Dieter Schwarz

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Dieter Schwarz (* 24. September 1939[1] in Heilbronn) ist ein deutscher Unternehmer und Eigentümer der Schwarz-Gruppe, die unter anderem Kaufland und Lidl umfasst.

Leben[Bearbeiten]

Beteiligungen innerhalb der Schwarz-Gruppe

Bereits nach seinem Abitur trat Dieter Schwarz als Komplementär in das Unternehmen seines Vaters Josef Schwarz, Lidl & Schwarz KG, ein. 1973 eröffnete er seinen ersten Discountermarkt in Ludwigshafen in der Mundenheimer Straße. Weil er den Namen Lidl, den das väterliche Unternehmen trug, aus rechtlichen Gründen nicht ohne weiteres übernehmen konnte und um Wortspiele zu vermeiden („Schwarzmarkt“), sicherte er sich rechtlich ab, indem er dem pensionierten Berufsschullehrer Ludwig Lidl für 1.000 DM die Namensrechte abkaufte.[2]

Als Josef Schwarz 1977 im Alter von 74 Jahren verstarb, übernahm Dieter Schwarz, der die Familiengeschäfte schon seit einigen Jahren an der Seite des Vaters geführt hatte, das Unternehmen. Zu diesem Zeitpunkt verfügte er bereits über ein Netz von 30 Filialen. Bis 1978 testete Schwarz verschiedene Ladentypen. Dann ging die endgültige Konzeption der Lidl-Discounter in Serie. Die Aktivitäten wurden in den Bereich der Discount-Lebensmittelmärkte (Kleinflächen) unter dem Namen Lidl sowie in den Bereich der SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte (Großflächen) wie Kaufland, KaufMarkt, Concord und Handelshof aufgeteilt. Nach der Expansion Lidls innerhalb Deutschlands begann 1988 die internationale Expansion mit dem Markteintritt Lidls in Frankreich. 1992 folgten Italien und 1996 Großbritannien. Heute bestehen Lidl-Filialen in fast allen Ländern Europas.

Mit dem Rückzug aus der Unternehmensleitung im Jahr 1999 übertrug Dieter Schwarz seinen Anteil steuersparend auf die gemeinnützige Dieter-Schwarz-Stiftung gGmbH, deren Zweck unter anderem die Förderung von Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur ist. 2002 wurde Schwarz mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.[3] Am 1. Februar 2007 wurde ihm als „großzügiger Mäzen und allseits geschätzter Mitbürger“, Förderer von Kunst, Kultur, Bildung und Hochschulen sowie Stifter die Ehrenbürgerwürde der Stadt Heilbronn verliehen.[4]

Das Vermögen von Dieter Schwarz wurde im Jahr 2012 auf 12 Milliarden Euro geschätzt,[5] im Jahr 2013 auf 19,6 Milliarden Euro.[6] Er stand damit auf Platz 2 der reichsten Deutschen[7] bzw. Platz 24 der reichsten Menschen der Erde.[8][9] Seit dem Tod von Karl Albrecht im Juli 2014 ist Schwarz der reichste Deutsche.[10] Trotz seines Vermögens gilt er als sparsam und zurückhaltend.[11]

Persönliches[Bearbeiten]

Dieter Schwarz ist seit 1963 mit Franziska, geborene Weipert, verheiratet. Das Ehepaar Schwarz hat zwei volljährige Töchter. Dieter Schwarz ist Mitglied in einer evangelischen freikirchlichen Gemeinde.[12][13][3] Er gilt als öffentlichkeitsscheu, verschleiert seine Identität und lehnt Interviews ab.[14] Es existieren kaum Fotos von ihm.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dieter Schwarz ist heute 70 Jahre alt vom 24. September 2009
  2. www.markenlexikon.com: Das Portal für Markenwissen von A bis Z!
  3. a b c Lidl-Gründer Schwarz: Der geheimnisvolle Discounter-Pate, stern.de, 26. März 2008 (mit Fotos).
  4. Dieter Schwarz jetzt Heilbronner Ehrenbürger heilbronn-marketing.de, 1. Februar 2007.
  5. Aldi-Clan dominiert Deutschlands Milliardäre. Spiegel Online. 9. Oktober 2012. Abgerufen am 9. Oktober 2012.
  6. Bloomberg Visual Data: Billionaires Liste vom 3. Dezember 2013
  7. „Forbes“-Liste der reichsten Menschen: 57 Deutsche sind Dollar-Milliardäre. In: Spiegel online, 4. März 2013. Abgerufen am 13. August 2013.
  8. http://www.welt.de/wirtschaft/article122440303/DWO-Superreiche-1500-x-1000-jpg.html
  9. http://www.bloomberg.com/billionaires/2013-12-02/cya
  10. Der neue reichste Deutsche. Süddeutsche.de, 22. Juli 2014
  11. Matthias Schmidt: „Nehmen wir doch den Tischwein“, Stuttgarter Zeitung, 21. Mai 2003 (Version vom 24. August 2007 im Internet Archive)
  12. Köpfe der Wirtschaft: Dieter Schwarz bei wiwo.de
  13. Der Kaufmann aus Heilbronn, taz.de, 18. Juni 2005.
  14. Aldis Erzfeind manager-magazin.de, 2. März 2004.