Diest

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Diest (Begriffsklärung) aufgeführt.
Diest
Coat of arms of Diest, Belgium.jpg Flag of Diest.svg
Diest (Flämisch-Brabant)
Diest
Diest
Staat Belgien
Region Flandern
Provinz Flämisch-Brabant
Bezirk Löwen
Koordinaten 50° 59′ N, 5° 3′ O50.9844444444445.0508333333333Koordinaten: 50° 59′ N, 5° 3′ O
Fläche 58,20 km²
Einwohner (Stand) 23.259 Einw. (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 400 Einw./km²
Postleitzahl 3290 (Diest)
3290 (Deurne)
3290 (Schaffen)
3290 (Webbekom)
3293 (Kaggevinne)
3294 (Molenstede)
Vorwahl 013–011
Bürgermeister Jan Laurys (DDS)
Adresse der
Kommunalverwaltung
Stadhuis,
Grote Mark 1,
3290 Diest
Webseite www.diest.be

lblelslh

Diest ist eine Gemeinde in der belgischen Provinz Flämisch-Brabant, mit 23.259 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2012) . Sie umfasst die Stadt Diest, in der etwa 11.000 Menschen leben, das Dorf Schaffen, wo sich ein belgischer Militärflugplatz mit einem Trainingszentrum für Fallschirmjäger („para's“) befindet, und die Ortschaften Deurne, Webbekom, Kaggevinne und Molenstede.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt verdankt ihr Entstehen der günstigen Lage an der Demer und am Handelsweg Brügge-Köln. 1229 wurden Diest die Stadtrechte von Heinrich I. von Brabant verliehen. Stadt und Herrschaft gehörten im Mittelalter den Herren von Diest als brabanter Lehen.

Im 14. und 15. Jahrhundert erlebte die Stadt eine wirtschaftliche Blütezeit durch gutbesuchte Getreide- und Viehmärkte und durch das über die Region hinaus bekannte Tuchgewerbe.

1499 wurde Diest im Zuge eines Tauschhandels an Engelbert II. von Nassau gegeben. Die Stadt blieb Eigentum des Hauses Oranien-Nassau und Residenz dieses Fürstenhauses bis 1795 die südlichen Niederlande Frankreich zugeschlagen wurden.

Durch die Lage an der Demer, auf der Grenze zwischen Brabant und dem Fürstbistum Lüttich und durch die Verbindungen zum Haus Oranien-Nassau wurde die Stadt oft belagert, geplündert und verwüstet - allein im Achtzigjährigen Krieg wurde Diest viermal eingenommen. Unter der Österreichischen Regierung (1713–1790) konnte sich Diest aber wieder erholen und der Handel sowie die Bierbrauerei lebten erneut auf.

Als 1798 der Boerenkrijg ausbrach, verschanzten sich die jungen Bauern vier Tage lang in der von Franzosen umzingelten Stadt und konnten schließlich über eine provisorische Brücke über die Demer entkommen. Die unverteidigte Stadt wurde von den Sansculottes geplündert.

Von 1815 bis 1830 folgte die niederländische Periode. Danach wurde die Stadt mit neuen Wällen gegen einen möglichen niederländischen Angriff befestigt. Von diesen Anlagen ist heute kaum mehr etwas erhalten.

In den zwei Weltkriegen nahm Diest keinen größeren Schaden.

Die Stadt heute[Bearbeiten]

Heute tragen der Tourismus und der Dienstleistungs- und Handelsbereich die Wirtschaft der Stadt, die nur noch regionale Bedeutung hat.

Diest ist Teil der Union der Oranierstädte, zusammen mit Breda (Niederlande), Dillenburg (Deutschland) und Orange (Frankreich).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Beginenhof mit St. Katharinakirche
St. Katharinenkirche
Bürgerhäuser

Grote Markt[Bearbeiten]

Der Grote Markt von Diest ist umgeben von malerischen Patrizierhäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Hier befindet sich auch das 1728 erbaute vorklassizistische Rathaus (Stadhuis) in dessen Keller das Stadtmuseum untergebracht ist. Unter den Exponaten des Museums sind eine Rüstung Philipps von Oranien, Gold- und Silberschmiedearbeiten und ein Porträt von René von Oranien-Nassau und seiner Frau Anna von Lothringen.

St. Sulpitiuskirche[Bearbeiten]

Die St. Sulpitiuskirche befindet sich ebenfalls am Grote Markt. Sie wurde zwischen 1417 und 1534 aus dem für die Demergotik typischen braunen Sandstein gebaut. Der Chor ist bereits älter und datiert aus dem Jahr 1320. In der Kirche befindet sich das Grab von Philipp von Oranien, der nach dem Tod seines Vaters Wilhelm I. von Oranien-Nassau Herr der Stadt gewesen war.

Beginenhof[Bearbeiten]

Diest verfügt ebenfalls über einen malerischen Beginenhof, mit Häusern aus dem 16.-18. Jahrhundert und einer Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Der Hof wurde 1252 gegründet und war bis 1923 bewohnt. Er zählt zu den bedeutendsten Beginenhöfen in Belgien und gehört seit 1998 zum UNESCO-Welterbe. In der schlichten St. Katharinakirche befinden sich zahlreiche Gemälde, Spitzen, sowie eine sehenswerte Kanzel.

Zentrum[Bearbeiten]

Im Zentrum der Stadt sind besonders sehenswert das Haus "Hof van Nassau" und das Refugium (Refugiehuis) der Abtei Averbode, die ca. 5 Kilometer von Diest entfernt ist. Auch die gotische Liebfrauenkirche (erbaut 1253–1288) mit der preisgekrönten Kanzel lohnt einen Besuch. In der Sint Jan Berchmansstraat kann man im Haus "Gulden Maan" das Geburtszimmer des heiligen Jan Berchmans besichtigen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Diest – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien