Bingen am Rhein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bingen am Rhein
Bingen am Rhein
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bingen am Rhein hervorgehoben
49.9669444444447.89589Koordinaten: 49° 58′ N, 7° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Höhe: 89 m ü. NHN
Fläche: 37,74 km²
Einwohner: 24.234 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 642 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55411
Vorwahlen: 06721–06725
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 005
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Burg Klopp
55411 Bingen am Rhein
Webpräsenz: www.bingen.de
Oberbürgermeister: Thomas Feser (CDU)
Lage der Stadt Bingen am Rhein im Landkreis Mainz-Bingen
Breitscheid (Hunsrück) Bacharach Manubach Oberdiebach Oberheimbach Niederheimbach Weiler bei Bingen Trechtingshausen Waldalgesheim Münster-Sarmsheim Bingen am Rhein Ingelheim am Rhein Budenheim Heidesheim am Rhein Wackernheim Grolsheim Gensingen Horrweiler Aspisheim Welgesheim Zotzenheim Badenheim Sprendlingen Sankt Johann (Rheinhessen) Wolfsheim (Gemeinde) Ockenheim Gau-Algesheim Appenheim Nieder-Hilbersheim Bubenheim (Rheinhessen) Ober-Hilbersheim Engelstadt Schwabenheim an der Selz Jugenheim in Rheinhessen Stadecken-Elsheim Essenheim Ober-Olm Klein-Winternheim Nieder-Olm Sörgenloch Zornheim Bodenheim Gau-Bischofsheim Harxheim Nackenheim Lörzweiler Mommenheim (Rheinhessen) Hahnheim Selzen Nierstein Oppenheim Dienheim Dexheim Dalheim (Rheinhessen) Köngernheim Friesenheim (Rheinhessen) Undenheim Uelversheim Uelversheim Ludwigshöhe Guntersblum Weinolsheim Dolgesheim Eimsheim Hillesheim (Rheinhessen) Wintersheim Dorn-Dürkheim Rhein-Lahn-Kreis Hessen Mainz Rhein-Hunsrück-Kreis Landkreis Bad Kreuznach Donnersbergkreis Landkreis Alzey-WormsKarte
Über dieses Bild
Logo der Stadt Bingen am Rhein
Bingen und Bingerbrück von der Elisenhöhe
Stadtteil Büdesheim
Bingen, Blick vom Niederwalddenkmal

Bingen am Rhein ist eine große kreisangehörige Stadt im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Der ursprüngliche Name der Siedlung war Bingium, keltisches Wort eventuell für „Loch im Fels“, Bezeichnung für die Untiefe hinter dem Mäuseturm, bekannt als Binger Loch. Bingen war Ausgangspunkt der Ausoniusstraße, einer römischen Militärstraße, welche die Stadt mit Trier verband. Bekannt ist Bingen unter anderem durch die Geschichte um den Binger Mäuseturm, in dem angeblich der Mainzer Erzbischof Hatto von Mäusen gefressen wurde. 2008 war Bingen Ausrichter der dritten rheinland-pfälzischen Landesgartenschau nach Kaiserslautern und Trier.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Bingen befindet sich unmittelbar südöstlich des Rheinknies am Binger Wald, der sich westlich der Stadt erhebt. Nördlich ragt auf der anderen Rheinseite das Rheingaugebirge, der südwestlichste Ausläufer des Taunus (Hessen), auf. In Bingen endet der Oberrhein mit dem Zufluss der Nahe. Hier beginnt mit dem Stadtteil Bingerbrück der Mittelrhein.

Das UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal schließt die gesamte Stadt Bingen mit ein, obwohl der Hauptteil in Rheinhessen liegt. Der Rochusberg wird nahezu vollständig vom Stadtgebiet umschlossen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Bingen (im Uhrzeigersinn beginnend im Norden): Rüdesheim, Ingelheim, Gau-Algesheim, Ockenheim, Appenheim, Aspisheim, Horrweiler, Gensingen, Grolsheim, Laubenheim, Münster-Sarmsheim, Weiler, Trechtingshausen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Bingen am Rhein gliedert sich in acht Stadtteile:

Stadtteil Einwohner
Bingen-Stadt 7.774
Bingen-Bingerbrück 3.195
Bingen-Büdesheim 7.135
Bingen-Dietersheim 1.959
Bingen-Dromersheim 1.565
Bingen-Gaulsheim 1.103
Bingen-Kempten 1.891
Bingen-Sponsheim 1.595

Einwohner von Bingen am Rhein, Stand 1. Mai 2013[2]

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Klima[Bearbeiten]

Der mittlere Jahresniederschlag beträgt nur 564 mm und liegt damit im unteren Fünftel der in Deutschland erfassten Werte – an 14 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig übers Jahr verteilt – an nur 1 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Gottfried Mascop: Stadtplan von 1577
Bingen – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655
Stich nach Clarkson Stanfield
Blick von Bingerbrück über St. Ruprecht & St. Hildegard zur Basilia St. Martin;
Stereoskopie Nr. 561 als Ansichtskarte, Verlag Knackstedt & Näther, um 1900

Schon vor den Römern gab es hier wegen der verkehrsgünstigen Lage (Zusammenfluss von Nahe und Rhein, Eintritt des Rheins in das Engtal) eine keltische (gallische) Siedlung mit Namen „Binge“ (= Graben). Anfang des 1. Jahrhunderts AD wurden an der Rheintalstraße römische Truppen in Bingen stationiert. Sie änderten den Namen in Bingium. Es entstand eine hölzerne Nahebrücke (77 n. Chr.) und ein Kastell am Brückenkopf. Durch den Presbyter Aetherius von Bingen wurde in der Zeit um 335 bis 360 eine feste christliche und von Priestern geleitete Gemeinde gegründet. Als Beleg aus dieser Zeit dient heute noch der Grabstein des Aetherius in der Martinsbasilika.[3][4] Nach dem Fall des Limes wurde die Stadt im fünften Jahrhundert fränkisches Königsgut und ging 983 durch die Veroneser Schenkung von Otto II. an den Erzbischof Willigis von Mainz.[5] Unter Otto III. kam der Binger Kammerforst dazu. Unter Willigis entstand ein Stück naheaufwärts die steinerne Drususbrücke.

Die Binger strebten immer wieder nach Unabhängigkeit, was 1165 bei Streitigkeiten zwischen dem Erzbischof von Mainz und dem Kaiser zur Zerstörung führte. Im 13. Jahrhundert war Bingen Mitglied des Rheinischen Städtebundes. Der Bau der Burg Klopp Mitte des 13. Jahrhunderts kann wohl auch in diesem Zusammenhang gesehen werden. Ein letzter Versuch war die erfolglose Teilnahme am Bauernkrieg 1525. Vom Erzbischof erwarb das Mainzer Domkapitel 1424 und 1438 in zwei Hälften die Stadt. Bis Ende des 18. Jahrhunderts blieb Bingen unter dessen Verwaltung. Wie viele Städte im Tal litt Bingen durch mehrere Stadtbrände und Kriege.

Nachdem 1794 französische Revolutionstruppen das Linke Rheinufer besetzt hatten, gehörte die Stadt von 1798 bis 1814 zum französischen Département Donnersberg und war Hauptort (Chef-lieu) des Kantons Bingen. 1816 kam die Stadt nach dem Wiener Kongress an das Großherzogtum Hessen, der heutige Stadtteil Bingerbrück an die Rheinprovinz des Königreichs Preußen. Dadurch wurde es Grenzstadt bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871.

1929 wurde Büdesheim durch Eingemeindung ein Stadtteil von Bingen; Dietersheim, Gaulsheim und Kempten folgten 1939.

Am 10. November 1938 wurde die 1905 erbaute Neue Synagoge von SA-Männern und Nazianhängern angezündet. Sie brannte bis auf die Umfassungsmauern ab.

Am 1. Januar 1970 wurde die Stadt Bingen, auf ihren Antrag hin, von der Landesregierung zur Großen kreisangehörigen Stadt erhoben.[6]

Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Bingerbrück mit 3655 Einwohnern eingemeindet. Am 22. April 1972 folgte die Eingemeindung der Gemeinden Dromersheim (1221 E.) und Sponsheim (665 E.).[7] Den Namenszusatz „am Rhein“ trägt die Stadt seit dem 1. Juli 1982.[7]

Zur Landesgartenschau 2008 in Bingen erfuhren die Rheinanlagen in der Stadt umfangreiche Modernisierungen.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das heutige Stadtgebiet von Bingen am Rhein; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[8]

Jahr Einwohner
1815 6.002
1835 10.119
1871 11.256
1905 19.723
1939 21.925
Jahr Einwohner
1950 21.745
1961 25.446
1970 25.542
1987 23.070
2005 24.739

Politik[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2014
Wahlbeteiligung: 50,5 % (2009: 49,5 %)
 %
50
40
30
20
10
0
42,9 %
32,8 %
12,3 %
5,7 %
6,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-1,4 %p
+4,3 %p
+1,5 %p
-4,5 %p
± 0,0 %p

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Bingen am Rhein besteht aus 36 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Oberbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[9]

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FWG Gesamt
2014 12 16 4 2 2 36 Sitze
2009 10 16 4 4 2 36 Sitze
2004 10 18 3 3 2 36 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Bingen e.V.

Koalition im Stadtrat[Bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 kündigten CDU und Bündnis 90/Die Grünen im Binger Stadtrat eine Koalition an, die seither besteht.[10]

Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Bei den Oberbürgermeisterwahlen am 22. April 2012 erzielte Thomas Feser (CDU) mit 51,78 % die absolute Mehrheit der Stimmen. Er wurde am 29. Mai im Rahmen einer Stadtratratssitzung vereidigt.[11]

Stadtvorstand[Bearbeiten]

Neben dem Oberbürgermeister gehören dem Binger Stadtvorstand sowohl der Bürgermeister Ulrich Mönch (CDU), sowie der 1. Beigeordnete Jens Voll (Bündnis 90/Die Grünen) an.

Wappen[Bearbeiten]

Siegelmarke Stadt Bingen aus der Zeit des Großherzogtums Hessen

Das Wappen zeigt den Heiligen Martin beim Teilen des Mantels, sowie das Mainzer Rad.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Binger Mäuseturm
Basilika

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Größte
Weinbaugemeinden
im Anbaugebiet
Rang nach
Rebfläche
(innerhalb
von RLP)
Bestockte
Rebfläche
Rebsorten
Weißwein Rotwein
ha  %
Logo von RheinhessenRheinhessen 26.490 69,1 30,9
Worms 3 1.541 62,0 38,0
Nierstein 6 783 75,6 24,4
Alzey 8 769 69,0 30,1
Westhofen 9 764 68,7 31,3
Alsheim 10 704 69,3 30,7
Bechtheim 11 660 71,4 28,6
Ingelheim am Rhein 12 646 47,8 52,2
Flörsheim-Dalsheim 13 635 65,0 35,0
Bingen am Rhein 15 590 73,2 26,8
Saulheim 16 516 74,7 25,3
Osthofen 20 464 67,8 22,2
Guntersblum 21 461 71,8 28,2
Dittelsheim-Heßloch 23 447 70,2 29,8
Stadecken-Elsheim 24 438 71,2 28,8
Quelle: Weinbau 2010. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz


Burg Klopp mit moderner Brunnenanlage

Die Region ist wirtschaftlich durch den Weinbau geprägt, zumal sich in Bingen vier Weinanbaugebiete (Rheinhessen, Mittelrhein, Nahe und Rheingau) treffen. Die Stadt ist auch Namensgeber für den Bereich Bingen im Weinrecht.

Andere Industrien, die sich früher aufgrund des Hafens in Bingen angesiedelt hatten, sind im Laufe der Jahre abgewandert. Die heutigen Dienstleistungsgewerbe befinden sich hauptsächlich im Industriegebiet (Autobahnabfahrt Bingen-Ost / Kempten / Industriegebiet) und im Gewerbepark Scharlachberg.

Aber auch der Tourismus spielt eine wichtige Rolle.

Ortsansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Im Stadtgebiet von Bingen am Rhein liegen mehrere Bahnhöfe und Haltepunkte.

Die Station Bingen (Rhein) Hauptbahnhof liegt im Stadtteil Bingerbrück. An diesem Bahnhof endet die Strecke der Nahetalbahn; die linke Rheinstrecke führt durch den Bahnhof hindurch. Alle Züge des Nahverkehrs auf diesen beiden Strecken halten im Hauptbahnhof, außerdem ist der Hauptbahnhof auch Haltepunkte einzelner IC- und EC-Züge.

Der Bahnhof Bingen-Stadt liegt zwei Kilometer weiter östlich, direkt gegenüber dem historischen Hafenkran. Dieser Bahnhof ist nur für den Nahverkehr von Bedeutung, er hat jedoch einen besseren Anschluss an den öffentlichen Busverkehr der Stadt.

Die Entstehung zweier Bahnhöfe ist historisch bedingt, da der heutige Hauptbahnhof Bingen früher ein preußischer Grenzbahnhof war, während der Stadtbahnhof zur Hessischen Ludwigsbahn gehörte.

Darüber hinaus gibt es noch einen Haltepunkt in Bingen-Gaulsheim.

Die Haltepunkte Drususbrücke an der Strecke Bingen Hbf–Bad Kreuznach sowie die Haltepunkte Bingen-Kempten und Büdesheim-Dromersheim an der Strecke Bingen/Rhein Stadt–Alzey werden nicht mehr bedient.

Ab 1906 gab es einen teils als Kleinbahn, teils als Straßenbahn konzessionierten Betrieb, der als AG Binger Nebenbahnen bezeichnet wurde. Die Strecken verbanden den Bahnhof der Stadt, den Bahnhof Bingerbrück und Büdesheim. Ein Jahr später wurde die Strecke von Büdesheim bis Dietersheim verlängert. Die Verbindung nach Bingerbrück wurde 1922 aufgegeben, der Restbetrieb am 22. Oktober 1955 eingestellt.[14]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Bingen liegt in unmittelbarer Nähe zu den Autobahnen 60 und 61, die durch die Bundesstraße 9 angeschlossen werden.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

In Bingen fahren Stadtbusse auf 7 Linien. Außerdem gibt es 4 besondere Schulbuslinien und 1 Anruflinie. Betreiber der Buslinien sind die Stadtwerke Bingen am Rhein.

Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Binger Loch

Von Bedeutung ist nur noch der Personenverkehr. Der Güterhafen ist aufgegeben. Der ehemalige Winterhafen ist heute Yachthafen.

Es gibt Anleger der Touristiklinien Köln-Düsseldorfer, Bingen-Rüdesheimer Fahrgastschifffahrt und der Rösslerlinie. Eine Personen- und eine Autofähre verbinden Bingen mit Rüdesheim (siehe Liste der Rheinfähren).

Bis zum Ende der 1970er Jahre war Bingen Lotsenstation.

Rad- und Wanderwege[Bearbeiten]

Als Tor zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal wird Bingen von diversen Rad- und Wanderwegen angebunden. So treffen sich der Rhein- und Nahe-Radweg im Rhein-Nahe-Dreieck bei Bingen; ebenso führt die Hiwwel-Route von hier aus durch das Rheinhessische Hügelland nach Worms.

Auch im rheinland-pfälzischen Wanderwege-Netz bildet Bingen einen Knotenpunkt. Sowohl der Soonwaldsteig wie auch der RheinBurgenWeg als linksrheinisches Pendant zum Rheinsteig haben hier ihre Start- bzw. Endpunkte.

Bildung[Bearbeiten]

Kran als Kunstobjekt auf der Landesgartenschau 2008

Kulturufer Bingen[Bearbeiten]

Landesgartenschau Bingen 2008[Bearbeiten]

Für die Landesgartenschau Rheinland Pfalz vom 18. April bis 19. Oktober 2008 wurde das Rheinufer zwischen dem Autofähranleger und den ehemaligen Gleisanlagen in Bingerbück zwischen dem Hauptbahnhof (Früher Bahnhof Bingerbrück) und dem Rheinufer komplett neu gestaltet. Die Veranstaltung wurde entlang dem Rheinufer auf 2,8 km Länge und 24 Hektar Ausstellungsfläche durchgeführt. Mit 1,3 Millionen Besuchern wurde die erwartete Zahl von mindestens 600.000 Personen deutlich übertroffen. Die 3 Teilbereiche sind zwar weiterhin umzäunt, aber kostenfrei zugänglich.

Das Kulturufer Bingen, rechts: der Rhein, in März 2011

Nachnutzung[Bearbeiten]

Das ehemaliges Gelände der Landesgartenschau Bingen 2008 wird seit Anfang 2010 als Kulturufer Bingen vermarktet. Ziel des Kulturufers Bingen ist es, den Ort mit seinen landschaftlichen, architektonischen, gartenbaulichen und kulturellen Attraktionen als Ziel für Kulturreisende zu etablieren. Das Kulturufer Bingen besteht aus den Geländeteilen Hafenpark / Gartenstadt, Hindenburganlage, Rhein-Nahe-Eck und Park am Mäuseturm.

Im Bereich Hafenpark / Gartenstadt sind u. a. die Partnerschaftsgärten, der Industriekran und der japanische Zierkirschenhain zu finden. Der Alte Rheinkran von 1487 steht am Übergang zur Hindenburganlage.

Die Hindenburganlage ist eine denkmalgeschützte Parkanlage mit altem Baumbestand. Dort befindet sich das ehemalige Zollamt, der Englische Rosengarten, der Spielplatz „Rheinkahn“, die Vinothek, die Dichterkabinette und die Schiffsanleger.

Im Abschnitt Rhein-Nahe-Eck liegt das Rheintal-Kongress-Zentrum , das Museum am Strom mit den Abteilungen „Hildegard von Bingen“, „Römisches Ärztebesteck“, „Rheinromantik“ und „Stadtgeschichte“, sowie der Hildegarten.

Der Park am Mäuseturm bietet große Wiesenflächen, Sportfelder, eine Skaterbahn, den Abenteuerspielplatz „Rhein zum Spielen“, das Stellwerk Mensch|Natur|Technik sowie verschiedene Veranstaltungsflächen.

Die kulturellen Veranstaltungen finden in jedem Jahr von Ostern bis Ende September statt. Höhepunkt ist das Kulturuferfest am ersten Sonntag im Juli.[15]

Park am Mäuseturm zwischen Hauptbahnhof, Rheinradweg und Rhein. Vorne der Abenteuerspielplatz "Rhein zum Spielen", hinter dem Stadtzentrum die Burg Klopp

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Winzerfest – mit einer Dauer von elf Tagen das längste Weinfest am Rhein
  • Binger Sektfest auf dem Bgm.-Neff-Platz
  • Bingen swingt – Internationales Jazz-Festival
  • Binger Open Air Festival – Alternative-Festival
  • Breakpoint (2003–2010) – eine der größten Veranstaltungen der Demoszene weltweit
  • Nacht der Verführung – Weinfest in den Reben
  • Rhein in Flammen Bingen – 7 Feuerwerke zwischen Trechtingshausen und Bingen am Rhein
  • Kulturuferfest
  • Rochusfest – Rochusoktav, kirchliches Fest mit volkstümlichen Charakter, Wallfahrt des Bistums Mainz
  • Hildegard-Herbst

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bronzestatue Stefan George in der Fußgängerzone
Denkmal Ludwig IV., Großherzog von Hessen und bei Rhein

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Landesgartenschau Bingen 2008 GmbH (Hrsg.): R(h)einschauen! Landesgartenschau in Bingen, Verlag Matthias Ess 2008. ISBN 978-3-935516-48-8
  • Stadt Bingen (Hrsg.): Vom Opferplatz zur Gartenstadt. 7.500 Jahre Geschichte am Binger Rheinufer, Verlag Matthias Ess 2008. ISBN 978-3-935516-47-1
  • Scholl, Johannes: Annales Bingenses, das ist Chronick oder Zeitregister der uhralten Statt Bingen am Rhein. Mainz, 1853. Online-Ausgabe dilibri Rheinland-Pfalz

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bingen am Rhein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bingen am Rhein – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Einwohnerstatistik der Stadt Bingen am Rhein
  3. Hans Ulrich Instinsky: Die Grabinschrift des Presbyters Aetherius von Bingen, in: JbBistumMainz 5, 1950, Seite 305-309
  4. Ernst Marx. Die Schweizerzunft in Waldlaubersheim, Versuch einer Deutung des Namens, S.3 (PDF; 68 kB)
  5. Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 224.
  6. Landesverordnung über die Erklärung der Städte Andernach, Bingen und Lahnstein zur großen kreisangehörigen Stadt vom 9. Dezember 1969
  7. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seiten 171 und 203 (PDF; 2,5 MB)
  8. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVertragsunterzeichnung – In Bingen steht Schwarz-grüne Koalition. 17. Juli 2014, abgerufen am 23. Juli 2014.
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatThomas Feser zum Oberbürgermeister ernannt. 30. Mai 2012, abgerufen am 20. Juni 2012.
  12. Kulturportal Hessen
  13. Bingen-Rüdesheimer Fahrgastschiffahrt
  14. Kochems, M., Höltge, D.: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland, Band 12 Rheinland-Pfalz/Saarland, EK-Verlag, Freiburg (2011), S. 20-33, ISBN 978-3-88255-393-2
  15. Seite Kulturufer Bingen
  16. http://www.orden-online.de/news/2012/05/11/hildegard-von-bingen-im-heiligenkalender/