Dieter Dierks
Dieter Dierks (Hans-Dieter Dierks; * 9. Februar 1943 in Pulheim) ist ein deutscher Tonstudiobetreiber und Musikproduzent, der an der Verbreitung des Krautrock maßgeblich beteiligt war, alle LPs der Scorpions zwischen 1975 und 1988 produzierte und auch internationale Interpreten in seinen Studios aufnahm.
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Werdegang [Bearbeiten]
Seine musikalischen Talente entwickelten sich als Melodie- und Bassgitarrist der Düsseldorfer Beatband The Candidates, Ende 1962 gegründet (mit dem Leader „Käthe Bratfisch“ Werner Uhrmacher, Danny Schriefer, Bosy Bosbach, Dieter Dierks Gesang/Gitarre und „Quammi“ Hans Walter), die 1965 unter Nils Nobach eine nach ihnen benannte LP mit 14 Titeln im Kölner Ariola-Studio aufnahm (Baccarola #74301; mit Beatles- und Kinks-Coverversionen). Dierks war wohl erst ab 1968 Mitglied der Formation, als sie sich mit der Kölner Kultband Tony Hendrik Five verband, wo Tommy Engel Schlagzeug spielte. Zusammen mit Engel und Frieder Viehmann gründete Dierks die Studioband The Hush, die im Jahr 1969 die Single Oh Darling / Schau mir in die Augen (Bellaphon #1112) herausbrachte.[1]
Dierks war Regie-Assistent im WDR-Krimi „Spuk im Morgengrauen“, der am 28. September 1969 ausgestrahlt wurde.
Tonstudio [Bearbeiten]
Dierks gründete sein erstes, mit gebrauchtem Equipment ausgestattetes Tonstudio Ende 1968 in der Hauptstraße 33 des Kölner Vorortes Pulheim-Stommeln in einer Einfamilienhaussiedlung, etwa 24 km von Köln gelegen. Das erste kleine Studio entstand im hinteren Garten des Wohnhauses, später errichtete er auf diesem Studio seine Büros.[2]
Aufnahmen 1970 bis 1973 [Bearbeiten]
Eine der ersten Produktionen dort war das zwischen Juli und August 1969 aufgenommene Debüt-Album der Krautrock-Formation Ihre Kinder mit dem gleichnamigen Titel. Auf Krautrock sollte sich seine künftige Musikproduktion fokussieren, wodurch er sich in unmittelbare Konkurrenz zum Krautrockproduzenten Conny Plank begab. Dierks produzierte im eigenen Studio im Januar 1970 die LP Eyes für die Krautrock-Formation Hairy Chapter (auch deren dritte LP Can’t Get Through zwischen November 1970 und Januar 1971), im April 1970 folgte für die Jazz-Rock-Gruppe Embryo die LP Opal. Orange Peel spielte ihr einziges, titelloses Album 1970 mit einer Langversion von Tobacco Road ein. Für eine der ersten internationalen Aufnahmen sorgte die britische Band Nektar mit ihrer Debüt-LP Journey to the Centre of the Eye (aufgenommen zwischen Juni und August 1971). Krautrock aus der Schweiz brachte die Gruppe Krokodil, die ihre LP An Invisible World Revealed hier einspielte (1971). Die zweite Tangerine Dream-LP Alpha Centauri entstand bei Dierks (Januar 1971, veröffentlicht April 1971), der auch für deren LP Zeit (Februar 1972) verantwortlich war. Ash Ra Tempel reiste im Februar 1972 für die LP Schwingungen an. Zwischen Dezember 1972 und Januar 1973 entstand, erstmals in Quadrophonie, die dritte LP für Tangerine Dream mit dem Titel Atem (veröffentlicht im März 1973).
Für J. Bastós (Rolf Steitz) schrieb er zusammen mit Michael Schepior Loop Di Love (April 1971, Hitparade Deutschland Rang 30, Niederlande 2 und Belgien 3), wobei Nektar oder Krokodil für die Instrumentation sorgten. Das war der erste Hitparaden-Erfolg für das noch junge Tonstudio. Im August 1971 entstand das Witthüser & Westrupp-Album Der Jesuspilz – Musik vom Evangelium (Rolf-Ulrich Kaiser und Gille Lettmann waren Produzenten, hatten aber sämtliche Rechte an Dierks übertragen), danach die Wallenstein-LPs Blitzkrieg (Oktober 1971) und Mother Universe (1972), Bröselmaschine mit der LP Gedanken (1971). Jerry Berkers - ehemaliger Bassist bei Wallenstein - brachte seine Solo-LP Unterwegs 1972 mit Bernd Witthüser (akustische Gitarre) und Tommy Engel (Schlagzeug) heraus. Im Januar 1972 hatte Dierks die Art-Rock-Gruppe Hoelderlin auf dem Terminplan, die hier ihre Debüt-LP Hoelderlins Traum einspielte. Ihre zweite LP Hoelderlin entstand im Februar 1975 bei der Konkurrenz Conny Plank, Fata Morgana wurde wiederum bei Dierks 1981 endabgemischt. Die Ash Ra Tempel-LP Schwingungen (Februar 1972), Wallensteins Mother Universe (Frühsommer 1972) folgten; im Mai 1972 stand Jazz mit Annexus Quam (LP Beziehungen) auf dem Terminplan, die Witthüser & Westrup LP Bauer Plath war für Juni/Juli 1972 terminiert (mit Tommy Engel). Die britische Art-Rock-Gruppe Nektar, die sich in Deutschland aufhielt, ließ nun ihre wichtigsten LPs bei Dierks einpegeln. So entstanden hier die LPs A Tab in the Ocean (Oktober 1972) und …Sounds Like this als Studio-Live-Mitschnitt am 8./9. Februar 1973 in den Dierks-Studios. Im August 1973 sorgte er bei der Nektar-LP Remember the Future für die Endabmischung, mit einem Rang 19 in den US-LP-Charts (Juli 1974) war es bisher Dierks‘ erfolgreichste internationale Produktion. Zwischendurch hatte er Zeit für die bereits seit Januar 1966 bestehende Kölner Politrock-Truppe Floh de Cologne und ihre LPs Lucky Streik (Live aufgenommen in der Stadthalle Gummersbach am 25. November 1972) und die mit raffiniertem Sound produzierte Geyer-Symphonie (Dezember 1973).[3]
Die Rock-Gruppe Omega nahm im April 1973 ihre gleichnamige LP Omega auf. Dierks versammelte aus anderen Krautrockgruppen Klaus Schulze und Manuel Goettsching (Ash Ra Tempel) und Walter Westrupp (Witthüser-Westrupp) und formte daraus eine Art „Krautrock-Supergroup“ unter dem Namen Cosmic Jokers, deren Debüt-LP Tarot im Dezember 1972 in Stommeln entstand. Jürgen Dollase und Harald Großkopf (Wallenstein) kamen für die LP Galactic Joke hinzu, zwischen Februar und Mai 1973 aufgenommen. Im Jahre 1974 folgten noch die LPs Planeten Sit-In, Galactic Supermarket und Sci-Fi Party. Die Frankfurter Jazz-Rock-Gruppe Lily ließ von Peter Hauke ihre LP „V.C.U.“ (Wee See You) im Januar 1973 in Stommeln produzieren mit Dierks am Mellotron, sie stellte sich mit nur 3 Tagen Aufnahmezeit als eine der am wenigsten erfolgreichen Produktionen heraus. Ash Ra Tempel ließen ihre LPs Join Inn (Dezember 1972) und Starring Rosi (Juli und August 1973) hier verewigen. Dauerkunde war Doldingers Jazzrock-Formation Passport. Ab Oktober 1973 kamen sie für die LP Looking Thru, es folgte Handmade (1973), Cross-Collateral (1975) und die LP Infinity Machine (Januar 1976; aufgenommen in mehreren Studios). Birth Control ließ erstmals bei Dierks ihre LP Rebirth im November 1973 einpegeln.
Aufnahmen 1974 bis 1979 [Bearbeiten]
Nektar kehrte für ihre LP Down to Earth im Dezember 1974 ein letztes Mal nach Stommeln zurück und wurde hiermit in den USA mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet (Februar 1975; US-LP-Charts #32). Weitere LPs wurden in anderen Studios eingepegelt. Klaus Doldingers LP Jubilee Concert 1974 (Live am 16. Oktober 1973 in der Rheinhalle Düsseldorf aufgenommen, Remix von Dierks), danach entstand die Birth Control-LP Live mit Dierks Recordomobil (in verschiedenen Städten aufgenommen und Remix im August 1974), im Herbst 1975 kehrte Embryo für die LP Bad Heads and Bad Cats zurück (veröffentlicht April 1976). Galaxy aus Oberursel ließ die LP Nature’s Clear Well 1975 mit dem gleichnamigen Longtrack eröffnet hier einpegeln. Als die Progressive Rock-LP 1978 veröffentlicht wurde, war dieser Musikstil bereits überholt. Die Wolfgang Ambros-LP Live... auf ana langen finster'n Stroß'n wurde mit dem mobilen Tonstudio von Dierks während der Deutschland-Tournee im April 1979 aufgenommen, wobei betont wird, dass sie ohne Overdubs auskomme. Die Kölner Rockgruppe Can nahm zwischen Februar und April 1975 ihre LP Landed in den eigenen Inner Space-Tonstudios auf und ließ die Tracks 1 bis 4 von Dieter Dierks abmischen.
Zwischen dem 19. und 24. Februar 1974 buchte Grobschnitt die Studios, um die LP Ballermann aufzunehmen. 1974 produzierte Dierks auch die deutsche Rockformation Atlantis, bei deren LP Ooh, Baby er die Talente des neuen Gitarristen Alex Conti entdeckte. Ike & Tina Turners Single Baby, Baby Get It On (A-Seite) entstand teilweise im November 1974 in Stommeln. The Eric Burdon Band LP Stop (1971-1973; veröffentlicht Juli 1975) wurde teilweise in Stommeln produziert. Inga Rumpf, die damalige Sängerin von Atlantis, nahm bei Dierks ihre Solo-LP Second-Hand Mädchen 1975 auf, bei der er mit der Big Band von Peter Herbolzheimer zusammenarbeitete. Rory Gallagher kam 1978 für die LP Photo-Finish erstmals nach Köln (veröffentlicht am 1. Oktober 1978), kehrte im selben Jahr zu Aufnahmen der LP Top Priority (16. September 1979) zurück und brauchte für die LP Jinx (2. Mai 1982) 6 Monate Aufnahmezeit.
Aufnahmen ab 1980 [Bearbeiten]
Die Plasmatics-LP Coup d’État entstand 1982 in Stommeln, die deutsche Heavy Metal- Gruppe Accept wechselte erstmals für ihre LP Balls to the Wall (Februar/März und Juni 1982) ins Tonstudio von Dierks, es folgte Metal Heart zwischen Oktober und Dezember 1984 (veröffentlicht am 24. Mai 1985). Die Heavy Metal-Band Twisted Sister ließ ihre LP Come Out And Play von Dierks (9. November 1985) produzieren, allerdings zuvor im Studio der Record Plant aufgenommen. Auch die Accept-LP Eat the Heat (April 1989) wurde in Stommeln eingepegelt. Das Album Ver-Rückte Zeiten von Ina Deter entstand im Oktober 1992 in 3 Tonstudios, es wurde im Dezember 1992 von Dierks abgemischt. Michael Jacksons Ghosts erschien erstmals auf der LP Blood on the Dance Floor (Mai 1997). Der Song Ghosts wurde dann für eine Maxi-Single und das aus 8 Titeln bestehende „Deluxe Collector Box Set“ ausgekoppelt. Der Titelsong wurde in Dierks Studio 3 (veröffentlicht am 20. Mai 1997) mitproduziert. Das als „Diederdierk Studio (Cologne, Germany)“ aufgelistete Studio war für das Drum-Programming verantwortlich (Alex Breuer, der 1995 die Breeze Dance Division mitgründete), daneben wurde der Titelsong noch in 6 weiteren Studios bearbeitet. Der gleichnamige Horrorfilm wurde am 8. Mai 1997 in Cannes vorgestellt. Jackson war nicht im Dierks-Studio, trat aber kurze Zeit später am 3. Juni 1997 im Müngersdorfer Stadion während seiner HIStory World Tour auf.
Die Toten Hosen-Alben Kauf mich! Endabmischung Februar/April 1993;veröffentlicht 10. Mai 1993; Opium fürs Volk (mit dem Titel Zehn kleine Jägermeister; Endabmischung im November/Dezember 1995; veröffentlicht am 26. Januar 1996), Unsterblich (August bis November 1999, veröffentlicht am 6. Dezember 1999) und Auswärtsspiel (Endabmischung Dierks, veröffentlicht am 21. Januar 2002) wiesen ebenfalls technische Beteiligungen von Dierks auf. Zu Dieter Dierks' neueren Eigenproduktionen zählte 2005 das Album If You Want To Be Mine der Künstlerin Nisha Kataria, die auch 2007 noch nach Stommeln kam. Wolf Maahn kehrte im Mai 2007 zurück in die Dierks-Studios, um mit einer erneut hochkarätigen Band Direkt ins Blut 2 - (Un)plugged aufzunehmen, an dem sich der WDR (Fernsehen) die Erstausstrahlungsrechte sicherte. Maahn hatte bereits seinen ersten Teil dort am 22. Juni 1993 aufgenommen. Für seinen Ex-Schwager Tommy Fortmann produzierte Dierks 2007 Krieger der Nacht.
Scorpions [Bearbeiten]
Ein großer Teil der Diskografie der Scorpions hängt mit den Dierks-Studios eng zusammen. Mitte 1975 kamen Dieter Dierks und seine damalige Frau, Corina Fortmann, in Kontakt mit der zu dem Zeitpunkt noch relativ unbekannten Band. Die erste LP Lonesome Crow wurde Anfang 1972 noch von Conny Plank produziert, die zweite LP entstand in Eigenproduktion. Ab der dritten LP In Trance (veröffentlicht am 17. September 1975) entstanden in den Dierks-Studios insgesamt acht aufeinanderfolgende LPs für die Scorpions bis Savage Amusement (22. April 1988). Dazwischen erschienen Virgin Killer (mit 32-Spur-Technik; 21. November 1976), Tokyo Tapes (Livemitschnitt von der Sun-Plaza-Hall, 24. und 27. April 1978), Taken by Force (Juni bis Oktober 1977), Lovedrive (September bis Dezember 1978, veröffentlicht am 25. Februar 1979), Animal Magnetism (Dezember 1979 bis Februar 1980), Blackout (März 1981 bis Februar 1982, veröffentlicht am 29. März 1982), Love At First Sting (1983-1984, veröffentlicht am 4. Mai 1984) und World Wide Live (Live aufgenommen auf der gleichnamigen Tour zwischen dem 23. Januar 1984 und dem 7. Februar 1985, veröffentlicht am 20. Juni 1985). Die LPs Lovedrive, Animal Magnetism, Blackout und Love At First Sting waren jeweils Millionenseller, das letzt genannte Album wurde über zwei Millionen Mal verkauft. Die aus der LP Love At First Sting ausgekoppelte Ballade Still Loving You wurde alleine in Frankreich 1,7 Millionen Mal umgesetzt. Die Scorpions-LPs waren für Dierks die erfolgreichsten Produktionen überhaupt. Dierks hatte sich vertraglich zusichern lassen, dass er bei jedem Scorpions-Album auch das Tonstudio bestimmen konnte.[4] Dierks setzte bei den Scorpions auch seinen Musikverlag und seine Plattenfirma ein. Die Produktion des letzten in Stommeln entstandenen Scorpions-Albums Savage Amusement war von starken Konflikten zwischen den Scorpions und Dierks geprägt, so dass man den Produktionsvertrag auslaufen ließ und die Band die Zusammenarbeit im November 1988 beendete. Seitdem standen sie unter Druck, auch ohne ihn erfolgreich zu sein.
Weitere Aktivitäten [Bearbeiten]
Dierks versuchte stets, mit der technischen Entwicklung mitzuhalten. Er führte kurz nach Start der Quadrophonie das Aufnahmeverfahren im Dezember 1972 in seinen Studios ein. Mittlerweile hatte Dierks am Standort insgesamt sieben Tonstudios, die parallel genutzt werden können. Neben seinen standortgebundenen Studios richtete er ein mobiles Tonstudio („Dierksmobil“) ein, mit dem er zu Aufnahmestandorten fuhr, und so etwa die ersten fünf Folgen des Rockpalast ab 4. Oktober 1974 aufnahm.[5] Das Dierksmobil ermöglichte es, die Gesamtbreite der Ton-Liveaufnahmen auf die Sendemöglichkeiten des WDR zuzuschneiden. Auch die Michael Holm-Single Wer ist Dein Freund (aufgenommen 1978 in der St. Josephs Kirche in Köln-Porz) entstand mit dem mobilen Tonstudio. Dem Spiegel zufolge gehörte Dierks Tonstudio 1974 zu den 40 namhaftesten deutschen Tonstudios.[6] Seine Studios sind mit den englischen und amerikanischen Standards vergleichbar, es besaß 1978 mit 40 Kanälen eines der größten Mischpulte und eine speziell gebaute 32-Spur-Aufnahmemaschine,[7] mittlerweile mit 64-Kanaltechnik. Es sind drei Räume mit unterschiedlicher Akustik vorhanden: mitteltrocken, wandelbar und total trocken. Dierks stieg auch in die Aufnahme- und Übertragungstechnik für Fernsehen ein. Am 4. Dezember 1997 produzierte das Dierks-Studio die ersten HDTV-Aufnahmen von der Auslosung der Fußball-WM aus Marseille (das Velodrom war mit 38.000 Zuschauern gefüllt). Neben den Tonstudios entstanden zwei Videoproduktions-Studios mit einer 180° Greenbox sowie die Filmproduktionsfirma Breeze TV GmbH. Zum Equipment gehören auch vier mobile Sende- und Produktionsanlagen. Die Breeze-Mediengruppe wurde zu einem wichtigen Kooperationspartner des Schlecker-Konzerns. Sie produzierte dessen Werbespots und auch eine Vielzahl der in den Filialen zum Kauf angebotenen CDs und DVDs.
Dierks ist zudem Patentinhaber der DVDplus, einer kombinierten DVD und CD auf einem Tonträger (DualDisc),[8] die im September 1999 auf dem Markt kam. Auf einer Seite des Tonträgers ist der Film in DVD-Qualität, die andere Seite beinhaltet den zugehörigen Soundtrack im CD-Audioformat.[9] Seit dem Jahr 2000 hält er auch die Lizenzrechte an diesem Format, die er von Warner Brothers erwarb. Seine „DVDplus“ genannte Firma entwickelte das Format nun unter diesem Begriff weiter und hält die weltweiten Patente. Inzwischen sind zahlreiche Tonträger als DVDplus erschienen, an denen Dierks als Lizenzgeber des Datenträgerformats beteiligt ist. Die Dualdisc der Firma Sony wird unter Lizenz von Dierks Patent hergestellt.
Studios [Bearbeiten]
Die Studios verfügen über sieben verschiedene Produktionsräume unterschiedlicher Größe. Das Studio 3 ist mit einem 32-in/64-out HD-PRO TOOLS System mit D-command Controller ausgestattet.
- Studio 1: In diesem Studio entstanden die ersten Alben der Gruppe Scorpions.
- Studio 2-7: Mitte 1980er Jahre wurden die Studios durch weitere Produktionsräume erweitert. Darunter auch das Studio 3. Dieses Studio wurde von den Scorpions, Toten Hosen, Harry Belafonte oder Michael Jackson genutzt.
Rezeption [Bearbeiten]
Ein Großteil der Dierks-Produktionen entstand für die deutschen Plattenfirmen Ohr, Pilz und Kosmische Kuriere, die Rolf-Ulrich Kaiser und Gille Lettmann gegründet hatten. Mit acht in den Tonstudios von Dierks entstandenen LPs ist die frühe Karriere der Scorpions maßgeblich von ihm mitbestimmt worden. Das US-Musikmagazin „Rolling Stone“ nannte ihn den „besten Heavy Metal-Produzenten der Welt“. Für den Spiegel war er der „führende deutsche Rockproduzent.“[10] Dierks gehören der Musikverlag Breeze Music und das Plattenlabel Venus Records, so dass er über einen wesentlichen Teil der Wertschöpfungskette in der Musikindustrie verfügt. Die Tonstudios firmieren seit April 2011 als Dieter Dierks Studios e. K. („eingetragener Kaufmann“, Köln - Handelsregister A 28386).
Privatleben [Bearbeiten]
Dieter Dierks war zweimal verheiratet und hat vier Kinder. Seine erste Frau Corina Dierks-Fortmann ist die Schwester des Schweizer Komponisten Thomas „Thommy“ Fortmann. Der gemeinsame Sohn Michael Dierks wurde geboren, als sich das Tonstudio noch im Aufbau befand (* 21. Juli 1970). Er zog 1988 nach Los Angeles und ist TV-Comedian. Die älteste Tochter ist TV- und Musik-Promoterin. Eine weitere Tochter lebt in Los Angeles, der jüngste Sohn ist Schüler. Dieter Dierks' Mutter Ursula, die die Atmosphäre des Studio Dierks mitgeprägt hatte, ist 1991 verstorben.
Alben mit Dieter Dierks als Produzent oder Tontechniker, soweit nicht im Artikel erwähnt (Auszug) [Bearbeiten]
- 1971 - Dull Knife, Electric Indian
- 1971 - Embryo, Embryo's Rache
- 1971 - Epsilon, Move On
- 1971 - Frame, Frame of Mind
- 1971 - Gila, Free Electric Sound
- 1971 - Rufus Zuphall, Phallobst
- 1971 - Witthüser & Westrupp, Trips und Träume
- 1972 - Message, The Dawn Anew is Coming
- 1972 - Emtidi, Saat
- 1972 - Ash Ra Tempel , Seven Up
- 1972 - Demon Thor, Anno 1972
- 1972 - Jeronimo, Time Ride
- 1972 - Midnight Circus, Midnight Circus
- 1972 - Pell Mell, Marburg
- 1972 - 2066 and then, Reflections of the Future
- 1972 - Walpurgis, Queen of Saba
- 1972 - Wind, Morning
- 1972 - Electric Sandwich, Electric Sandwich
- 1973 - Embryo, Rocksession
- 1973 - Jane, Here we are
- 1973 - Message, From Books and Dreams
- 1973 - Walter Wegmüller, Tarot
- 1974 - Demon Thor, Written in the sky
- 1974 - Sergius Golowin, Lord Krishna von Goloka
- 1974 - Santiago, New Guitar
- 1975 - Tea, The Ship
- 1976 - Schicke Führs Fröhling, Symphonic Pictures
- 1976 - Tea, Tax Exile
- 1977 - Schicke Führs Fröhling, Sunburst
- 1978 - Schicke Führs Fröhling, Ticket to Everywhere
- 1982 - Revolver, First Shot
- 1984 - Black'N Blue, Black'N Blue
- 1990 - New Legend, New Legend
- 1999 - Various Artists, Jawbreaker (Soundtrack)
- 2001 - Black'N Blue, Ultimate Collection (Juli 2001)
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Walter K. Schultz, Als die Fööss das Laufen lernten, 2010, S. 80
- ↑ Dan Muise, Gallagher, Marriott, Derringer and Trower: Their Lives and Music (Rock Chronicles), 2002, S. 45
- ↑ Der Spiegel 50/1973 vom 10. Dezember 1973, Politrock: Floh de Cologne beerdigt Flick, S. 129
- ↑ Rudolf Schenker/Lars Amend, Rock Your Life: Der Gründer und Gitarrist der Scorpions, 2009, S. 40
- ↑ Rockpalast-Archiv
- ↑ Der Spiegel 34/1974 vom 19. August 1974, Popmusik: spätes Wirtschaftswunder, S. 79
- ↑ Werner Faulstich, Rock, Pop, Beat, Folk, 1978, S. 110
- ↑ mediabiz über DVDplus
- ↑ Lutz Becker/Holger Hakensohn/Frank H. Witt, Unternehmen nachhaltig führen, 2012, S. 24
- ↑ Der Spiegel a.a.O.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dierks, Dieter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Plattenproduzent |
| GEBURTSDATUM | 9. Februar 1943 |
| GEBURTSORT | Pulheim bei Köln |
