St. Leon-Rot Schönau (Odenwald) Schönbrunn (Baden) Schriesheim Schwetzingen Schwetzingen Sinsheim Spechbach Waibstadt Walldorf (Baden) Weinheim Weinheim Wiesenbach (Baden) Wiesloch Wilhelmsfeld ZuzenhausenKarte
Über dieses Bild

Dielheim ist eine Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Dielheim gehört zur Metropolregion Rhein-Neckar und liegt am westlichen Rande des Kraichgaus und am Rande der oberrheinischen Tiefebene. Nach Süden hin wird Dielheim durch die bewaldeten Hänge des Wallenbergs begrenzt, der mit seinen 247,8 m ü. NN die höchste Erhebung auf Dielheimer Gemarkung darstellt. Durch den Ortskern von Dielheim, sowie die Ortskerne der Gemeindeteile Horrenberg und Balzfeld fließt der Leimbach von östlicher nach westlicher Richtung, der in Balzfeld entspringt. Die nächstgelegenen größeren Städte sind Wiesloch (4 km), Heidelberg (20 km) und Sinsheim (15 km).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Dielheim gehören Dielheim (5.776 Einwohner am 31. Dezember 2010)[2] sowie die Ortsteile Horrenberg (1.762 Einwohner), Balzfeld (1.023 Einwohner) und die Weiler Oberhof (40 Einwohner) und Unterhof (315 Einwohner).

Die Orte bilden jeweils einen Ortsteil. Die räumlichen Grenzen des Ortsteils Dielheim sind identisch mit der früheren Gemeinde Dielheim, die restlichen Ortsteile liegen im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Horrenberg. Das Gemeindegebiet ist zudem in vier Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung gegliedert, wobei die Ortsteile Oberhof und Unterhof zu einem Wohnbezirk zusammengefasst werden, die restlichen Ortsteile bilden je einen Wohnbezirk.

Im Gemeindegebiet liegt die nur 860 genannte, abgegangene Ortschaft Hildebrandeshusen, die nicht sicher in einer der beiden ehemaligen Gemeinden lokalisiert werden kann.[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden grenzen an die Gemarkung Dielheim, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Wiesloch, Meckesheim, Zuzenhausen, Sinsheim, Mühlhausen und Rauenberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Dielheims Wappen bis 1985

Dielheim[Bearbeiten]

Dielheim wurde 767 im Lorscher Codex als „diuuelenheim“ erstmals urkundlich erwähnt. 1272 kaufte das Fürstbistum Speyer die Hälfte des Ortes. Daneben hatten Adelsfamilien wie die von Sickingen, von Rosenberg (Erbauer der abgegangenen Burg Dielheim), von Menzingen, von Neipperg und von Gemmingen Besitz und Rechte in Dielheim bis Speyer 1512 den Ort ganz erwarb. Im Dreißigjährigen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde Dielheim zerstört. Im Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurde Speyer säkularisiert und Dielheim wurde badisch. Am 1. März 1972 wurde Horrenberg mit den Ortsteilen Balzfeld sowie Ober- und Unterhof eingemeindet.

Jahr 1530 1818 1852 1905 1961 2007 2008 2010
Einwohner 330 792 1227 1799 3494 5799 5797 5776
Horrenbergs Wappen bis 1972

Horrenberg[Bearbeiten]

Horrenberg liegt an einer alten Römerstraße. Im Mittelalter führte die Reichsstraße von Speyer über Wimpfen nach Nürnberg. Um 1220 wurde zum Schutz der Straße eine Turmburg, die abgegangene Burg Horrenberg, gebaut, um die herum eine kleine Siedlung entstand. 1272 wird Horrenberg erstmals eindeutig in einer Urkunde genannt, aus der hervorgeht, dass Bischof Heinrich von Speyer die Burg mit privaten Mitteln für das Hochstift Speyer erwarb. Von 1462 bis 1498 musste Speyer Horrenberg an die Kurpfalz abtreten. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort zerstört und fiel 1803 an Baden. 1932 wurden Ober- und Unterhof eingemeindet.

Jahr 1530 1818 1852 1905 1961 2007 2008 2010
Einwohner 86 334 419 528 848 1788 1778 1762

Balzfeld[Bearbeiten]

Balzfeld wurde vermutlich bereits um 1000 gegründet, gehörte aber seit dem Mittelalter zu dem jüngeren Horrenberg und teilte dessen Geschichte. 1306 wurde Balzfeld als „Balgesuelt“ erstmals urkundlich erwähnt. Im Gegensatz zur politischen Abhängigkeit war kirchlich Balzfeld der Hauptort und Horrenberg die Filiale. Von 1705 bis 1966 gab es insgesamt sieben Versuche der Balzfelder unabhängig zu werden, die alle scheiterten.

Jahr 1530 1818 1852 1905 1961 2007 2008 2010
Einwohner 71 211 382 431 598 1014 1012 1023
Unterhofs Wappen bis 1932

Unterhof[Bearbeiten]

Unterhof wurde 1341 als „inferiori curia“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort bestand jahrhundertelang aus drei Höfen. Bis zum Übergang an Baden gehörte er durchgängig zum Hochstift Speyer. Im 19. Jahrhundert erhielt er einen eigenen Stabhalter und wurde schließlich 1932 zu Horrenberg eingemeindet.

Jahr 1530 1818 1852 1905 1961 2007 2008 2010
Einwohner 6 54 79 98 155 313 311 315
Oberhofs Wappen bis 1932

Oberhof[Bearbeiten]

Oberhof, heute der kleinste Ortsteil von Dielheim, wurde 1341 als „superiore curia“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort teilt die Geschichte Unterhofs und war bis in das 19. Jahrhundert wegen der fruchtbaren Böden größer als die Nachbargemeinde. Dann wirkte sich die etwas abgelegene Lage ungünstiger aus und Oberhof wurde an Einwohnerzahl überflügelt. 1932 erfolgte die Eingemeindung zu Horrenberg.

Jahr 1530 1818 1852 1905 1961 2007 2008 2010
Einwohner 19 77 60 69 64 39 38 40

Religionen[Bearbeiten]

Entsprechend der jahrhundertelangen Zugehörigkeit zum Hochstift Speyer war die Bevölkerung früher fast ausschließlich katholisch. Auch in der jüngeren Vergangenheit gab es nur geringe Verschiebungen in der Verteilung der Religionszugehörigkeit. 2007 waren 76 Prozent der Einwohner katholisch und 16 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.

Politik[Bearbeiten]

Das Rathaus in Dielheim

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat neben dem vorsitzenden Bürgermeister 20 Mitglieder, die alle fünf Jahre gewählt werden.

Gemeinderat 2009
Partei Stimmen Sitze
CDU 57,9 % (-5,0) 13 (-1)
Bürgerinnen für die Gemeinde 17,4 % (+4,7) 3 (+1)
SPD 14,6 % (-3,2) 3 (=)
Grüne 5,7 % (-0,9) 1 (=)
Wahlbeteiligung: 59,0 %

Außerdem gibt es für Horrenberg (mit Balzfeld, Unterhof und Oberhof) einen Ortschaftsrat und einen Ortsvorsteher als dessen Vorsitzendem. Für die Wahl des Ortschaftsrats wird die Unechte Teilortswahl angewendet.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird alle acht Jahre direkt gewählt. Seit 2002 amtiert Hans-Dieter Weis.

  • 1948–1978: Erhard Greulich
  • 1978–2002: Bruno Gärtner
  • seit 2002: Hans-Dieter Weis

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Blau ein durchgehendes, geschliffenes silbernes Kreuz, bewinkelt von vier silbernen Sternen und belegt mit einem silbernen Herzschild, worin der schwarze lateinische Großbuchstabe D.

Das Wappen setzt sich zusammen aus den beiden alten Wappen von Dielheim und Horrenberg. Beide enthielten das in Blau liegende silberne Kreuz, das dem Hochstift Speyer entstammt.

Die Flagge ist Weiß-Blau und wurde zusammen mit dem Wappen 1985 vom Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis genehmigt.[4]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Dielheim pflegt seit 1985 eine Partnerschaft mit dem französischen Saint-Nicolas-de-Port, in der Nähe von Nancy gelegen, in Lothringen und seit 1994 mit der ungarischen Stadt Lengyeltóti im Kreis Somogy unweit des Balatons.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Dielheimer Kerwe (letztes Septemberwochenende)
  • Balzfelder „Geeleriewe“-Kerwe (November)
  • Weihnachtsmärkte in Dielheim, Horrenberg, Unterhof (Adventszeit)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Südlich von Dielheim verläuft die A 6. Durch Dielheim und Horrenberg führt die L 612. In die umliegenden Orte führt eine Buslinie. Dielheim gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

Historisch ist die Nebenbahn von Wiesloch-Walldorf über Wiesloch-Stadt, Alt-Wiesloch, Dielheim, Horrenberg, Baiertal und Schatthausen nach Meckesheim beachtenswert, die am 14. Mai 1901 eröffnet wurde und deren Personen- 1980 und Güterverkehr 1990 stillgelegt wurde. Sie erhielt bereits am 16. Oktober 1901 einen weiteren Streckenabschnitt in Richtung Waldangelloch über Rauenberg, Rotenberg, Tairnbach, Mühlhausen, Eichtersheim, Michelfeld. Der Eigentümer der Nebenbahn Wiesloch–Meckesheim/Waldangelloch war ursprünglich die BLEAG (Badische Lokal-Eisenbahnen AG) und ab 1932 die Deutsche Eisenbahn-Betriebsgesellschaft (DEBG).

Bildung[Bearbeiten]

Die Leimbachtalschule in Dielheim

In Horrenberg gibt es eine Grundschule. Die Leimbachtalschule in Dielheim ist eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Weiterführende Schulen gibt es im nahen Wiesloch. Die katholischen Pfarrei unterhält eine öffentliche Bücherei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Dielheim hat folgende Ehrenbürgerwürden verliehen:

  • 1964: Martin Walter (1896-1987) war jahrzehntelang Pfarrer in Dielheim.
  • 1978: Erhard Greulich (1914-1994) war 30 Jahre Bürgermeister von Dielheim.
  • 1978: Hugo Epp (1913-1999) war 30 Jahre Bürgermeister bzw. nach der Eingemeindung Ortsvorsteher von Horrenberg.
  • 1979: Ludwig Englert (1914-1982) war 30 Jahre Pfarrer in Balzfeld-Horrenberg.
  • 1998: Kurt Laier war von 1945 bis 1985 Ratschreiber bei der Gemeinde Dielheim
  • 2002: Bruno Gärtner war 24 Jahre Bürgermeister von Dielheim.
  • 2010: Melitta Grün war von 1975 bis 2009 Gemeinderätin, davon 15 Jahre ehrenamtliche stellvertretende Bürgermeisterin.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ruth Greulich, Martin Bambach: 1200 Jahre Dielheim. Dielheim 1966
  • Staatl. Archivverwaltung Baden-Württemberg in Verbindung mit d. Städten u.d. Landkreisen Heidelberg u. Mannheim (Hg.): Die Stadt- und die Landkreise Heidelberg und Mannheim: Amtliche Kreisbeschreibung.
    • Bd 1: Allgemeiner Teil. Karlsruhe 1966
    • Bd 2: Die Stadt Heidelberg und die Gemeinden des Landkreises Heidelberg. Karlsruhe 1968
  • Harald Gomille: Die Geschichte der Gemeinde Dielheim: mit Horrenberg, Balzfeld, Unterhof und Oberhof. Herausgegeben von der Gemeinde Dielheim (Eigenverlag).
    • Band 1: 1994
    • Band 2: 1998

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. „Dielheim - Zahlen, Daten, Fakten“
  3. Quellen für den Abschnitt Gemeindegliederung:Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 434–436
    Hauptsatzung der Gemeinde Dielheim vom 18. Mai 1987 (PDF; abgerufen am 20. August 2008; 21 kB)
  4. Herwig John, Gabriele Wüst: Wappenbuch Rhein-Neckar-Kreis. Ubstadt-Weiher 1996, ISBN 3-929366-27-4, S. 42

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dielheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien