Diespeck

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Diespeck
Diespeck
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Diespeck hervorgehoben
49.59388888888910.630555555556301Koordinaten: 49° 36′ N, 10° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Diespeck
Höhe: 301 m ü. NHN
Fläche: 20,99 km²
Einwohner: 3623 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 173 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91456
Vorwahl: 09161
Kfz-Kennzeichen: NEA, SEF, UFF
Gemeindeschlüssel: 09 5 75 118
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
91456 Diespeck
Webpräsenz: www.diespeck.de
Bürgermeister: Christian von Dobschütz (CSU)
Lage der Gemeinde Diespeck im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Landkreis Fürth Landkreis Ansbach Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bamberg Gerhardshofen Bad Windsheim Baudenbach Burgbernheim Burghaslach Dachsbach Diespeck Dietersheim Emskirchen Ergersheim (Mittelfranken) Gallmersgarten Gollhofen Gutenstetten Hagenbüchach Hemmersheim Illesheim Ippesheim Ipsheim Langenfeld (Mittelfranken) Marktbergel Markt Erlbach Markt Nordheim Markt Taschendorf Münchsteinach Neuhof an der Zenn Neustadt an der Aisch Oberickelsheim Obernzenn Osing (Freimarkung) Simmershofen Sugenheim Trautskirchen Uehlfeld Uffenheim Weigenheim Wilhelmsdorf (Mittelfranken) Scheinfeld OberscheinfeldKarte
Über dieses Bild

Diespeck ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Diespeck.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Tal der Aisch, im Naturraum des Steigerwaldes und der Frankenhöhe. Am westlichen Ortsrand fließt die Aisch vorbei, im Norden mündet der von Westen kommende Ehebach in die Aisch. Neustadt an der Aisch liegt unmittelbar südlich.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Münchsteinach, Gutenstetten, Gerhardshofen, Emskirchen, Neustadt an der Aisch und Baudenbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Diespeck besteht insgesamt aus zwölf Ortsteilen[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Eine der wichtigsten Altstraßen überquerte bei Diespeck die sumpfigen Niederungen des Aischtals. Im Hochmittelalter durchzogen mehrere dieser Hochstraßen das Reich. Die Talniederung wurde auf einem befestigten Knüppeldamm überwunden. Den Namen des Ortes könnte man daher mit dem althochdeutschen Wort spahhi (die Specke = Knüppelweg) erklären. Der Name Diespeck ist deutschlandweit einmalig. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem 12. Jahrhundert. In einer Urkunde aus dem Jahr 1170 sind die Herren von Dihespecke als Zeugen für neue Reichnisse des Klosters Zell erwähnt. Ein Schloss gab es auch in Diespeck, es wurde allerdings in den Markgrafen- und Bauernkriegen um 1500 niedergebrannt und nicht wieder aufgebaut. Der Taufstein der Pfarrei stammt aus dem 13. Jahrhundert, die Kirche selbst wurde 1465 erbaut und nach der Zerstörung 1752 wieder aufgebaut. Die Kirche war von einer spätmittelalterlichen Befestigungsanlage mit Wehrtürmen an den Ecken umgeben. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Diespeck mehrfach geplündert und niedergebrannt und die Bevölkerung durch Krankheiten und Pestilenz dezimiert. 1633 gab es so gut wie keine Einwohner mehr. Ganze sieben Familien kehrten 1650 nach Diespeck zurück. Einen wesentlichen Gewinn bedeutete deshalb die Niederlassung protestantischer Glaubensvertriebener aus Österreich, die in ihrer neuen Heimat maßgeblich zum Wiederaufbau beitrugen.[3] 1773 blieben viele Salzburger Exulanten in Diespeck. Schon zuvor hatten sich viele aus Nürnberg vertriebene Juden angesiedelt. 1669 gab es bereits eine jüdische Schule. 1792 kam Diespeck mit dem Markgraftum Ansbach-Bayreuth, das seit 1500 im Fränkischen Reichskreis lag, zum Königreich Preußen, 1805 wurde es bayerisch. Lange Zeit danach setzte die Auswanderung nach Amerika ein, die durch die Naziherrschaft 1938 ihr Ende fand. Der jüdische Friedhof ist erhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden viele Vertriebene, vor allem aus Schlesien und dem Graslitzer Raum, in Diespeck eine neues Zuhause.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1970 wurden Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Eggensee eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam Dettendorf hinzu. Stübach folgte am 1. Juli 1972.[4]

Auslagerungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden Gebietsteile mit damals knapp 400 Einwohnern an die Kreisstadt Neustadt an der Aisch abgetreten.[5]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Diespeck hat 16 Mitglieder.

CSU SPD Bürgerforum Gesamt
2002 7 5 4 16 Sitze
2008 6 3 7 16 Sitze
2014 7 4 5 16 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Im Zuge der Kommunalwahl 2014 wurde Christian von Dobschütz (CSU) mit über 68 % zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Diespeck gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten; vorne in Silber ein halber golden bewehrter roter Adler mit goldenen Kleestängel am Spalt, hinten in Grün ein silberner Taufstein.

Wappengeschichte: Der Adler mit den goldenen Kleestängeln ist das brandenburgische Wappenbild und erinnert an die einstige Landesherrschaft der Markgrafen von Brandenburg. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts sind die Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen in Diespeck belegt. Der Taufstein weist auf den spätromanischen Taufstein in der Pfarrkirche hin sowie auf den Kirchenpatron Johannes den Täufer.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1994 ist Eymoutiers in Frankreich Partnerstadt von Diespeck.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Diespeck liegt im Tarifgebiet des VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg) und hat eine Busverbindung zum Bahnhof Neustadt/Aisch. Am westlichen Ortsrand führt die Bundesstraße 470 vorbei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • David Einhorn (1809–1879), Reform-Rabbiner
  • Albrecht Alt (1883–1954), deutscher protestantischer Theologe (Alttestamentler, Palästinawissenschaftler), geb. in Stübach

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Diespeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek
  3. Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Neustadt an der Aisch. Nürnberg 2012 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 27), passim. ISBN 978-3-929865-32-5
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 536.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 724.